Helena Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg

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Prinzessin Helena Victoria, unbekannter Fotograf, um 1920

Prinzessin Victoria Louise Sophia Augusta Amelia Helena von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg VA, GBE, CI, GCStJ (* 3. März 1870 auf Frogmore House, Windsor, Berkshire; † 13. März 1948 in London) war ein Mitglied der britischen königlichen Familie und eine Enkelin der Königin Victoria.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinzessin Helena Victoria als Kind

Prinzessin Helena Victoria war die älteste Tochter von Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1831–1917) und seiner Ehefrau Prinzessin Helena von Großbritannien und Irland (1846–1923), dritte Tochter von Königin Victoria von Großbritannien und Irland und Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Sie wurde innerhalb der Familie "Thora" oder "Snipe", in Bezug auf ihre scharfen Gesichtszüge, gerufen.

Helena Victoria wuchs in einem harmonisch geprägten Elternhaus auf. Sie und ihre Geschwister verbrachten ihre Kindheit und Jugend in Cumberland Lodge. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Marie Louise weilte sie auch am Hof ihrer Großmutter Queen Victoria.[1] Zwar hatten sie und Marie Louise eine französische Gouvernante, doch achtete ihre Mutter darauf, dass die Kinder so schlicht wie möglich erzogen wurden.[1] Vom Kleidungsstil bis Wohnstil war alles sehr spartanisch. Die Mädchen wurden angehalten, einfache Dinge selbst und ohne fremde Hilfe zu erledigen. Beispielsweise säuberten die Prinzessinnen ihre Räume und halfen im Haushalt mit. Von ihrem Vater erhielten sie Deutschunterricht, während die Gouvernante ihnen Französisch lehrte.[1] Prinzessin Helena war eine überzeugte Verfechterin der Krankenpflege. So brachte sie ihren Töchtern die Grundlage sozialer und medizinischer Arbeit näher.[1] Dies beeinflusste Prinzessin Helena Victoria für ihren weiteren Lebensweg.

Im Jahre 1885 war sie eine der Brautjungfern bei der Hochzeit ihrer Tante Beatrice mit Prinz Heinrich Moritz von Battenberg, ebenso 1893 bei der ihres Cousins George, Duke of York (dem späteren Georg V.) und Prinzessin Maria von Teck.

Als die Prinzessin im heiratsfähigen Alter war, gab es Überlegungen, sie mit ihrem Cousin George (Georg V.), dem Sohn ihres Onkels Eduard VII. zu vermählen. Ihre Mutter unternahm einige Versuche, die beiden einander näher zu bringen, doch das scheiterte. Auch seitens der königlichen Familie wurde diese Verbindung belächelt und brachte den Spott von Georges Mutter Alexandra ein. Thora, von Freunden als besonders intelligent und sanft beschrieben, blieb ein Leben lang unverheiratet.[2]

Erwachsenenalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Royale Cousinen im Jahr 1885: Hintere Reihe: Alix von Hessen-Darmstadt und Irene von Hessen-Darmstadt Vordere Reihe: Marie Louise, Charlotte von Preußen und Helena Victoria von Schleswig-Holstein

Prinzessin Helena Victoria blieb bis zum Tode ihrer Mutter im Jahre 1923 bei ihr wohnen. Sie folgte ihrem Beispiel und war im sozialen und künstlerischen Bereich tätig. So war sie bei den Organisationen Young Women’s Christian Association (YWCA) und „Princess Christian’s Schwesternheim“ bei Windor tätig. Während des Ersten Weltkrieges gründete sie „YWCA Women’s Auxiliary Force“. Als Präsidentin der YWCA besuchte sie die britischen Truppen in Frankreich und bekam die Erlaubnis vom Kriegsminister Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener of Khartoum eine Truppenbetreuung zu organisieren (z. B. Musik- und Tanzabende). Zusammen mit ihrer Schwester Prinzessin Marie Louise von Schleswig-Holstein gab sie kleinere Konzertabende in deren Londoner Wohnung, Schomburg House.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Wohndomizil Schomburg House zunehmend unsicherer. So zog Helena Victoria auf Einladung von Lady Grace Weigall nach Englemore, in der Nähe von Ascot und lebte dort für mehrere Jahre. Den Rest des Krieges bewohnte sie mit ihrer Tante Beatrice Brantridge Park, das Haus ihrer Cousine Alice, Countess of Athlone. Schomburg House erlitt während des Krieges erhebliche Schäden und musste schließlich aufgegeben werden. Bis zu ihrem Tod bewohnte sie eine Wohnung im Berkeley Square.[3]

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie ruhig und fast abseits der Öffentlichkeit. Helena Victoria übernahm die Patenschaft von Prinz William of Gloucester (1941-1972), dem Sohn von Henry und Alice, Duke und Duchess of Gloucester. Zuletzt war sie bei der Hochzeit von Elisabeth II. und Prinz Philip, Duke of Edinburgh anwesend.[3]

Sie starb im Alter von 77 Jahren und fand ihre letzte Ruhe im Royal Burial Ground in Frogmore.

Name in verschiedenen Lebensphasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1870–1917: Her Highness Princess Helena Victoria of Schleswig-Holstein
  • 1917–1948: Her Highness Princess Helena Victoria

In die Amtszeit von König Georg V. (1865–1936) fiel der Erste Weltkrieg. Wegen der damaligen Gegnerschaft des kaiserlichen Deutschen Reiches und Großbritanniens in diesem Krieg benannte er das Haus Sachsen-Coburg-Gotha wegen seines deutschen Namens am 17. Juli 1917 in Haus Windsor um. Da ihr Vater seinen deutschen Namen ablegte, erhielt sie den Titel Ihre Hoheit Prinzessin Helena Victoria.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Royal Splendor: The Story of Princess Helena Victoria and Princess Marie Louise—Part 2: Birth of the Princesses. In: royal-splendor.blogspot.de. Abgerufen am 8. April 2016.
  2. Royal Splendor: The Story of Princess Helena Victoria and Princess Marie Louise—Part 3: The Snipe. In: royal-splendor.blogspot.de. Abgerufen am 8. April 2016.
  3. a b Princess Helena Victoria of Schleswig-Holstein. In: Unofficial Royalty. Abgerufen am 8. April 2016 (amerikanisches englisch).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald Allison and Sarah Riddell: The Royal Encyclopedia. Macmillan, London 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helena Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien