Helga Michie

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Helga Michie (* 1. November 1921 in Wien als Helga Aichinger, geschieden Helga Singer; † 27. September 2018 in London[1]) war eine österreichisch-britische bildende Künstlerin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michie wuchs mit ihrer Zwillingsschwester Ilse Aichinger in Wien und Linz auf. Der Anschluss Österreichs bedeutete für die Familie Verfolgung und Lebensgefahr. Helga konnte am 4. Juli 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien fliehen, der Rest der Familie aber nicht mehr nachkommen, da der Krieg ausbrach. In London wurde sie Mitglied des Austrian Center und stand in engem Kontakt mit H. G. Adler, Franz Baermann Steiner Elias und Veza Canetti, Erich Fried, Anna Mahler, Hilde Spiel und Robert Neumann.[2] 1951 wohnte Ingeborg Bachmann bei ihr. In den späten 50er Jahren war sie kurz mit dem britischen KI-Forscher Donald Michie verheiratet.

Gemeinsam mit dem befreundeten Autor Michael Hamburger übersetzte sie sein Gedicht „Erinnerung“ aus dem Band „Zwischen den Sprachen“.[3] Mit Erich Fried arbeitete sie nach dem Krieg in Fritz Lampls „Bimini Ltd. Glaswerkstätte“ (London), in der sie einzeln benannte Keramikknöpfe herstellten.[4] Neben ihren vielen verschiedenen kleineren Arbeiten spielte sie in kleinen Rollen in den Filmen „Der dritte Mann“ und „Odette (Film)“ mit.

Das grafische Werk Michies wurde im Rahmen von Einzelausstellungen in München-Bogenhausen (1986) und in Leeds (1971) präsentiert.

Helga Michies Tochter ist die britische Künstlerin Ruth Rix.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Abhang“. In: Literatur und Kritik, Nr. 128, Otto Müller-Verlag, Salzburg 1978.
  • Concord. Gedichte und Bilder. Ed. Korrespondenzen, F. Hammerbacher: Wien 2006, ISBN 3-902113-47-2.
  • Helga Michie. I Am Beginning to Want What I Am. Werke / Works 1965–1995, hg. v. Christine Ivanovic, Schlebrügge.Editor: Wien 2018, ISBN 978-3-903172-00-5.
  • Telefongespräch mit Helga Michie (mit Richard Reichensperger). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Die Kindertransporte 1938/39. Rettung und Integration. Fischer-Taschenbuch-Verlag: Frankfurt am Main 2003, S. 206–209. Auf Seite 250 eine Kurzbiografie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank, Sonja: „Helga Michie“. In Sonja Frank (Hersg.): Young Austria. ÖsterreicherInnen im britischen Exil 1938–1947 für ein freies, demokratisches und unabhängiges Österreich, Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien: 2014, 2. Aufl., S. 364–371.
  • Biographie bei Arts in Exile: Helga Michie.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dichterin und Künstlerin Helga Michie 96-jährig gestorben In: Kleine Zeitung, 2. Oktober 2018. Abgerufen am 2. Oktober 2018.
  2. Vgl. Frank, Sonja: „Helga Michie“. In Sonja Frank (Hersg.): Young Austria. ÖsterreicherInnen im britischen Exil 1938–1947 für ein freies, demokratisches und unabhängiges Österreich, Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien: 2014, 2. Aufl., S. 364; Eintrag bei Edition Korrespondenzen und bei Alte Schmiede.
  3. Hamburger, Michael: Zwischen den Sprachen. Essays und Gedichte. S. Fischer, Frankfurt am Main 1966.
  4. Vgl. Frank, Sonja: „Helga Michie“. In Sonja Frank (Hersg.): Young Austria. ÖsterreicherInnen im britischen Exil 1938–1947 für ein freies, demokratisches und unabhängiges Österreich, Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien: 2014, 2. Aufl., S. 367. Vgl. dazu auch Ilse Aichingers Hörspiel „Knöpfe“.