Helmut Dubiel

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Helmut Dubiel (2007)

Helmut Dubiel (* 30. Juni 1946; † 3. November 2015[1]) war ein deutscher Soziologe, der an der Universität Gießen lehrte.

Leben[Bearbeiten]

Von 1968 bis 1973 studierte Helmut Dubiel Soziologie und Philosophie in Bielefeld und Bochum. 1973 wurde er mit einer Arbeit über Theodor W. Adorno und Arnold Gehlen promoviert. Danach war er von 1973 bis 1983 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie in München. 1978 habilitierte Dubiel sich in Bielefeld. Von 1981 bis 1983 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Jürgen Habermas am Max-Planck-Institut Sozialwissenschaften (bis 1980 Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt) in Starnberg bei München. Am Frankfurter Institut für Sozialforschung war Helmut Dubiel sodann von 1983 bis 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 1989 bis 1997 dessen Direktor. Von 1992 bis 2009 war er Professor an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, bevor er im Rahmen eines Symposiums mit dem Titel „Kritik der ‚postdemokratischen‘ Gegenwartsanalysen“ aus dem universitären Betrieb verabschiedet wurde.

Dubiel war seit 1993 an Morbus Parkinson erkrankt. 2006 schilderte er in dem Buch Tief im Hirn seine Erfahrungen mit der Krankheit und der tiefen Hirnstimulation. Er war zweimal verheiratet und wurde Vater eines Sohnes und einer Tochter.[2]

Dubiel starb im November 2015 im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Unfalls.[3][4]

Werke[Bearbeiten]

Bücher

  • Tief im Hirn. Kunstmann, München 2006, ISBN 3-88897-451-8
  • The Lesser Evil. Zusammen mit Gabriel Motzkin, New York 2002
  • La teoria critica: ayer e hoy. Mexiko, 2000
  • Niemand ist frei von der Geschichte: Die nationalsozialistische Herrschaft in den Debatten des Deutschen Bundestages. Hanser Verlag, München 1999, ISBN 3-446-19650-1[5]
  • Demokratie und Schuld. München 1999
  • Ungewissheit und Politik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-11891-9 (= Edition Suhrkamp 1891 = N.F. Band 891).
  • Wirtschaft, Recht und Staat im Nationalsozialismus. Analysen des Instituts für Sozialforschung 1939–1942. (Als Herausgeber mit Max Horkheimer als Mitverfasser.) Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-434-00469-6.
  • Die Demokratische Frage. Frankfurt am Main 1990 (zusammen mit Günther Frankenberg und Ulrich Roedel)
  • Kritische Theorie der Gesellschaft. Eine einführende Rekonstruktion von den Anfängen im Horkheimer-Kreis bis Habermas. München 1988
  • Theory and Politics. MIT Press 1986
  • Wissenschaftsorganisation und politische Erfahrung: Studien zur frühen Kritischen Theorie. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-518-07858-5 (= Suhrkamp-Taschenbücher Wissenschaft, Band 258, Habilitationsschrift an der Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, Philosophie und Psychologie, 1978).
  • Leo Löwenthal - Mitmachen wollte ich nie - Ein autobiographisches Gespräch mit Helmut Dubiel. Edition Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-11014-4.
  • Identität und Institution: Studien über moderne Sozialphilosophen Bertelsmann-Universitätsverlag, Düsseldorf 1973, ISBN 3-571-09145-0 (= Konzepte Sozialwissenschaft, Band 9).

Aufsätze

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Traueranzeige Helmut Dubiel, FAZ, 14. November 2015
  2. Susanne Kutter: Helmut Dubiel: „Ich kam mir vor wie ein Versuchskaninchen“. Wirtschaftswoche, 11. März 2015.
  3. Helmut Dubiel verstorben. Deutsche Gesellschaft für Soziologie, 5. November 2015.
  4. „An einer U-Bahn-Station war er im Rollstuhl auf die Gleise gestürzt.“ Claus Leggewie in: Ungewissheit und Aufklärung. Nachruf in Frankfurter Rundschau vom 10. November 2016, S. 31.
    Rollstuhlfahrer bei Sturz auf Gleise in Frankfurt schwer verletzt. Auf: fr-online.de vom 12. Oktober 2015.
  5. Jan-Holger Kirsch: Rezension zu: Dubiel, Helmut: Niemand ist frei von der Geschichte., in: H-Soz-u-Kult, 21. Juli 1999, darin Bezug auf die Rezension von Klaus Naumann in: Die Zeit, 25. März 1999
  6. Über die Deutschen (Volltext)