Hermann Haindl

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Hermann Haindl (* 30. September 1927 in Berlin; † 16. August 2013 in Hofheim am Taunus) war ein deutscher Künstler und Sachbuchautor.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eltern waren beide Künstler, die Mutter hatte Gesang studiert, der Vater war Bühnenbildner. Mit 14 Jahren verließ er die Schule und begann am Kattowitzer Theater eine Lehre als Theatermaler. Haindl wurde mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen und landete in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, was seine Kunstvorstellungen und Lebenssicht prägte. Er erkrankte dort schwer und zog sich Erfrierungen an den Füßen zu. Später fiel er hier durch seine künstlerische Begabung auf. 1948 wurde er entlassen und zog erst nach Berlin, wo er Arbeit als Reklamemaler fand. Später flüchtete er dann zu Verwandten nach Frankfurt am Main und fand 1950 eine Anstellung als Theatermaler. Bis 1980 arbeitete er an den Städtischen Bühnen Frankfurt.

Seitdem widmet er sich nur noch seiner Malerei. Er reiste mit seiner Frau Erika zu den Indianern Nordamerikas und nach Indien und ließ sich von den Religionen und Mythologien dieser Kulturen beeinflussen. Malte er vorher hauptsächlich abstrakte Bilder, änderte er dies unter diesem Einfluss mehr in Richtung gegenständliche und surreale Kunst. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Hermann Haindl auch politisch engagiert. Er kämpfte für die Sanierung der historischen Altstadt von Hofheim am Taunus, gründete 1984 die "Grüne offene Hofheimer Liste" und engagierte sich im Umweltschutz.

Haindl Tarot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine künstlerischen Vorstellungen flossen in den Haindl-Tarot, für den Hermann Haindl hauptsächlich bekannt ist. Anders als in anderen Tarots üblich, verwendete Haindl bei den Hofkarten nicht die üblichen menschlichen Darstellungen, sondern ersetzte sie durch Götter- und Mythenfiguren. (Schwerter: die ägyptischen Gottheiten Nut, Re, Isis, Osiris – Steine: die indianischen Mythenwesen Spider Woman, Old Man, White Buffalo Woman, Chief Seattle – Stäbe: die indischen Götter Kali, Brahma, Radha, Krishna – Kelche: die europäischen Figuren der Venus von Willendorf, Odin, Brigit von Irland, Parzival). Eine andere Veränderung, die Haindl bei seinem Tarot vornahm, ist die Zuordnung von Runen bei den Karten der Großen Arkana. Dies geschah nach Aussage Haindls, um wenigstens im Tarot Deutschland (für das die Runen stehen sollten) und das Judentum (hebräische Buchstaben) auszusöhnen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bub, Bub, was soll mal aus dir werden, Lebensgeschichte eines Malers, Verlag Hartmut Hegeler, Unna, 2010, ISBN 978-3-940266-98-9
  • Gedanken zu meiner Malerei, Verlag Hartmut Hegeler, Unna, 2010, ISBN 978-3-940266-97-2
  • Bachblüten-Karten, Saarbrücken : Neue Erde, 2005
  • Der Haindl-Tarot, München : Ullstein-Taschenbuchverlag, 2002
  • Hermann Haindl und seine Welt des Tarot, Idstein/Ts. : Baum, 1992
  • Hofheimer Altstadt, Vergangenheit und Zukunft, Neuenhain im Taunus : Verlag 76, 1976

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanna Bekker vom Rath und die Künstler des Blauen Hauses in Hofheim am Taunus, Hofheim am Taunus, Magistrat, 1984
  • Pohl, Claudia: Hermann Haindl, Hanau, Peters, 1978
  • Hermann Haindl: Leben - Kunst -Tarot, Erika Haindl et al., Königsfurt-Urania, 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf auf Hermann Haindl in: Hofheim@1@2Vorlage:Toter Link/www.hofheim.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.