Hermann von Staff zu Reitzenstein

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Karl August Wilhelm Heinrich Hermann von Staff gen. von Reitzenstein (* 2. März 1790 in Ilmenau; † 10. April 1867 in Tückelhausen) war ein preußischer Generalleutnant und Militärhistoriker.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staff war seit 1802 Page am Hof in Weimar. Am 24. Februar 1807 wurde er als Sekondeleutnant im weimarischen Jägerbataillon angestellt und machte 1807 die Belagerung von Kolberg mit. 1809 wurde er Brigadeadjutant der Rheinbundtruppen der Division „Rouin“ und zog im selben Jahr gegen Österreich. Unter Napoleons Führung nahm er 1810/11 am Feldzug in Spanien teil und wurde am 18. August 1811 Premierleutnant. Im gleichen Jahr schloss er sich der Landsmannschaft Saxonia Jena an.[2] Staff trat Ende Dezember 1812 in russische Dienste über. Als Kapitän im Generalquartiermeisterstab der Armee nahm er während der Befreiungskriege am Gefecht an der Göhrde, den Belagerungen von Hamburg, Rendsburg, Glückstadt und Antwerpen sowie nach seinem am 11. September 1814 erfolgten Übertritt in die Preußische Armee an den Schlachten bei Ligny und Wavre teil.

Nach dem Friedensschluss 1816 zur Dienstleistung beim 1. Garderegiment zu Fuß kommandiert, wurde Staff im Jahr darauf zur Verfügung des Kriegsministers gestellt und besuchte die Allgemeine Kriegsschule. Am 25. Mai 1818 folgte seine Versetzung in den Generalstab der Breslauer Brigade. Vom 31. Januar bis 21. September 1821 wurde Staff dem Generalmajor von Natzmer zugeteilt, der als militärischer Kommissar zur kaiserlichen österreichischen Armee nach Neapel kommandiert war. Während dieser Zeit nahm er am Gefecht bei Antrodoco teil. Als Major kam er anschließend in den Generalstab des IV. Armee-Korps. Von dort folgte am 4. Januar 1823 seine Versetzung in den Großen Generalstab. Mehrfach schickte man Staff in den kommenden Jahren zur Beobachtung von Manövern ins Ausland, bis er schließlich am 3. April 1834 zum Chef des Generalstabes des VI. Armee-Korps ernannt und in dieser Stellung am 30. März 1835 zum Oberstleutnant sowie am 30. März 1837 zum Oberst befördert wurde. Als solcher war Staff kurzzeitig im April 1842 Kommandeur der 1. Infanterie-Brigade. Am 22. März 1843 zum Generalmajor befördert, wurde er zeitgleich Kommandeur der 11. Infanterie-Brigade. Unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant wurde Staff am 14. Mai 1846 von diesem Posten entbunden und mit Pension aus dem Militärdienst verabschiedet.

Anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums verlieh ihm König Friedrich Wilhelm IV. am 12. Februar 1857 den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub.

Er widmete sich der Bewirtschaftung seines Gutes Tückelhausen bei Ochsenfurt. 1858 wurde er in den Landrat Unterfrankens gewählt; wegen der gleichzeitigen Wahl in die Kammer der Abgeordneten schied er aber aus dem Landrat aus. Im Landtag kam es zur Wahlbeanstandung, weil er das bayerische Indigenat nicht nachweisen konnte.[3] Maximilian II. Joseph löste den Landtag am 30. September 1858 vorzeitig auf.[4] 1862 ersuchte Staff erfolgreich um die Genehmigung seiner Auswanderung in das Königreich Preußen.[1] Fünf Jahre später starb er mit 77 Jahren.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staff hatte sich am 1. August 1814 in Weimar mit Auguste Luise von Milkau aus dem Hause Wormstedt (* 2. Januar 1794 in Kassel; † 20. November 1822 in Erfurt) verheiratet. Nach ihrem Tod ehelichte er am 1. März 1824 in Weimar Gräfin Karoline Amalie Auguste Flavie von Beust (* 14. August 1802 in Erfurt; † 1. Februar 1851 in Weimar). Sie war die Tochter von Graf Friedrich August Leopold von Beust, kurmainzer Kammerherr, Regierungsrat in Erfurt, Herr auf Neu-Sulza, Stadtsulza und Burgsulza. Aus den Ehen gingen folgende Kinder hervor:

  • Hermann Thuiskon Friedrich Eugen (* 6. Juni 1815)
  • Ferdinand Klemens (* 28. November 1816 in Berlin; † 7. Juni 1886), preußischer Hauptmann a. D.
  • Karl Ferdinand Wilhelm (* 21. Oktober 1819 in Breslau), preußischer Premierleutnant a. D.
  • Leopoldine Christa Ottilie (* 10. Januar 1825 in Berlin)
  • Gabriele Thekla (* 15. November 1826 in Berlin)
  • Berta Johanna Marie Klementine (* 13. Februar 1831 in Berlin)
  • Anna Elisabeth Flavie (* 18. Mai 1834 in Berlin)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Befreiungs-Krieg der Katalonier in den Jahren 1808 bis 1814. 2 Bände. Breslau 1821/1827. GoogleBooks
  • Der Vorposten-Dienst für deutsche Truppen, nach den Anforderungen der neuesten Kriegsführung. Berlin 1827. GoogleBooks

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Staff-Reitzenstein, Carl August Wilhelm Heinrich Hermann von (Haus der Bayerischen Geschichte)
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 127, 94.
  3. StB Bd. 307, S. 22–23, 29–30.
  4. Königliche Entschließung zur Auflösung des Landtags 1858 (Haus der Bayerischen Geschichte)