Hertha Sponer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hertha Sponer, 1923 in Göttingen

Hertha Dorothea Elisabeth Sponer (* 1. September 1895 in Neisse, Schlesien; † 27. Februar 1968 in Ilten bei Hannover) war eine deutsche Physikerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel in Göttinger Zeitung, 25. Oktober 1925

Nach dem Studium in Tübingen und Göttingen promovierte sie 1920 bei Peter Debye (Über ultrarote Absorption zweiatomiger Gase). Von 1921 bis 1925 war sie Assistentin, 1925/26 ermöglichte ein Rockefeller-Stipendium ihr einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Berkeley, Kalifornien.[1]

Aus Anlass dieser Studienreise erlaubten sich die jungen Göttinger Physiker einen Scherz mit der Zeitung, die nebenstehenden ihr zugespielten Bericht am 25. Oktober 1925 veröffentlichte.[2]

Bis 1932 war Sponer Privatdozentin und danach bis 1934 außerordentliche Professorin in Göttingen. Sie war Mitarbeiterin des Nobelpreisträgers James Franck und arbeitete u. a. mit Edward Teller zusammen. Die Arbeitsgruppe um Franck, der jüdischer Abstammung war, wurde aufgelöst, nachdem dieser gegen die Rassenpolitik protestiert hatte und am 17. April 1933 zurücktrat. Durch den Einfluss von Robert Wichard Pohl hatte Sponer in Göttingen keine Chance mehr, da dieser keine Frauen in akademischer Stellung duldete.[3] Nachdem die Universität ihre Stelle zum 1. Oktober 1934 kündigte, gelang ihr die Emigration nach Oslo. Dort half ihr der ebenfalls emigrierte Mineraloge Viktor Moritz Goldschmidt. Von 1936 bis 1966 war sie Professorin an der Duke University, Durham, North Carolina.

1946 heiratete Sponer James Franck und 1948 entstand in Durham ein von Marianne Manasse gemaltes Porträt von ihr, das sich im Besitz der Duke University befindet.[4] 1966 kehrte Sponer nach Deutschland zurück.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sponer leistete wichtige Beiträge zur Molekülphysik und Spektroskopie. Bekannt ist z. B. die Birge-Sponer-Auftragung zur Bestimmung der Dissoziationsenergie von Molekülen aus spektroskopischen Daten. Nach ihr ist auch der Hertha-Sponer-Preis benannt, der alljährlich an junge, wissenschaftlich erfolgreiche Physikerinnen vergeben wird.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hertha Sponer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im „Mekka der Mathematiker“ (pdf; 139 kB), S. 62
  2. Film: Quantenmechanik im Aufbruch - Friedrich Hund berichtet aus seinem Leben, Göttingen 1988 – Gesprächspartner: Helmut Rechenberg. Institut für den Wissenschaftlichen Film, zur Verfügung gestellt von der Technischen Informationsbibliothek, doi:10.3203/IWF/G-239.
  3. Renate Tobies: Einführung: Einflußfaktoren auf die Karriere von Frauen in Mathematik und Naturwissenschaften. In: Renate Tobies (Hrsg.): „Aller Männerkultur zum Trotz“. Frauen in Mathematik und Naturwissenschaften. Mit einem Geleitwort von Knut Radbruch. Campus, Frankfurt am Main u. a. 1997, ISBN 3-593-35749-6, S. 17–67, hier S. 50.
  4. Marianne Manasse: Porträt Hertha Sponer (Memento des Originals vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.phy.duke.edu Dieses Porträt befindet sich auch auf der Titelseite des eBooks von M.A. Maushart: Hertha Sponer: A Women's Life as a Physicist in the 20th Century, das ebenfalls über die Webseite der Duke University zugänglich ist: Hertha Sponer (Memento des Originals vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.phy.duke.edu