Endivien-Habichtskraut

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Endivien-Habichtskraut
Endivien-Habichtskraut (Schlagintweitia intybacea)

Endivien-Habichtskraut (Schlagintweitia intybacea)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Schlagintweitia
Art: Endivien-Habichtskraut
Wissenschaftlicher Name
Schlagintweitia intybacea
(All.) Griseb.

Das Endivien-Habichtskraut (Schlagintweitia intybacea (All.) Griseb., Syn.: Hieracium intybaceum All.),[1] auch Weißliches Habichtskraut oder Zichorien-Habichtskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schlagintweitia innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenkörbchen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Endivien-Habichtskraut wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Sie führt Milchsaft und ist klebrig sowie stark duftend. Der einfache oder schon im unteren Drittel gabelig verzweigte Stängel besitzt keine einfachen Haare (Trichome).

Grundblätter fehlen. Die Laubblätter an der Stängelbasis stehen oft eng zusammen und bilden so eine Scheinrosette. Die 10 bis 15 (7 bis 20) wechselständig angeordneten Stängelblätter sind im Umriss lanzettlich bis zungenförmig linealisch, mit verschmälertem oder abgerundetem Grund halb stängelumfassend sitzend, buchtig gezähnt bis fiederlappig, mehr oder weniger wellig, beiderseits durch zahlreiche Drüsenhaare klebrig, ohne einfache Haare und ohne Sternhaare.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Auf dem Stängel stehen endständig einzeln oder zu zweit bis sechst in einem lockeren, traubigen Gesamtblütenstand körbchenförmigen Teilblütenstände. Unter den Blütenkörbchen befinden sich schüttere Sternhaare und reichlich lange Drüsenhaare, durch die diese Bereiche klebrig sind. Die 14 bis 18 mm langen Hüllblätter sind dicht mit Drüsenhaaren (Trichomen), ohne einfache Haare oder Sternhaare; die äußeren Hüllblätter sind abstehend sowie hellgrün. Der Körbchenboden besitzt keine Spreublätter, aber eine wabige Struktur und ist oft mehr oder weniger dicht und deutlich behaart. Die Blütenkörbchen besitzen – mit den ausgebreiteten Blüten gemessen – einen Durchmesser von 2,5 bis 4 cm. Die körbchenförmigen Blütenstände enthalten nur gelblich-weiße Zungenblüten.

Endivien-Habichtskraut in den Vogesen

Die 3 mm langen Achänen besitzen einen einreihigen, schmutzigweißen Pappus, dessen Haare bei Druck auf ihre Spitze brüchig werden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 27.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zentraleuropa findet man das Endivien-Habichtskraut in den Vogesen und den Kalkalpen vereinzelt; in den Zentral- und Südalpen zerstreut, bevorzugt in Höhenlagen zwischen etwa 1500 und 3000 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil auf der Rothornspitze bis zu einer Höhenlage von 2200 Meter auf.[3]

Das Endivien-Habichtskraut gedeiht am besten auf kalkarmem, humusreichem, steinigem Untergrund. Es besiedelt steinig-lückige, alpine Rasen und Matten, Ruheschutt, seltener Geröll, Felsspalten oder steinige Zwergstrauchbestände. Die Art kommt in Gesellschaften des Verbands Androsacion vandellii vor.[2]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Hieracium intybaceum durch Carlo Allioni. Die Neukombination zu Schlagintweitia intybacea (All.) Griseb. wurde durch August Heinrich Rudolf Grisebach veröffentlicht. Weitere Synonyme für Schlagintweitia intybacea (All.) Griseb. sind: Hieracium albidum Vill., Hieracium tubulosum Lam.[1] Das Artepitheton intybacea bedeutet „wegwarten-ähnlich“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 4: Nachtschattengewächse bis Korbblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  • Hieracium intybaceum All., Endivien-Habichtskraut. In: FloraWeb.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). Schlagintweitia intybacea Vaill. In: Werner Greuter & Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. bei Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 1011.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 712.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Endivien-Habichtskraut (Schlagintweitia intybacea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien