Himbächel-Viadukt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 36′ 12″ N, 8° 59′ 34″ O

Himbächel-Viadukt
Himbächel-Viadukt
Himbächel-Viadukt mit Eilzug
Überführt

Odenwaldbahn

Querung von

Himbachel-Tal

Ort Beerfelden-Hetzbach
Konstruktion Steinbogenbrücke
Gesamtlänge 250 m
Anzahl der Öffnungen 10
Pfeilerachsabstand 24 m
Lichte Weite 20 m
Höhe 43 m
Lichte Höhe 40 m
Baukosten 343.615 Mark
Baubeginn 1880
Fertigstellung 1881
Eröffnung 1882
Planer Justus Kramer
Lage
Himbächel-Viadukt (Hessen)
Himbächel-Viadukt

Das Himbächel-Viadukt ist ein eingleisiges Viadukt der Odenwaldbahn im Streckenabschnitt ErbachHetzbach im Odenwald bei Streckenkilometer 24,54 über das Tal des Himbachel. Das Viadukt ist von der benachbarten Bundesstraße 45 gut zu sehen und wird nachts beleuchtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Viadukt während seines Baus im Jahr 1881

Der Entwurf für die Brücke stammt von Justus Kramer. Errichtet wurde sie von Mai 1880 bis November 1881 von der Baufirma Karl Weißhuhn aus Troppau in Schlesien[1] für die Hessische Ludwigsbahn. Die Gewölbe wurden in der damals üblichen Art mit aufwändigen Lehrgerüsten aus Holz hergestellt. Die Gesamtkosten betrugen 343.615 Mark. Das Viadukt wurde im Mai 1882 in Betrieb genommen.[2] Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges konnte die Sprengung durch Pioniere der Wehrmacht verhindert werden. Einige Dorfbewohner entfernten die bereits angebrachten Sprengladungen an den zwei mittleren Pfeilern, als die Soldaten mit Panzerfäusten bewaffnet Richtung Erbach abmarschiert waren, um die anrückenden amerikanischen Streitkräfte aufzuhalten.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 250 Meter lange Bogenbrücke besteht aus zehn Bögen mit je 20 Metern lichter Weite bei einer Maximalhöhe von 43 Meter über der Talsohle.[3] Die Brücke ist in drei Teile gegliedert, den mittleren Teil mit vier Bögen und drei hohen Pfeilern, sowie die beiden Seitenteile mit jeweils drei Bögen. Die drei Teile sind durch verstärkte, im oberen Teil sechs Meter breite Pfeiler voneinander getrennt. Die übrigen Pfeiler haben oben eine Stärke von vier Metern und sind nach allen Seiten mit 1:30-Anzug versehen. Das heißt, sie werden nach unten breiter. Die Gewölbe sind im Scheitelpunkt einen Meter und am Kämpfer zwei Meter dick. Die Brücke wurde aus 16.400 Kubikmeter lokalem Buntsandstein gemauert, wobei die Pfeilerkerne aus Bruchsteinen bestehen. Die Fundamente wurden aus Beton gegossen und besitzen eine Gründungstiefe von vier Meter, bei einem Pfeiler von elf Meter.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke war eine zeitgenössisch herausragende Ingenieurleistung und die bedeutendste Eisenbahnbrücke in Hessen.[4] Heute ist sie ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. Die Bundesingenieurkammer und die Ingenieurkammer Hessen haben das Himbächel-Viadukt am 10. September 2010 als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet.[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Interessengemeinschaft Odenwald: 100 Jahre Odenwald-Eisenbahn 1882–1982.
  • Heinz Schomann: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 452.
  • Fritz Paetz: Datensammlung zur Geschichte der Eisenbahnen an Main, Rhein und Neckar. Bensheim-Auerbach 1985.
  • Karl Heinrich Schwinn, Susanne Klingebiel-Scherf: Das Himbächel-Viadukt der hessischen Odenwaldbahn. (Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland, Band 6). 1. Auflage. Bundesingenieurkammer, Berlin 2012, ISBN 978-3-941867-10-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Himbächel-Viadukt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schomann
  2. Paetz, S. 10
  3. Schomann
  4. Schomann
  5. NN: Viadukt wird „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Denkmalpflege und Kulturgeschichte. 4/2010, S. 45
  6. Bundesingenieurkammer: Das Himbächel-Viadukt der hessischen Odenwaldbahn, Informationen über das Bauwerk