Hetzbach

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Hetzbach
Stadt Oberzent
Koordinaten: 49° 35′ 19″ N, 8° 59′ 17″ O
Höhe: 287 m ü. NHN
Fläche: 16,67 km² [LAGIS]
Einwohner: 914 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Eingemeindet nach: Beerfelden
Postleitzahl: 64760
Vorwahl: 06068

Hetzbach ist ein Stadtteil von Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis mit rund 900 Einwohnern. Der Name des Dorfes kann zu Verwechslungen führen, da das bei Höchst im Odenwald gelegene Hetschbach in alten Urkunden ebenfalls Hetzbach geschrieben wurde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemarkungsstein auf dem Krähberg unterhalb des Jagdschlosses Krähberg

Hetzbach liegt etwa zwei Kilometer nördlich von Beerfelden im Buntsandstein-Gebiet des Odenwaldes. Der Ort hat eine dörfliche Struktur und wurde mit regellosem Grundriss an der Vereinigung von Walterbach und Gretengraben, der Quellbäche der Mümling, in doppelseitiger Tallage angelegt. Der Marbach mit dem Marbach-Stausee und das Himbachel bilden die Gemarkungsgrenze im Norden. An der Ostgrenze jenseits des ausgedehnten Hetzbacher Waldes liegen das Ebersberger Felsenmeer, das Wirtshaus Gebhardshütte (520 m ü. NN), der Rudelsberg (514 m ü. NN) sowie der Mittelberg (506,6 m ü. NN) mit dem Quellgebiet des Schöllenbachs, dem rechten Quellfluss des Itterbachs. Im Süden spart die Gemarkung knapp den Gipfel des Krähbergs (554,9 m ü. NN) mit dem Jagdschloss Krähberg aus und schließt dafür den Nordteil des Reußenkreuzes und den Elseberg (518 m ü. NN) mit ein. Am Walterbach biegt die Gemarkungsgrenze kurz vor Etzean nach Nordwesten ab und erreicht den Marbach-Stausee am Maisengrund, dabei die nur teilweise bewaldete Höhe am Höhenweg (407,4 m ü. NN) mit einschließend. Die Gemarkungsfläche beträgt 1667 Hektar (1961), davon sind 1159 Hektar bewaldet. Die Gemarkung dehnt sich in West-Ost-Richtung siebeneinhalb Kilometer weit aus, in Nord-Süd-Richtung erstreckt sie sich über rund dreieinhalb Kilometer. Östlich des Ebersberger Felsenmeers erreicht die Gemarkung eine Höhe von 550 m ü. NN.

Im Norden beginnend, grenzen an Hetzbach im Uhrzeigersinn die Gemarkungen von Haisterbach, Ebersberg, Bullau, Ober-Sensbach, Beerfelden und Etzean.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmalige Erwähnung fand Hetzbach im Jahre 1353. Im 15. Jahrhundert der Kurpfalz gehörend (Amt Lindenfels), kam das Dorf 1509 im Tausch an pfälzischen Vasallen, die Schenken von Erbach (Amt Freienstein). 1806 wurde Hetzbach mit dem ganzen Erbacher Gebiet Teil des Großherzogtum Hessen. Verwaltungsmäßig wurde der Ort 1822 Teil des Landratsbezirks Erbach, seit 1848 Regierungsbezirk Erbach und ab 1852 Kreis Erbach.

Zusammen mit anderen Gemeinden wurde Hetzbach am 1. Juli 1971 im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Beerfelden eingegliedert.[2] Seit 1. Januar 2018 ist Hetzbach wie alle ehemals Beerfelder Stadtteile zu einem Stadtteil der neu gegründeten Stadt Oberzent geworden. Für Hetzbach wird in Oberzent, wie schon zur Beerfelder Zeit, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Im Berggrundbuch des Ortes aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren drei Gruben verzeichnet: die Grube "Wilibald", die Grube "Laurentius" und die Grube "Florentine".[3]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krähbergtunnel
Himbächel-Viadukt

Hetzbach ist einer von drei Stadtteilen in Oberzent, der über einen Bahnhof verfügt. Die nächsten Haltestellen der Odenwaldbahn befinden sich südlich in Schöllenbach und nördlich in Erbach. Den beiden größten Bauwerken der Bahnstrecke und Kulturdenkmälern Himbächel-Viadukt und Krähbergtunnel hat Hetzbach seinen Bekanntheitsgrad zu verdanken. Bereits im Jahre 1876 wurde der Beschluss gefasst, die Region mit einer Eisenbahnstrecke zu erschließen, schon am 18. September 1881 wurde dann das Himbächelviadukt fertiggestellt. Am Bau der imposanten Eisenbahnbrücke waren hauptsächlich Gastarbeiter aus Italien beteiligt. Der Krähbergtunnel, mit 3100 Metern der längste eingleisige Eisenbahntunnel Deutschlands, wurde 1882 fertiggestellt. Das Empfangsgebäude am Bahnhof Hetzbach und die nicht mit dem Betriebsgleis verbundenen Gleisanlagen sind seit 1999 verkauft und werden durch die Deutsche Museums-Eisenbahn als Eisenbahninfrastruktur (derzeit) in Insellage weiter betrieben. Das Betriebsgleis der Odenwaldbahn und den zugehörigen Bahnsteig betreibt weiterhin die Deutsche Bahn.[4][5]

Hetzbach verfügt am nördlichen Ortsende in der Schwimmbadstraße über ein Freischwimmbad und einen Campingplatz.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil weist neben Himbächel-Viadukt und Krähberg-Tunnel weitere 16 Kulturdenkmäler auf:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik. In: Internetauftritt. Stadt Beerfelden, archiviert vom Original am 23. Februar 2018; abgerufen am 2. September 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  3. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: HStAD Bestand G 29 I Nr. 171 In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  4. Offizielle Informationen der DB zum Bahnhof Hetzbach (Memento des Originals vom 17. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  5. Bahnhof Hetzbach (private Website)