Hirzel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hirzel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Hirzel
Wappen von Hirzel
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Horgenw
BFS-Nr.: 0132i1f3f4
Postleitzahl: 8816
Koordinaten: 688748 / 23024947.217228.610284678Koordinaten: 47° 13′ 2″ N, 8° 36′ 37″ O; CH1903: 688748 / 230249
Höhe: 678 m ü. M.
Fläche: 9.68 km²
Einwohner: 2146 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 222 Einw. pro km²
Website: www.hirzel.ch
Drumlinlandschaft in Hirzel

Drumlinlandschaft in Hirzel

Karte
Ufenau Lützelau Zürichsee Greifensee Sihlsee Teufenbachweiher Horgnerbergweiher Ausee ZH Türlersee Zugersee Kanton Schwyz Kanton St. Gallen Kanton Zug Bezirk Affoltern Bezirk Dietikon Bezirk Hinwil Bezirk Meilen Bezirk Uster Bezirk Zürich Adliswil Hirzel Horgen Hütten ZH Kilchberg ZH Langnau am Albis Oberrieden ZH Richterswil Rüschlikon Schönenberg ZH Thalwil WädenswilKarte von Hirzel
Über dieses Bild
w

Hirzel, in der älteren zürichdeutschen Ortsmundart im Hirschel, im Hirsel [ɪm hirʃəl ɪm hirsəl],[2] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Schweizer Kantons Zürich.

Wappen und Ortsname[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber ein springender schwarzer Hirsch.

Der 1296 erstmals bezeugte Ortsname (cum bonis in Hirsol) ist eine Zusammensetzung von von althochdeutsch hir(u)z «Hirsch» und sol «Suhle, Lache, Sumpfloch, sumpfige Stelle» und bedeutet damit «Sumpfloch, wo sich das Wild zu wälzen pflegt». Es handelte sich dabei ursprünglich um einen Flurnamen, der erst sekundär zu einem Ortsnamen geworden ist.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Hirzel liegt auf dem Zimmerberg. Die Passhöhe des Hirzelpasses liegt auf dem Gemeindegebiet, die Passstrasse bildet die kürzeste Strassenverbindung zwischen Wädenswil am Zürichsee und Sihlbrugg im Sihltal. Sie löste den 600jährigen Saumpfad über die Hirzel Höhi ab.

Die Moränenlandschaft ist in zwei Bundesinventaren Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (Objektnummer 1307)[4] und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung (Objektnummer 37)[5] aufgenommen. Die Drumlins vom Hirzel sind wenig bewaldet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1678 ca. 800
1776 ca. 1300
1850 1516
1920 1080
1941 977
1970 1189
1990 1761
2009 2100

Die Bevölkerung während der letzten Jahrhunderte kann als ländlich-bäuerlich bezeichnet werden. Seit 1950 entstanden vermehrt Neubauten. Aufgrund der Nähe zu Zürich sowie der bevorzugten Lage von Hirzel in einem Naherholungsgebiet siedelten sich Neuzuzüger aus den am See liegenden Nachbargemeinden an. Dies führte in den ersten Jahren oft zu unterschiedlichen politischen Interessen. Heute sind die Neuzuzüger in die Behörden und auch das Gemeindeleben gut integriert.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist der parteilose Markus Braun (Stand 2012).

Geschichte[Bearbeiten]

Seit der Lösung von Horgen am 13. Mai 1773 ist Hirzel eine politisch eigenständige Gemeinde.

Derzeit sind Bestrebungen im Gange, Hirzel mit Horgen zu fusionieren. Eine entsprechende Abstimmung in den beiden Gemeinden ist für 2016 geplant.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Brückenköpfe der Babenwaag an der südlichen Gemeindegrenze
  • Das Geburtshaus von Johanna Spyri (Meta-Heusser-Heim) und das Spyrimuseum sind auf Grund der Popularität der Romanfigur «Heidi» international bekannt.
  • Die Moorlandschaften des Hirzels im Zusammenspiel mit den Hügeln und den Wäldern zeichnen sich als sehr typisch für den Hirzel aus.
  • Die Hügellandschaft mit ihren vielen grossen alten Linden auf jedem Drumlin ist ein beliebtes Motiv für Landschaftsmalereien und Landschaftsfotografien. Vom Zimmerbergkamm oberhalb Höchi geniesst man eine imposante Sicht auf den Sihlwald und die umliegenden Hügel und Berge.
  • Der alte Saumweg vom Zugersee nach Horgen an den Zürichsee führt über die Hirzel Höhi und ist heute gut beschildert. Schon Goethe schrieb über den steilen Weg von der Sihlbrugg über den Rübgarten, auf dem er nach einer Rast in der «Krone» Sihlbrugg weiterzog.
  • Der «Sihlsprung», ein Abschnitt der Sihl, der noch den ursprünglichen, wilden Charakter des Flusses aufweist.
  • Die «Babenwaag», eine alte überdachte Holzbrücke, die über die Sihl ins Zugerland führt.
  • Die Fahrenweid nahe dem Spyriwald, mit dem Kleintierzoo, ist ein Naherholungsgebiet, das vor allem von Rentnern und Familien gerne genutzt wird.
  • Die reformierte Kirche von 1620 mit wertvollen Epitaphen aus mehreren Jahrhunderten
  • Die katholische Kirche St. Antonius aus dem Jahr 1991.
  • Ehemaliges Bauernhaus Dürrenmoos, Bohlenständerbau, Anfang 16. Jahrhundert[7]

Bilder[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gibt noch etwa vierzig Landwirtschaftsbetriebe in Hirzel.

Die Versorgung der Dorfgemeinschaft stellen zwei Bäckereien, eine Molkerei, eine Metzgerei, sowie die Dorfläden Landi und Volg sicher. Im Dorf sind ausserdem einige Restaurants, zwei Autogaragen und ein Club ansässig.

Die Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt täglich in den Grossraum Zürich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Salomon Tobler (1794–1878), war von 1826 bis 1840 Pfarrer von Hirzel und schrieb hier sein Versepos Die Enkel Winkelried’s.
  • Meta Heusser (1797–1876), Verfasserin spätpietistischer Lyrik
  • Johanna Spyri (1827–1901), Schriftstellerin (u.a. des Romans Heidi)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürg Winkler: Hirzel im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hirzel ZH – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. ortsnamen.ch.
  3. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 446 f.
  4. admin.ch: SR 451.11 Anhang Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler), Zugriff am 12. Oktober 2010
  5. admin.ch: 451.35.de.pdf (application/pdf-Objekt; 502 kB), Zugriff am 12. Oktober 2010
  6. Horgen/Hirzel: Hirzel soll nach der Fusion Horgen heissen - Horgen - zsz.ch. In: zsz.ch. Abgerufen am 30. Juni 2015.
  7. Zürcher Denkmalpflege: 9. BERICHT 1977/78 I.Teil (PDF; 12,0 MB)