Hitzkirchen

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Hitzkirchen
Gemeinde Kefenrod
Wappen von Hitzkirchen
Koordinaten: 50° 20′ 35″ N, 9° 15′ 12″ O
Höhe: 311 m
Fläche: 4,6 km² [LAGIS]
Einwohner: 474 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63699
Vorwahl: 06054

Die vormals selbstständige Gemeinde Hitzkirchen ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Kefenrod im Wetteraukreis in Hessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitzinkirchin wird am 25. März 1377 erstmals in einer kirchlichen Urkunde erwähnt.[2] So wird hier von einer Kirche gesprochen, die dem heiligen Gangulf geweiht ist. Das zur Burg Bracht gehörende Dorf wurde 1380 geteilt: Der größere Teil des Ortes am orographisch rechten, westlichen Brachtufer wurde dem Gericht Büdingen-Wolferborn zugeschlagen und in den Büdinger Wald, ursprünglich ein Reichswald, eingeforstet; der kleinere Teil auf der anderen Seite des Bachs kam zur Cent Reichenbach.

Der Büdinger Wald war den Herren von Ysenburg zu Lehen gegeben. 1438 wurde das Dorf unter Diether I. von Isenburg wieder vereinigt. Als sich die Ysenburger Linien 1685 (Dritte Hauptteilung) trennten, gelangte Hitzkirchen unter die Herrschaft des Hauses Isenburg-Birstein.

Kirche mit Kirchenmauer in Hitzkirchen

(Kirchen)-geschichtliche Bedeutung hat Hitzkirchen dadurch, dass hier nur elf Jahre nach Beginn der Reformation eine Auseinandersetzung friedlich beigelegt wurde, die fast zu einem Krieg zwischen evangelischen und katholischen Kräften geführt hätte. Die Packschen Händel, angezettelt von Otto von Pack, führten zu einem Truppenaufmarsch evangelisch hessischer Truppen an der Grenze zu den katholischen Bistümern Bamberg und Würzburg. Durch Friedensgespräche im Feldlager in der Gemarkung Hitzkirchen am 11./12. Juni 1528 fand diese erste militärische konfessionelle Konfrontation ein unblutiges Ende. Der Vertrag von Hitzkirchen wurde abgeschlossen, in dem der Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg gegenüber dem Landgrafen Philipp von Hessen u. a. endgültig auf die geistliche Gerichtsbarkeit über Hessen verzichtete.

Nach der Souveränität des Fürstentums Isenburg durch die Gründung des Rheinbundes 1806 kam es nach der Niederlage Napoleons 1814 und dem Wiener Kongress für ein Jahr an Österreich, dieses trat es 1816 an Hessen-Darmstadt ab. Danach gehörte die Gemeinde zum Landratsamtsbezirk Büdingen (ab 1852 Kreis Büdingen) in der hessen-darmstädtischen Provinz Oberhessen, 1945 an Groß-Hessen und 1946 an Hessen. Anlässlich der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Hitzkirchen am 31. Dezember 1971 mit anderen Gemeinden der Gemeinde Kefenrod an.[3] Da am 1. August 1972 der Landkreis Büdingen aufgelöst wurde, gehört der Ort seitdem zum Wetteraukreis.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. März 1965 wurde der Gemeinde Hitzkirchen im damaligen Landkreis Büdingen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Blau ein goldenes Hirschhorn und ein silbernes H.[4]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitzkirchen verfügt über ein ausgeprägtes Vereinsleben. Neben dem Gesangsverein Hitzkirchen/Helfersdorf gibt es die Freiwillige Feuerwehr, den SkatvereinSkatfreunde Hitzkirchen, die Faschingsfreunde mit jährlicher Fremdensitzung, den Jugendclub Helfersdorf/ Hitzkirchen, die KSG Hettersroth/ Hitzkirchen, einen Landfrauenverein sowie die Männertanzgruppe.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2000 wurde das Dorfgemeinschaftshaus Holzwichzentrum fertiggestellt. Dort finden etliche öffentliche Veranstaltungen der Vereine statt wie zum Beispiel die jährliche Fremdensitzung der Faschingsfreunde. Außerdem bietet das Holzwichzentrum für die Vereine Probeplätze. Der Kindergarten Zwergenland grenzt unmittelbar an das Dorfgemeinschaftshaus.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Kefenrod, abgerufen im Juli 2016.
  2. Heinrich Reimer, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Teil 4. Nr. 823, S. 218.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 353.
  4. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 24. März 1965 (StAnz. S. 411)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hitzkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien