Hortisol

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Ein Hortisol (zusammengesetzt aus lat. hortus "Garten" und solum "Boden") ist ein seit Jahrhunderten intensiv genutzter Gartenboden. Mit einem mehr als 40 cm mächtigen Ah-Horizont (durch Bearbeitung ein Ap-Horizont) enthält er organische Substanz mit einem Masseanteil von mehr als 4 %.

Der Hortisol entsteht in Folge der regelmäßigen starken Zufuhr organischer Substanz durch die Aufbringung von Humusdünger (darunter Stallmist, Jauche, Fäkalien sowie Müll) und intensive Bodenbearbeitung (z. B. durch spatentiefes Umgraben). Zusätzliche Wasserversorgung durch häufiges Begießen und länger andauernde Beschattung begünstigen nicht nur das Wachstum der Kulturpflanzen, sondern auch ein reges Bodenleben (z. B. von Regenwürmern).

Typische Hortisole sind überwiegend in alten Siedlungen, wie z. B. Klostergärten oder in Gärten innerhalb mittelalterlicher Stadtmauern anzutreffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AD-HOC-Arbeitsgruppe Boden: Bodenkundliche Kartieranleitung, Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten, 5. Aufl., 438 S., 41 Abb., 103 Tab., 31 Listen, Hannover 2005. ISBN 3-510-95920-5