Hymnar

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Hymnar (Pl. Hymnare) oder Hymnarium (Pl. Hymnarien) ist die mittellateinische Bezeichnung für handschriftliche oder gedruckte Sammlungen von Hymnen zur Verwendung in der römischen Liturgie.

Hymnare sind zum Teil als Sonderbücher erhalten, meist jedoch mit einem Offizienbuch verbunden. Doch wird bereits im Mittelalter statt der geschlossenen Sammlung die Einführung der Hymnen in die Tages- und Festoffizien zur Regel. Für den liturgischen Gebrauch einer Einzelkirche bestimmt, geben die Hymnarien aus dem unübersehbaren Reichtum an Texten und Melodien jeweils eine örtliche oder regionale Auswahl, in der sich meist ein gemeinsamer Grundbestand mit weniger verbreiteten oder gar singulären Stücken vermischt. Die seltenen ältesten Handschriften des siebten bis neunten Jahrhunderts weisen nur Texte ohne Melodien auf, so z. B. das irische Hymnar im Antiphonale von Bangor. Lesbare Melodien bietet erst das Hymnar von Moissac mit diastematischen Neumen sowie das von Kempten mit Tonbuchstaben, aber auch sie nicht für alle ihre Texte (nur 29 bzw. 25 Hymnen). Vollständig neumiert ist dagegen das Hymnar von Verona, welches für 207 Texte die Melodien angibt.

Unter den nichtlateinischen Liturgien besitzen vornehmlich der griechische und der armenische Ritus Hymnenbücher, die als Gegenstücke der lateinischen Hymnare gelten können.

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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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