Ich gehöre ihm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
OriginaltitelIch gehöre ihm
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieThomas Durchschlag
DrehbuchAngela Gilges, Ruth Olshan
ProduktionDas Erste
MusikMaciej Śledziecki, Marion Wörle
KameraOlaf Hirschberg
SchnittGuido Krajewski
Besetzung

Ich gehöre ihm ist ein deutscher Fernsehfilm von 2017. Er thematisiert Zwangsprostitution nach der Loverboy-Methode.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 15-jährige Caro lebt mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester in bürgerlichen Verhältnissen in einem Einfamilienhaus. Caro verliebt sich in den 19-jährigen Cem. Dieser fährt einen teuren Sportwagen und macht ihr teure Geschenke. Cem spielt Caro zunächst die große Liebe vor und geht zum Schein eine Beziehung mit ihr ein. Er nennt Caro Prinzessin und äußert Sprüche wie „Deine Augen, der Wahnsinn“ und „Er habe sich verliebt, wie noch nie. Sie sei sein Ein und Alles, mit ihr wolle er sein Leben teilen.“ Er kauft sogar eine Wohnung für sie und ihn.

Direkt nach dem ersten Sex mit Cem vergewaltigen zwei Freunde von Cem Caro. Nach dieser Vergewaltigung beteuert Cem gegenüber Caro, dass dies nie wieder passieren würde.

Cem suggeriert Geldnot. Als „Liebesbeweis“ fordert er von Caro sich zu prostituieren, um Geld heranzuschaffen. Caro geht nun tagsüber zur Schule und nachmittags auf den Strich. Abends ist sie pünktlich zum Abendessen zu Hause. Anfangs bedient sie Freier in einer Wohnung und später steht sie auf dem Straßenstrich. Sie muss machen, was die Freier wollen, egal ob Analverkehr oder gleichzeitig mit zwei Männern. Wenn Caro sich weigert, sorgt Cem mit Schmeicheleien, Erpressung, Drogen und Schlägen dafür, dass Caro weiter anschafft. Dabei kommen von Cem Worte wie „Ich will das eigentlich nicht. Ich liebe dich doch.“

Die Eltern bemerken anfangs nichts. Als sie zufällig Cem kennenlernen, finden sie ihn sogar sympathisch. Caro beginnt sich zu verändern. Sie ändert ihren Kleidungsstil, beginnt zu rauchen und zu trinken. Caro wird zunehmend von Familie und Freunden isoliert.

Auf dem Straßenstrich wird sie zufällig von ihrem Sportlehrer Herr Yildirim erkannt. Dieser spricht Caro auf die Sache an und bietet seine Hilfe an. Caro nimmt dass Hilfsangebot nicht an. Yildirim wird kurz darauf von Cem bedroht und zusammengeschlagen, damit er schweigt. Yildirim wird von Caros Mutter im Krankenhaus versorgt und schweigt über den Grund seiner Verletzung.

Als Caro in der gemeinsamen Wohnung ein anderes Mädchen vorfindet, dem Cem genau dieselben Sprüche erzählt wie „Deine Augen, der Wahnsinn“ usw., ist sie entsetzt. Sie will nur noch weg und macht Cem Vorwürfe. Sie wird nun erneut von Cems Freunden vergewaltigt. Danach wird sie eingeschlossen. Als sie scheinbar nachgibt und bereit ist, wieder auf den Strich zu gehen, kann sie fliehen. Sie kehrt nach Hause zurück. Bei der Polizei zeigt sie Cem aber nicht an. Auch eine Beraterin der Polizei kann Caro nicht umstimmen. Auch ein Polizeibeamter der Dienststelle, der ein Freier war, bedeutet ihr, zu schweigen.

Als Caro zum Training der Basketball-Mannschaft der Schule geht, tuscheln einige Mädchen auffällig. Caro spricht ihre beste Freundin an, ob sie anderen etwas erzählt hat. Die Freundin sagt, dass sie nur einer Freundin was davon erzählte. Caro läuft entsetzt aus der Turnhalle.

Die völlig verzweifelten Eltern möchten ihre Tochter in eine psychiatrische Klinik einweisen, um sie vor Cem zu schützen. Caro aber will nicht weggesperrt werden. Sie flieht heimlich aus ihrem Zimmer und steigt am Ende des Films in Cems Auto ein.

Aufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films fand am 27. Juni 2017 auf dem Filmfest München statt. Am 30. August folgte die Ausstrahlung bei Das Erste in der Reihe FilmMittwoch im Ersten am Themenabend "Skrupellose Loverboys". Anschließend wurde die Dokumentation Verliebt, verführt, verkauft zum Thema ausgestrahlt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Indem die Grausamkeit der Abhängigkeitsspielchen und die Trostlosigkeit der Kinderprostitution im Bild betont und auf jeglichen Lolita-Touch verzichtet wird, gibt Regisseur Durchschlag dem Voyeur(ismus) keine Chance. Gleichzeitig aber kommt die ganze Brutalität zum Ausdruck.“

Rainer Tittelbach: Tittelbach.tv[1]

Die Frankfurter Neue Presse titelte "Ich gehöre ihm": Der beste TV-Film des Jahres!

„Eine Geschichte wie ein Schlag in die Magengrube: Caro verliebt sich in einen Jungen, der sie eiskalt manipuliert und auf den Strich schickt.“

Ulrich Feld: Frankfurter Neue Presse[2]

Auf Quotenmeter.de wurde der Film mit 88 % als super und mit 12 % als schade bewertet.[3]

„Er macht begreifbar, mit welcher Gefahr wir es hier zu tun haben, mit einem sich ausbreitenden, menschenverachtenden, kriminellen Phänomen, dem nur schwer beizukommen ist. Eine erste Voraussetzung ist, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, was „Loverboys“ sind, was sie tun und wie sie es tun. Man sollte „Ich gehöre ihm“ an Schulen zeigen, und die nachfolgende Dokumentation „Verliebt, verführt, verkauft“ von Diana Ahrabian ebenfalls.“

Michael Hanfeld: Frankfurter Allgemeine Zeitung[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mediathek der ARD war der Film nur von 20 bis 6 Uhr zugänglich, weil er nur für über 12-Jährige geeignet sei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ich gehöre ihm bei tittelbach.tv
  2. "Ich gehöre ihm": Der beste TV-Film des Jahres! (Memento des Originals vom 9. September 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fnp.de Frankfurter Neue Presse vom 31. August 2017
  3. «Ich gehöre ihm»bei Quotenmeter
  4. Er hat ihr Leben verkauft Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. August 2017