Ina Deter

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Ina Deter, ca. 1983

Ina Deter (* 14. Januar 1947 in Berlin) ist eine deutsche Musikerin und Liedermacherin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Lied Neue Männer braucht das Land.

Leben[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Mit elf Jahren begann Ina Deter, das Gitarrespielen zu erlernen. Ihre erste Band, Lucky Girls, gründete sie im Alter von 14 Jahren. Mit 22 Jahren ging sie 1969 von West-Berlin nach Köln. Deter ist gelernte Grafikerin und arbeitete in einer Werbeagentur.

1974 veröffentlichte sie ihre erste Single mit dem Song Ich habe abgetrieben. Der Titel ist ein Tondokument des ersten von Deter selbst geschriebenen Liedes, und er ist geprägt von den Frauenbewegungen der 68er-Generation und Deters Engagement in Frauengruppen.

1976 nahm sie an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit dem gleichfalls selbst geschriebenen Titel Wenn du so bist wie dein Lachen teil und erreichte Platz 11. Weil aber der Sieger disqualifiziert wurde (Tony Marshall), erklärte man die zweitplatzierten Les Humphries Singers nachträglich zum Sieger. Ina Deter rutschte also auf Platz 10 nach [1] und erhielt damit ihren ersten Plattenvertrag. 1977 erschien ihre erste LP Ich sollte eigentlich ein Junge werden.

Nach weiteren Veröffentlichungen als Liedermacherin änderte sich Deters Musikstil mit der Ina-Deter-Band in Richtung Rock. In den Jahren 1978 erschien Heute, 1979 Wenn wir unsern Neid besiegen und 1980 Aller Anfang sind wir.

Durchbruch und Pause[Bearbeiten]

1982 gelang ihr der Durchbruch mit dem Titel Neue Männer braucht das Land, der auf der gleichnamigen LP erschien und sie zu einem Star der Neuen Deutschen Welle machte. In Folge bespielte Deter eine Tournee mit 180 Konzerten und erreichte Platz 13 in den Charts.

Es begann eine enge Zusammenarbeit mit dem Musiker und Produzenten Jo Steinebach. 1984 erschien die ebenfalls erfolgreiche LP Mit Leidenschaft, und 1986 folgte Frauen kommen langsam – aber gewaltig. Auf beiden Platten blieb sie ihrem Stil treu, deutsche Texte über Liebe, Partnerschaft und auch soziale Themen im Pop-Rock-Stil zu vertonen.

1987 kam ihr erstes Live-Album heraus und die CD Ich will die Hälfte der Welt, 1990 Soll mich lieben, wer will, 1991 Ich bereue nichts und 1993 VerRückte Zeiten.

Nach VerRückte Zeiten verordnete sich Deter bis 1996 eine Pause, um sich ihren anderen Interessen, vor allem dem Theater, Schreiben und Malen widmen zu können.

Comeback[Bearbeiten]

Ina Deter bei einem Auftritt in Lingen 2001

In den späteren 90ern versuchte Deter ihr Solo-Comeback mit den Alben Mit früher ist heute vorbei (1997) und Hits & Flops (1998). Im Januar 1999 unternahm Deter eine kleine Tour und im Jahr 2000 eine weitere Tournee mit neuer Band. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihre erste CD im 21. Jahrhundert: Spieglein, Spieglein. Im April und Mai 2001 und Herbst/Winter 2002 folgten weitere Touren.

Mit einem abendfüllenden Programm Voilà – Lieder von Édith Piaf in Deutsch feierte Ina Deter im Oktober 2001 im Berliner „Chamäleon“ Premiere; an ihrer Seite Die Compagnons, ein achtköpfiges Orchester. Dieses Projekt Ina Deter & Die Compagnons ist ein Tribut an die legendäre französische Chansonsängerin Édith Piaf.

Nach überstandener schwerer Krankheit (sie litt an Brustkrebs) hat Deter für ihr jüngstes Album Ein Wunder elf ihrer bekanntesten Hits aus der Schaffensperiode von 1976 bis 2007 neu aufgenommen. Dazu kommen drei bisher unveröffentlichte Songs (Lucy, Mutter Unser und Lied an die Engel). Mit einem Auftritt am 23. November 2007 im Kölner „Comedia“ hat sie ihr neues Konzertprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ina Deter hat sich nach dem Tod ihres Lebensgefährten Manni Holländer (* 8. Mai 1952; † 18. April 2011) aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und lebt heute im Ausland.

Diskografie[Bearbeiten]

LPs/CDs[Bearbeiten]

  • 1976 – Ich sollte eigentlich ein Junge werden
  • 1978 – Heute
  • 1979 – Wenn wir unsern Neid besiegen
  • 1981 – Aller Anfang sind wir
  • 1982 – Neue Männer braucht das Land
  • 1984 – Mit Leidenschaft
  • 1986 – Frauen kommen langsam – aber gewaltig
  • 1987 – Das Live-Album
  • 1987 – Ich will die Hälfte der Welt
  • 1990 – Soll mich lieben, wer will
  • 1991 – Ich bereue nichts
  • 1993 – Ver-Rückte Zeiten
  • 1997 – Mit früher ist heute vorbei
  • 1999 – Hits und Flops (Compilation Doppel-CD)
  • 2000 – Spieglein, Spieglein
  • 2003 – Voilà – Lieder von Édith Piaf auf Deutsch
  • 2007 – Ein Wunder

DVD[Bearbeiten]

  • Lieder leben laut & leise, 2 DVDs (rund 250 Min.), 2005

Literatur[Bearbeiten]

Texte von Ina Deter:

Ein Kurzporträt über Ina Deter ist enthalten in

  • Monika Schuck, Bärbel Schäfer: Ich wollte mein Leben zurück. Menschen erzählen von ihren Erfahrungen mit Krebs. Rütten & Loening, Berlin 2006, ISBN 978-3-352-00658-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Anekdote erzählte Ina Deter während ihres Berlin-Konzerts in der WABE am 29. Februar 2008.

Weblinks[Bearbeiten]