Infinus-Skandal

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Die Insolvenz der Infinus AG gehört zu den größten Finanzskandalen Deutschlands.[1] Etwa 22.000 Anleger wurden um rund 312 Millionen Euro betrogen.[2]

Zusammen mit der Future Business KG (FuBus) hatte der 2000 gegründete Finanzdienstleister Infinus AG Genussrechte und Orderschuldverschreibungen im Umfang von über 1 Mrd. Euro über Finanzberater des grauen Kapitalmarkts vertrieben.[3][4] Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden im November 2013 stellten sich diese jedoch als überwiegend wertlos heraus. Zum Vertrieb wurde ein Schneeballsystem eingesetzt, wofür ein komplexes Firmengeflecht zur gezielten Verschleierung der Unternehmenstransaktionen aufgebaut und betrieben wurde.[5] Es wurde gezielt versucht, über die gemeinsame Darstellung mit Personen des öffentlichen Lebens Vertrauen bei den Anlegern in die Firmen Infinus AG[6] und Future Business KG aufzubauen.[7]

Das Vermögen der Gesellschafter wurde aufgrund der laufenden Ermittlungen im November 2013 beschlagnahmt.[8]

Der überwiegende Teil der über 40.000 Geschädigten waren Kleinanleger, die Gesamtsumme der Verluste beläuft sich auf rund 800 Mio. Euro.[3] Am 3. Februar 2014 beantragte der Hauptbeschuldigte Jörg Biehl Privatinsolvenz.[9]

Im Mai 2014 stellte die Infinus AG Insolvenzantrag beim Amtsgericht Dresden.[10] Im September 2014 folgten weitere Durchsuchungen bei der ERGO und Gothaer Versicherungen im Zuge der Ermittlungen.[11]

Im Juli 2015 wurde Anklage gegen die fünf Hauptbeschuldigten, darunter die frühere Geschäftsleitung, wegen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. [12]

Der laufende Strafprozess vor dem Landgericht Dresden gegen die Angeklagten ging im Sommer 2018 ins dritte Jahr und zählt damit zu einem der größten und längsten der deutschen Justizgeschichte.[13] Am 9. Juli 2018 verurteilte die Große Wirtschaftskammer den Gründer des Mutterkonzerns Future Business, Jörg Biehl, und vier frühere Führungskräfte wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in besonders schwerem Fall und Kapitalanlagebetrugs zu Haftstrafen zwischen acht Jahren und fünf Jahren und vier Monaten. Ein weiterer Mitarbeiter erhielt wegen Beihilfe eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronologie des Infinus-Skandals, Sächsische Zeitung
  2. a b Landgericht Dresden: Ex-Infinus-Manager zu Freiheitsstrafen verurteilt, MDR, am 9. Juli 2018.
  3. a b Sendung vom 21. Mai 2014. In: plusminus. 21. Mai 2014. Archiviert vom Original am 23. Mai 2014. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  4. Schadenersatzprozess gegen Infinus-Manager. 15. Dezember 2014. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  5. Foto der Firmenstruktur. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  6. Geld, Gier, Gauner - Der Fall des Finanzdienstleisters Infinus (Doku). In: YouTube. 11. Dezember 2014. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  7. Future Business Grußwort. 7. Juli 2013. Archiviert vom Original am 7. Juli 2013. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  8. Bundesanzeiger der Staatsanwaltschaft Dresden (PDF) 31. Januar 2014. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  9. Infinus: Hauptbeschuldigter meldet Privatinsolvenz an. test.de. 11. Februar 2014. Abgerufen am 21. Januar 2015.
  10. Infius AG. Abgerufen am 9. Januar 2015.
  11. Infinus-Skandal: Razzia bei Ergo und Gothaer wiwo.de , am 12. September 2014
  12. http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/staatsanwaltschaft-dresden-erhebt-anklage-infinus-skandal-kommt-vor-gericht/12030596.html
  13. Neue Zweifel an Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft (StB/RA Fuhrmann) kapital-markt-intern.de , am 6. April 2018