Innerthal

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Innerthal
Wappen von Innerthal
Staat: Schweiz
Kanton: Schwyz (SZ)
Bezirk: March
BFS-Nr.: 1343i1f3f4
Postleitzahl: 8858
Koordinaten: 712335 / 218200Koordinaten: 47° 6′ 19″ N, 8° 55′ 7″ O; CH1903: 712335 / 218200
Höhe: 915 m ü. M.
Fläche: 50,22 km²
Einwohner: 193 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
4,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.innerthal.ch
Innerthal

Innerthal

Karte
Klöntalersee Obersee GL Sihlsee Wägitalersee Ufenau Lützelau Zürichsee Kanton Glarus Kanton St. Gallen Kanton Zürich Bezirk Einsiedeln Bezirk Höfe Bezirk Schwyz Altendorf SZ Galgenen Innerthal Lachen SZ Reichenburg Schübelbach Tuggen Vorderthal Wangen SZKarte von Innerthal
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Innerthal ist eine politische Gemeinde im Bezirk March des Kantons Schwyz in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Wappen von Innerthal wird der Rossalpelispitz sowie der Zindlenspitz dargestellt. Oberhalb der beiden Berge steht die gelbe Sonne auf rotem Grund. Am Fuss der Berge ist der Wägitalersee in blauer Farbe zu sehen; die beiden Berge sind silbern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerthal ist eine Berggemeinde im Wägital. Es liegt in einem Talkessel umgeben von Gross Aubrig, Fluebrig, Mutteristock (zugleich höchster Punkt der Gemeinde mit 2294 m ü. M.) und Brünnelistock, am nordöstlichen Ufer des Wägitalersee. Im Osten ist die Gemeindegrenze zugleich die Schwyzer Kantonsgrenze zum Nachbarkanton Glarus. Im Süden schiebt sich ein Zipfel der Gemeinde noch über die Pragel-Passstrasse. Je rund ein Drittel der Gemeindefläche ist Wald, Landwirtschaftsgebiet oder unproduktive Gebirgslandschaft. Im Gemeindebereich liegt die Zindelenhöhle.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 302
1900 320
1950 210
1970 184
1990 157
2000 176
2010 199

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden wichtigsten Parteien SVP und CVP sind etwa gleich stark mit je gut 40 % Stimmanteilen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Berglandwirtschaft, den Restaurants und der Fischerei bietet nur die Kraftwerkbetreiberin AG Kraftwerk Wägital einige Arbeitsplätze. Die Hälfte der Arbeitnehmer arbeitet ausserhalb der Gemeinde, meist in der March.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerthal 1956, etwa von der alten Brücke über den Flienglibach

Erstmals wird 1397 die Katharina-Kapelle im Wägital urkundlich erwähnt.

1480 erfolgt die Loslösung von Tuggen und das Wägital wird politisch selbstständig. Der Pestausbruch von 1629 fordert mehr als 350 Opfer, über die Hälfte der Talbewohner. Es werden Massengräber angelegt.

Innerthal und Vorderthal trennen sich 1776.

Der Bau der Strasse ins Wägital erfolgt 1860. Zusammen mit der Aufnahme des Betriebes im neuen Kurhotel am See im folgenden Jahr erlebt Innerthal einen Aufschwung. Ab 1894 fährt die eidgenössische Pferdepost ins Wägital und elektrischer Strom wird 1908 angeliefert.

1922 bis 1925 wurde der Wägitalersee mit einer 111 m hohen Mauer aufgestaut. Der Bau dieser Staumauer bedeutete für Innerthal einen Wendepunkt in seiner Geschichte: 1920 lebten hier 369 Einwohner. Weit über 100 Personen mussten die Gemeinde verlassen, und 1930 lebten hier nur noch 223 Personen. Nur bei einigen konnten die Heimwesen auf höhere Lagen verlegt werden. Die alte Dorfkirche wurde vor der Überflutung gesprengt und ein Neubau im neuen Dorfkern errichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Innerthal findet am 2. Sonntag im September eine Sennenchilbi statt. Organisiert wird dieser sehr alte und urtümliche Anlass von der 1598 gegründeten Sennenbruderschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band I: Die Bezirke Einsiedeln, Höfe und March. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 1). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1927.
  • Hans Bernhard: Das Umsiedlungswerk Wäggital. Gutachten. Rascher, Zürich 1921.
  • Lenz Mächler: Das Bad Wäggithal, Zur Geschichte des früheren Badekurortes Innerthal (1862–1924). In: Schwyzer Hefte Nr. 27. Kulturkommission des Kantons Schwyz, Schwyz 1983.
  • Albert Jörger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band 2: Der Bezirk March. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1989 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 82). ISBN 3-909158-22-6. S. 158–179.

In Innerthal spielt der historische Roman des Schweizer Schriftstellers Beat Hüppin. Hüppin erzählt auf der Grundlage von geschichtlichen Quellen und Zeugnissen die fiktive Geschichte der Bauernfamilie Dobler, die wie viele andere auch wegen der Überflutung ihr Heimwesen aufgeben muss.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Innerthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. http://www.sz.ch/documents/Wohnbevoelkerung_2015.pdf
  3. Zytglogge-Verlag