Innovation (Schiff)

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Innovation
Jack-up vessel Innovation.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Errichterschiff
Rufzeichen DHUR2
Heimathafen Bremen
Eigner Innovation Shipping B.V.
Bauwerft Crist-Werft, Gdingen
Baunummer 142/1
Kiellegung 15. November 2010
Stapellauf 25. Juni 2012
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
161,37 m (Lüa)
Breite 42,0 m
Tiefgang max. 7,33 m
Vermessung 22.313 BRZ / 6.694 NRZ
Maschinenanlage
Maschine Dieselelektrischer Antrieb
4 × Elektromotor (VEM Sachsenwerk, Model DKMAB 7127-6U)
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
14.000 kW (19.035 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
12 kn (22 km/h)
Energie-
versorgung
6 × Caterpillar-Dieselmotor (MaK 9M32)
Generator-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
27.000 kW (36.710 PS)
Propeller 4 × Propellergondeln
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 11.166 tdw
Ausstattung
Hubbeine

4

Krankapazität

1.500 t (Liebherr)

Sonstiges
Klassifizierungen

DNV GL

IMO-Nr. 9603453

Die Innovation ist ein Errichterschiff des belgischen Unternehmens GeoSea.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innovation in der Schelde in Antwerpen (2015)

Das Schiff wurde 2010 von Beluga Hochtief Offshore, einem Gemeinschaftsunternehmen der Beluga Group und Hochtief, bei der polnischen Crist-Werft in Gdingen bestellt und dort unter der Baunummer 142/1 gebaut. Die Kiellegung fand am 15. November 2010, der Stapellauf am 25. Juni 2012 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte am 31. Juli 2012. Das Schiff wurde im August 2012 in Dienst gestellt und am 3. September in Bremerhaven getauft. In den Bau wurden rund 200 Millionen Euro investiert.[1]

Konstruiert wurde das Schiff vom Konstruktionsbüro Overdick aus Hamburg[2] in Zusammenarbeit mit Wärtsilä Ship Design.

Nach der Insolvenz der Beluga Group stieg die 100%ige DEME-Tochter GeoSea aus Belgien zum 1. Juni 2011 mit 50-%-Anteil in das Joint Venture mit Hochtief ein. Der Name des Joint Ventures lautet nun HGO InfraSea Solutions.[3]

Das Schiff dient dem Aufbau von Windenergieanlagen in Offshore-Windparks und wurde seit Mitte September 2012 zunächst für den Aufbau des Offshore-Windparks „Global Tech I“ in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone in der Nordsee eingesetzt.[4][5]

Hochtief verkaufte 2015 seine Anteile an der Innovation an den langfristigen Partner, die DEME-Tochter GeoSea.

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antrieb des Schiffes erfolgt dieselelektrisch. Die Stromerzeugung für die vier elektrisch angetriebenen Propellergondeln erfolgt durch sechs Dieselgeneratorsätze mit jeweils 5400 kVA Scheinleistung. Weiterhin wurden ein Hauptgenerator mit 1950 kV sowie ein Notgenerator mit 885 kVA Scheinleistung verbaut. Die Dieselgeneratoren arbeiten auf Mittelspannung von 6600 V und sind in getrennten Räumen aufgestellt. Auch die Mittelspannungs-Schaltanlagen sind aus Redundanzgründen in zwei getrennten Räumen untergebracht.

Die vier mit Kortdüsen ausgestatteten, elektrisch angetriebenen Propellergondeln von Schottel befinden sich im Heck­bereich. Das Schiff erreicht damit eine Geschwindigkeit von 12 Knoten. Im Bug­bereich befinden sich drei Querstrahlsteueranlagen. Damit verfügt das Schiff über ein System zur dynamischen Positionierung.

Die Decksaufbauten befinden sich im vorderen Teil des Schiffes. Oberhalb des Deckshauses ist auf der Backbordseite ein Helideck installiert. An Bord befinden sich Unterkünfte für 100 Personen inklusive der Schiffsbesatzung. Die Kabinen können als Einzel- oder Doppelkabinen genutzt werden.

Hinter dem Deckshaus befindet sich das 3.400 m² große Arbeitsdeck. Das Schiff kann bis zu 8.000 Tonnen zuladen. Es ist mit vier Hubbeinen ausgerüstet, mit denen es in bis zu 50 Meter tiefem Wasser arbeiten kann. Das Schiff kann bei einer Wellenhöhe von bis zu 2 Metern eingesetzt werden.

Der Liebherr-Schwerlastkran[5], der in Nenzing/Österreich konstruiert und in Rostock von Liebherr-MCCtec Rostock gefertigt wurde, befindet sich auf der Steuerbordseite des Schiffes. Er kann bei einer Auslage bis zu 31,5 Metern 1.500 Tonnen heben. Der Ausleger hat eine Länge von 105 Metern, die Hubhöhe über Deck beträgt 120 Meter. Das Eigengewicht des Kranes, der so installiert wurde, dass er sich um 360° um eines der vier Hubbeine des Schiffes drehen kann, beträgt 1500 Tonnen. Der Kran wird elektro-hydraulisch angetrieben. Die Antriebsleistung beträgt 4000 kW.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne-Katrin Wehrmann: Arbeiten an der »Innovation« stehen kurz vor dem Anschluss. In: Hansa, Heft 5/2012, Sonderteil Wind & Maritim, S. 26/27, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  • Ralf Witthohn: Leistungsfähiges Kranhubschiff „Innovation“ nimmt Arbeit auf. In: Schiff & Hafen, Heft 12/2012, S. 56–59, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, ISSN 0938-1643
  • Karl-Heinz Hochhaus: Windanlagen-Errichterschiff »Innovation«. In: Hansa, Heft 12/2012, S. 36–40, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Innovation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tobias Bolsmann: Hochtief baut Spezialschiff für den Bau von Windparks, WAZ-Mediengruppe, 17. November 2011, abgerufen am 21. August 2012
  2. Heavy Lift Jack-Up Vessel „Innovation“, Overdick Offshore Engineers & Naval Architects, abgerufen am 21. August 2012
  3. DEME subsidiary GeoSea takes over 50 percent of BELUGA HOCHTIEF Offshore shares New name is HGO Infra Sea Solutions, Pressemitteilung, HGO InfraSea Solutions, 7. Juni 2011, abgerufen am 21. August 2012
  4. Erster Einsatz für neues Errichterschiff „Innovation“ (Memento vom 16. August 2012 im Internet Archive), THB – Deutsche Schiffahrts-Zeitung, 8. August 2012.
  5. a b Birger Nicolai: Superschiff von Hochtief droht Kostenkollaps, Welt Online, 6. Dezember 2011, abgerufen am 21. August 2012
  6. Liebherr: Mega-Kran für neues Errichterschiff, Nordic Market, 23. Januar 2012, abgerufen am 21. August 2012