Ivan Ivanji

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Ivan Ivanji (um 1958)

Ivan Ivanji (* 24. Januar 1929 in Veliki Bečkerek, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen) ist ein jugoslawischer bzw. serbischer Schriftsteller, Übersetzer, Diplomat und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivan Ivanji wurde als Sohn einer jüdischen Ärztefamilie im serbischen Banat geboren. Im Rahmen der Judenverfolgung wurde Ivanji 1944 in die NS-Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald, sowie in dessen Außenlager Niederorschel und Langenstein-Zwieberge deportiert. Im Nachkriegsjugoslawien studierte er an der Universität Belgrad Architektur und Germanistik. Er war unter anderem Lehrer, Theaterintendant, Dolmetscher für Josip Broz Tito, von 1974 bis 1978 als jugoslawischer Kulturattaché in Bonn tätig und von 1982 bis 1988 Generalsekretär des jugoslawischen Schriftstellerverbandes. Bekannt ist er vor allem als Romanschriftsteller, er schrieb aber auch Beiträge zu politischen Themen für deutsche Zeitungen und Zeitschriften, u. a. für den Spiegel und den Rheinischen Merkur.
Autobiografisch geprägt ist sein Roman Mein schönes Leben in der Hölle. Über seine Zeit als Dolmetscher für den jugoslawischen Staatspräsidenten berichtet er in seinen Erinnerungen mit dem Titel Titos Dolmetscher.

Ivan Ivanji übersetzt eigene Romane sowie die von Danilo Kiš und anderen jugoslawischen Autoren ins Deutsche sowie Werke deutsch- und ungarischsprachiger Autoren ins Serbokroatische. Er lebt in Wien und Belgrad.

Sein Sohn Andrej Ivanji schreibt als Journalist u. a. für die tageszeitung, den Standard und die Vreme.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungsartikel, Essays, Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nemačke teme. 9 eseja. Belgrad 1975 (= Deutsche Themen. 9 Essays)
  • Religionskrieg oder Völkermord. Die Rolle der Kirche im postjugoslawischen Krieg, in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Bd. 40.1993, S. 710-717
  • Die Seelen der Kinder von Auschwitz. KZ-Gedenkstätten in Deutschland, in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Bd. 44.1997, S. 979-982
  • Der Duden aus der Nazizeit und die neue Rechtschreibung. Eine Entdeckung, in: Literatur und Kritik, 1998, Heft 329/330, S. 8-11
  • Indianer in Mazedonien? Mit Karl May in den Schluchten des Balkan, in: Literatur und Kritik, 2001, Heft 359/360, S. 5ff
  • Ungewünscht frei. Serbien ist ein eigener Staat - gegen seinen Willen, in: die tageszeitung, 23. Mai 2006, S. 4 (auch in der Online-Ausgabe)
  • Titos Dolmetscher. Wien 2007, ISBN 978-3-85371-272-6, Serbokroatische Ausgabe: Titov prevodilac, 2005

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Suvremeni pisci Jugoslavije, 1966
  • J. Janićijević, D. Vlatković, Ivanji, Ivan, in: Leksikon pisaca Jugoslavije, Band 2, 1979, S. 492ff
  • Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert, Band 1, 2002 (ISBN 3-598-11545-8)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Berkholz: Rezension von Mein schönes Leben in der Hölle (MP3, 8.2 MB, 8:34 min), SWR2, 4. Mai 2014