Ivo Hauptmann

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Ivo Hauptmann (* 9. Februar 1886 in Erkner bei Berlin; † 28. September 1973 in Hamburg), ältester Sohn von Gerhart Hauptmann, war ein deutscher Maler. Er war Mitbegründer der Künstlergruppen Freie Secession (Berlin 1914)[1] und Hamburgische Sezession (1919).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh bekundete Ivo Hauptmann, dass er Maler werden wolle. 1903 erfolgte eine erste Reise nach Paris und er wurde Schüler der Académie Julian. 1903 und 1904 lernte er in Berlin bei Lovis Corinth und zwischen 1904 und 1909 folgte ein Studium an der Kunstakademie Weimar bei Hans Olde, wo er Edvard Munch und Henry van de Velde kennenlernte. Er war Meisterschüler bei Ludwig von Hofmann.

In den Jahren von 1909 bis 1912 folgte ein zweiter Aufenthalt in Paris und Studien an der Académie Ranson, Freundschaft mit Rainer Maria Rilke, Auguste Rodin und Paul Signac. 1915 wurde er zum Militärdienst eingezogen und kämpfte bis 1918 im Ersten Weltkrieg.

Im Jahre 1925 zog Hauptmann von Dresden nach Hamburg, wo er die Sezession mitbegründete und einen Brotberuf als Kaufmann neben seiner künstlerischen Tätigkeit ausübte. Als die Nazis 1933 den Ausschluss der jüdischen Mitglieder der Sezession forderten, setzte er stattdessen die Selbstauflösung des Vereins durch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er die Hamburgische Sezession erneut, diesmal als ihr Vorsitzender. 1950 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Freien Akademie der Künste Hamburg. In den Jahren 1955 bis 1965 war er Vize-Präsident der Freien Akademie der Künste und Dozent an der Landeskunstschule am Lerchenfeld. Außerdem war er (ebenfalls von 1955 bis 1965) Dozent an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1965 wurde er Ehrenpräsident.

In zweiter Ehe war Ivo Hauptmann mit der Opernsängerin Erna Kruse-Jahn verheiratet, mit der er bereits eine jahrzehntelange Beziehung geführt hatte. Erna Hauptmann sorgte nach dem Tod ihres Mannes durch Ausstellungen für die weitere Anerkennung seiner Kunst und bewirkte die Aufnahme eines seiner Hauptwerke (Bildnis seiner Mutter Marie Hauptmann) in den Pariser Louvre, wo es noch heute ausgestellt ist.

Grabstein von Ivo Hauptmann auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.

Ivo Hauptmann lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1973 in Hamburg-Eppendorf. Er wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In höchster Berliner Eile: Gerhart Hauptmann - Ivo Hauptmann: Briefwechsel, Hg. v. Harriet Hauptmann und Stefan Rohlfs, Berlin 2012, ISBN 978-3-942476-32-4
  • Harriet Hauptmann: Ivo Hauptmann, in: Carl-und-Gerhart-Hauptmann-Jahrbuch, Jg. 5 (2010), S. 195–224.
  • Rainer Herold (Hg.): Ivo Hauptmann – Der Poet der Farbe, Fischerhude 2007
  • Eberhard Hilscher: Ich bin bisher mit Anerkennung nicht überhäuft worden: Gerhart Hauptmann und sein Sohn Ivo, in: Zeitschrift für deutsche Philologie, Jg. 118 (1999), H. 2, S. 286–296.
  • Elisabeth Südkamp: Ivo Hauptmanns frühe und neo-impressionistische Werke 1903–1928, Phil. Diss. Universität Kiel 1994, 2 Bde.
  • Ivo Hauptmann: Bilder und Erinnerungen. Seehafen-Verlag Blumenfeld, Hamburg 1976.
  • Rolf Italiaander (Hg.): Ivo Hauptmann, Hamburg 1957 [enthält eine autobiografische Skizze sowie Briefe an Ivo Hauptmann von Ludwig von Hofmann, Rainer Maria Rilke u. a.].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug aus dem Katalog der ersten Ausstellung der Freien Secession Berlin 1914
  2. Bundespräsidialamt