Jürgen Spohn

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Fassade des Grips-Theaters Berlin, ca. 1974, Mosaik aus bemalten Fliesen. Das Logo des Grips-Theaters – schwarzer Kopf mit Auge in der Kiste – stammt von Jürgen Spohn.

Jürgen Spohn (* 10. Juni 1934 in Leipzig; † 18. Juni 1992 in Berlin) war ein deutscher Grafikdesigner, Illustrator, Fotograf, Plakatkünstler und Kinderbuchautor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Spohn absolvierte von 1952 bis 1955 eine Ausbildung als Lithograf. Von 1956 bis 1961 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Kassel (heute Kunsthochschule Kassel) Grafikdesign, unter anderem bei Hans Leistikow und Hans Hillmann. 1961 zog Spohn nach Berlin und begann seine freiberufliche Tätigkeit als Grafikdesigner und Kinderbuchautor.[1] 1972 wurde Spohn zum Professor an die Hochschule für Bildende Künste Berlin berufen.

Spohns Plakatschaffen ist untrennbar mit der Kasseler Plakatschule verbunden.[2] Seine Plakate enthalten sowohl grafisch abstrakte, illustrative als auch fotografische Motive. Das visuelle Erzählen setzte Spohn ab 1966 in seinen Kinderbüchern um. Der Spielbaum und Eledil und Krokofant erschienen 1966 und 1967, mehr als 20 weitere Bilderbücher sollten folgen.

1981 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis mit der Jury-Begründung „Spohn ist ein Moralist wie Erich Kästner ... Der Leser spürt, dass da nicht ein Besserwisser am Werke ist, sondern jemand, der das Lesen und die Umwelt und die Mitmenschen liebt und gerade deshalb auf bestimmten Ansprüchen bestehen muss.“

Spohn gestaltete 1989 eine Briefmarke für die Tschechoslowakische Post. Ab 1983 veröffentlichte er als Autor und Fotograf mehrere Bücher und Kalender in der Reihe Die bibliophilen Taschenbücher im Dortmunder Harenberg Verlag. 1990 stiftete er den Kinderbuchpreis „Der magische Stift“, der von der Internationalen Jugendbibliothek gefördert wird. Spohn betätigte sich auch als Fotograf.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Spohn ist ein Mann der Meditation, der Didaktik und Ästhetik. Die graphischen Qualitäten seiner Arbeiten erscheinen zwar optisch vordergründig, enthalten aber bei näherer Betrachtung Kritik, Ironie und Brisanz. Diese Wirkungen sind umso nachhaltiger, als Spohn ohne pädagogischen Zeigefinger operiert. Als echter Initiant gibt er dem Betrachter Gelegenheit zum Einlesen in das Thema. Er ist beständig darum bemüht für jede Aufgabe eine unverwechselbare Typologie zu finden, verschlüsselt dabei das weithin abgenutzte Vokabular, modifiziert das Basismodell und gibt damit den Anstoß zu mehr als nur kurzlebiger Beschäftigung mit dem Thema.“[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinderbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fotobücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969: „Goldener Apfel“ als erster deutscher Künstler auf der Biennale für Illustrationen in Bratislava.
  • 1971: Silbermedaille auf der Internationalen Buchkunstausstellung in Leipzig.
  • 1981: Deutscher Jugendliteraturpreis für das beste Kinderbuch Drunter und drüber.
  • 1986: Bologna Ragazzi Award als lobende Erwähnung für Das Schnepfen-Köfferchen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Hillmann, Gunter Rambow: Ein Plakat ist eine Fläche, die ins Auge springt. Plakate der Kasseler Schule. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1979.
  • Thiele, Jens (Hg.): Jürgen Spohn. Drunter & Drüber. Illustrationen, Holzschnitte, Plakate. Katalog zur Ausstellung in Oldenburg 1994. Bibliotheks- und Informationssystem der Univ. Oldenburg 2004, ISBN 3-8142-0475-1.
  • Jens Müller (Hrsg.): West-Berlin Grafik-Design. Gestaltung hinter dem Eisernen Vorhang. Band 9 der Buchreihe A5, Optik Books, Düsseldorf 2019, ISBN 978-3-00-063546-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Müller (Hrsg.): West-Berlin Grafik-Design. Optik Books, Düsseldorf 2019, S. 151.
  2. Hans Hillmann, Gunter Rambow (Hrsg.): Ein Plakat ist eine Fläche, die ins Auge springt. Plakate der Kasseler Schule. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1979, S. 232 – 252.
  3. Günter Gerhard Lange: West-Berlin Grafik-Design. Hrsg.: Jens Müller. Optik Books, Düsseldorf 2019, S. 45.