Jürgen Wilke (Medienwissenschaftler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jürgen Wilke (* 19. Dezember 1943 in Goldap, Ostpreußen) ist ein deutscher Kommunikations- und Medienwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Wilke studierte in Mainz und Münster Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte. 1971 wurde er promoviert und begann seine journalistische Tätigkeit. 1983 schloss er seine Habilitation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ab. Von 1984 bis 1988 war er Professor (Lehrstuhl Journalistik I) an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit 1988 ist er Professor für Publizistik am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dazu kommen Gastprofessuren an der University of Washington in Seattle (USA), der Lomonossow-Universität Moskau (Russland) und der Universität der italienischen Schweiz in Lugano (Schweiz). 2004 wird er zum „Professor honoris causa“ an der Fakultät für Journalistik der Lomonossow-Universität Moskau ernannt. 2005 folgt die Wahl zum Korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Wilke war Schüler von Elisabeth Noelle-Neumann und gilt als Vorreiter einer historischen Kommunikationsforschung, die auch quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung nutzt. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Medien- und Kommunikationsgeschichte, Propaganda und Medienlenkung, Nachrichtenagenturen, internationale Kommunikation, Wahlkampfberichterstattung. Er ist Mitherausgeber beziehungsweise Autor mehrerer Standardwerke zur Publizistik/Kommunikationswissenschaft und Mediengeschichte, Area Editor für die Media Systems Section der 2008 erschienenen International Encyclopedia of Communication.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mediengattungen. In: Europäische Geschichte Online. Hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz). 2011 (Zugriff am 4. November 2011).
  • mit M. Welke: 400 Jahre Zeitung. Die Entwicklung der Tagespresse im internationalen Vergleich. Bremen 2008.
  • Über den Tag hinaus. Journalisten als Buchautoren. In: Communicatio Socialis. Heft 2/2008, S. 171–191, ISSN 0010-3497.
  • Presseanweisungen im zwanzigsten Jahrhundert. Erster Weltkrieg – Drittes Reich – DDR. Köln u. a. 2007.
  • mit A. Cohen, T. Zemach-Marom, B. Schenk: The Holocaust and the Press. Nazi War Crime Trials in Germany and Israel. Cresskill 2002.
  • Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. Von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Köln u. a. 2000.
  • mit C. Reinemann: Kanzlerkandidaten in der Wahlkampfberichterstattung. Eine vergleichende Studie zu den Bundestagswahlen 1949-1998. Köln u. a. 2000.
  • Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 1999, ISBN 3-412-14898-9.
  • mit Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz (Hrsg.): Fischer Lexikon: Publizistik Massenkommunikation. Fischer, Frankfurt am Main 1989, 1994. 5. Auflage 2009, ISBN 978-3-596-18192-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]