Jagdfarm

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Namibia dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.
Auf einer Jagdfarm durch eine Jägerin erlegte Elenantilope
Unterkunft auf einer Jagdfarm in Namibia
Zerlegen eines geschossenen Zebras auf einer Jagdfarm in Namibia

Eine Jagdfarm ist eine auf den Jagdtourismus spezialisiert Einrichtung. Sie bieten Trophäenjagd als auch andere Jagd aus anderen Gründen gepaart mit einem Gästebetrieb an. Jagdfarmen finden sich vor allem in Nordamerika und dem südlichen Afrika. Jagdfarmen ermöglichen Jägern, zumeist Trophäenjägern, das Jagen auf einem viele Quadratkilometer großen privaten Grundstück oder dienen als Basis für Jagdausflüge. In Namibia werden teilweise Jagdfarmen mit Gästefarmen bzw. einer Lodge parallel auf dem gleichen Farmland betrieben.

Jagdfarmen in Namibia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Gäste- und Jagdfarmen in Namibia geht auf den Anfang der 1960er Jahre zurück. Aufgrund einer Viehseuche konnten die Farmer ihr Vieh nicht mehr verkaufen und sahen sich nach neuen Einnahmequellen um. Ein Ansatzpunkt war Urlaub auf dem Bauernhof, also die Beherbergung von Touristen. Da Fernreisen damals noch selten waren, gehörten Großwildjäger zu der damals sehr kleinen Zielgruppe. 1973/74 wurde von der Regierung eine Registrierungspflicht für Beherbergungsbetriebe erlassen.[1]

Für die Trophäenjagd wurde eine gesonderte Verordnung vom 18. April 1974 erlassen.[2] Danach sind Jagdfarmen zu einer zusätzlichen Registrierung, neben der beim Namibia Tourism Board, beim Ministerium für Umwelt und Tourismus verpflichtet. Jagdfarmen dürfen seither nur maximal zwei Jäger mit Familien oder vier einzelne Jäger gleichzeitig beherbergen. Nichtjagende Gäste dürfen nur als Begleitung aufgenommen werden. 1988 waren über 200 Jagdfarmen registriert. Es bestand aber eine Dunkelziffer an nicht registrierten Farmen. Ende August 1995 wurden über 500 Jagdfarmen gezählt. Geographisch finden sich die Jagdfarmen vor allem in den Regionen Otjozondjupa, Khomas, Erongo und Omaheke.

Sowohl bei Jagdfarmen als auch bei Safaris begleiten typischerweise ausgebildete Jagdführer, auf englisch Professional hunters genannt, oder der Farmer selbst die Jagd. Die Trophäenjagd stellt in der Regel das Haupteinkommen der Jagdfarmen dar. Jagdfarmen können aber auch gleichzeitig Rinder- oder Schaffarmen sein. Neben der eigentlichen Jagd werden – wie auf anderen Gästefarmen – weitere Freizeitangebote in meist geringerem Umfang angeboten. Dazu können unter anderem Pferdeausritte, Sundownerfahrten oder das Ansitzen an einem Wasserlochzählen. Den Jägern, die ohne eigene Waffe anreisen, stehen auf den meisten Jagdfarmen Leihwaffen zur Verfügung. Auf vielen Jagdfarmen wird auch die Bogenjagd[3] durchgeführt.

Das Fleisch wird auf der Jagdfarm zerlegt und für den Konsum auf der Farm oder für den Verkauf auf dem Markt zubereitet. Gegessen wird das Fleisch der erlegten Tiere, oft als Braai. Die Trophäen und Felle der geschossenen Tiere werden auf der Jagdfarm zum Transport zur Taxidermie vorbereitet.

Das nachhaltige Jagen ist ein wichtiger Punkt, den die Jagdfarmen mit Abschussverboten in einer gewissen Zeit unterstreichen. Die Jagdsaison beginnt für Trophäenjäger am 1. Februar und endet am 30. November.[4]

Viele Jagdfarmen präsentieren ihr Dienstleistungsangebot an Jagd-Messen, so unter anderen an der internationalen, jährlich in Dortmund stattfindenden Messe Jagd & Hund. Im Jahr 2019 hatten zum Beispiel 38 Jagdfarmen aus Namibia an der Messe einen Messestand betrieben.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Lamping: Tourismusstrukturen in Namibia : Gästefarmen, Jagdfarmen, Lodges, Rastlager, Frankfurter wirtschafts- und sozialgeographische Schriften, Sektion Überseeische Strukturforschung, 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jagdfarmen in Namibia – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnungen vom 18. April 1974; Official gazette of SWA, Nr. 3391
  2. Gouvernment notice, Regulations relating to hunting of trophies
  3. NAPHA: Bogenjagd Aufgerufen am 9. Februar 2019
  4. NAPHA: Nachhaltig jagen. Aufgerufen am 10. Februar 2019
  5. Ausstellerverzeichnis der Jagd & Hund Aufgerufen am 11. Februar 2019