Jan Nowak-Jeziorański

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Jeziorański, 1936

Jan Nowak-Jeziorański (eigentlich Zdzisław Antoni Jeziorański; * 3. Oktober 1914 in Berlin; † 20. Januar 2005 in Warschau) war ein polnischer Journalist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn von Wacław Adam Jeziorański (1869–1918)[1] und Elżbieta Piotrowska (1880–1975).[2] Zu seinen Vorfahren gehören Jan Aleksander Jeziorański [Johann Alexander] (* 1796–1862), einem Gutsbesitzer im Kreis Płock (aus einem nicht-adeligen Zweig des Geschlechtes), und ab 1829 verheiratet mit Teresa, geb. Wołowska.[3] Zdzisław Jeziorański studierte Wirtschaftswissenschaften an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen und war anschließend Assistent an dieser Universität.

Jan Nowak-Jeziorański spricht in Radio Freies Europa, 3. Mai 1952

Nach Kriegsbeginn arbeitete Jeziorański 1940 im besetzten Polen unter den Decknamen Jan Nowak, Jan Kwiatkowski bzw. Adalbert Kozlowski in der Abteilung für psychologische Kriegsführung der polnischen Untergrundarmee und als Oberleutnant der Fallschirmjäger Cichociemni. Unter anderem nahm er an der Operation „N“ teil, bei der anti-hitlerisches Propagandamaterial in deutscher Sprache unter Deutschen verteilt wurde. In der Heimatarmee lernte er seine spätere Frau kennen, die Verbindungsoffizierin Jadwiga Wolska „Greta“ († 1999). Jeziorański unternahm fünf Reisen auf der Route Warschau – London als Kurier für den Oberbefehlshaber der Heimatarmee und als geheimer Verbindungsoffizier zur Exilregierung in London.[4]

Ab 1948 war Nowak in London Mitarbeiter bei Radio BBC. Zwischen dem 1952 und 1975 leitete Nowak die polnische Abteilung von Radio Freies Europa in München. Danach leitete er den Kongress des Amerikanischen Auslandspolentums.

Nach 58 Jahren der Emigration kehrte Jan Nowak-Jeziorański am 21. Juli 2002 nach Polen zurück und wohnte wieder in Warschau.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue von Jan Nowak-Jeziorański im Marschall-Rydz-Park, Warschau
Bildhauer: Wojciech Gryniewicz

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurier aus Warschau. 1978.
  • Der Kampf im Äther. 1985.
  • Polen aus der Ferne. 1988.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrzej Świdlicki: Pięknoduchy, radiowcy, szpiedzy. Radio Wolnej Europy dla zaawansowanych. 2 Bände. [„Wunderschöne Bastarde, Radios, Spione. Radio Free Europe für Fortgeschrittene.“] W-wo Lena, Warschau 2019, ISBN 978-83-64195-46-4, Inhaltsverzeichnis.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jan Nowak-Jeziorański – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wacław Adam Jeziorański. In: MyHeritage.de, aufgerufen am 9. März 2022.
  2. Elżbieta Aniela Jeziorańska (geb. Piotrowska), 1880 – 1975. In: myheritage.de, aufgerufen am 9. März 2022.
  3. Jan Aleksander Jeziorański, 1796 – 1862. In: myheritage.de, aufgerufen am 9. März 2022.
  4. Nachruf: Polska/świat: Zmarł Jan Nowak-Jeziorański. (Memento vom 18. März 2009 im Internet Archive). In: polonia.pap.net.pl, 21. Januar 2005, (polnisch).
  5. Ralf Schenk: Der Kurier – Sein Leben für die Freiheit. In: filmdienst, 2019.
  6. Der Kurier – Sein Leben für die Freiheit in der Internet Movie Database (englisch).