Jan van Aken (Politiker)

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Jan van Aken (2013)
Jan van Aken im Gespräch mit Milcah Lalam, der Leiterin der sudanesischen NGO RECONCILE Friedensinstitut (2010)

Jan Paul van Aken (* 1. Mai 1961 in Reinbek) ist ein deutscher Aktivist für Greenpeace und Politiker (Die Linke). Er ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Unterausschusses für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung im Deutschen Bundestag. Van Aken zog 2009 über die Hamburger Landesliste seiner Partei in den 17. Deutschen Bundestag ein. Von 2012 bis 2014 war er stellvertretender Parteivorsitzender der Partei Die Linke[1]. Er war einer der acht Spitzenkandidaten seiner Partei für die Bundestagswahl 2013 und wurde durch diese in den 18. Deutschen Bundestag gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1980 begann van Aken Biologie an der Universität Hamburg zu studieren. Gleichzeitig engagierte er sich ab dem Jahr 1980 in der Anti-Atomkraft-Bewegung. Nach Abschluss als Diplom-Biologe (1989) und seiner Promotion (1993) war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg. 1997 wurde er Experte für Gentechnik bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace International und blieb es bis 2009. Parallel dazu arbeitete er von 2004 bis 2006 als Biowaffeninspekteur für die Vereinten Nationen. Sein langjähriges Engagement gegen biologische Kampfmittel hatte ihn bereits 1999 veranlasst, zu deren Ächtung die Organisation Sunshine Project ins Leben zu rufen, der 2003 die Gründung eines Forschungsinstituts mit ähnlicher Zielrichtung folgte. Nach seiner Rückkehr nach Hamburg im Anschluss an seine Tätigkeit für die UN trat er der seinerzeit neugegründeten Partei Die Linke bei und wurde nur zwei Jahre später deren Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2009 in Hamburg.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2009 bis 2011 war Jan van Aken stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion Die Linke und ist seit 2012 deren außenpolitischer Sprecher. Er ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses[2] des Bundestages.

Im Juni 2016 gab van Aken bekannt, nicht mehr bei der Bundestagswahl 2017 kandidieren zu wollen.[3][4]

Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. November 2012 hob der Bundestag aufgrund einer Vorlage des Immunitätsausschusses die Immunität von Jan van Aken und drei weiteren Abgeordneten der Linken auf. Sie hatten sich 2010 beim Castor-Transport in Niedersachsen an einem Aufruf zum Schottern – also zum strafbaren Entfernen von Steinen unter Bahngleisen – beteiligt. Im April 2013 wurde er deshalb vom Amtsgericht Lüneburg wie auch Sevim Dağdelen, Inge Höger und Christel Wegner wegen einer Öffentlichen Aufforderung zu Straftaten zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 150 Euro verurteilt.[5][6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan van Aken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stellvertretender Vorsitzender der Partei DIE LINKE (Memento vom 29. April 2014 im Internet Archive)
  2. Mitglieder im Auswärtigen Ausschuss – 18. Bundestag Bundestag online, abgerufen am 21. September 2014
  3. Van Aken kandidiert nicht mehr für Bundestag. In: ndr.de. 11. Juni 2016, abgerufen am 11. Juni 2016 (HTTPS).
  4. Jan van Aken: "Einige hassen mich richtig". In: Die Welt. 21. Juni 2016, abgerufen am 25. Juni 2016 (HTTPS).
  5. Anti-Atom-Protest: Linken-Politikerinnen wegen Aufruf zum „Schottern“ verurteilt
  6. Hamburger Abendblatt: Lüneburger Gericht verurteilt Bundestagsmitglied Jan van Aken. Abgerufen am 10. April 2013.
  7. taz: Verurteilt wegen „Schotter“-Aufrufs. Abgerufen am 10. April 2013.