Janata Dal (United)

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Parteifahne von Janata Dal United

Die Janata Dal (United) (Hindi जनता दल (यूनाइटेड)), abgekürzt JD(U) ist eine indische Partei. Sie ist vorwiegend in den Bundesstaaten Bihar und Jharkhand präsent. Sie hat ihren Sitz in Patna. Vorsitzender ist Sharad Yadav.

Die Partei entstand als eine der sogenannten Janata parivar parties im Jahr 1999 durch Spaltung der Janata Dal. Eine Janata Dal-Fraktion wollte bei der anstehenden Parlamentswahl die Bharatiya Janata Party (BJP) unter Premierminister Atal Bihari Vajpayee unterstützen. Eine andere Fraktion lehnte das hindu-nationalistische Gedankengut der BJP ab und wollte eine strikte Äquidistanz zwischen BJP und der Kongresspartei einhalten. Aus der ersten Fraktion entstand die Janata Dal (United), aus der zweiten ging die Janata Dal (Secular) hervor.

Am 30. Oktober 2003 fusionierte die Samata Party mit der JD(U), wobei der Parteiname der letzteren beibehalten wurde. Ram Sundar Das und George Fernandes sind bedeutende Gründungsmitglieder. Hauptkonkurrent der JD(U) ist die Rashtriya Janata Dal in Bihar.

Janata Dal (United) gehörte bis 2013 der National Democratic Alliance an, trat dann jedoch aus der Allianz aus, nachdem Narendra Modi Spitzenkandidat der BJP für die Parlamentswahl 2014 geworden war. Bei den Parlamentswahlen 2014 errang die Partei nur 2 Mandate.

Am 4. April 2015 gaben mehrere Janata Dal-Nachfolgeparteien bekannt, dass sie sich zu einer einzigen Partei „Janata Parivar“ vereinigen wollten.[1] Die sechs Parteien waren neben der Janata Dal(United) die Samajwadi Party, Janata Dal (Secular), Rashtriya Janata Dal, Indian National Lok Dal und Samajwadi Janata Party. Die Vereinigung erfolgte am 15. April 2015. Allerdings spaltete sich die Samajwadi Party wieder ab und die Fusion wurde rückgängig gemacht. Eine Besprechung über die Wiederherstellung der Janata Parivar brachte keine Ergebnisse.[2]

Bei den Wahlen im Bundesstaat Bihar zwischen dem 12. Oktober und dem 5. November 2015 gelang dem Kandidaten der Janata Dal(United) und seit dem 22. Februar 2015 wieder amtierenden Ministerpräsidenten Nitish Kumar die Wiederwahl zum Ministerpräsidenten im Bündnis mit der Kongresspartei und der Rashtriya Janata Dal (RJD). [3][4] Sie erreichte 18,4 % der Stimmen und 71 Mandate gegenüber 22,6 % der Stimmen und 115 Mandaten bei den Wahlen 2010. Die gebildete „grand alliance“ (Mahagathbandhan) der drei Parteien zerbrach allerdings Ende Juli 2017. Danach ging die JD(U) eine Koalition mit der BJP sowie der kleineren Lok Janshakti Party ein. Nitish Kumar blieb weiter Chief Minister.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Srinand Jha: Six parties unite to form Janata Parivar; Mulayam is the new party chief. Hindustan Times, 16. April 2015, abgerufen am 18. Mai 2015 (englisch).
  2. http://www.thehindu.com/specials/timelines/the-janata-experiment/article10160260.ece
  3. http://www.kas.de/wf/doc/kas_49639-544-1-30.pdf?170721090101
  4. http://www.kas.de/wf/de/33.43303/
  5. 14 are from CM Nitish Kumar’s party, 12 from the BJP and one from National Democratic Alliance partner LJP. 30. Juli 2017, abgerufen am 18. September 2017 (englisch).