Jean-Louis Chautemps

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Jean-Louis Chautemps (* 6. August 1931 in Paris) ist ein französischer Jazzmusiker (auch Komponist) und -autor. Neben Saxophon (Tenor, Bariton, Alt, Sopran) spielt er auch Flöte, Klavier, Bassklarinette und Kontrabass.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chautemps studierte zunächst Medizin, dann Jura. Er war Mitglied in der Band von Jef Gilson (1950), Claude Bolling (1952 bis 1954), Jacques Hélian (1956/7) und Jay Cameron. 1955/56 begleitete er Chet Baker auf seiner Europa-Tournee. 1956 trat er mit Vera Auer beim Deutschen Jazzfestival auf. Er spielte auch mit Jazzmusikern wie Lester Young, Django Reinhardt, Sidney Bechet, Roy Eldridge, Lucky Thompson und Kenny Clarke. In den späten 1950er Jahren war er einige Jahre im Orchester Kurt Edelhagen (Aufnahmen 1959) als Solist und Arrangeur beschäftigt. In den 1960er Jahren spielte er u.a. im Orchester von Jef Gilson, mit Nathan Davis und André Hodeir und leitete eigene Gruppen (Album Oeil Vision mit Jef Gilson, Jean-Luc Ponty 1963). Er versuchte sich im Free Jazz[1] und in den 1980er Jahren mit elektronischer Musik im eigenen Quartett (u.a. mit Jannick Top), bei Bernard Lubat (1976 bis 1980) und in dem Saxophon Quartett „Le Quatuor de Saxophones“ mit Jacques Di Donato, François Jeanneau, Philippe Mate („Double Messieurs“ 1980, „Mad Sax 2“ 1982). Unter François Jeanneau spielte er im Orchestre National de Jazz. Weiter spielte er u.a. mit Martial Solal (auf „Chautemps“ 1988, „Solal et son orchestre jouent Hodeir“ 1984), Kenny Wheeler, Daniel Humair, André Ceccarelli, René Urtreger („Darn That Dream“ 2006 mit Riccardo Del Fra, „Un direct d´Antibes“ 1980), Jacques Vidal, Lee Konitz (1980), John Lewis (1970), Lester Bowie (1974), Aldo Romano und French Connection (Berliner Jazzfest 1980), Woody Shaw. 2008 spielte er für ARTE mehrere Versionen eines Kompositionsfragments von Wolfgang Amadeus Mozart.

Daneben schrieb er für „Cahiers du Jazz“, deren Chefredakteur er zeitweise war. 1987 veröffentlichte er ein Buch über das Saxophonspiel „Le Saxophone“ (Éditions Lattes).

1965 erhielt er den Prix Django Reinhardt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunzler Jazzlexikon 2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philippe Carles, Jean-Louis Comolli Free Jazz, Black Power, Frankfurt am Main 1974: „Seit 1965 nimmt er immer wieder an Free Jazz Konzerten in Paris teil... und beweist, dass er die wichtigsten Charakteristika der Musik von Ayler und Shepp perfekt assimiliert hat.“