Jo Swinson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jo Swinson
Bei einer Rede in Bournemouth 2008

Joanne Kate „Jo“ Swinson CBE (* 5. Februar 1980 in Glasgow) ist eine schottische Politikerin der Liberal Democrats.[1][2] Sie war von Juli bis Dezember 2019 Parteichefin der Liberal Democrats.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swinson wuchs in der Region East Dunbartonshire in einer Glasgower Mittelschichtfamilie auf. Sie besuchte die Douglas Academy in Milngavie in Schottland sowie die London School of Economics, an der sie Management studierte. Später arbeitete sie in der Marketing- und Kommunikationsbranche im Norden Englands.[4] Swinson ist seit 2011 mit ihrem Parteikollegen Duncan Hames verheiratet.[5] 2013 bekam das Paar sein erstes Kind, einen Sohn.[6] 2018 kam ein weiteres Kind zur Welt.[7]

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 17 Jahren trat Swinson den Liberal Democrats bei. Von 1998 bis 1999 fungierte sie als Sekretärin der Jugendorganisation der Liberal Democrats.[1] Bei den Unterhauswahlen 2001 trat sie zum ersten Mal zu Wahlen auf nationaler Ebene an. Sie bewarb sich um den Unterhaussitz Kingston upon Hull East, den sie als Zweitplatzierte jedoch deutlich gegen den Labour-Kandidaten John Prescott verpasste.[8] Auch um ein Mandat im schottischen Parlament bewarb sich Swinson bei den schottischen Parlamentswahlen 2003. In ihrem Wahlkreis Strathkelvin and Bearsden erhielt sie nur den dritthöchsten Stimmenanteil.[9]

Zu den Unterhauswahlen 2005 bewarb sie sich um den Unterhaussitz ihres Heimatwahlkreises East Dunbartonshire, der im Zuge der Wahlkreisrevision zu diesen Wahlen wiedereingeführt wurde. Mit 41,8 % gewann Swinson den Sitz und zog in der Folge erstmals in das britische Unterhaus ein.[10] Während der ersten vier Jahre ihrer Amtszeit war sie das jüngste Parlamentsmitglied und das erste, das bereits in den 1980er Jahren geboren war.[11] Im Parlament fungierte Swinson bis 2006 als Parteisprecherin für Kultur, Medien und Sport sowie als Whip. Im Schattenkabinett der Liberaldemokraten war sie zeitweilig als Schottlandministerin vorgesehen. 2007 sorgte sie mit einem Gesetzesentwurf, der den Verpackungsmüll deutlich reduzieren sollte, für Aufsehen.[12] 2007 war sie zunächst Juniorministerin für Frauen und Gleichheit und dann für eine solche Position im Außenministerium vorgesehen.[1]

Bei den Unterhauswahlen 2010 verteidigte Swinson ihren Unterhaussitz.[13] Bis 2012 bekleidete sie zunächst eine Position als Parliamentary Private Secretary unter dem Wirtschaftsminister Vince Cable. Danach wechselte sie kurz auf eine solche Position unter dem stellvertretenden Premierminister Nick Clegg. Swinson stieg dann auf und wurde als Parliamentary Under-Secretary of State im Wirtschaftsministerium sowie im Kulturministerium für Frauen und Gleichheit eingesetzt.[1] Infolge massiver Stimmgewinne der SNP bei den Unterhauswahlen 2015 verlor sie ihren Unterhaussitz, den der SNP-Kandidat John Nicolson gewinnen konnte.[14] Bei den vorgezogenen Unterhauswahlen 2017 konnte sie den Sitz von East Dunbartonshire jedoch zurückgewinnen.[15]

Als der bisherige Parteichef der Liberal Democrats Vince Cable im Mai 2019 seinen Rücktritt ankündigte, bewarb sie sich um dessen Posten. Gegen den einzigen Gegenkandidaten Ed Davey setzte sie sich bei einer Mitgliederbefragung mit 47.997 zu 28.021 Stimmen durch. Als Vorsitzende wollte sie vor allem gegen den Brexit vorgehen; gleichzeitig sah sie sich vor der Aufgabe, die Partei bei den hohen Umfragewerten zu halten.[3]

Vor der Unterhauswahl 2019 positionierte Swinson die Liberaldemokraten als die Remain-Partei. So versprach Swinson, im Falle eines Wahlsiegs den Brexit auch ohne ein zweites Referendum zu stoppen. Die Partei kam insgesamt auf nur 11 Sitze, Swinson verlor ihren Wahlkreis East Dunbartonshire an die SNP-Kandidatin Amy Callaghan. Anschließend erklärte sie ihren Rücktritt als Parteichefin.[16] Die Führung der Liberal Democrats übernahmen vorläufig Vizechef Ed Davey und Parteipräsidentin Sal Brinton gemeinsam.[17]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d http://news.bbc.co.uk/democracylive/hi/representatives/profiles/31661.stm (Memento vom 23. März 2013 im Internet Archive)
  2. Biographische Informationen (Memento des Originals vom 19. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.joswinson.org.uk
  3. a b 39-jährige Schottin: Britische Anti-Brexit-Partei LibDem kürt Jo Swinson zur neuen Parteichefin. Abgerufen am 22. Juli 2019.
  4. Gegen Boris und gegen den Brexit faz.net vom 9. September 2019
  5. The Sun: Hames Who? Who is Jo Swinson’s husband Duncan Hames?, 5. November 2019.
  6. Herald Scotland: Scots MP Jo Swinson gives birth to baby boy, 24. Dezember 2013.
  7. Guardian: Commons leader says sorry to Jo Swinson for pairing pact 'error', 28. Juli 2018.
  8. Ergebnisse der Unterhauswahlen 2001
  9. Informationen des Schottischen Parlaments
  10. Ergebnisse der Unterhauswahlen 2005 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
  11. New Statesman: 20 under 40: Jo Swinson, 22. September 2011.
  12. offizielle LibDems Seite. 31. Mai 2019, abgerufen am 22. Juli 2019 (englisch).
  13. Ergebnisse der Unterhauswahlen 2010 (Memento des Originals vom 2. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.politicsresources.net
  14. Ergebnisse der Unterhauswahlen 2015
  15. Ergebnisse der Unterhauswahl 2017. (bbc.com [abgerufen am 22. Juli 2019]).
  16. Emilio Casalicchio: Jo Swinson steps down as UK Lib Dem leader. In: Politico. 13. Dezember 2019, abgerufen am 13. Dezember 2019 (englisch).
  17. Chefin der Liberalen verliert Sitz im Unterhaus und tritt zurück. Spiegel Online, 13. Dezember 2019, abgerufen am selben Tage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jo Swinson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien