Joachim Helfer

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Joachim Helfer (2007)

Joachim Helfer (* 26. August 1964 in Bonn) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Helfer wuchs im hessischen Schwalbach auf. Er legte 1984 die Reifeprüfung ab und studierte anschließend Anglistik in Hamburg. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa, Afrika und die Vereinigten Staaten ließ er sich 1990 als Schriftsteller, Publizist und Übersetzer aus dem Englischen in Hamburg nieder. Seit 2001 lebt er in Berlin. Er war bis zu dessen Tod im Oktober 2014 verpartnert mit dem Kunsthändler Ralph Nash (Rolf Nachschön)[1] und hat zwei Töchter (* 2005 und 2008) mit der Journalistin Hannah Wettig.

Joachim Helfer ist Verfasser von Prosawerken, die den Typus des Bildungs- und Entwicklungsromans in moderner Form fortführen. Sein epischer, sprachlich und gedanklich aufgeladener Erzählstil schafft dichte Atmosphäre und eindringliche psychologische Figurenschilderung. Das starke Interesse an Sprache und künstlerischer Form spiegelt sich auch in den Themen seiner Werke. Andere Themenschwerpunkte sind Homosexualität und Erziehung.

Besondere Aufmerksamkeit in der deutschen Presse erhielt Die Verschwulung der Welt (2006), ein Gemeinschaftswerk mit dem libanesischen Autor Raschid ad-Daʿif, in dem die beiden einen emotional aufgeladenen Dialog über Homosexualität, Männer- und Frauenbilder führen.

Neben Prosa hat Helfer zahlreiche Aufsätze, Essays und Artikel zu verschiedenen politischen und geistesgeschichtlichen Themen veröffentlicht, unter anderem als langjähriger Autor der Netzeitung, in der Süddeutschen Zeitung, Die Welt, dem Rheinischen Merkur, Valerio (Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung), Merkur, Neue Rundschau u. a.

Joachim Helfer – dem auch Fritz J. Raddatz bei seinem Debüt als Roman-Autor große Anerkennung zollte und mit ihm befreundet war[2] – erhielt u. a. 1992 und 1999 den Hamburger Literaturförderpreis, 1998 den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI, 1999 ein Aufenthaltsstipendium der Villa Aurora in Los Angeles sowie 2000 den Irmgard-Heilmann-Preis.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durchgefressen und Durchgehauen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller zum 150 Geburtstag der SPD. Göttingen: Steidl Verlag, 2013. ISBN 978-3-86930-611-7 (Zusammen mit Klaus Wettig)

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz J. Raddatz: Tagebücher 2002-2012.
  2. Netzeitung 2005.