Joachim Rückert

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Joachim Rückert (* 16. August 1945 in Pöttmes) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Er lehrte und forschte als Professor für Privatrecht, Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückert wuchs in München und Hannover auf und studierte Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie in Berlin, Tübingen und München sowie Verwaltungswissenschaften an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer.

Nach Promotion und Habilitation in München war Rückert Heisenberg-Stipendiat und ab 1984 an der Universität Hannover ordentlicher Professor für Zivilrecht und Rechtsgeschichte. Von 1993 bis 1998 hatte er einen Stiftungslehrstuhl (Volkswagen) für Juristische Zeitgeschichte und Zivilrecht in Frankfurt am Main inne. Von 1998 bis 2010 war er dort Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Zivilrecht und Rechtsphilosophie. 2014 verlieh ihm die estnische Nationaluniversität Tartu (ehemals Dorpat) den Ehrendoktor.[2] 2015 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften gewählt.

Rückerts wissenschaftliche Interessen liegen besonders auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts und ihren Bezügen zur Philosophie und Ökonomie, insbesondere der Geschichte und Sozialgeschichte normativer Grundbegriffe wie „Frei“, „Sozial“, „Arbeit“, sowie im Schuldrecht und in Methodenlehre und Rechtsphilosophie. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (seit 2001)[3] und mit Mathias Schmoeckel und Reinhard Zimmermann seit 2003 des Historisch-kritischen Kommentars zum Bürgerlichen Gesetzbuch.[4]

Zu Rückerts akademischen Schülern zählen Sibylle Hofer (Bern), Peter Oestmann, Frank L. Schäfer und Thorsten Keiser (Gießen). Er betreute zahlreiche Drittmittelprojekte und über 50 durchwegs renommiert gedruckte Promotionen.[5]

Rückert ist Mitglied des Beirats der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens (DGEPD), seit 1993 des Leitungsgremiums des Graduiertenkollegs Rechtsgeschichte und dann der „International Max Planck Research School“ (2000–2014), seit 1999 des „Arbeitskreis für moderne Sozialgeschichte e.V.“, 2000 der „Frankfurter Wissenschaftliche Gesellschaft“, 2001–2016 Vorsitzender der Frankfurter Juristische Gesellschaft,[6] davor 1989–1994 der Juristischen Studiengesellschaft in Hannover, seit 2005 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Fritz Bauer-Instituts zur Erforschung der Geschichte des Holocaust/Frankfurt am Main.[7]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abschiede vom Unrecht. Zur Rechtsgeschichte nach 1945, Mohr Siebeck, Tübingen 2015.
  • Dienst- und Arbeitsvertrag, in Historisch-kritischer Kommentar zum BGB, Bd. 3, Mohr, Tübingen 2013, S. 700-1231.
  • Ausgewählte Aufsätze. In zwei Bänden, Keip, Stockstadt 2012.
  • Savigny-Studien, Klostermann, Frankfurt am Main 2011.
  • "Frei und sozial" als Rechtsprinzip, Nomos, Baden-Baden 2006.
  • Autonomie des Rechts in rechtshistorischer Perspektive, Juristische Studiengesellschaft, Hannover 1988.
  • Idealismus, Jurisprudenz und Politik bei Friedrich Carl von Savigny, Gremer, Ebelsbach 1984 (München, Univ., Habil.-Schr., 1982).
  • August Ludwig Reyschers Leben und Rechtstheorie. 1802–1880, Schweitzer, Berlin 1974 (München, Univ., Jurist. Fak., Diss. 1972).
  • Über 200 Aufsätze und etliche Herausgeberschaften.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzinformation zu Joachim Rückert. Abgerufen am 21. April 2017.
  2. Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Tartu an Joachim Rückert. Abgerufen am 21. April 2017.
  3. Herausgeber der Savigny-Zeitschrift. Abgerufen am 21. April 2017.
  4. Herausgeber Historisch-kritischer Kommentar zum BGB. Abgerufen am 21. April 2017.
  5. Dissertations- und Habilitationsverzeichnis. Abgerufen am 21. April 2017.
  6. Der Vorstand der Frankfurter Jursitischen Gesellschaft. Abgerufen am 21. April 2017.
  7. Wissenschaftlicher Beirat des Fritz Bauer Instituts. Abgerufen am 21. April 2017.
  8. Prof. Dr. Joachim Rückert: Schriftenverzeichnis. Abgerufen am 21. April 2017.