Jocs Florals

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Els Jocs Florals (katalanisch für die Blumenspiele, okzitanisch: Jòcs Florals auch Jòcs Floraus) waren ein mittelalterlicher Dichterwettstreit am katalanisch-aragonesischen Hof und am okzitanischen Hof in Toulouse. Im romantischen Katalonien wurde ab 1859 dieser Wettstreit wiederbelebt. Dem dritten Sieger wurde im romantisch-katalanischen Wettbewerb ein silbernes Veilchen überreicht, dem Zweiten eine goldene Rose. Der Gewinner jedoch erhielt eine echte Rose, die verblühte, während sein Gedicht ewig fortlebte.

Die ursprünglichen Jocs Florals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mittelalterliche Dichterwettstreit scheint vom Fest für die Göttin Flora im antiken Rom, das jeweils Ende April gefeiert wurde, inspiriert zu sein. 1323 wurde in Toulouse das Sobregaya Companhia dels Set Trobadors (Freudevolle Versammlung der sieben Troubadoure), ein Dichterwettbewerb, ins Leben gerufen, um die Troubadour-Lyrik und die Poetik in okzitanischer Sprache wiederzubeleben. Der erste Wettbewerb fand im Mai 1324 statt. Mit dem goldenen Veilchen wurde Arnaud Vidal de Castelnaudari ausgezeichnet. Im 15. Jahrhundert wurden diese festartigen Dichterwettbewerbe am Hof in Toulouse immer seltener gefeiert, wohl ein letztes Mal im Jahr 1484. Die Normen für den Wettbewerb hinsichtlich der Grammatik und der Poetik wurden von dem Toulouser Juristen Guilhelm Molinièr verfasst. Diese sind uns in drei Fassungen erhalten. 1.) Las leis d'amors (1328–1337, in Prosa-Form), 2.) Las flors del gay saber (1337–1343, in kompakter Versform) und 3.) in einer weiteren Prosaform (1355–1356). Im Rahmen dieser Dichterspiele entstanden ungefähr 100 Gedichte meistens mit religiöser Thematik, die thematisch weit entfernt von der Minnedichtung der Troubadoure lagen.[1]

Erste Verbindungen aus Katalonien mit dem Stadtrat von Toulouse ergaben sich über Joan de Castellnou aus dem Roussillon, der mit Alfons III. und dessen Bruder Peter (Père) enge Verbindungen hatte. Aus diesen Beziehungen ergaben sich zahlreiche katalanische Beteiligungen an dem okzitanischen Dichterwettbewerb: Joan Blanc, Jaume Rovira, Bernat de Palaol, Llorenç Mallol, scheinbar auch Joan Basset, Gabriel Ferrús, Lluís Icart und Guillem de Masdovelles. Ein erster katalanischer Dichterwettbewerb, von dem wir nicht genau wissen, ob er wirklich der erste war, wahrscheinlich auf königliche Initiative hin, wurde 1338 in Lleida gefeiert. Jaume Marc und Lluís d'Averço erhielten von Johann I. am 20. Februar 1393 das Recht, die Spiele (Gaia Ciència) in Barcelona zu organisieren. Sie organisierten zwei dieser Wettbewerbe 1394 und 1395, die die Stadt Barcelona bezahlte. Martin I. von Aragon setzte die Gaia Ciència, die Dichterspiele, ab dem 1. Mai 1398 wieder ein und verlieh ihnen königliche Autorität. Ferdinand I. von Aragon bestätigte das Konstrukt von 1398, dass das Rathaus von Barcelona die Organisatoren der Spiele zu benennen hatte. Von diesen Barceloneser Jocs Florals sind nur wenige Werke erhalten. Mit Sicherheit nahmen an diesen Wettbewerben Gilabert de Pròixida und Guillem de Masdovelles teil, mit großer Wahrscheinlichkeit auch Andreu Febrer. Andere genannte Namen können nicht ohne weiteres bestätigt werden. Ohne die Jocs Florals von Tolosa herabsetzen zu wollen, boten die Jocs Florals von Barcelona klarer die Möglichkeit, die Troubadourdichtung des 14. und des beginnenden 15. Jahrhunderts zu verbreiten. Im 15. Jahrhundert wurden dann diese Wettbewerbe eingestellt. Erst ab 1859 wurden die Jocs Florals de Barcelona und ab 1879 die Jocs Floral de Lo Rat Penat (Valencia) und später ab 1924 die Jocs Florals im Roussillon, die Companyia Literària de la Ginestra d'Or, etabliert.[1]

Die romantischen Jocs Florals von Barcelona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1859 wurden diese Spiele auf Initiative von Antoni de Bofarull und Víctor Balaguer wieder aufgenommen, um die in den Jahrhunderten kastilischer Vorherrschaft verlorene katalanische Identität zu suchen. Das Ziel war die Renaixença, die Wiedergeburt katalanischer Kultur. In der Folge dichteten und rezitierten die romantischen Autoren verstärkt in katalanischer Sprache.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Enciclopèdia.cat: Jocs florals. Abgerufen am 7. April 2018 (katalanisch).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enciclopèdia Catalana: Jocs Florals de Barcelona. In: Gran enciclopèdia catalana. 2. Auflage 5. Nachdruck 1992. Band 13. Enciclopèdia catalana, Barcelona 1987, ISBN 84-7739-008-8, S. 257 f. (katalanisch).
  • Enciclopèdia Catalana: Jocs Florals de Lo Rat Penat (Valencia). In: Gran enciclopèdia catalana. 2. Auflage 5. Nachdruck 1992. Band 13. Enciclopèdia catalana, Barcelona 1987, ISBN 84-7739-008-8, S. 258 (katalanisch).
  • Neu-Altenheimer, Irmela: Die „Blumenspiele“ von Barcelona im 19. Jahrhundert. In: Polyglotte Romania. Homenatge a Tilbert Dídac Stegmann. Hrsg. von Brigitte Schlieben-Lange und Axel Schönberger. Bd. 1: Beiträge zu Sprache, Literatur und Kultur Kataloniens sowie zur Geschichte der deutschsprachigen Katalanistik. Domus Editoria Europaea, Frankfurt am Main, 1991, S. 39–50. ISBN 3-927884-16-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]