Johann Leonhard Frisch

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Johann Leonhard Frisch (* 19. März 1666 in Sulzbach; † 21. März 1743 in Berlin) war ein deutscher Lehrer, Sprach- und Naturforscher, Entomologe sowie ein bekannter Berliner Kupferstecher.

Leben[Bearbeiten]

Er war der Vater des Kupferstechers Johann Helfrich Frisch (1707–1758) und Großvater des Berliner Hofmalers Johann Christoph Frisch (1738-1815).

Sein Vater war Jurist und Verwaltungsbeamter in Nürnberg, seine Mutter die Tochter eines Straßburger Goldschmieds. Er ging auf die Lorenzer Schule in Nürnberg und lernte dort auch früh Griechisch. Als sein Vater nach Schnabelwied versetzt worden war, wurde er von Privatlehrern unterrichtet und ab 1680 war er wieder in Nürnberg auf dem Gymnasium. Ab 1683 studierte er in Altdorf bei Nürnberg, ab 1686 in Jena und ab 1688 in Straßburg. Sein Studium finanzierte er sich teilweise selbst, zum Beispiel durch Deutschunterricht für Franzosen in Straßburg. Er reiste durch Frankreich und die Schweiz und bestand danach das Kandidaten-Examen in Theologie in Nürnberg. Ab 1691 reiste er wieder durch Europa (Wien, Ungarn - wobei er als Vertreter eines Predigers in Neusohl in Konflikte geriet und die Flucht antreten musste, Teilnahme an den Türkenkriegen auf kaiserlicher Seite als Dolmetscher, Venedig). 1693 war er wieder in Nürnberg, wandte sich der Landwirtschaft zu und wurde Gutsverwalter in Arnstein und Blankenburg im Harz. Auf Vermittlung der Stiftspröpstin in Quedlinburg wurde er Privatlehrer bei einem Adligen. Ab 1698 ging er wieder auf Reisen (Mainz, Köln, Niederlande, Hamburg, Berlin). In Berlin blieb er auf Zureden des Diakons Astmann an der Nikolaikirche und war zunächst Hauslehrer und auf Vermittlung von Philipp Jacob Spener ab 1698 Lehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster. Am Grauen Kloster war er zunächst Subrektor, ab 1708 Konrektor und ab 1727 Rektor. 1699 heiratete er in Berlin Sophie Elisabeth Drumann aus Blankenburg.

Frisch war ab 1706 auf Initiative von Gottfried Wilhelm Leibniz Mitglied der Königlich Preußischen Sozietät der Wissenschaften in Berlin[1] und war in der Anfangszeit der Akademie eines ihrer prägenden Mitglieder. Naturhistorische Illustrationen bildeten einen wichtigen Teil seiner Arbeit, auch außerhalb der Akademie. So fertigte er in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ganze Serien zoologischer Zeichnungen, vor allem von Vögeln und Fischen, besonders von deren Schnäbeln und Gebissen. Diese Zeichnungen wurden jeweils mit einem Aufsatz erläutert. Berühmt wurde er durch die Arbeit an zwei umfangreichen zoologische Kupfertafelwerken zu den Insekten und Vögeln Deutschlands, die allerdings seine beiden Söhne Philipp Jacob (1702–1753) und Johann Helfrich fortsetzen mussten. Erst sein Enkel Johann Christoph konnte endlich das Vogelwerk vollenden.[2] Im Jahr 1725 wurde Frisch zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Er schrieb auch über Maulbeerbäume und Seidenproduktion und erstellte deutsch-lateinische und deutsch-französische Wörterbücher.

Er war an der frühen Produktion von Berliner Blau beteiligt und in einem seiner Briefe an Gottfried Wilhelm Leibniz von 1708 ist es zuerst erwähnt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Johann Leonhard Frisch – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitglieder der Vorgängerakademien. Johann Leonhard Frisch. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 25. März 2015.
  2. Kärin Nickelsen: „On employera les meilleurs Graveurs pour les Figures“. Zeichner und Stecher der Berliner Akademie der Wissenschaften 1700–1806 (PDF; 212 kB)