Johann Rudolf Burckhardt

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Johann Rudolf Burckhardt, porträtiert von Anton Graff um 1795. Das Porträt befindet sich in Burckhardts einstigem Stadtpalais in Basel, dem Haus zum Kirschgarten.

Johann Rudolf Burckhardt (* 12. März 1750 in Basel; † 19. Juli 1813 in Baden AG) war ein Seidenbandfabrikant, Politiker und Freund der Schönen Künste. Er gehörte dem Basler Patriziat an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Rudolf Burckhardt wurde als Sohn des Basler Seidenbandfabrikanten Gedeon Burckhardt geboren. Mit 18 Jahren heiratete er Anna Maria de Bary, die Tochter des Bürgermeisters Johannes de Bary. Nach der Scheidung war er ab 1781 in zweiter Ehe mit Sarah Rohner, der Tochter des Spitaloberschreibers, verheiratet.

Aufstieg, Verurteilung und Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner Seidenbandfabrik und einer Speditionsfirma wurde Burckhardt zu einem der vermögendsten und einflussreichsten Basler seiner Zeit. Dies erlaubte es ihm, vor 1777 den Bau seines Stadtpalais, das Haus zum Kirschgarten, in Auftrag zu geben. Burckhardt machte Karriere in Wirtschaft, Politik und Militär. Er hatte Einsitz im Grossen Rat von Basel und wurde 1771 Direktor der einflussreichen Kaufmannschaft der Stadt. Er kämpfte in schwedischen und britischen Diensten. Burckhardt war ein Verfechter des Ancien Régime und lehnte die seit 1789 von Frankreich ausgehenden neuen politischen Ideen ab. Damit stand er in Opposition zu Peter Ochs, der ein Vertreter der Aufklärung war. Seiner konservativen Gesinnung entsprechend, kämpfte er an der Seite Österreichs gegen das Französische Revolutionsheer. Deshalb wurde Burckhardt verdächtigt, als Jägerhauptmann 1796 den österreichischen Truppen beim Angriff auf die Festung Hüningen geholfen zu haben. Burckhardt wurde der Prozess gemacht. Nach Verbüssung der Haft, zog er sich 1798 freiwillig ins Exil zurück. Die meiste Zeit verbrachte er auf seinem Landsitz Ernthalde in Gelterkinden. In die Stadt Basel kehrte er nie wieder zurück. Er verstarb 1813 während eines Kuraufenthalts in Baden. Sein Sohn war der als »Scheik Ibrahim« bekanntgewordene Forscher Johann Ludwig Burckhardt.

Kunstsammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kunstinteressierte Burckhardt verfügte über eine bedeutende Kunstsammlung. Er stand mit einigen der bekanntesten Künstler und Literaten seiner Zeit in Kontakt. Darunter Johann Wolfgang von Goethe, Johann Joachim Winckelmann, Salomon Gessner, Johann Caspar Lavater, Johann Heinrich Pestalozzi und Alexander Trippel. Durch Vermittlung von Alexander Trippel erwarb Burckhardt um 1780 die Sammlung von Gipsabgüssen aus dem Nachlass von Anton Raphael Mengs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ch. Eggenberger: Johann Rudolf Burckhardt (1750–1813) und Johann Ludwig Burckhardt (1784–1817) alias Scheich Ibrahim, 1996.
  • U. Barth: Johann Rudolf Burckhardt (1750–1813), Handelsherr, Bauherr des Kirschgartens, 1995.
  • Burkard von Roda, Benno Schubiger, Lukas Hartmann u. a.: Das Haus Zum Kirschgarten und die Anfänge des Klassizismus in Basel, „Sehnsucht Antike“, Historisches Museum Basel. Begleitpublikation zur Ausstellung 1995/96.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]