Gelterkinden

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Gelterkinden
Wappen von Gelterkinden
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Sissach
BFS-Nr.: 2846i1f3f4
Postleitzahl: 4460
UN/LOCODE: CH GKR
Koordinaten: 631513 / 257187Koordinaten: 47° 27′ 53″ N, 7° 51′ 24″ O; CH1903: 631513 / 257187
Höhe: 404 m ü. M.
Fläche: 9,79 km²
Einwohner: 6013 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 614 Einw. pro km²
Website: www.gelterkinden.ch
Dorfplatz Gelterkinden

Dorfplatz Gelterkinden

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Gelterkinden (Schweizerdeutsch: Gältrchinde, [ˈgæltəˌχɪndə]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Sissach des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelterkinden liegt auf 404 m ü. M. im Oberbaselbiet im Ergolztal und ist zwischen stark bewaldeten Hügeln eingebettet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Bodenfunden war das Gebiet von Gelterkinden von der jüngeren Steinzeit bis ins Mittelalter kontinuierlich bewohnt. Seit dem späten Frühmittelalter erhob sich über dem Dorf eine dem Apostel Petrus geweihte Kirche. Am Fuss des Kirchhügels befand sich der Hennenbühlhof, welcher den Grafen von Frohburg gehörte und an die Herren von Gelterkinden verliehen wurde. Später fiel er an die Grafen von Thierstein, die ihn 1399 mit dem Kirchensatz dem Deutschordenshaus in Beuggen verkauften. Weitere Güter in Gelterkinden besassen auch das Kloster St. Alban, das Stift St. Leonhard, das Domkapitel und verschiedene weltliche Herren. Im Jahre 1461 erwarb die Stadt Basel mit der Herrschaft Farnsburg auch Gelterkinden. Die Farnsburg, von wo aus Basler Landvögte mehr als 300 Jahre lang das Amt regierten, wurde 1798 von Revolutionären in Brand gesteckt. Bei den Kantonstrennungswirren 1832/33 hielt Gelterkinden treu zur Stadt und forderte zu seinem Schutz Basler Truppen an. Darauf stürmten Landschäftler die Gemeinde (Gelterkindersturm vom April 1832) und verjagten die Basler. So kam Gelterkinden doch noch zum neu gegründeten Kanton Basel-Landschaft. 1864 verzeichnete Gelterkinden 290 Posamenterstühle und zwei Seidenbandfabriken. Da die Hauensteinlinie der Centralbahn Gelterkinden links liegen liess, verkehrte von 1891 bis 1916 zwischen Sissach und dem Ort die Trambahn Sissach-Gelterkinden-Bahn (S.G.B.). Die Eröffnung der Hauenstein-Basislinie im Jahre 1916 brachte dann dem Dorf weiteren Aufschwung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist senkrecht dreigeteilt in den Farben Blau, Weiss (Silber) und Rot. Dies ist das Wappen des froburgischen Ministralgeschlechts der Herren von Gelterich. (Um 1103 dann Gelterchingen oder Gelterchingin)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalpolitik kennt die beiden Gruppierungen Bürgerlicher Zusammenschluss Gelterkinden (BZG) und SP Gelterkinden. Neben Mitgliedern dieser Gruppierungen kämpfen oft auch parteilose Kandidaten um Ämter auf Gemeindeebene.

Der BZG ist ein Zusammenschluss bürgerlich gesinnter Einwohner. Viele Mitglieder gehören entweder der FDP Gelterkinden oder der SVP Gelterkinden und Umgebung an.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gelterkinden sind diverse Sportvereine ansässig, darunter auch der FC Gelterkinden, welcher in der 2. Liga regional spielt.

Zu den grössten Erfolgen in der Sportgeschichte Gelterkindens hat wohl die Gymnastikgruppe des TV Gelterkindens beigetragen, welche sich in der Disziplin Gymnastik Grossfeld mehrfacher Schweizer Meister nennen darf. Letztmals holte sich die Gruppe unter der Leitung von Franco Polsini den Titel im September 2014 an den Schweizermeisterschaften im Vereinsturnen in Lyss.

Ins Leben gerufen wurde die Gruppe durch Kurt "Kuri" Wirz ca. im Jahre 1983. Er prägte die Entwicklung vom Turnen stark als "Körperschule" hin zu Choreographien mit Witz und eigenem Stil und leitete die Gruppe während gut 20 Jahren.

Nach wie vor ein grosser Verein ist die Schützengesellschaft, welche sich aus den Sektionen Pistole auf 50 Meter und Gewehr auf 300 Meter zusammensetzt. Der Verein wurde 1836 gegründet.

Ebenfalls bekannt ist der Volleyballclub Gelterkinden, welcher über mehrere Jahre Nationalliga A spielte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Gelterkinden relativ geringen Bestand an industriellen und gewerblichen Arbeitsplätzen hat, gehen viele Einwohner auswärts arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liniennetz zu Bahn und Bus in der Umgebung von Gelterkinden

Die Lage an der Hauensteinstrecke sichert gute Verbindungen in den Kantonshauptort Liestal sowie nach Basel und Olten (Interregio und S3). Die Gemeinde ist auch Ausgangspunkt der Postautolinien nach Rheinfelden, Wegenstetten, Oltingen und Zeglingen sowie der Buslinie nach Sissach. Der Autobahnanschluss Sissach an die A2 befindet sich durch den Chienbergtunnel A22 in 5 km Distanz.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelterkinden wurde im Titel 'Düsseldorf' der amerikanischen Songwriterin Regina Spektor erwähnt. Der Text enthält die Zeilen: 'In Gelterkinden I forgot to frown / then remembered again' sowie 'In Gelterkinden I remembered how to laugh / and I never ever forgot it again'. Der Song erschien als B-Seite der Single-CD 'On the Radio' sowie in Europa als vierter Titel auf der Bonus-CD zum Album 'Begin to Hope'.

Des Weiteren wird Gelterkinden im Lied 'Hans Zbinde' auf dem Album 'Roots 44' der Schweizer Rap-Gruppe TAFS erwähnt. Das Lied erzählt eine kurze Geschichte aus dem Leben des 'Hans Zbinde us Gälterchinde'.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band III: Der Bezirk Sissach. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 77). ISBN 3-7643-1796-5. S. 49–79.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gelterkinden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Hans-Rudolf Heyer: Kirche Gelterkinden BL. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 115). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1991.