Johannes Finke

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Johannes Finke (* 17. November 1974 in Marbach am Neckar) ist ein deutscher Autor, Verleger und Musiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Finke gründet 1996, während seines Studiums in Freiburg, den Lautsprecherverlag. 1999 erschienen dort die von Finke mitherausgebrachte Dokumentation zu Christoph Schlingensiefs Kunstpartei CHANCE 2000, sowie Finkes bisher erfolgreichstes Buch, der Gedichtband Sex mit Monika Kruse oder Stell’ Dir vor es ist Pop und keiner geht hin!, über den der musikexpress schrieb: "Wenn Stuckrad-Barre Pop ist, dann ist Finke Hardcore". Es folgen drei Lesetouren mit Jan Off und Philipp Schiemann und über 150 Lesungen im gesamten deutschsprachigen Raum. 2001 bricht Finke sein Studium ab und zieht zurück in seine Heimat Stuttgart. Der Lautsprecherverlag bezieht neue Räumlichkeiten in der Gutenbergstraße im Stuttgart Westen.

In den kommenden Jahren verlegt Finke Autor_innen wie Ruby Sircar, Jan Off, Stefan Kalbers, Jeff Tweedy und Thomas Venker. Er schreibt für Magazine wie Intro, Spex, Amica und Vanity Fair, das deutsche Intro für das Projekt Battleship Potemkin der Pet Shop Boys und das Theaterstück Agenten & Akteure 1 mit Robert Stadlober und Stefan Konarske in den Hauptrollen. Nachdem einer der Schauspieler kurz vor der Premiere im Bonner Pantheon einen Nervenzusammenbruch erleidet und die bereits beworbene Theatertournee abgesagt wird, zieht Finke 2005 von Stuttgart nach Berlin. 2006 erscheint beim Berliner Label Pavlek Records sein Debut-Album "nichts wird sich immer alles nicht ändern". Im selben Jahr liquidiert Finke den mittlerweile in der Stuttgarter Kulturdirektion ansässigen Lautsprecherverlag. 2008 wird er Chefredakteur des deutschen Face Magazins und von 2009 bis 2012 Mitherausgeber und Chefredakteur des Blank Magazins.

2012 heiratet Finke die Feministin und Journalistin Teresa Bücker. 2014 wird die Ehe geschieden. Zusammen mit dem Regisseur Specter schreibt er 2017 das Drehbuch zu Antimarteria und führt Regie beim Musikvideo Tier der Berliner Band Gewalt. Zusammen mit Anna Müller, der jüngsten Tochter des Dramatikers Heiner Müller, gründet er im selben Jahr den Herzstückverlag. 2019 führt er wiederholt Regie bei einem Musikvideo der Band Gewalt ("Deutsch"). Im Februar 2020 erscheint die eigene neue Single "Hallo Berlin", im September das neue Buch "Die Geschichte von Axel und Rap".

Finke lebt in Berlin und ist Mitbetreiber der 2011 eröffneten Bravo Bar in der Berliner Torstraße.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trichtermaschine, Neuweiler 1997
  • Blindflug-verliebt, Agenbach 1998
  • Sex mit Monika Kruse oder Stell' Dir vor es ist Pop und keiner geht hin!, Agenbach 1999
  • Chance 2000. Die Dokumentation von Johannes Finke und Matthias Wulff, Agenbach 1999
  • Hardcore-Engel und andere Gedichte, Braunschweig 2001
  • Der Lautsprecher, Band 5/1: Lyrikland, Agenbach 2003
  • Ego Themenpark, Stuttgart 2004
  • Es muss Liebe sein, zusammen mit Julia Schramm, Berlin, 2018
  • Die Geschichte von Axel und Rap, zusammen mit Axel Roschlock, Berlin, 2020

Buchbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • German Fashion Design 1946 - 2012, Distanz Verlag 2011
  • Rollen, Hannibal Verlag 2004
  • Die neuen Heiligen – neue Reportagen aus dem Medienhimmel, Alibri Verlag 2000
  • Berlin bei Nacht, Suhrkamp, 2013
  • Easy Does it, Easy Does It, Berlin, 2015
  • Nutzloses Gesindel – Geschichten aus dem King Size, Berlin, 2017
  • Proust ist mein Leben, doch es langweilt mich sehr: Ursache und Wirkung, Stuttgart, 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]