Johannes Lippmann

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Johannes Christoph Daniel Lippmann (* 14. Januar 1858 in Offenbach am Main; † 8. Februar 1935 in Darmstadt) war ein deutscher Maler und Lithograf.

Selbstbildnis

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lippmann war der Sohn des Damenschneiders in Offenbach am Main Christian Lippmann (1828–1877) und dessen Ehefrau Marie geborene Knorr (1826–1875).

Seine Lehrjahre als Lithograf, seinem späteren Brotberuf, verbrachte er an den Technischen Lehranstalten (heute Hochschule für Gestaltung Offenbach), im Atelier von Ferdinand Karl Klimsch und am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main. Studien in Zeichnung und Entwürfen betrieb er in Dresden und München bei Paul Schulze-Naumburg.

1880–1908 war er Künstlerischer Leiter der lithografischen Kunstanstalt und Druckerei Friedrich Schoembs in Offenbach und auch deren Teilhaber. 1882 heiratete er Frieda Schoembs, mit der er zwei Söhne hatte; der ältere, Karl Friedrich Lippmann (1883–1957), wurde als Landschafts-, Figuren- und Blumenmaler bekannt.

Grab von Lippmann auf dem Alten Friedhof in Offenbach

1908 übersiedelte er nach Lichtenberg in ein eigenes Haus und lebte dort als freischaffender Künstler. Hatte er sich als Landschaftsmaler bereits einen Namen gemacht, so rückte nun der Mensch, insbesondere der arbeitende Mensch, und das Porträtieren in den Mittelpunkt seiner Malerei. 1928 veranstaltete zu seinem 70. Geburtstag der Kunstverein Darmstadt eine umfassende Kollektivausstellung. Er ist auf dem Alten Friedhof in Offenbach begraben.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Lippmann malte hauptsächlich Ölbilder, hielt er vor allem Odenwälder Menschen und Landschaften fest, so dass er mit dem Titel „Maler des Odenwaldes und seiner Menschen“ belehnt wurde. 1933 wurde zu seinem 75. Geburtstag eine große Ausstellung in der Darmstädter Kunsthalle präsentiert. Er liegt auf dem Alten Friedhof in Offenbach begraben.

Lippmann unterwarf sich nicht modernen Strömungen und problematisierte nicht in seinem Werk, sondern verwirklichte einen schlichten, von intensiver Wahrnehmung in der Natur zeugenden Realismus. Sein Werk ist in diesem Sinne nicht aufregend, vielleicht deswegen gewissermaßen zeitlos.

Johannes Lippmann war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[1]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedächtnisausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1935 in Darmstadt (April) und Offenbach am Main
  • 1958 in der Offenbacher "Loge Carl und Charlotte zur Treue" und im Museum Schloss Lichtenberg
  • 1973 im Museum Schloss Lichtenberg
  • 1985 zum 50. Todestag ebenfalls im Museum Schloss Lichtenberg; dort sind Werke von ihm auch in einer Dauerausstellung im Kaisersaal zu sehen.
  • 2004 Der Maler und Zeichner Johannes Lippmann – Neuerwerbungen, Museum Schloss Lichtenberg
  • 2005 im Freilichtmuseum Hessenpark Neu-Anspach
  • 2008 im Museum Schloss Lichtenberg

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An der Töpferscheibe, Öl auf Leinwand, 1904
  • Zwei Gartenarbeiter, 1905
  • Bauer auf dem Feld, Öl, 1906
  • Bildnis einer Bäuerin, Pastell, 1920
  • Gefallenen-Ehrenmal in der evangelisch-lutherischen Kirche Niedernhausen, 1925 (1959 bei Umgestaltung Entfernung der Bildtafeln „Frau und Kind“ und „Soldat“, 2005 Wiederaufhängung)
  • Mutter mit Kind, Öl auf Leinwand
  • Mohn- und Malvenstrauß, Aquarell
  • Böschung nitt Sommerblumen (Blühende Böschung), Öl auf Karton
  • Das vollbrachte Tagwerk, Öl auf Karton
  • Pflügender Bauer, Öl auf Leinwand
  • Kartoffelernte
  • Wirt in der Apfelweinwirtschaft mit Gast, Öl auf Leinwand
  • Nach der Kornernte, Öl auf Leinwand
  • Sechs Arbeiter in einer Schmiede[2]

Das Museum Schloss Lichtenberg besitzt 86 Werke von Lippmann (Stand: 2008).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Greiner: (Johannes Lippmann), in: Die Kunst unserer Heimat 6 (1912), Nr. 2
  • Otto Stückrath (Hrsg.): Hessen-Heimat. Sonnenwend-Gruß hessischer Künstler und Dichter. Marburg: Elwert um 1915, 88 S. (mit vielen Illustrationen, u. a. von Johannes Lippmann)
  • Unter der Dorflinde im Odenwald 14 (1928), Heft 8
  • Volk und Scholle 6 (1928), S. 324–327, 13 (1935), S. 118–121
  • Wilhelm Glässing: Johannes Lippmann, der Maler des Odenwaldes. In: Westermanns Monatshefte 174 (1929/30), S. 357–64
  • Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 23. Band, Leipzig o. J., S. 275
  • Margarete Dierks: Ein Maler des Odenwaldes. Gedenken an Prof. Johannes Lippmann zum 100. Geburtstag. In: Der Odenwald 4 (1957), S. 119 ff.
  • Margarete Dierks: Im Odenwald, Landschaft und Menschen im Werk des Malers Johannes Lippmann. 1858-1935, Fischbachtal/Odw.: Verlag des Museums Schloss Lichtenberg (1985), 16 S., ISBN 3-923366-06-X
  • Lippmann - drei Generationen Malerfamilie. Geleitwort von Peter Weiermair. Essay von Herbert Heckmann, Innsbruck: Pinguin-Verlag 1991
  • Jutta Reisinger-Weber, Winfried Wackerfuß: Johannes Lippmann (1858-1935), Fischbachtal-Lichtenberg: Verlag des Museums Schloss Lichtenberg, 2008 (= Schriftenreihe des Museums Schloss Lichtenberg/Odenwald Nr. 10), 88 S., ISBN 978-3-923366-10-1
  • Jutta Reisinger-Weber: Johannes Lippmann (1858-1935) – Maler des Odenwalds und seiner Menschen. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 57 Jg., (2010) S. 144–161

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Lippmann, Johannes (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kuenstlerbund.de (abgerufen am 2. November 2015)
  2. Webeintrag auf museumsyndicate.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes Lippmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien