John Goldsby

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John Goldsby bei einem Konzert mit dem Hubert Nuss Trio am 16. Januar 2016 in der Stadtkirche Darmstadt

John Goldsby (* 10. Dezember 1958 in Louisville/Kentucky, USA) ist ein US-amerikanischer Jazz-Bassist, Komponist, Lehrer und Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Goldsby wuchs in Kentucky, USA, auf. Er entdeckte den Bass schon als Jugendlicher für sich und hatte Unterricht sowohl bei klassischen als auch Jazz Bassisten, u. a. bei Rufus Reid, Dave Holland und Jamey Aebersold. Er verdiente sich seine ersten Sporen als freier Jazz Musiker in Louisville, Kentucky, bevor er 1980 nach New York City ging. Als Haus-Bassist in den Jazzclub Stanley J’s, hat er in Louisville mit u. a. Helen Humes, Jay McShann, Buddy DeFranco, Buddy Tate, Barney Kessel, Dave Liebman, Tom Harrell und Johnny Hartman gespielt [1].

In der New Yorker Jazz Szene konnte er sich als First Call Bassist etablieren und mit zahlreichen bekannten Musikern in Konzerten und Aufnahmen mitwirken, darunter Benny Goodman, Lionel Hampton, Wynton Marsalis, John Lewis, Gunther Schuller, George Benson, Michael Brecker, Kenny Barron, Mel Lewis, Toshiko Akiyoshi, Hubert Laws, Claude Bolling, Scott Hamilton, Frank Vignola und auch Big Bands wie dem American Jazz Orchestra und dem Smithsonian Masterworks Jazz Orchestra. Außerdem ist er auf vielen Folgen von Jamey Aebersold’s Play-Along Serie zu hören, die Generationen von werdenden Jazz-Musikern als Übungsmaterial gedient hat und noch immer dient.

1994 wurde er in die WDR-Bigband, Köln, berufen und ist seitdem festes Mitglied und Solo-Bassist (akustischer und E-Bass). Neben seiner Tätigkeit in der WDR Big Band spielt er regelmäßig in kleineren Besetzungen, u. a. mit John Marshall, Joachim Schoenecker, Frank Chastenier, Hubert Nuss, Lee Konitz, Bill Mays, Martin Sasse, Karolina Strassmayer, Drori Mondlak, Paul Heller und Bob Mintzer. Außerdem hat er eine eigene „Jazz & Talk“-Reihe bei Steinway, Köln, in die er regelmäßig Musiker einlädt.

Als Lehrer und Dozent hat Goldsby auf zahlreichen Workshops in der ganzen Welt mitgewirkt. Er hatte außerdem Lehraufträge am William Paterson College (New Jersey, USA), an der Hochschule für Musik (Köln) und der Folkwang Hochschule (Essen). Seit 2016 ist er Gast-Professor für Jazz-Kontrabass, Ensembleleitung und Masters-Coaching am Conservatorium Maastricht (Niederlande)[2]. Er hat drei Lehrbücher verfasst: Bowing Techniques for the Improvising Bassist (Jamey Aebersold Jazz, Inc., 1990), Bass Notes (Jamey Aebersold Jazz, Inc., 1992) und The Jazz Bass Book (Hal Leonard, Backbeat Books, 2002). Als Lehrvideo veröffentlichte er „The Upright Bass Handbook“[3]. Goldsby ist als Autor für „Bass Player Magazine“ (seit 1990) [4], „Bass Professor“ (1997–2000), „Double Bassist Magazine“ (2000–2008) tätig.[5][6][7]

John Goldsby ist mit der Pianistin und Autorin Robin Meloy Goldsby verheiratet und lebt in Lohmar bei Köln. Sie haben zwei erwachsene Kinder.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018 WDR Big Band (mit Vince Mendoza): Homecoming (Nominiert für Grammy Award 2018, „Best Large Ensemble“)
  • 2017 WDR Big Band (mit Marshall Gilkes): Köln (Nominiert für Grammy Award 2017, „Best Large Ensemble“)[8]
  • 2009 International Society of Bassists, Special Recognition Award for Scholarship
  • 2008 WDR Big Band (mit Patti Austin): Avant Gershwin. (Grammy Award 2008, Sparte: „Best Jazz Vocal Performance“) Rendezvous
  • 2008 WDR Big Band (mit Joe Lovano): Symphonica. (Nominiert für Grammy Award 2008, „Best Large Ensemble“) Blue Note[9]
  • 2007 Acoustic Alchemy: American/English. (Nominiert für Grammy Award 2007, Sparte: „Best Pop Instrumental Album“) Higher Octave Records
  • 2001 WDR Big Band (mit Patti Austin): For Ella. (Nominiert für Grammy Award 2001, Sparte: „Best Jazz Vocal Album“) Concord
  • 2001 WDR Big Band (mit Gianluigi Trovesi): Dedalo. (Deutscher Schallplatten Preis 2001) Enja
  • 2000 WDR Big Band: Latin Jazz Suite. CD/DVD (Mit Lalo Schifrin, Jon Faddis, David Sanchez, Alez Acuna; nominiert für Grammy Award 2000, Sparte: „Best Latin-Jazz Album“)
  • 1985 Soundtrack The Cotton Club (Regie: Francis Coppola; Grammy Award 1985, Sparte: „Best Large Jazz Ensemble Performance“) Geffen

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Veröffentlichungen [10]
  • The Innkeeper’s Gun. John Goldsby, Jacob Duncan, Jason Tiemann, Bass Lion 2010
  • Space for the Bass. John Goldsby, Martin Sasse, Hans Dekker, Karolina Strassmayer, Francesco Cafiso. Bass Lion 2009*The Visit. John Goldsby, Bill Dobbins. Bass Lion 2009
  • Live at the Nachbar. John Goldsby, Jacob Duncan, Jason Tiemann, Bass Lion 2008
  • Cologne. Zusammen mit Bill Dobbins and Peter Erskine. Fuzzy Music, 2003
  • Viewpoint. Nagel-Heyer Records, 2002
  • Tale of the Fingers. Concord Jazz, 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Louisville Courier Journal. 11. Juli 1986, abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  2. Conservatorium Maastricht. Abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  3. Upright Bass Handbook. TrueFire, abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  4. John Goldsby’s Artikel. Bass Player Magazine, abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  5. For Bass Players Only Interview. For Bass Players Only, abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  6. Contrabass Conversations Interview. Contrabass Conversations, abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).
  7. Theater Bonn Interview. Theater Bonn, abgerufen am 27. Dezember 2017.
  8. Jazz Podium Besprechung. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  9. Jazz Podium Besprechung. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  10. Apple iTunes. Abgerufen am 27. Dezember 2017 (englisch).