David Liebman

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Dave Liebman (2012)

David „Dave“ Liebman (* 4. September 1946 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Tenor- und Sopransaxophonist (gelegentlich spielte er auch Flöte und Klarinette). Er gehört „zu den zentralen Saxophonisten der Coltrane-beeinflussten Moderne.“[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebman erhielt ab dem neunten Lebensjahr Klavierunterricht. Ab dem zwölften Lebensjahr spielte er Tenorsaxophon und ging als Jugendlicher mehrfach zu Konzerten von John Coltrane. Unterstützt von Bob Moses gab er mit vierzehn Jahren sein erstes Konzert. Während der Zeit auf der Highschool und dem Musikstudium auf dem Queens College wurde er privat von Joe Allard, Lennie Tristano und Charles Lloyd unterrichtet. Sein Studium der amerikanischen Geschichte an der New York University schloss er 1968 ab. Dann trat er in der New Yorker Loft-Szene als Organisator und Musiker der Kooperative Free Life Communication hervor. Seit 1970 war er als Musiker professionell tätig, zunächst in einer der frühen Jazzrock-Band Ten Wheel Drive, wo er der einzige Holzbläser war und auch Sopransaxophon spielen musste.

Dave Liebman 2015,
Aarhus Jazz Festival

Dann gehörte Liebman für zwei Jahre zur Band von Elvin Jones, nahm mit Miles Davis auf (On the Corner, Get Up with It), bevor er 1973 und 1974 weltweit mit dessen Gruppe tourte (Dark Magus) und mit Bob Moses im Open Sky Trio spielte. Mit seiner ersten eigenen Gruppe Lookout Farm (gemeinsam mit Richie Beirach, ab Ende 1973) war er erfolgreich. 1977 tourte er mit Chick Corea, bevor er ein Quintett gründete (u.a. mit John Scofield), um dann wieder mit Beirach aufzutreten. Seit 1981 arbeitete er mit ihm kollaborativ im Quartet Quest (zunächst mit George Mraz und Al Foster, dann mit Ron McClure und Billy Hart). In Europa trat er mit zahlreichen Musikern wie Joachim Kühn, Daniel Humair, Paolo Fresu, Jon Christensen, Bobo Stenson, Harry Pepl, Michel Portal, VEIN oder Jean-Paul Céléa ebenso auf wie mit der WDR Big Band Köln, dem Metropole Orkest und im Bereich der Neuen Musik dem Ensemble intercontemporain und dem Klangforum Wien. Auch schrieb er genreüberschreitende Musik für Streichquartett.

Liebman verfasste eine Reihe von Lehrwerken, darunter Chromatic Approach to Jazz Harmony & Melody und Self Portrait of a Jazz Artist. Unter Saxophonisten ist vor allem sein Buch Der persönliche Saxophonsound („Developing a Personal Saxophone Sound“) angesehen, in dem er den gesamten Vorgang der Tonerzeugung am Saxophon beschreibt und auf Übungen zur Atmung, die Bewegung des Kehlkopfes, die Zungenposition beim Spielen, den Ansatz und die sogenannten Obertonübungen eingeht.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebman wird seit 1973 fast ständig als einer der führenden Sopransaxophonisten im Kritikerpoll des Down Beat geführt. 2011 führte er auch den Kritikerpoll der Jazz Times an.

Sein Album Homage to Coltrane war 1988 die Schallplatte des Jahres der französischen Académie du Jazz. 1997 erhielt Liebman die Ehrendoktorwürde der Sibelius-Akademie in Helsinki, 2000 wählte ihn die International Association for Jazz Education in ihre Hall of Fame. 2011 wurde er mit der NEA Jazz Masters Fellowship ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Self-Portrait of a Jazz Artist: Musical Thoughts and Realities (1988, erweiterte Ausgabe Advance Music 1996); ISBN 978-3-89221-013-9
  • A Chromatic Approach to Jazz Harmony and Melody (Advance Music 2012); ISBN 978-3-89221-030-6
  • What It Is: The Life of a Jazz Artist (Studies in Jazz; Scarecrow Press 2012, mit Lewis Porter); ISBN 978-0-8108-8203-4 [2]
  • On Education, the Saxophone, and Related Jazz Topics Jamei Aebersold Jazz 2002; ISBN 978-1-56224-059-2
  • Developing a Personal Saxophone Sound Medfield: Dorn 1989; dt. unter dem Titel Der persönliche Saxophonsound (Ardesa 1993 bzw. Chili Notes 2009); ISBN 978-3-941661-00-4
Dave Liebman ca. 1975

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015 Dave Liebman & Richie Beirach: Balladscapes (Intuition)[3]
  • 2014 Presents Ceremony (Chesky 2014, mit Willy Rodriguez, Paolo Stagnaro, Gabo Lugo, Marcos López, Oscar Stagnaro)[4]
  • 2012 David Liebman & Ellery Eskelin: Non Sequiturs (HatOLOGY)
  • 2009 Dave Liebman Group: Live at MCG (Aufnahme von 1995) (MCG Jazz, mit Phil Markowitz, Vic Juris, Tony Marino, Jamey Haddad)[5]
  • 2008 Dave Liebman & Enrico Intra Liebman meets Intra Contenuto (Alfa Music)
  • 2005 Dave Liebman & Bobby Avey: Vienna Dialogues (Zoho Music)
  • 2005 David Liebman, Richie Beirach, Ron McClure, Billy Hart: Redemption (HatHut Records)
  • 2004 Dave Liebman Group: In a Mellow Tone (Zoho Music, mit Vic Juris, Tony Marino, Jamey Haddad)
  • 2003 Andreas Schmidt & Dave Liebman & Friends in Berlin (JazzHausMusik)
  • 1990 David Liebman Quintet If They Only Knew (Timeless Records 1990, mit Terumasa Hino, John Scofield, Ron McClure, Adam Nussbaum)
  • 1986 The Loneliness of a Long Distance Runner (CMP, 1986; solo)
  • 1986 David Liebman, Richard Beirach, Ron McClure, Billy Hart Quest II (Storyville Records)
  • 1981 Dave Liebman, Richie Beirach, George Mraz, Al Foster Quest (Palo Alto)[6]

Lexigraphische Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dave Liebman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. Kampmann Reclams Jazzlexikon
  2. Rezension All About Jazz
  3. Besprechung Jazzthing
  4. Besprechung Jazzthing
  5. AllAboutJazz vom 4. Dezember 2009: Rezension des Albums Live at MCG
  6. Quest bei Allmusic (englisch)