John Miles (Musiker)

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John Miles, 2017

John Miles (* 23. April 1949 als John Errington in Jarrow[1]; † 5. Dezember 2021 in Newcastle upon Tyne) war ein britischer Musiker (Gitarre, Keyboard, Gesang) und Komponist. Er wurde vor allem durch den Hit Music (1976) bekannt. In den 1970er und 1980er Jahren war er einer der Sänger des Alan Parsons Project.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren arbeitete John Miles mit dem Bassisten Bob Marshall zusammen, der viele Texte für Miles’ Kompositionen schrieb, darunter auch die meisten Texte für das erfolgreichste Album Rebel, nicht jedoch für den Hit Music.[2] Bei der Veröffentlichung der Single Highfly 1975 trat Miles noch als „langhaariger Rocker“ auf, etwa in der BBC-Sendung Top of the Pops.[3] Sein Manager Chris Poole überzeugte ihn, sein Image zu ändern und sich ein festes Bild mit Wiedererkennungswert zuzulegen.[3] In Verbindung mit der Verwendung des 1955 verstorbenen Jugendidols James Dean auf dem Cover von Rebel[4] entschied er sich zusammen mit seinem Label Decca Records für ein an den Filmschauspieler angelehntes Image, wie ein Werbespruch für Miles verdeutlichte:[3]

“James Dean died when he was 24. But some say his legacy lives on in John Miles.”

„James Dean starb, als er 24 war. Doch manche sagen, sein Erbe lebe in John Miles fort.“

Studiomusiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miles hatte als Studiomusiker in den Abbey Road Studios gearbeitet, als er Rebel aufnahm, auf dem er eingängige Rockmusik in Verbindung mit symphonischen Streichersätzen spielte. Den durchschlagenden Verkaufserfolg dieses Albums erreichte er nicht wieder und arbeitete deshalb weiter im Studio für andere Musiker. So ist John Miles auf mehreren Alben von The Alan Parsons Project (u. a. Tales of Mystery and Imagination (1976), einer Vertonung der Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe) zu hören. Für diese Studioproduktion verpflichtete Produzent Alan Parsons verschiedene Rockmusiker, mit denen er jeweils Teile des Werks aufnahm, die er dann im Studio zusammenmischte. Auch an Jimmy Pages Album Outrider war Miles 1988 beteiligt.

Konzerte und Tourneen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Später begleitete Miles Joe Cocker und Tina Turner auf ihren Tourneen als Keyboarder, Gitarrist und Duettpartner (in Vertretung von Bryan Adams). Er erscheint unter anderem auf Turners Konzertplatte Live in Europe (1988) und auf Cockers Album Night Calls (1991) an der Hammond-Orgel. Für Cocker schrieb er auch Now that the Magic Has Gone, das auf demselben Album mit Miles an der Gitarre zu hören ist. Auch mit The Rolling Stones und Elton John war Miles auf Tournee.

Im März 1990 nahm Miles mit dem Titel Where I Belong an der britischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil und belegte den zweiten Platz.[5] 2007 trat er zusammen mit Pur in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen auf und sang deren Lied Abenteuerland auf Deutsch. Von Oktober 2008 bis April 2009 tourte er erneut mit Tina Turner durch Amerika und Europa. Bei der Veranstaltung Night of the Proms trat Miles schon seit der ersten Veranstaltung (1985) mit seiner Electric Band regelmäßig als Solo-Act, Duettpartner und Begleitband der anderen Künstler auf.

Musicals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Später widmete sich Miles auch dem Musiktheater. So komponierte er 1998 die Musik für das Musical The Machine Gunners (Texte & Buch: Tom Kelly), eine Bühnenadaption von Robert Westalls gleichnamigem Kinderbuch. 1999 folgte – wiederum mit Tom Kelly – Tom and Catherine, die Lebensgeschichte der romantischen Schriftstellerin Catherine Cookson und ihres Ehemanns Tom. 2003 setzte das Komponistenduo Miles/Kelly seine Aktivitäten mit Dan Dare – The Musical fort, einem Stück über den 1950er-Jahre-Science-Fiction-Comic-Helden Dan Dare.

2004 arbeitete Miles erstmals mit anderen Co-Autoren zusammen, als er das Musical Cuddy’s Miles mit dem Fernsehstückeschreiber Arthur McKenzie und dem Schauspieler David Whittaker schrieb. Es handelt von dem historischen Jarrow March (Jarrow Crusade), einem Protestmarsch, der aus dem nordostenglischen Jarrow über 21 Stationen nach London führte und mit dem die englische Landbevölkerung 1936 gegen die zunehmende Arbeitslosigkeit protestierte. Miles’ persönlicher Bezug zu dieser Thematik besteht nicht nur darin, dass er in Jarrow geboren wurde, sondern die Titelfigur Cuddy stellt sogar seinen Großvater Cuthbert Miles dar, der an dem Marsch als Koch teilnahm.

Privatleben und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Miles starb im Dezember 2021 nach kurzer, schwerer Krankheit; er wurde 72 Jahre alt.[6][7] Er hinterlässt seine Ehefrau Eileen und zwei Kinder. Sein Sohn John Miles junior ist ebenfalls Musiker.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8][9]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
1976 Rebel DE44
(2 Wo.)DE
UK9
Silber
Silber

(10 Wo.)UK
US171
(4 Wo.)US
Erstveröffentlichung: März 1976
1977 Stranger in the City UK37
Silber
Silber

(3 Wo.)UK
US93
(15 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Februar 1977
1978 Zaragon UK43
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: März 1978
1979 More Miles Per Hour UK46
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: April 1979
1981 Miles High UK96
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: August 1981
1993 Upfront DE93
(3 Wo.)DE
CH26
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: September 1993

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Veröffentlichungen

  • 1980: Sympathy
  • 1982: Music
  • 1983: Play On
  • 1985: Transition
  • 1992: Live In Concert
  • 1993: Anthology
  • 1998: Master Series
  • 1999: Tom and Catherine
  • 1999: Millennium Edition
  • 2000: His Very Best
  • 2002: Live in Concert (DVD)
  • 2009: Best of John Miles at Night of the Proms

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[8]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
1975 Highfly
Rebel
UK17
(6 Wo.)UK
US68
(10 Wo.)US
Erstveröffentlichung: September 1975
1976 Music
Rebel
DE10
(23 Wo.)DE
CH4
(15 Wo.)CH
UK3
Silber
Silber

(9 Wo.)UK
US88
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: März 1976
Remember Yesterday
Stranger in the City
UK32
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: September 1976
1977 Slow Down
Stranger in the City
UK10
(10 Wo.)UK
US34
(14 Wo.)US
Erstveröffentlichung: März 1977
1983 The Right to Sing
Play On
UK88
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: Mai 1983
1994 One More Day Without Love
Upfront
DE67
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: Februar 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: John Miles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Hang zur großen Oper – Der Rockmusiker John Miles ist gestorben, Frankfurter Allgemeine Zeitung 7. Dezember 2021
  2. Vgl. Abbildung der Cover-Rückseite auf blogspot.com.
  3. a b c Stephen Carson: About John Miles. A Short Biography (Memento vom 24. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today). Auf: john-miles.net.
  4. Vgl. Abbildung der Cover-Frontseite auf blogspot.com.
  5. UK NATIONAL FINAL 1990. Abgerufen am 19. Mai 2020.
  6. Seinen größten Song kennen fast alle: Sänger John Miles stirbt mit 72 Jahren. In: Focus. 6. Dezember 2021;.
  7. Andrian Kreye: Zum Tod von John Miles: "Music was my first love". Kleine, große Oper. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Dezember 2021, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  8. a b Chartquellen: DE CH UK US
  9. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK