Josef Ehmer

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Josef Ehmer (* 7. November 1948 in Gschwandt) ist ein österreichischer Historiker.

Josef Ehmer wurde als Sohn der Widerstandskämpferin Maria Ehmer und Josef Ehmer in Oberösterreich geboren.[1] Er besuchte von 1955 bis 1959 die Volksschule Gschwandt und anschließend von 1959 bis 1968 das Bundesrealgymnasium Gmunden. Er studierte von 1968 bis 1976 die Fächer Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, wo er 1977 promoviert wurde. Anschließend war er in den Jahren 1978 bis 1984 als Forschungsassistent und von 1987 bis 1989 als Universitäts-Assistent an der Universität Wien tätig. Von 1984 bis 1986 war er Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am Max-Planck-Institut für Geschichte Göttingen. Im Jahre 1989 erfolgte seine Habilitation mit der Arbeit Das Heiratsverhalten und die Traditionen des Kapitalismus. In den Jahren 1989 bis 1993 lehrte er als Dozent an der Universität Wien. Von 1993 bis 2005 war er Professor für Allgemeine Neuere Geschichte an der Universität Salzburg. Von 2005 bis zu seiner Emeritierung 2015 lehrte er als Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien. Ehmer war Gastprofessor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (1990–1991), am European University Institute in Florenz (1997–1998 und 2002–2003).

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts im europäischen Vergleich, darunter insbesondere die Geschichte der Familie, der Arbeiter und Handwerker, der Migrationen, des Alters, sowie die Bevölkerungsgeschichte und Historische Demographie. Er ist Mitherausgeber des Jahrbuchs für Regionalgeschichte und der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften. Für seine Forschungen wurden ihm der Dr. Theodor-Körner-Preis zur Förderung der Wissenschaft (1980), der Heinz-Maier-Leibnitz-Preis des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft der Bundesrepublik Deutschland für Veröffentlichungen junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der Historischen Jugend- und Familienforschung (1984) und der Victor-Adler-Staatspreis für Geschichte sozialer Bewegungen (1995) verliehen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

Herausgeberschaften

  • mit Ursula Ferdinand und Jürgen Reulecke: Herausforderung Bevölkerung. Zu Entwicklungen des modernen Denkens über die Bevölkerung vor, im und nach dem „Dritten Reich“. VS – Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15556-2.
  • mit Dietmar Goltschnigg, Peter Revers und Justin Stagl: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Bestandsaufnahmen und Zukunftsaussichten. Edition Praesens, Wien 2004, ISBN 3-7069-0186-2.
  • mit Helga Grebing und Peter Gutschner: „Arbeit“. Geschichte – Gegenwart – Zukunft. (= ITH-Tagungsberichte. Bd. 36). AVA – Akademische Verlags-Anstalt, Leipzig 2002, ISBN 3-931982-28-9.
  • mit Peter Gutschner: Das Alter im Spiel der Generationen. Historische und sozialwissenschaftliche Beiträge. Böhlau, Wien u. a. 2000, ISBN 3-205-99157-5.
  • mit Tamara K. Hareven und Richard Wall: Historische Familienforschung. Ergebnisse und Kontroversen. Michael Mitterauer zum 60. Geburtstag. Campus, Frankfurt am Main u. a. 1997, ISBN 3-593-35753-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Ehmer zum 70. In: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 4/2018, S. 39 (Dezember).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ilse Korotin (Hrsg.): biografıA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1: A–H. Wien u. a. 2016, S. 666 f.