Josef Rampold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Josef Rampold (* 18. Jänner 1925 in Sterzing; † 12. November 2007 in Bozen) war ein Bergsteiger, Journalist, Autor und Heimatkundler aus Südtirol.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rampold studierte Germanistik an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Nach seiner Übersiedlung nach Bozen war er 18 Jahre lang Deutsch-, Geschichte- und Lateinlehrer am damaligen Gymnasium (Unterstufe 1–5, entsprechend dem 6. bis 10. Schuljahr). In dieser Zeit arbeitete er auch als Nachrichtensprecher und Moderator für den „Rai Sender Bozen“. Ab 1958 gestaltete er die Bergsteiger-Seite für die Tageszeitung „Dolomiten“. Später war Rampold, verheiratet und Vater dreier Kinder, hauptberuflich als Journalist und Lektor für das Verlagshaus Athesia und den „Rai Sender Bozen“ tätig. Im Rundfunk war der begeisterte Bergwanderer für eine wöchentliche heimatkundliche Sendung verantwortlich, die Volks- und Heimatliche Rundschau, Rund um den Schlern (von 1968 bis etwa 1971) und An Eisack, Etsch und Rienz (etwa 1972–2007). Nach der Erkrankung Rampolds wurden zuletzt allerdings nur Wiederholungen früherer Sendungen ausgestrahlt. Im Sommer wurde an Eisack, Etsch und Rienz immer durch die Sendung Ein Sommer in den Bergen abgelöst.

Von 1981 bis 1995 war Rampold Chefredakteur der „Dolomiten“, der meistgelesenen Südtiroler Tageszeitung. Nach seiner Pensionierung 1995 war er weiterhin als freier Mitarbeiter der „Dolomiten“ und des „Rai Sender Bozen“ tätig. Bis 2003 verfasste er die wöchentliche Bergsteiger-Seite und eine Rubrik über den Zustand der deutschen Sprache, die er mit Der Federfuchser signierte (1996–2005).

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewertung von Rampolds kultur- und gesellschaftspolitischem Engagement fällt zwiespältig aus. Rampold galt als streitbarer Konservativer, der mit seiner publizistischen Macht das kulturelle Klima Südtirols entscheidend mitgestaltete. Seine strikte Ablehnung galt jedweder künstlerischen Ausdrucksform der Moderne, die für ihn mit dem 20. Jahrhundert begann.[1] Sein Einsatz galt auch der Verteidigung der sogenannten Wehrmachtsgeneration, deren Mitwisserschaft oder gar Beteiligung an den Verbrechen der Nationalsozialisten er entschieden bestritt. Mit erbittertem Widerstand bedachte er Historiker, die sich an einer kritischen Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus in Südtirol versuchten und die damals vorherrschende Darstellung der Optanten für das Deutsche Reich als reine Opfer des Faschismus hinterfragten.[2]

Große Verdienste erwarb sich Rampold in den Bereichen des Landschafts- und Naturschutzes. In der Südtiroler Bevölkerung erweckte er in Zeiten des ersten touristischen Booms mit kämpferischen Beiträgen in der Tageszeitung „Dolomiten“ ein frühes Umweltbewusstsein.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dolomiten, 13. November 2007, Seiten 1–14.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nina Schröder: Kultur als Zerreißprobe. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960-1979. Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 174–205 (insbesondere S. 180).
  2. Gerald Steinacher, Günther Pallaver: Leopold Steurer: Historiker zwischen Forschung und Einmischung. In: Christoph von Hartungen, Hans Heiss, Günther Pallaver, Carlo Romeo, Martha Verdorfer (Hrsg.), Demokratie und Erinnerung. Südtirol – Italien – Österreich. Festschrift für Leopold Steurer zum 60. Geburtstag, StudienVerlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2006, ISBN 978-3-7065-4252-4, S. 51–91.
  3. Zeno Abram: Kein schöner Land. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960-1979. Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 270–285 (insbesondere S. 281).