Joseph Chéret

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Gustave Joseph Chéret (* 1838 in Paris; † 15. Juni 1894 ebenda) war ein französischer Bildhauer und Keramikkünstler des Historismus.

Joseph Chéret war der jüngere Bruder des Malers und Lithografen Jules Chéret (1836–1932). Er was Schüler von Albert-Ernest Carrier-Belleuse, einem Bildhauer und künstlerischen Leiter der Manufacture royale de porcelaine de Sèvres in Sèvres. Chéret schuf für zahlreiche Manufakturen Porzellan- und Keramikdesigns. Er war für den, Ende des 19. Jahrhunderts berühmten, Kölner Möbelhersteller Pallemberg und für die Orfèrie Christofle in Paris („Kaffekanne und Milchkannchen“ im Stil von Louis Seize) tätig.[1][2]

Ab 1877 lieferte er künstlerische Entwürfe für die Cristallerie de Baccarat (Département Meurthe-et-Moselle).[3] Nach dem Tod Carrier-Belleuse war er von 1886 bis 1887 künstlerischer Direktor der Porzellan-Manufaktur in Sèvres. Henry van de Velde kritisierte seine Entwürfe als elitären, bougeoisen Versuch, Kunst und Handwerk zu vereinen, statt Kunst für normalen Menschen zu schaffen.[4] Chéret war seit 1868 mit Carrier-Belleuse’ Tochter Henriette, einer Blumenmalerin, verheiratet, sein Schwager Louis-Robert Carrier-Belleuse war ebenfalls Maler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Fleming u. a.: Dictionary of the Decorative Arts. Harper & Row, 1977, ISBN 0-06-011936-5, S. 125.
  2. Barbara Mundt, Irmgard Funke: Historismus: Kunsthandwerk und Industrie im Zeitalter der Weltausstellungen. Kunstgewerbemuseum Berlin, 1973.
  3. Helga Schmoll gen. Eisenwerth: Nancy 1900: Jugendstil in Lothringen: zwischen Historismus und Art Déco. Philipp von Zabern, 1980, ISBN 3-8053-0460-9, S. 221.
  4. Debora Silverman: Art Nouveau in Fin-de-siècle France: Politics, Psychology, and Style. University of California Press, 1992, ISBN 0-520-08088-2, S. 212.