Jossi Sarid

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Jossi Sarid

Jossi Sarid (hebräisch יוסי שריד‎; geboren am 24. Oktober 1940 in Rechovot; gestorben am 4. Dezember 2015[1]) war ein linksgerichteter israelischer Nachrichten-Kommentator und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jossi Sarids Geburtsname war Sneider. Sein Vater Ja‘akov, der als einziger seiner Familie die Shoah überlebt hatte, änderte den Familiennamen in Sarid (hebräisch: Überbleibsel).[2]

Sarid diente ab 1958 im Artillerie-Corps und als Militär-Korrespondent in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften. Nach dem Militärdienst arbeitete er als Korrespondent für Israel Radio. Als Journalist war er bekannt für sein geschliffenes Hebräisch.[3] An der New School for Social Research in New York studierte er Politikwissenschaften.

Von 1974 bis 2006 war Sarid Mitglied der Knesset für Ma’arach, Ratz und Meretz. Von 1992 bis 1996 war Sarid Minister für Umwelt und von 1999 bis 2000 Minister für Erziehung, Kultur und Sport. Er regte an, auch Gedichte palästinensischer Autoren in israelische Schulbücher aufzunehmen und in Israel offiziell des Völkermordes an den Armeniern zu gedenken.[3] Er war einer der Vertrauten von Jitzchak Rabin und war an den Vorarbeiten für die Abkommen mit den Palästinensern beteiligt.[3] Von 1996 bis 2003 führte Sarid den Meretz.

Sarid lebte in Tel Aviv. In seinen wöchentlichen Haaretz-Kolumnen brachte er seine Kritik an der israelischen Regierung, besonders an ihrer Besatzungspolitik zum Ausdruck. Er war einer der Wortführer der Bürgerrechts- und Friedensbewegung in Israel. Der Spiegel schrieb im Nachruf: "Sprachmächtig, mit scharfen Verstand und oft beißender Kritik hielt er seinem Land den Spiegel vor, kämpfte gegen Korruption, Rassismus und die Besatzungspolitik. Er litt am Kurs Israels und trauerte öffentlich bis zuletzt in seinen Haaretz-Kolumnen."[4]

Er starb im Dezember 2015 im Alter von 75 Jahren an den Folgen eine Herzinfarkts. Er wurde am 6. Dezember auf dem Friedhof des Kibbuz Givat Hashlosha im Drom HaScharon beigesetzt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte ihn in einem Nachruf: „Obwohl wir in vielen Punkten unterschiedlicher Meinung waren, habe ich ihn bewundert für das Festhalten an seinen Überzeugungen, für sein umfangreiches Wissen und für seinen einwandfreien Gebrauch des Hebräischen.“[5]

Jossi Sarid war verheiratet mit Dorit und hatte drei Kinder. Der 1965 geborene Jurist und Schriftsteller Yishai Sarid ist sein Sohn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jossi Sarid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ofer Aderet: Yossi Sarid, Former Knesset Member and Minister, Dies at 75, in: Haaretz, 5. Dezember 2015 (en)
  2. Israelnetz.
  3. a b c Hans-Christian Rößler: Jossi Sarid gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 2015, S. 4.
  4. Nachruf im Spiegel 51/2015, S. 141.
  5. [1]