Tel Aviv-Jaffa

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Tel Aviv-Jaffa
Wappen von Tel Aviv-Jaffa
Flagge von Tel Aviv-Jaffa
Flagge von Tel Aviv-Jaffa
Tel Aviv-Jaffa
Basisdaten
hebräisch: תל אביב-יפו
Staat: Israel Israel
Bezirk: Tel Aviv
Gegründet: 1909
Koordinaten: 32° 5′ N, 34° 48′ OKoordinaten: 32° 5′ 0″ N, 34° 48′ 0″ O
Fläche: 51,830 km²
 
Einwohner: 451.523 (Stand: 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 8.712 Einwohner je km²
Metropolregion: 3.850.100 (2017)
 
Gemeindecode: 5000
Zeitzone: UTC+2
Telefonvorwahl: (+972) 3
Postleitzahl: 61000-61999
 
Gemeindeart: Großstadt
Bürgermeister: Ron Huldai
Website:
Tel Aviv-Jaffa (Israel)
Tel Aviv-Jaffa (Israel)
Tel Aviv-Jaffa

Tel Aviv – offizielle Bezeichnung Tel Aviv-Jaffa (hebräisch תֵּל־אָבִיב–יָפוֹ Tel Avīv-Jafō) – ist das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum Israels und je nach Beurteilung des völkerrechtlichen Status von Jerusalem die größte bzw. nach Jerusalem zweitgrößte Stadt des Landes. Die Metropolregion Gusch Dan mit dem Bezirk Tel Aviv und insgesamt etwa 254 Gemeinden zählt mehr als drei Millionen Einwohner, was rund einem Drittel der israelischen Gesamtbevölkerung entspricht.[2]

Das 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa, mit der es 1950 vereinigt wurde. Sie ist Sitz der nationalen Börse Tel Aviv Stock Exchange und der Universität Tel Aviv. Tel Aviv-Jaffa gilt als eine der größten Wirtschaftsmetropolen im Nahen Osten[3] und wurde zu einem großen Teil im Bauhaus-Stil errichtet. Die „Weiße Stadt“ – das weltweit größte Zentrum mit Gebäuden im Internationalen Stil – wurde 2003 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommenen.[4]

Die Namen „Jaffa“ und „Tel Aviv“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein historischer Name von Jaffa ist Joppe,[5] dieser ist abgeleitet von Iopeia.[6]

Der Name „Tel Aviv“ ist einer poetischen Übersetzung des Titels des utopischen Romans Altneuland von Theodor Herzl entliehen.[7] Darin steht „Tel“ (mehrschichtiger Hügel aus Siedlungsschutt) für „alt“ und „Aviv“ (Frühling[8]) für „neu“.[9] Tel Aviv wird deswegen manchmal wörtlich mit „Frühlingshügel“ übersetzt.[5] Der Name kommt bereits beim biblischen Propheten Ezechiel vor, wo er einen anderen Ort bezeichnet.

Der Name „Tel Aviv“ findet in politikwissenschaftlicher Literatur[10] und Berichten internationaler Organisationen als pars pro toto für den Staat Israel Verwendung. Damit soll der Ansicht Ausdruck gegeben werden, dass Jerusalem nicht die Hauptstadt Israels sei, oder es soll vermieden werden, dass die Kontroverse um die Hauptstadtfrage vom eigentlichen Anliegen einer Veröffentlichung ablenkt.

Der ehemals offizielle arabische Name von Tel Aviv-Jaffa ist arabisch تل أبيب يافا Tall Abīb Yāfā.[11][12] Er findet amtlicherseits heute nur noch in wenigen Bereichen, etwa bei Verkehrsschildern, Verwendung. Die Rückstufung des Arabischen zu einer Minderheitensprache steht im Zusammenhang mit der Forderung einer demokratischen Mehrheit im Land, das jüdische Wesen Israels stärker im Staat zu verankern.[13] Die amtliche Zweisprachigkeit galt lange als wichtiger Ausdruck des demokratisch und laizistisch verfassten Staatswesens, insbesondere nach außen,[14] sie war aber auch eine innenpolitische Forderung, beispielsweise von Wladimir Zeev Jabotinsky,[15] einem rechten Vordenker.

Nach der Eingemeindung Jaffas am 25. April 1950 nach Tel Aviv stand dessen Name zur Debatte. David Ben-Gurion favorisierte, die vereinigte Stadt Jaffa zu nennen, wegen ihrer langen Geschichte und historischen Bedeutung, der Stadtrat Tel Avivs wollte dessen Namen auch für die vergrößerte Stadt. Den Streit löste das israelische Kabinett, indem es am 28. Juni 1950 mit Mehrheit, gegen Ben-Gurions Votum, beschloss, der vereinten Stadt den Namen Tel Aviv-Jaffa (hebräisch Tel Aviv-Jafo) beizulegen.[16] Am 19. August 1950 wurde dieser Name dann amtlich.

Bedeutung der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 hatte die Stadt 451.523 Einwohner und ist damit nach oder neben Jerusalem die zweitgrößte bzw. größte Stadt Israels. Der Großraum von Tel Aviv namens Gusch Dan umfasst ein dicht besiedeltes Gebiet mit den Nachbarstädten Ramat Gan, Giw’atajim, Cholon, Bat Jam und Bnei Brak, die bis zu 14 km von der Mittelmeerküste entfernt liegen, und ist mit etwa 3,8 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum des Landes. Nachdem ein Teil der Staatengemeinschaft Israel anerkannt hatte, richteten die meisten Länder ihre Botschaften in Tel Aviv ein, da der Status Jerusalems gemäß den Teilungsbeschlüssen der UN als unklar galt.

Ab der Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 war Tel Aviv Regierungssitz.[17][18][19] Die Regierungsgebäude befanden sich im Stadtteil Sarona.[20][21] Die Knesset tagte ab Dezember 1949 in Jerusalem. Auch das Regierungskabinett wurde am 16. Dezember 1949 in Jerusalem tätig. Ab Anfang Januar 1950 zogen die meisten Ministerien aus Tel Aviv und anderen Orten nach Jerusalem.[22] Im Großraum Tel Aviv-Jaffa blieben aus Sicherheitsgründen[23] das Verteidigungsministerium (Stab[24]) und die Nachrichtendienste Schin Bet[25] und Mossad.

Nachdem Israel 1980 Ostjerusalem annektiert und Jerusalem im Jerusalemgesetz zur „ganzen und vereinigten Hauptstadt Israels“ erklärt wurde, forderte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 478 dreizehn Staaten, die ihre Botschaften in Jerusalem hatten, dazu auf, diese abzuziehen. Deshalb befinden sich heute fast alle diplomatischen Vertretungen in und um Tel Aviv-Jaffa.[26]

Tel Aviv, so glauben viele, wurde auf Sand gebaut.[27][28] Er war „weich, süß“, „ich küßte ihn mit großer Liebe sobald ich das Ufer erreichte“,[29] lässt A. B. Jehoshua im Roman Herr Mani (1989) eine Frau sagen. Tel Aviv stand „mit dem Rücken zum Meer“,[30] doch immer direkt am Wasser, teilweise nur wenig über dem Meeresspiegel. 2018 bezeichnete Nature Tel Avivs Weiße Stadt, zusammen beispielsweise mit Rhodos, Istanbul und Dubrovnik oder der libyschen Fundstätte Leptis Magna, als eine von 47 wegen der Klimaerwärmung von Überflutung oder Erosion bedrohte UNESCO-Welterbestätten am Mittelmeer.[31]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte Jaffas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masterplan für Tel Aviv, erste Fassung, Patrick Geddes (1925): Er sah die Allenby-Straße/Ben-Yehuda-Straße als durchgängige Nord-Süd-Verbindung vor. Im Süden ist Naveh Scha'anan mit von David Tischler[32] entworfenen und später verwirklichten[12] Straßennetz in Form einer Menorah erkennbar. Südlich liegt Jaffa. Das Eisenbahnarbeiterviertel Manschiyya von 1892[33] „trennt“ Neve Tsedek vom Meer.
Félix Bonfils: Jaffa, vue générale prise de la mer (um 1867–1870)

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass die Küstenebene im Mündungsgebiet des Yarkon schon um 9000 v. Chr. bzw. vor der Zeitrechnung (v. d. Z.) von Jägern und Sammlern der Kultur von Natufien durchstreift wurde.[34] Sie wurden sesshaft und entwickelten Urformen der Landwirtschaft.[35] Siedlungskontinuität besteht laut den Ausgrabungsbefunden seit der mittleren Bronzezeit.[36] Um 3000 v. d. Z. wurde der aus dem Kaukasus stammende Olivenbaum in Palästina heimisch.[35] Jaffa wird auf ägyptischen Inschriften um 2000 v. d. Z. unter dem Namen Ipu erwähnt und unter den Hyksos[6] besiedelt. Es wurde von Truppen des Thutmosis III.[37] bei der von Djehuti[38] kommandierten Eroberung von Joppe mittels eines Trojanischen Pferdes[39] eingenommen, bildete danach das Herrschaftsgebiet von Pu-Baʿlu[37] und war ab ungefähr dem 12. Jahrhundert v. d. Z. von den sogenannten Seevölkern,[40] zu denen auch die Philister zählten,[41] und von Kanaanitern[41] bewohnt, während die nicht[40] seefahrenden Israeliten[41] überwiegend im Landesinneren[42] siedelten, wo sich Juda und das Nordreich Israel herausbildeten, dessen Stammesgebiet Dan (Buch Josua 19,46[6]) es später zugeteilt war. Im Altertum befand sich Yapu/Tell Qasile[6][43] meist in den Händen der Phönizier, deren Zedernholz[43] zum Bau des ersten und zweiten Jerusalemer Tempels (Buch Esra 3,7[6]) über[44][45] Jaffa nach Jerusalem transportiert wurde (2. Buch der Chronik 2,15[46]). Es wird vermutet, dass es ein Kultort für die Gottheit Derketo war. Von 587–539 v. d. Z. lag Jaffa im Machtbereich der Babylonier[47] und 539–332 v. d. Z. in dem der Perser,[47] deren phönizischer Vasall Eshmunazar II. die Überlassung Jaffa und Dor der Stadt Sidon unterstellte.[48] Von 332–142 v. d. Z. folgte die Dominanz des Hellenismus.[47]

Biblische und römische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bibel wird Joppe als Hafen der Tarsis-Schiffe im Buch Jona genannt; ebenso in der Begegnung des Judenchristen und Apostel Petrus mit dem römischen Offizier Cornelius (Apostelgeschichte 10). In Joppe erweckte der Apostel Petrus die Tabita und wohnte einige Zeit im Haus von Simon dem Gerber (Apostelgeschichte 9, 36–43). Die griechische Mythologie verortet das Schicksal der Andromeda in Jaffa.[49][50][51]

Die Makkabäer bzw. Hasmonäer eroberten den Ort während ihrer Revolte der Jahre 167–161 v. d. Z. und vertrieben die griechisch-ptolemäischen Bewohner (1. Buch der Makkabäer 13,11) als Rache für den Mord an 200 Israeliten.[46] 63 v. d. Z. nahmen Pompeius' Männer Jaffa ein.[52][53] Er baute mit Hilfe von Veteranen des Kriegs gegen die Seleukiden den Hafen Caesarea Maritima an der Via Maris aus, womit Jaffa an Bedeutung verlor. Unter Julius Caesar wurde der Ort 47 v. d. Z. unter jüdische Verwaltung gestellt.[54] Bei der Niederschlagung des Zelotenaufstands der Jahre 66–70 wurde Jaffa unter Gaius Cestius Gallus und später Titus Flavius Vespasian zerstört.[41] Der Ort Javne südlich von Jaffa wurde 74–135 mit dem dort begründeten Sanhedrin zur Keimzelle des Rabbinischen Judentums.[55] Von 132–135 wurde das Gebiet vom jüdischen Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer erschüttert. Jaffa unterstand dem römischen Prokurator der Provinz Judäa. Unter Konstantin dem Großen wurde die Stadt Bischofssitz.[56][57][58]

Frühes Mittelalter und die Ankunft des Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palästina blieb bis 636 unter römischer, beziehungsweise rhomäischer Herrschaft. Konstantinopel deckte seinen Getreidebedarf im 5. bis 8. Jahrhundert überwiegend durch Einfuhren aus dem Nildelta und dem Unterlauf des Nil. Die Stadt am Bosporus benötigte und subventionierte das Brot, um Hungeraufstände zu vermeiden. Schiffe mit Lademengen von bis 340 Kubikmeter legten an und Jaffa behielt damit seine Bedeutung für die küstennahe Schifffahrt. Ein Kaufmann musste für ein Schiff der größten Kategorie 1000 Solidi hinlegen.[59] Diese griechisch-römische Phase war insgesamt von kulturellem Synkretismus geprägt, der die Juden und die teils stark aramäisierten und polytheistischen Araber erfasste. Der Araber Kallinikos von Petra wurde gar Lehrer für Rhetorik in Athen.[60] Menschen von der Antike bis zur Vormoderne verwendeten den Begriff Araber oft nur generisch für Nomaden.[60][61] Sich bildende christliche Gemeinden gehörten meist monophysitischen[62][63][64] und nestorianischen[64][63] Richtungen an, der despotischen[63][65] byzantinischen Staatskirche galten sie deshalb als Ketzer.[62][64][66] Sie wurden stark besteuert, gedemütigt und verschleppt.[63][65]

622[67][66] begann mit der Hidschra Mohammeds die islamische Zeitrechnung und mit der islamischen Expansion die Verbreitung des Islam auf der arabischen Halbinsel, ab 636 auch in der Levante. Beim ersten dokumentierten Angriff der Byzantiner auf „Araber des Mahomet“[68][66] starben am 4. Februar 634 bei Gaza 4000 christliche, jüdische und samaritanische Zivilisten.[68] Doch schrieb der Patriarch der von Byzanz gegängelten Nachfolger des Jakob Baradai: „Wenn, was wahr ist, wir Leid erfahren haben... war es doch von nicht geringem Vorteil für uns, von der Grausamkeit der Römer [hier für Byzantiner] erlöst worden zu sein.“[66] Entsprechend bereitwillig akzeptierten[66][63] syrische Christen die islamische Herrschaft. Spätere Generationen traten meist zum Islam über.[63] 636, nach der Schlacht am Jarmuk,[56][68] eroberten Krieger des Kalifen ʿUmar ibn al-Chattāb den Ort, in deren Gebiet Bilad al-Sham[69] und dessen südlicher Gebietshälfte Dschund Filistin[69][58] sich Jaffa befand. 660–750 war das Gebiet unter der Kontrolle der Umayyaden, welche, in Ramla etabliert[70], ab 744[69][64] von Aufständen bedrängt wurden. Ihnen folgten 750–969[70] die Abbasiden. Sie investierten in den Ausbau von Jaffas Hafen- und Wehranlagen,[69] mussten jedoch von 969–1071[69][70] der Macht der tunesischen Fatimiden weichen. Die turksprachigen Seldschuken besiegten diese 1071 und machten sich Jaffa zu eigen.[67][70] Abgesehen von nomineller Kontinuität, endete mit dem häufig gewaltsamen Tod eines Herrschers meist auch sein Staatswesen.[67]

Hohes und spätes Mittelalter in der Levante[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Juli 1100 nahmen die Kreuzfahrer Jaffa nach dem Ersten Kreuzzug ein.[71] Jerusalems nächster natürlicher Hafen war strategisch wichtig.[72] Unweit lag im Norden die Festung Arsuf.[73] Jaffa wurde 1100 mit Hilfe der Venezier für Bouillons bis nach Hebron zerstreute Truppen – 300 Ritter und 2000 Fußleute – befestigt und erhielt ein Hospitium.[74] Die Serenissima erhielt für ihre Kriegsdienste ein Viertel[75] /ein Drittel[76] neu eroberter Städte. Auch Genua, Pisa[77] und Bari verbanden eine militärische Außenpolitik mit Handelsinteressen in Outremer, denn Jaffa war ein Zielort des Karawanenhandels und so mit der „Seidenstraße“ verbunden. Pisa erhielt einen Stadtteil in Konzession, nachdem ihre 120 zählende Flotte auf dem Weg die byzantinischen Ionischen Inseln verwüstet hatte.[78] 1101 verschaffte sich Balduin II. die Herrschaft über Jaffa und setzte den Ritter Eudes Arpin de Bourges als Statthalter ein.[79] 1102 zog ein ägyptisches Heer aus fast 20.000 Mann vor die Tore, musste jedoch wieder abziehen, ohne dass es zur Belagerung kam.[67] Dagobert von Pisa, Plünderer[78] der ionischen Siebeninseln, zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem erklärt, beanspruchte die Stadt.[76] Als Hugo von Le Puiset 1132 gegen Fulko rebellierte, halfen ihm die Fatmiden.[80]

Nach der Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin[67][78] am See Genezareth am 4. Juli 1187,[80] eroberte der kurdischstämmige[67][70] Ayyubiden-Sultan[47] Saladin Jaffa. Guido von Lusignan hatte wider besseren Rat den Kampf gesucht.[80] Etwa 30.000 überlebende Soldaten und Gefolge des Kreuzfahrerheers wurden zum Freikauf abgeführt oder ließen die Preise für Sklaven in Damaskus einbrechen.[59][80] Am 10. September 1191 besetzte das Heer des Dritten Kreuzzugs unter Richard Löwenherz kampflos die Ruinen Jaffas, das auf Befehl Saladins vor der Schlacht bei Arsuf im Herbst 1190 geschleift worden war.[72][81] Am 7. September 1191 siegten die Kreuzfahrer.[81] Die Franken bemächtigten sich Jaffas, was ihnen den Zugang zu Aschkelon eröffnete.[81][80] Ende Juli und im August 1192 nutzte Saladin die Abreise Richard Löwenherz' und eines Teils des Gefolges nach Akkon, um sich in der Belagerung und Schlacht von Jaffa der Stadt zu bemächtigen, wurde aber zurückgeschlagen.[72] Am 2.[82]/3.[75] September 1192 sicherte Saladin den auf den Küstenstreifen[67][83][76] von Jaffa bis Tyrus zurückgedrängten Kreuzfahrern Jaffa im dreijährigen[82]/fünfjährigen[67] ersten Frieden von Jaffa zu. Saladin, der sich zahlreiche Großzügigkeiten[84] und selbst von wohlwollenden zeitgenössischen Chronisten wie Ibn al-Athīr[81][84] oder Imad ad-Din al-Isfahani kritisierte strategische Fehler leistete, hatte 1192 die Stadt Jaffa erobern lassen, dann aber auf die Erstürmung der Zitadelle verzichtet, was Löwenherz die Zeit gab, Jaffa erneut einzunehmen.[81] Laut Ibn Schaddad[82] garantierte Saladin Christen sichere Pilgerwege, Juda al-Charisi[82] berichtet von jüdischen Rückkehrern unter den bis 1250[85] regierenden Ayyubiden. Im Kreuzzug Friedrichs II. wurde am 11.[76] /18.[82] Februar 1229 der zweite[82] Friede von Jaffa[84][86][85] zwischen dem exkommunizierten[87][66][82] und arabischsprachigen[87] Kaiser und al-Kamil geschlossen, mit dem den Franken Jerusalem im Austausch für Damiette[84] kampflos[87][84] zufiel. Zuvor hatten Franken 1204 auch Konstantinopel gebrandschatzt.[88][64]

Im Königreich Jerusalem führte meist der Thronerbe den Titel „Graf von Jaffa und Askalon“. Heinrich von Champagne hinterließ Jaffa seinen Töchtern. In Abweichung von der Lex Salica hatten Frauen in der Kreuzfahrergesellschaft oft leitende Stellungen und Besitz und nahmen an den Gewalttätigkeiten teil.[86][89] Nach dem Tod von Alice von Champagne fiel Jaffa an ihre Tochter Maria von Champagne, die mit Walter IV. von Brienne verheiratet war. Nach dessen Tod 1246 fiel Jaffa an Marias Bruder, König Heinrich I. von Lusignan. 1246 bis 1247 belehnte Heinrich I. Johann von Ibelin mit Jaffa. 1268[84] eroberte die Bahri-Dynastie[85] der ägyptischen Mamluken,[47] die 1260[85] in der Schlacht bei ʿAin Dschālūt[84][76] den mongolischen Vormarsch gestoppt hatten,[84][70] unter Baibars I. Jaffa in einer halbtägigen[72] Belagerung. Sie beendeten die Herrschaft der Kreuzfahrer und überwanden die von den Muslimen, den Juden[78][70] und von vielen nach orthodoxem Ritus praktizierenden Christen – seit dem Schisma ab 1054 von Rom abgewandt[88] – als wiederholt auch traumatisch erlebte Fremdherrschaft der Franken[78][86] oder Lateiner.[74] Ein Grund für den fast nur militärischen[86] Charakter ihrer Präsenz lag in der sehr hohen Kindersterblichkeit[67][90] und erfolglosen[84][76][86] zivilen Ansiedlung. Die Kreuzfahrerstaaten erneuerten ihre Bevölkerung zu einem bedeutenden Teil durch immer neue und oft wesentlich gewaltbereitere und intolerantere[86][82] Zuzügler aus Europa, die zuvor auf diplomatischem Wege Erreichtes zunichtemachten.[78]

Der Titel eines Barons von Jaffa wurde nach ihrer Evakuierung von Adligen im Königreich Zypern geführt.[91] Neben neuen Anbaufrüchten (Aprikose, Aubergine, Schalotte, Wassermelone etc.),[67][35] brachten Kreuzfahrer auch die Brieftaubenzucht[67] nach Europa. Ähnlich wie in al-Andaluz, waren auf Zeiten des Krieges Zeiten des Friedens gefolgt,[92][93] was den Franken erlaubte, Kenntnisse in Arabisch[86] und in arabischer Medizin[64] zu erlangen. Hilfe in der Not versprachen sie sich auch von einem Bündnis mit der von den Franken gefürchteten aber von syrischen und armenischen Christen euphorisch[84] begrüßten mongolischen Goldenen Horde, das Philippe de Toucy,[94] in einem strategischen Richtungswechsel,[84][76] gesucht hatte. Die Mamluken ließen die Häfen zugunsten der Verteidigungslinie im Hinterland[84] weitgehend zerstören und entvölkern.[72][84][78] Fortan dominierten Sunniten der hanafitischen Rechtsschule. Mit der wiedererlangten Hoheit des Islam lag Jaffa im Gebiet des Dār al-Islām. Wirkungsgeschichtlich begann eine Phase von Stabilität und zunehmender Stagnation, bis zum Schock der „Ägyptischen Expedition“ 1798.[95][96][97]

Osmanische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1516 fiel Jaffa ans Osmanische Reich und erlangte die alte wirtschaftliche Bedeutung.[98] Der Kriegseintritt Schwedens im Dreißigjährigen Krieg beendete Importe aus dem Baltikum.[99] Die italienischen Staaten ließen Schiffe der englischen Levant Company,[100] der Niederländer und der Hanse für ihren Getreidebedarf deshalb Jaffa anlaufen.[99] Wichtigste Exportgüter waren Zucker[101] und seit dem 10. Jahrhundert Baumwolle.[102] Textilien und Olivenölseife – die Nabulsi-Seife – lieferte die Stadt Nablus im östlichen Hügelland.[103][102] Durch die Kapitulationen des Osmanischen Reiches[103][104] wurden 1535 französische, venezianische und genuesische Handelsniederlassungen[105] von den Osmanen großzügig steuerlich privilegiert[104] und erhielten Autonomie.[106] Vom Status der Dhimmi ausgenomme[106] Verwalter und Konsuln führten mit schutzbefohlenen lokalen Übersetzern[104] (Dragoman[107]) die Angelegenheiten der extraterritorialen[107] ausländischen Kontore.

Zunehmend war Jaffa auch Pilgerhafen auf dem Weg nach Jerusalem und zu anderen Loca Sancta, welche Christen an das irdische Leben Jesu erinnern, und die seit dem 4. Jahrhundert für Wallfahrten zugänglich waren.[108] Die kostspielige, aber sichere Seereise auf venezianischen Galeeren mit je knapp 100[49] Pilgern dauerte 30 bis 40 Tage und begann meist im Mai und Juni.[49][109] Doch mussten sich weniger bemittelte Reisende oft mit Schiffen begnügen, die weder Sicherheit noch Hygiene boten, zudem lauerte Gefahr durch eigene „Sünde[110][86] und das Verhalten von kriminellen Mitreisenden. Katholische Pilger unterstanden der Lex peregrinorum, die ihnen, neben anderen Schutzrechten, das damals nur wenigen zugängliche Recht einräumte, vor der Abreise ein Testament zu machen. Bestimmt wurde zudem der Tag, ab dem die zuhause verbleibende Ehegattin sich bei ausbleibender Rückkehr wieder verheiraten durfte. Behörden erklärten verschollene Pilger oftmals nach 366 Tagen für tot.[110] Armenier fanden in Jaffas Hokedun (dt. Haus der Seele) Zuflucht.[111]

Christen und Juden waren als Inhaber göttlicher Offenbarungsschriften und „Leute der Schrift“[112][113][114] (arabisch: ahl al-kitāb[65][115]), denen freilich – etwa hinsichtlich ʿĪsā ibn Maryam – eine Verfälschung[62][116][65] (Tahrīf) der Schriften vorgeworfen wurde, rechtlich untergeordnete ahl al-dhimma,[112][62][117] wobei Hadith 29:47 gebot, mit ihnen „nur auf anständige Weise“[65] zu streiten. In der sozialen Wertschätzung den Fellahin ähnlich,[117] bezahlten sie die Steuer Kharaj[106] und bis 1855[118] die Dschizya.[112] Rechtssicherheit,[119] weitestgehende Berufsfreiheit[120] und freie Religionsausübung[112][115][121] waren möglich. Der Pakt des Umar[106] verbot etwa Kirchenglocken, die Taufe von Muslimen und das Studium des Koran.[122] Es gab Baueinschränkungen,[122] ein Pferdereitverbot[123][119][124] und Kleiderregeln.[122][123][117] Wurden Schutzbestimmungen oder die Urteile lokaler Qādī nicht ausreichend befolgt, konnten die Minderheiten an die Hohe Pforte gelangen, die wiederholt für sie intervenierte.[125][117] Um 1665 versetzte das Auftauchen des angeblichen Messias Schabbtai Zvi und seines „ProphetenNathan von Gaza die jüdische Gemeinde in Aufregung.[126][127][128] Der jüdische Hoffnungsträger aus Smyrna bewegte sich frei im östlichen Mittelmeerraum, denn die Osmanen boten ihren Untertanen Reisefreiheit.[103]

Cornelis de Bruyn: Ioppe, Radierung im Buch Voyage au Levant, Paris 1714, zuerst niederländisch in Delft 1698[129]
Bonaparte visitant les pestiférés de Jaffa, 11 mars 1799 (Bonaparte besucht die Pestkranken von Jaffa, 11. März 1799) in der Darstellung von Antoine-Jean Gros von 1804, Öl auf Leinwand, 523 cm × 715 cm, Louvre, Paris[130]

Zweite mamelukische Zeit und osmanische Rückgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dhaher al-Omar aus Galiläa versuchte Istanbul 1774 Jaffa zu entreißen, doch die Nabulsi kamen ihm zuvor. Amad Beg Tuqan[131] wurde Gouverneur. 1775 stürmten Mamluken unter Muhammad Bey Abu Dahab[132] die von den Osmanen 1702–1703[133] gebaute Befestigung. An Jaffas Bevölkerung ließ er ein Massaker verrichten. Von Gaza kommend, das seine Truppen am 25. Februar 1799[134] kampflos[135][136] eingenommen hatten, belagerte die Erste Republik Jaffa während der Ägyptischen Expedition vom 4.[134] bis zum 7.[137][138] März 1799. Dem französischen Offizier, der die Verhandlungen über eine Übergabe der Stadt führen sollte, wurde von osmanischen Kämpfern der Kopf abgeschnitten[134] und von der Stadtmauer herab den Franzosen, auf einen Pfahl gespießt, gezeigt. Es folgte ein vierstündiger[139] Artilleriebeschuss und, nach der Eroberung, 30-stündige[139] Plünderungen[136][139] und am 10. März[32][139] die Erschießung oder Bajonettierung[136] von 3000[78]/4000[32][139][140] Männern, Frauen und Kindern.[78][136] Gerechtfertigt wurde das Blutbad mit fehlendem Wasser und Lebensmitteln für die Kriegsgefangenen.[141] Die Armée d’Orient kehrte nach ihrem Scheitern[142] in Akkon wieder ins südlichere Jaffa zurück, wo die Pest[134][78][136] nun voll ausbrach. Es gab zahlreiche Fälle sexueller Gewalt gegen Frauen.[134][143][32] Der am 24.[142] Mai 1799 wieder in Jaffa eingetroffene Napoleon Bonaparte gab seinem Militärarzt René-Nicolas Dufriche Desgenettes vermutlich den Auftrag, einige Dutzend[142] erkrankte Soldaten zu vergiften[144][45][139]/zurückzulassen.[142] Durch schlechte hygienische Bedingungen begünstigt, kehrten Pest und Cholera in den folgenden Jahrzehnten wiederholt zurück.[41] 1806 beklagte der Reisende François-René de Chateaubriand[144] in Itinéraire de Paris à Jérusalem den elenden Zustand des für 1800 auf 2750[145][146][147] Einwohner geschätzten Orts. Zucker und Baumwolle verschifften längst vor allem Häfen in der Neuen Welt.[101]

Modern gerüstete „ägyptische“ Truppen Muhammad Ali Paschas rückten zur Eroberung Syriens und Südostanatoliens[148] 1831 auch in Jaffa ein, das nach dem Bauernaufstand 1834[149][133][150] und 1839[119][41] der europäischen Intervention, 1841[133] wieder von Osmanen regiert wurde, die in der Zeit Nabbut Aghas[33] (1810–1820) einen Sabil, den Sabil Abu Nabbut,[45][139] gebaut hatten. Muhammad Ali erhielt die osmanische Anerkennung seiner Dynastie über Ägypten[119] und den Sudan.[148] Das kleine Jaffa unterstand nun dem Sandschak von Jerusalem, an dessen nördlicher Grenze es lag.[151][42][152] Dieser war noch Teil der Provinz Damaskus.[153] Ab 1872[154] Istanbul direkt unterstellt, wurde er vom Vilâyet von Beirut unabhängig.[152] Ab 1839 brachte die Tanzimat-ı Hayriye[155][156][119] genannte „Heilsame Neuordnung“[119] der Wirtschafts- und Rechtsordnung[104] einen Entwicklungsschub. 1842 wurde Papiergeld eingeführt, 1844 gab es eine Volkszählung.[156] Ibrahim Pascha hatte Bauern vertreiben[157] um mit Gefolge vom Nil die nahen Saknet-Dörfer[139][157] zu bauen. Diese Fellachen[41] blieben unter sich.[157] Andernorts kamen Tscherkessen und Bosniaken.[158][159] 1857[160] wurde der Sklavenhandel[156] per Ferman verboten, de facto ging er vermutlich bis 1910 weiter.[160] Der über DschiddaTabukAmman[160] oder auf See via Kyrenaika verlaufende Sklavenhandel aber auch die Haddsch[161] brachten Schwarze nach Jaffa.[162] Ibrahim schaffte Pilgersteuern für Nichtmuslime ab und führte Kopfsteuern auch für Muslime ein.[163] Die Bedel-i askeriye,[118] eine Militärbefreiungssteuer für Christen und Juden, vor dem Pariser Frieden und mit Ende des Millet-Systems rechtlich gleichgestellt,[119] ersetzte 1856 die Dschizya. Ab 1850 wurde geimpft.[164] 1856 bis 1882 stieg Jaffas Umschlag von 44.845 t auf 305.853 t[145] (336.000 £ um 1881[165]).

1840 gab es 4750 Einwohner.[146][147] Trotz rabbinischem Herem gegen die Wohnsitznahme in Jaffa, lebten etwa 200 meist maghrebinische Juden im Ort, ab 1841 mit Rabbi Jehudah Halevy.[132][139] Seit den 1820er[144] Jahren förderte Istanbul ihre Ansiedlung in Erwartung guter Steuererträge.[166] Juden und Christen bezahlten oft erhebliche Steuern[106] und Tributsummen[78] für Schutzrechte,[167][114] wozu für die Juden das Beten am Kotel[167][163] oder der beschwerliche Bau der Jerusalemer Hurva-Synagoge[78] gehörten. Da der Posten eines Steuerpächters (mültezim[153][168][169]) der Hohen Pforte ersteigert[169] wurde, versuchten Notabeln (a'yân[118][170]) möglichst viel einzunehmen,[147] um vom Ämterkauf zu profitieren. Nun drängten nach dem Krimkrieg christliche Untertanen des Russischen Kaiserreichs ins Land und versuchten, Frankreich, in Jaffa mit den Messageries Maritimes[107][171] oder AFP[172][173] präsent, den Rang als Schutzmacht[174] der arabischen Christen abzulaufen.[151][78] Die griechisch-orthodoxe Bevölkerung Jaffas wuchs auf 2900 um 1904.[107] Russland erhob diese Ansprüche seit 1774.[42][162][145] Auch bei Jaffa ließ sich die Kaiserlich Orthodoxe Palästina-Gesellschaft[58] nieder und betreute bis 1914 um 11.000 Schüler an über 100 Schulen[107] und jährlich 14.000 vom Zar subventionierte Pilger.[58] Hinzu kamen privilegierte[147] Ausländer und einheimische Christen unter dem konsularischen Schutz[42][107] verschiedener Staaten. Laurence Oliphant schrieb über die unberücksichtigten[147] Muslime: „Überall in der Türkei [sic] gehören die Muslime zu derjenigen Gruppe der Bevölkerung, die wirklich hart dran genommen wird.“[61] Jaffa, die „Mutter der Fremden“,[175][33] wurde Anlaufpunkt westlicher Glückssucher mit kapitalistischen Interessen und es entstand eine Mittelschicht.[58] Von 1860 bzw. 1873 bis 1881 versechsfachten sich Jaffas Orangen- und verdoppelten[152] sich Jaffas Getreideexporte nach England. Indes wurde die elsässische Missionarsfamilie Baldensperger[171] in Jaffa mit Honig reich. Édouard Portalis stieg mit Öl und Orangen zum schwerreichen Grundbesitzer auf.[171] Ab Jaffa reisten Shadar,[125] von der mittellosen Kehillah entsandte Schnorrer, in der Hoffnung auf dringend benötigte Finanzhilfe zu Juden in Europa und Afrika. Dies war die Halukka.[106][176][177] 1855[139][70] und 1857[139] kam Moses Montefiore mit Hilfe. Islamische Wohltätigkeit regelten Waqf-Stiftungen[118] und die Zakāt, die dritte der Fünf Säulen des Islam.[178]

Eine Darstellung des deutschen Orientmalers Gustav Bauernfeind: Markt in Jaffa, 1887, Öl auf Leinwand, 82 × 109 cm, Privatsammlung[179][180]
Hafen von Jaffa um 1920: Reisende warten auf Stegen darauf, sich zu ihren 800–1500[181] m entfernt liegenden Schiffen ausbooten zu lassen.[182]

Dampfschiffe aus Marseille und Triest[41] verkehrten ab den 1860er Jahren nach Fahrplan. Pilger, Touristen[58] und ab 1865 der PEF[147][183] erkundeten das Land. Ab 1867[156][125][104] garantierte das Gesetz das Grundeigentum von Ausländern. 1868–1869[118][147] bauten zwangsverpflichtete[140] Bauern die Straße nach Jerusalem, die ab 1879[118] winterfest war. Der Stadtrat Majlis al-baladiyya[184] erhielt 1872[165] Autonomie. Filialen der Ottomanischen Bank[107] und 1875 der Istanbuler Bankiersfamilie Valero[125] gingen auf. 1865 kam der Telegraf.[152][140] Die K.‐u.-k.-Post[140] und Tramlinien[107] eröffneten. 1884 folgte Plato von Ustinows Hôtel du Parc.[144] 1879–1888 wurde die Stadtmauer entfernt.[139][33] Die Barkai-Freimaurerloge erfreute sich bei Juden und Arabern großer Beliebtheit.[107][185] Während sich zuvor meist britische Erben in spe auf ihrer Grand Tour[58] in Jaffa einstellten, folgten nun 4200[147] Kunden von Thomas Cook.[58][41][147] Am 31. März 1890 begann eine französische Société mit dem Bau der Jaffa–Jerusalem-Bahn, sie ging am 26. September 1892 in Betrieb.[186] Die Sœurs de Saint-Joseph,[118] Sœurs du Rosaire[187] und Miss Arnott's School kamen hinzu. Bis 1923 entstanden laut Samuel Tolkowsky auf dem Land von Schaich Ibrahim al-Ajami rund 950 Häuser.[139] Palästina und Jaffa waren im Langen 19. Jahrhundert[165] fest im Weltmarkt integriert.[183]

Elite und Mittelschicht unterlagen der Verwestlichung,[188][118] worauf italienische Architekten,[175] französische, britische, skandinavische[189] und US-amerikanische Kliniken,[148] Missionsschulen[188][148][122] und Universitäten[148] Einfluss hatten. So betrieben die United Free Church of Scotland und die Church of Scotland in Ajami die Tabeetha School.[190][191] Ihr Missionserfolg beschränkte sich auf Christen.[190] Institutionen in den Metropolen Beirut,[192] Damaskus und Kairo lockten die wohlhabendsten Jaffaer Familien häufig fast das ganze Jahr zu sich.[69] Die gesamtarabische Vergnügungsmetropole[193] Beirut – wo 63[194] Tel Avivis studierten – hatte 1890 seinen Universitäten und Institutionen einiges mehr zu bieten[195] als Jaffa mit Kamelausritten[196] zu Eid al-Fitr und zum 10 km südlichen Nabi Reuven,[197][33] Ausflügen auf ersten Automobilen[196] und, immerhin, später dem Alhambra.[198] Das Studium führte Söhne der Oberschicht nach Europa.[162][148] Doch vermochte Jaffas Handelskommitee in der Bosnischen Annexionskrise Österreich-Ungarn die Stirn zu bieten, als es am 12. Oktober 1908 den Hafen für Frachter aus Triest blockierte, was 1908 ein Exportvolumen von 12,5 Millionen Francs tangierte.[107] Als erstes musste dies eine Mannschaft des Österreichischen Lloyd am folgenden Tag erfahren, als die Ruderer der Frachtlöschung einfach an Land blieben.[107][199]

Der Zeitungsherausgeber Issa al-Issa mit seinem Sohn Raja, Aufnahme von Frank Scholten von 1921 bis 1923
Das Stadthaus von Jaffa, Abbildung in The War Illustrated im Januar 1918

Die Familie al-Taji al-Faruqi aus Jaffa verfügte Ende des 19. Jahrhunderts über Grundbesitz von 50.000 Dunam.[151][200] Der Landbesitz reicher Familien war durch osmanische Gesetze ab 1858[42][156][152] arrondiert worden, da Bauern, um Steuern und dem Einzug der Kinder[201] ins Militär[69] zu entgehen, unwissentlich auf kollektiven und gewohnheitsrechtlichen Landbesitz verzichtet hatten.[69][201][147] Manche der oft auch verschuldeten[148] Efendi verkauften nun, ohne zu zögern,[165] leicht erlangtes und bereits verpachtetes Land an KKL und JCA.[98][156] Rund 20.000[165] landlose[202] Familien waren bis 1931[165] zu Landflucht[188][156] und Lohnarbeit in Städtnähe gezwungen,[203][202] die ihnen von den zunehmend[201][204] sozialistischen Zionisten der 2. Alija[152] (1904–1914) vorenthalten wurde,[203][201] die keine „Ausbeutung“[166][204] arabischer Lohnarbeiter betreiben, sondern eine rein jüdische Wirtschaft aufbauten wollten.[98] Die sich selbst[165] als Kolonisten bezeichnenden Pioniere[165][149][205] folgten Gordons[149] Lehre von der „hebräischen Arbeit“ (ʿavoda ʿivrit[41][58][152]), die auch Eroberung der Arbeit[203][125][152] (kibbusch haʿavoda[206][136]) genannt wurde. Die Juden sollten eine normale[152][207][204] gesellschaftliche Struktur aus „Bauern und Arbeitern“[207][204] erhalten und deren Masseneinwanderung[208][209] vorbereiten. Der andere Teil derselben Gesellschaftsauffassung war die „jüdische Selbstverteidigung“.[207] Aus beidem erwuchs der Vorwurf, der Zionismus sei ein imperialistischer Komplott[166][209][210] und die Juden würden Segregation[41][166][211] zu Lasten der arabischen Bevölkerung betreiben.

Junge Zeitungsverkäuferin[212] der Filastin (فلسطين) in Jaffa 1921, Aufnahme von Frank Scholten

Hamula-Dorfgemeinschaften lösten sich auf und suchten Halt an islamischen Wertvorstellungen.[170] Aus der unteren Mittelschicht war die „arabische Renaissance“,[213][162][118] ein „islamisches Erwachen“,[188][147] die Nahda, von Dschamal ad-Din al-Afghani[213][97][119] oder des weltlicheren Rifāʿa at-Tahtāwī[118][97][119] hervorgegangen, der begann, die Gesellschaft am französischen Vorbild zu modernisieren.[188][214][97] Intellektuelle wie Khalil Beidas[58] und Khalil Sakakini[215][185] oder die ab 1911[176][185] in Jaffa gedruckte und mit Unterbrüchen[185] bis 1967[58] bestehende Zeitung Filastin[41][208][162] gaben Impulse für das wachsende arabische Nationalbewusstsein. Von den Journalisten Issa al-Issa und Youssef al-Issa[58][185][216] geleitet, war sie panarabisch[58] und griechisch-orthodox.[58][185] Zum Vorlesen wurde sie gratis an Jaffas Distrikt-Mukhtar ab 100 Dorfbewohnern verteilt.[107][175] 1915 gab es in Palästina mehr als 20[217] Zeitungen. Auch al-Akhbar,[107] al-Asmai[176][216] und ab 1907 Martino Alonzos[200][218] at-Taraki[107][200] erschienen in Jaffa. Aus Haifa kam ab 1909[216] wöchentlich al-Karmil[208][176] von Najib Nassar,[217][125] zuvor griechisch-orthodoxer[185] Protestant[216] und Angestellter[125] der Landkaufgesellschaft JCA,[216] der sich mit seiner Frau Sadij Nassar[219] einem vehementen Antizionismus zugewandt hatte. Britisch-französische Kreuzzugsromantik[86] aktivierte und bestätigte alte Traumata.[72][65] Ein Artikel in Filastin trug 1913 ganz unverblümt den Titel Die zionistische Gefahr.[208] Zeitungen unterstanden strenger Zensur,[217] bis 1908 osmanisch,[104][119] ab 1917 britisch. Viele Menschen waren nicht[125][106][220] lesekundig und kannten Medien durch das Grammophon, etwa der Berliner Firma Odeon,[217][175] die 1913 und 1914 in Kairo 458[217] arabische Aufnahmen herstellte.

Abdülhamid II. unterdrückte bis zur Jungtürkischen Revolution[125] von 1908, an deren Spitze das bald der Kollusion[220][133] mit dem Zionismus bezichtigte Komitee für Einheit und Fortschritt[220] stand, die europäische[221][222] Idee der vaterländischen Nation (arabisch: Watan[220][118][107]). Die nationalistische und antizionistische Schrift Le Réveil de la nation arabe dans l’Asie turque [ou le péril juif universel][223][215][106] (dt. Erwachen der arabischen Nation in Türkisch-Asien [Oder die jüdische Weltbedrohung]) des maronitischen Christen Negib Azoury war 1905[223] in Paris erscheinen. Sie machte offene Anleihen am Antisemitismus Europas.[215][224] Insgesamt erreichte der von arabischen Christen und französischen Geistlichen[224] importierte[106][225] und übersetzte[221][106] „moderne“[226] Antisemitismus eines Édouard Drumont oder der arabisch vorliegenden „Protokolle“ (Kairo 1925[106][224]) die Muslime noch kaum,[224] für die die Juden ein Bestandteil[215][106] ihres islamischen Weltbildes waren. Nach der Wiedereinsetzung der Verfassung per osmanischem Dekret, am 6. August 1908[107] von Ali Ekrem Bey,[107][227][154] dem liberalen Gouverneur des Mutesarriflik Jerusalem, auch auf Jaffas Uhrenplatz[33] vor tausenden begeisterten Menschen jeden Glaubens verlesen, wurde 1909[125] ein Jaffaer ins Osmanische Parlament gewählt. Mendel Kremer, ein osmanisierter Jude in Jaffa und Journalist für HaHashkafa schrieb: „Ohne Chaos oder Blutvergießen hat unser Volk das wertvollste mögliche Gut erlangt [eine repräsentative Regierung].“[107]

1911[228] entstand in Paris die geheime Liga der arabischen Jugend (al-Fatât[223][162][216]) von Mohammed Izzat Darwaza,[223] die auch in Nablus und Jaffa Zellen bildete.[216] Der Krieg in Bulgarien ab 1911 zwang junge arabische Männer, die nicht als Kanonenfutter,[229] enden wollten, zu einem Leben als „turcos“[230] im fernen Lateinamerika.[230][231] Indes forderten die etwa 200[228] fast zur Hälfte[214] christlichen Delegierten einer sechstägigen[228] syrisch-ägyptischen[162] Konferenz, im Juni 1913[223][162] in der Pariser Société de Géographie[162][232] versammelt, Dezentralisierung[223][228][232] im Osmanischen Reich, Militär-[228][232] (Dienst ohne Entsendung) und Verwaltungsreform[223] und sprachliche Anerkennung.[223][228] Hocharabisch[217] löste Osmanisch als Bildungssprache ab, eine wachsende[213] Buchproduktion aus Ägypten,[217] wo die Presse relativ frei war, wurde rezipiert.[183] Im 19. Jahrhundert erschienen über 10.000[213][162] Titel. In Palästina entstanden der den Naschaschibi verbundene al-Muntada al-Adabi[223][216] („Der Literaturclub“) und Husseini-nahe al-Nadi al-Arabi[223][216] („Der arabische Club“) aus Studienabgängern und höheren Angehörigen der Sicherheitskräfte.[223]

Zwei Frauen in Jaffa, Aufnahme von Frank Scholten von 1921 bis 1923

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Hasan Bey al-Jabi[33] ließ die osmanische Militärbahn und der Straßenbau im Ersten Weltkrieg manchen Hain fällen.[196] Zerstört war „die Umsäumung aus Palmen, Granatapfelbäumen, Orangen-, Aprikosen- und Mandelbäumen – eine Fülle an Blüten – welche die Luft mit Duft durchtränken“,[45] die Laura Valentine 1893 beschrieb. Gewaltlos[233] wies Hadi Bek[139] fast alle Jaffaer – Juden und Araber[139][233] (die Juden galten bei russländischer und rumänischer Herkunft oder probritischer Spionage[128] 1917 als feindliche Staatsbürger[144][125][208]) – nach Galiläa[128]/Petach Tikwa[234] aus, war doch am 27. August 1916[235] auch Rumänien in den Krieg eingetreten. Am 16. November 1917[173][176][236] fiel Jaffa den ANZAC[176][139] unter Edmund Allenby zu. So endete die osmanische Zeit. Die Bevölkerung kehrte durch Vermittlung des mit den Türken verbündeten Deutschen Kaiserreichs auch aus Damaskus und Anatolien zurück.[144][107] Nach dem jungtürkischen Völkermord an den Armeniern[119] wuchs ab 1916 die armenisch-orthodoxe[137] Gemeinde durch den Zustrom der Flüchtlinge.[237][238][111]

1915 hatten die Briten mit Blick auf die Arabische Revolte[239] arabischen Politikern ein Gebiet von Adana (heute Türkei) bis Akaba[240] (heute Jordanien), einschließlich Jaffas, versprochen.[240][241] Im Mai 1916 lag Jaffa im Gebiet, das der Triple Entente zufolge unter gemeinsamem britischem, französischem und russischem Protektorat hätte stehen sollen.[240] Mark Sykes spielte mit dem vagen Plan, Haifa/Akkon[177] als Stützpunkt einzufordern, aber Nord- und Mittelpalästina zu internationalisieren.[242][243][236] Indes erfüllten sich auch arabische Versprechungen nicht.[239] Die umfassende Desertion ihrer Soldaten aus osmanischen Verbänden blieb aus.[244] Das Faisal-Weizmann-Abkommen[245][239] blieb unverwirklicht, zu dem Faisal I. im März 1919 an Felix Frankfurter[124] schrieb: „Wir Araber, insbesondere die gebildeten unter uns, schauen mit großer Sympathie auf die zionistische Bewegung.“[246][124] Im Ringen um die Pariser Friedenskonferenz kam am 10. Juni 1919[247][248] die King-Crane-Kommission[247][215] in Jaffa an. Chaim Weizmann versprach, „Palästina so jüdisch zu machen wie England englisch ist.“[247][201]

Vier Orangenpacker im Hafen von Jaffa als Stereobildpaar um 1930
Das Grüne Haus (1934), arabischer Eklektizismus im Zentrum von Jaffa

Mandatszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem „Großen Krieg“ an der Palästinafront formierten sich 1918 Islamisch-christliche Komitees,[176][41][115] die vom 27. Januar bis 9. Februar 1919[249][215] beim panarabischen[98] Allsyrischen Kongress in Jerusalem ein Programm gegen die Ansiedlung von Juden in „Südsyrien“[215][98][209] verfassten. Unter den Aktivisten, gegen den Zionismus vereint, entstand Uneinigkeit[223] über mögliche Alternativen: Während Muslime an ein Palästina als „untrennbaren Teil Syriens“ glaubten, befürworteten griechisch-orthodoxe Jaffaer ein britisches Protektorat; katholische Araber traten für ein französisches Protektorat ein.[215] Ab 1920 folgte die Zuwendung zum palästinensischen Staatsprojekt.[183] Die Bevölkerung war in Anhänger der rivalisierenden[250] Dynastien Husseini (Arabisch-palästinensische Partei ab 1934[251]) und Naschaschibi gespalten (Nationale Verteidigungspartei von Raghib al-Naschaschibi[252][223][251] ab 1934), was die Briten gezielt[152][253] verstärkten und islamisierten.[220][222] Mohammed Amin al-Husseini marginalisierte die Landnotabeln[251] im Arabischen Exekutivkomitee,[125] im Obersten Islamischen Rat[152] und dominierte ab 1936 das Arabische Hohe Komitee,[152] was zu Spaltungen der Nationalbewegung führte.[251] Der Historiker Amnon Cohen bezeichnet den Machtkampf als Vendetta.[125] Ab 1936 gab es sechs[251][125] arabische Parteien. Militärische Strukturen, die eine Eigenstaatlichkeit hätten sichern können, waren kaum vorhanden, so hatte die Jaffaer Miliz al-Najjada[125][254][176] nur lokale Bedeutung. Gesamtregional konkurrierte unter den Eliten (khâssa[220][118]) Lokalpatriotismus[222] mit Panarabismus, Libanonismus und Großsyrianismus.[244] Efraim Karsh verbreitet, dass ein britischer Bericht Jaffas muslimischer Elite Ende August 1918 „fast so etwas wie Feindseligkeit gegenüber der arabischen Bewegung“[255] attestiert hat. Benny Morris sieht „einen fundamentalen Mangel an autonomen Institutionen, Normen und Traditionen“.[125] Es fehlte der Arbeiter und Massen (ʿâmma[220][118]) einbindende Arabismus, die einheitliche palästinensische Identität.[244][256] Indes errichtete die Jewish Agency vorstaatliche Strukturen.[257] Während im nahen Bayt Dajan (heute Beit Dagan) die feine Stickerei blühte,[44] erreichten Werbung und Konsumgüter, beispielsweise von Nestlé, Bayer (Aspirin), Colgate/Palmolive, Amstel, HMV, Austin, oder DeSoto Jaffas Butrus-Street.[175][107]

Karte von Jaffa und Tel Aviv um 1930 des Survey of Palestine
Jaffa (grün) und Tel Aviv (blau) im Gebiet der Jaffa Municipality (rot)

1920 wuchsen die Spannungen, als Henri Gourauds[250] Armée du Levant am 25. Juli Damaskus[106][258] einnahm und den Willen der Konferenz von Sanremo vollzog.[259] Das geheime[260][258][242] Sykes-Picot-Abkommen[261][56][243] vom Mai 1916 – ein britisch-französischer Interessenausgleich[244] –, Ende 1917[243] von den Bolschewiki[242][262][250] publik gemacht, wurde entgegen allen Zusagen[243] und ohne jede Mitsprache umgesetzt. Der Absichtserklärung zufolge, sollte das Völkerbundsmandat eine Vormundschaft[263][264] über „unmündige Völker“[265][264] ausüben, „die noch nicht imstande sind, sich unter den besonders schwierigen Bedingungen der heutigen Welt selbst zu leiten“.[263][264] Die Mandatsmächte verstanden ihre Geopolitik als „eine heilige Aufgabe der Zivilisation“.[263][266] Im Juni 1923 forderte der 6. Nationalkongress der Araber in Palästina[200] in Jaffa König Hussein ibn Ali zur Ablehnung des Mandats auf. Am 1. Mai 1921[215] waren aus Spannungen[267][268] zwischen Juden arabisch-jüdische Unruhen in Jaffa[269] entstanden, wo 26.000[115][200] Araber und 16.000[115][200][270] Juden lebten. 40[268] bis 47[271][272][268] Juden starben beim Überfall auf ein Hostel,[268] Josef Chaim Brenner[273][271][115] in Abu Kabir. Das Pogrome in Osteuropa meldende jiddische Forverts[267] erkannte, trotz 48[208][200][274] arabischen Opfern, unvermeidlich[267] einen Pogrom. Um die Lage zu entschärfen, verboten die Teile und herrsche[56][152][222] praktizierenden Briten Juden die Landung in Palästina.[215] In ihrer Rolle des „honest broker“[209] sahen sie Palästina und den von ihnen erstmals so bezeichneten Mittleren Osten[100][118] als Brückenkopf via Suezkanal[202][264] nach Indien[100][152][275] und standen unter dem Einfluss millenaristischer[220][276][208] Protestanten. Argwöhnisch beobachteten sie bald Kontakte von Wladimir Jabotinsky und anderen radikalen Zionisten mit der IRA,[100] wähnten sie sich doch in einer Wiederholung des Irischen Unabhängigkeitskriegs,[193] dem „Anfang vom Ende des Empire“. 1922 verlegten sie Royal Irish Constabulary[277] und deren mörderische[278] Auxiliaries[277] von Irland nach Palästina.[279]

25. Oktober 1933:[199] Arabische Streikende und britische Polizei, darunter Berittene,[280][199] auf dem Martyr-Ground Square[281] in Jaffa. Die Bilderserie zeigt im weiteren Verlauf wie die Polizisten mit Schlagstöcken angreifen.[282][199][274] Anonymer Autor[199] des Matson Photo Service.

Laut der Volkszählung von 1931 hatte der Bezirk Jaffa 30.877[283] sesshafte Landbewohner, diese waren zu etwa 70 %[283] Muslime. Die arabische Bevölkerung Jaffas war von 1922 bis 1931 um 63 % (von 27.429 auf 44.638) gestiegen.[284] Eine Dürre im Frühjahr 1932 trieb die Bauern in die Stadt, das Einzugsgebiet reichte bis ins syrische Hauran.[251][268][200] Proletarisiert[98][208] und von Saisonarbeit[208] abhängig, machten sie ihrer Frustration am 13. Oktober 1933[70] im Generalstreik Luft. Nach Feuereröffnung[176][280] der Briten auf nicht abzugsbereite Streikende am 27. Oktober 1933, als ein[285] Polizist und 26[176][285]/29[286] Zivilisten, darunter ein sechsjähriger Junge,[286] starben und Jaffas Ex-Gouverneur[287] Musa Kazim al-Husaini schwere Schläge[176][285] zugefügt wurden, denen er darauf erlag,[42][285][287] radikalisierten[209][288] sich manche Jaffaer. Unter bildungsaffinen[164] Muslimen fand die „extrem rationalistische[164] Salafiyya[251][289] Zulauf. Lokaler Anführer war Yaʿqūb al-Ġuṣain[251][125] der 1932[125] gegründeten Gesellschaft der Muslimischen Jugend.[251] Izz ad-Din al-Qassam[289][251][176] wurde ihr Sprecher in Palästina. Seine kurzlebige Organisation Schwarze Hand (arabisch: al-Kaff al-A(s)wad[208][176]) zerbrach am harten Durchgreifen der Briten und an der geringen (200–800[208]/bis 1000[115][165] Personen) und zuletzt minimalen[290] Mobilisierungskraft des von ihm neu propagierten Dschihad,[288][291] der, wie Nadine Picaudou schreibt, der Gesellschaft fremd[288] war. Al-Qassam und die weiter großsyrische[285] Istiqlal,[286][136] der al-Husseini zu moderat[285][292] war, begehrten gegen probritische Grundbesitzer auf.[288][266]

Mit Methoden britischer Aufstandsbekämpfung in Irland[220] wurden zu Beginn des Krieges[266]Großer arabischer Aufstand[265][176][216] vom 18.–21.[145] Juni/ab dem 16. Juli[268] 1936 in der „Operation Anker“[100][32] weite Teile der Kasbah[100] ohne[268] richterliche Bewilligung gesprengt,[145] um befahrbare Schneisen[281] in die Rückzug[281][293] bietende al-Qala'a zu schlagen. Der britischen Zerstörungswut, einer „Sanierung“,[285][268] fielen 220[285] bis 250[100] mehrstöckige Bauten zum Opfer. Vom Minarett der Hassan-Bek-Moschee wurde auf Passanten geschossen. Etwa 7000[100] jüdische und 6000[176][285] arabische Jaffaer verloren die Wohnung. Abhilfe versprach der Peel-Teilungsplan,[42][266] der Jaffa als Teil einer britischen Zone vorsah, während er Tel Aviv einer jüdischen Zone zuschlug. Gewalt und Gegengewalt begannen im Mai 1936 mit 41[115] Anschlägen auf Juden. Am 26. August 1938[290] starben 24 Besucher eines arabischen Marktes durch eine Bombe. Die Briten, arabischen wie jüdischen Forderungen überdrüssig, gaben 1939 das dritte Weißbuch[98][294][264] heraus und machten ihrer Politik freundlicher Duldung jüdischer Einwanderung ein Ende. Dem Affront[220][292] folgte der jüdische Generalstreik.[295] David Ben-Gurion, der für die Briten 5500[266] jüdische Freiwillige rekrutierte,[250] ließ im Mai 1942 auf der New Yorker Biltmore-Konferenz verlauten[264]: „Wir führen Krieg an Englands Seite, als gäbe es kein Weißbuch, und wir bekämpfen das Weißbuch, als gäbe es keinen Krieg.“[98][209][250]

Das Kino Alhambra, Aufnahme des Matson Photo Service, 1937

1936 ging der dreisprachige[286] zensierte Palestine Broadcasting Service in Ramallah OnAir.[217] Ab 1938 gab es dorthin eine Straße[296] und den Tel Aviver Hafen,[144][203][125] ein einfacher Holzkai.[286] Ein jüdischer Waffenschmuggel[297][290] im Oktober 1935 ließ die Fahrer und Docker des Istiqlal[125] Jaffas Mole[12] bestreiken. Der Boykott[203][270] zwang Tel Aviv zur Eigenständigkeit.[270][181] Anders als Beirut[298] konnten ab Mitte des 19. Jahrhunderts Dampfschiffe bis 1000 t[298] Jaffa wegen der Riffe[139][181] nicht mehr anlaufen,[107][299][298] weshalb Jaffa – ʿArus al-Bahr[175] (dt. die Meeresbraut[176][32][175]) oder nach jüdischer Lesart Sha'ar Zion[32] (dt. Tor Zions) – Hafen ohne Hafen[100] hieß. 1965 wurde auch Tel Avivs Hafen vom Tiefwasserhafen in Aschdod[300] abgelöst. 1945 hatte Jaffa 101.580 Einwohner, von denen 53.930 muslimisch, 30.820 jüdisch und 16.800 christlich waren.[301] Während Tel Aviv im UN-Teilungsplan 1947 dem jüdischen Staat (14.700 km², das ist 55 % der Fläche des Mandatsgebiets, mit rund 500.000 Juden und 400.000 Arabern[209][152][302]) zugesprochen wurde, sollte Jaffa eine kleine Enklave[303] des arabischen Staates werden. In den Monaten nach der UN-Resolution vom 29. November 1947,[239] noch vor der Gewalt, gingen Teile der Elite[125][280][304] – Beamte, Ärzte, Anwälte, Geschäftsleute und ihre Familien – in die Diaspora (schatat[198]), zu Ferienhäusern[175] im Libanon, nach Nazareth[305] oder zu Verwandten im Ausland.[304][132]

Straßenszene im nunmehr mehrheitlich jüdischen Jaffa (Aufnahme von 1948/1951)
Ostern in Jaffa (2011)
Jaffas Vergnügungsviertel[197] Manschiyya bei Tel Aviv, mit 13.000[208][306] Einwohnern von 1944 bis 1947, liegt nach dem Palästinakrieg in Trümmern, Aufnahme von Rudi Weissenstein von Ende 1948

Es war einmal eine Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Januar 1948 sprengte die Irgun das Sarraya-Haus (al-Saray al-Kabir), Sitz des örtlichen Nationalkomitee, 26 Menschen starben.[307][308] Tel Avivs Stadträte protestierten bei Sitzungen am 7. und bei David Ben-Gurion am 25. Januar gegen den Irgun-Terror und die Provokationen der Hagana gegen Jaffa[307], da sie den am 9. Dezember 1947[309] mit Nimr Hawari[310] vereinbarten Nichtagressionspakt[310][311] mit Jaffa einhielten. Wenige Wochen später gab die Stadt Tel Aviv die Haltung auf.[307] Am 14. Mai 1948[312][264] erklärte der Va'ad Le'umi[313][314] die „zionistische Entität[170][315] für unabhängig. „Wir fühlten uns hoffnungslos. Wir konnten nichts machen. Es war ein schlimmes Gefühl der Erniedrigung. Ich weinte“,[312] erinnert sich der Zeitzeuge Mohammed Hasan Yosef, der es im Radio vernahm, es in der Zeitung las. Am 11.[254]/13.[271][304][32]/14.[215][176] Mai 1948 wurde Jaffa im Palästinakrieg unter Beschuss, nach drei Wochen Einkreisung, von 5000 jüdischen Soldaten[307] und der im Umland[176][305] mit der mit einigem ZynismusOperation Chametz[32][305][316] (von Bedikat Chametz[317]) genannten Räumung beschäftigten Hagana erobert. Ahmed Abu-Laban[32] unterschrieb die Kapitulation. Die an die UNO übergebenden[257] Briten waren zur Intervention[271][254][256] genötigt. Michael al-Issa< und 50 Bosniaken[307] hatten 430–540[305] alte Waffen an Jaffas 1500[307][256] Freiwillige (meist Muslimbrüder[318][200]) verteilt. Der Plan Daleth[319][254][222] kam zur Anwendung. Meldungen über ein Massaker im Dorf Deir Yasin[132][320][203] bei Jerusalem am 9. April 1948[266][115] und gezielt verbreitete[320] teils aber falsche Gerüchte[311][287] über weitere Übergriffe auf Zivilisten und Drohungen[320][319] per Lautsprecher[256] lösten bis im Juni eine zweite,[125][311] viel größere Fluchtwelle aus. Zerstört waren fast 400[270][321] arabische Dörfer und 100[270] Weiler, in der Küstenebene, vor Jerusalem, von der Grenze des Gazastreifens bis nach Be’er Scheva,[214] und im Norden von Haifa und Safed bis zu den Golanhöhen.[214][270] In Panik verließen sie Jaffa auf Booten[307] und flohen nach Gaza[322][287][305] ins Lager al-Shati[323] oder nach al-Arisch.[247] Einige Menschen ertranken im Meer.[32]

„Wir marschierten in eine Geisterstadt ein“,[287] erinnert sich Maxim Ghilan. Arabische Familien hatten auf baldige Rückkehr gehofft.[324][325][326] Bei der Flucht mitgeführte Hausschlüssel wurden zum Symbol für materielle Enteignung und den Verlust der Heimat.[327] Von der bis 1967 in 40.500[222] Fällen zugelassenen Familienzusammenführung[69][209] abgesehen (auf über 700.000[222][250][328] Erstvertriebene aus ganz Israel), blieb eine Rückkehr – al-Awda[209][197][329] – ausgeschlossen.[222][304] Bei Ausgangssperren von 21:00–5:00 Uhr[307] (später 22:00–4:00)[330] und Durchsuchungen gab es willkürliche Erschießungen und sexuelle Gewalt.[307] Weitere Plünderungen[208][331][209] durch israelische Zivilisten[307][222][332] und die Armee[307][222][332] sollten unterbunden werden. Jaffas Ad-hoc-Militärgouverneur Yitzhak Chizik bedrängte Minister Bekhor Shitrit, als sie eskalierten.[307][305] „Verlassenes Eigentum“ wurde ab dem 25. Juni 1948[307] von der Treuhandstelle[332][191][287] Militärs und Zivilisten angeboten, der Rest versteigert.[69][191] 45.000[208][332] meist bulgarische[32][287] Olim chadaschim wurden in Jaffa einquartiert.[332] Durch die Gesetze Absentee Property Law[69][333][309] (1950) und Land Acquisitions Law[333] (1953) fielen fast 40 %[333] und ab dem IBLL[247] (1960) 93 %[247][334] des Staatsgebiets unter die Sachwaltung des Jüdischen Nationalfonds,[69] wovon abwesende,[333] Internally displaced[69][125] present-absentees[333] (dt. anwesende Abwesende[247]) und anwesende[333] Eigentümer und Waqf[328][332][287] betroffen waren.

Laut Albert Hourani bewirkte die Talentabwanderung der Mittelschicht und Vermögensabfluss in Gebiete außerhalb Palästinas das Wachstum von Amman,[335][336][152] wohin im Mai 1948[197] auch Jaffas Bürgermeister floh.[305] Vielen blieb die Integration trotz Einbürgerung[292][165][250] erschwert.[337] Die von den Palästinensern Nakba (dt. Katastrophe) genannte schamvolle Niederlage und Flucht bzw. Vertreibung großer Bevölkerungsteile (73 %[185] von Jaffas Christen) reduzierte die arabische Bevölkerung um rund 50.000[307] auf 3647.[176][293] Umgesiedelte[176] und Jaffaer mussten nach Ajami.[305] 2017 zählte sie rund 20.000.[322]

Am 18. Mai 1949 waren Manschiyya und die Vororte umgemeindet, am 25. April 1950 von Ja’akov Schapira das übrige Jaffa nach eigenen Worten „ohne jedes Gesetz“ annektiert worden.[21] Am 28. Juni 1950 beschloss das israelische Kabinett gegen David Ben-Gurion, der Jaffa oder zumindest Jaffa-Tel Aviv[32] favorisierte, und des Stadtrates, der Tel Aviv vorzog, die vereinte Stadt Tel Aviv-Jaffa zu nennen.[16] Am 18. Juni 1950[32] wurde sie offiziell Tel Aviv-Jafo.

Symbolischer Schlüssel am Zugang zum Flüchtlingslager Aida (Bethlehem)

Im Erinnerungsdiskurs vieler Palästinenser wurde Jaffa ein ferner und im Idealzustand nostalgisch[213][219][197] konservierter Sehnsuchtsort.[256] So schildert der israelische Schriftsteller David Grossman 1988 ein Gespräch mit einem Flüchtlingsjungen der dritten Generation im Lager Dheischeh südlich von Bethlehem: „Ich frage einen fünfjährigen Jungen, woher er kommt. Er antwortet sofort: »Jaffa.« […] – »Warst du schon einmal in Jaffa?« – »Nein, aber mein Großvater hat es gekannt.« […] – »Und ist Jaffa schön?« – »Ja. Dort gibt es Obstgärten und Weinberge und das Meer.«“[338] Die Vorstellungen bestehen fort, sie fanden sich im Buch Yafa, ʿitr madina[197][339] (1980) wie im Film Tel Aviv on Fire von Sameh Zoabi (2018), in dem Jaffa als unerreichbare Silhouette am Horizont erscheint. Salim Tamari und André Mazzawi sprechen selbstkritisch vom Ignorieren der Erinnerung einfacher Palästinenser, Musa Budayri gar von „Jaffamanie“.[197] In seltenen Fällen konnten Häuser zurückgekauft werden,[256] Palästinenser mit Reisepässen kommen als Touristen.[256][340] Im krassen Gegensatz führen auch die extremsten Anhänger des Religiösen Zionismus, deren großisraelische Ambitionen weit[250][341] über das Gebiet innerhalb der Grünen Linie und des Westjordanlands – den sogenannten „Umstrittenen Gebieten[209][342][264] – hinausgehen, den Namen Jaffa im Munde. So zitiert Grossman den Siedler-Rabbiner Mosche Levinger mit den Worten: „Vor fünfzig Jahren haben unsere Gegner mit uns über Jaffa gestritten; heute streiten sie mit uns über Alfei Menasche; in fünfzig Jahren werden sie mit uns über Amman [die Hauptstadt Jordaniens] streiten. So ist das eben.“[338]

Dass die palästinensische Nationenbildung erst mit der Nakba einsetzte ist eine Auffassung,[69][270] die, wie Elias Sanbar schreibt, „gewissen Israelis lieb“[343] ist, der betont, dass „einen Blick in den Spiegel zu wagen“[329] in Nichts die Anerkennung der leidvollen jüdischen Geschichte mindert.[329] Ob die arabischen Israelis (die 48er-Araber[270]) Palästinenser sind ist umstritten.[344][345][346] In Jaffa befinden sie sich auf dem Rückzug,[340] auch wenn sich Tel Avivs jüdische Bevölkerung ein wenig Arabisch aneignet.[347] Kampagnen rechtsgerichteter Organisationen wie Yad L'Achim[283] und Lehava bekämpfen die seltenen[348] Mischehen zwischen jüdischen und arabischen Israelis, sowie alle weiteren gemischtreligiösen Ehen, womit sie Jüdinnen, welche in Tel Aviv so frei sind, Männer sogar „anzubaggern“,[349] davor „retten“[283] wollen, „widernatürliche“[283] Beziehungen einzugehen. Es gibt diese positiven Begegnungen: 1999 wurde mit Rana Raslan[350] erstmals eine arabische Israelin zur Miss Israel[345] gewählt und die Zahl arabischer Studierender steigt weiter.[345][348] Doch wurden ihre Arbeitslosigkeit,[351][348] die Kinderarmut[345][118] und verbreiteter illegaler Waffenbesitz[352] zulange ignoriert. Die organisierte Kriminalität ist nach Gruppen getrennt, während die „Russen“ das Sexgeschäft und jüdische Israelis Geldspiel und kostenpflichtige protekzia anbieten, sind Beduinen im Schmuggel und Araber in Drogen tätig.[353] Seit 2021 gibt es einen Anstieg[351] tödlicher innerarabischer Gewalt mit zahlreichen unbeteiligten Opfern.[352] Bandenabrechnungen erreichen auch die arabische Gemeinschaft in Jaffa.[351]

Old Jaffa wird heute touristisch[175] genutzt und beherbergt Souvenirläden und private Galerien.[354][144][219] Die konsumorientierten[144] und, wie Raja Shehadeh schreibt, entseelt „niedlichen Rekonstruktionen“[219] Old Jaffas als Touristenattraktion[355][356] entstanden meist in den 1990er Jahren, wobei ein Großteil der alten Bausubstanz beseitigt[355] wurde. Begründet wurde dieses Vorgehen teilweise mit dabei durchgeführten archäologischen Ausgrabungen.[36] Die staatslegitimierenden[330][357] Zielen dienende Archäologie ist in Israel ebenso beliebt wie Gegenstand erbitterten Streits.[209][358][223] 2002 standen nur zwei[58][309] zionistische Bauten in Old Jaffa (das Bilu-Haus, erster Sitz der Bewegung ab 1882/der erste Standort des Hebräischen Gymnasiums[309]) unter dem Schutz der Israel Antiquities Authority, jedoch keines der arabischen Gebäude.[58] Das südlich an die der Altstadt anschließende al-ʿAjami galt als Problemviertel[144] und Ort des Haschischhandels,[144][197] was im Film Ajami[144][359] (2009) von Scandar Copti behandelt wird. Eyal Sivan behandelt im Dokumentarfilm Jaffa, the Orange's Clockwork[360][196] (2009) die Vereinnahmung der Jaffa-Orange für den Zionismus. Ein Teil Jaffas ist heute eine zusammenhängende Ausgehmeile[144] für zahlungskräftige Besucher. In der „mixed town“[348][197] Jaffa befinden sich bis heute Einrichtungen arabischer Christen, zerfallende Häuser[361] von Vertriebenen und Botschaften. Wie andere Stadtteile wird Jaffa gentrifiziert.[322][362][363]

Geschichte Tel Avivs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909: Die Teilhaber der Terraingesellschaft Achusat Bajit losen Bauparzellen in den Dünen zu, Aufnahme von Avraham Soskin[32][233]
Das Hebräische Herzlia-Gymnasium im Tel Aviv der 1930er Jahre

Die ersten jüdischen Orte entstanden als nördliche Ausläufer Jaffas im Süden des heutigen Tel Aviv: Ab 1881 bauten jemenitische Juden Kerem HaTemanim (dt. Weinberg der Jemeniten;[186] auch: Machane Israel[32]). 1900 bildeten Jemeniten rund 10 %[158] der jüdischen Einwohner in Palästina. 75 oft arbeitslose jemenitische Handwerker- und arme Händlerfamilien gründeten 1903 in Jaffa die Organisation Peulat Sachir (dt. Lohnarbeiter-Tätigkeit) mit der Absicht, die Interessen dieser zum tieferen „arabischen Tarif“ bezahlten Juden gegenüber arabischen Arbeitskräften zu begünstigen.[169][106] In ihrem Antrag an den Vorstand der jüdischen Zitrus-Pflanzer von Rechovot gaben sie als Wunsch an, „die Zahl der arabischen und muslimischen Arbeiter zu reduzieren, und uns – die wir doch die Kinder eines [einzigen] Vaters sind – das Land an ihrer Stelle kultivieren“ zu lassen.[169] Bitter enttäuscht, ausgebeutet[106][149] und als „Hunde! Gojim!“[106][364] oder „Shvartse“[106][365][366] bezeichnet, kehrten viele Juden in den Jemen zurück.[106]

Um 1880 lebten 24.000[104][367]/ 25.000[220][368][115]/ 26.000[270] Juden in Palästina. Ukrainische Chowewe Zion[157][177] und Biluim[157] gesellten sich zum jahrhundertealten „Alten Jischuv“.[303][233] Viele kamen für die letzten Lebensjahre.[369][201] 1887[32] gründeten Aharon Chelouche, Chaim Amzalak und Joseph Beck-Moyal vor Jaffa jedoch den Ort mit dem ambitionierten Namen Newe Zedeq (dt. Oase der Gerechtigkeit im Buch Jeremia).[186][233] Bürgermeister Solomon Abulafia[299] vereinte ihn 1909 mit Tel Aviv. 1890 entstand Neve Shalom. Die Familie Chelouche kam 1840[125] aus Algerien[299] und etablierte sich im Bauwesen.[125][107] Sie unterhielt beste Beziehungen[107][299][32] mit der arabischen Elite. Jaffas Jüdinnen und Juden, die Herren mit Fes,[191] pflegten arabische Kleidersitten,[285] aschkenasische Frauen und Mädchen waren ihnen zu freizügig. Arthur Ruppin,[107] ab 1908[177] lokaler Büroleiter,[176][216][370] später im Brit Schalom, beklagte 1913 am 11. Zionistenkongress in Wien mangelnde „nationale Solidarität“.[176]

Ab 1900 überstieg die Zahl der Aschkenasim jene der Sephardim.[125] 1904 wurde Abraham Isaak Kook[163] aschkenasischer Oberrabbiner. Er und sein Sohn Zwi Jehuda Kook[338] schufen die ideologische Basis für den späteren religiösen Zionismus von Gusch Emunim,[371][338] damals noch die Sichtweise einer kleinen Minderheit, mit deren Auflösung[332] manche rechneten. Ab 1871[372][306][136] bearbeiteten im Ort Sarona etwa 100[139] württembergische Pietistenfamilien,[373] die Templer,[374][139] das Land. In Jaffas Vorort Walhalla (1903[233]) trieben sie ihr Projekt voran. Die American Colony der Church of the Messiah[139] bauten 1866, von George Adams getäuscht, bald meist repatriierte ex-LDS aus Maine.[140] Deutsche führten bis im Ersten Weltkrieg die Gießerei Palestinian Iron and Brass Foundry Company.[256] In Jaffas Stadtteil Manschiyya entstanden 1887 die jüdischen Bauten Jefeh Nof (Bella Vista) mit Krankenhaus und 1904 die Privatsiedlung Feingold Häuser.[32] Der Zuwachs wirtschaftlicher Möglichkeiten dank der noch wenig expansionistischen 1. Alija (1881–1903[115]) wurde kritisch begrüßt.[209] Raschīd Ridā[251] und andere islamische Intellektuelle äußerten sich vereinzelt positiv. Ridā, Herausgeber der Zeitschrift al-Manār,[162] betonte aber auch, dass das Land „allen Kindern Abrahams“ gehört.[215] 1912 erschien in Jaffa ein Arabisch-Selbstlernbuch.[191]

1902 wütete die Cholera, der spätere Trumpeldor-Friedhof entstand.[375] 1906 folgte die Terraingesellschaft Achusat Bajit (אחזת בית).[176][118] Zu den Gründern zählte am 6. Juli 1906 die Familie Mosche Scharets.[32] Am 11. April 1909[32][233] wurden die vom Bankier Jacobus Kann[376] mit Geld des KKL gekauften etwa 130.000 m² Grund[139] von Akiva Aryeh Weiss[377][32][233] Parzelle für Parzelle unter den 60[306][182][139]/66[32][378][274] Gründerfamilien per Los zugeteilt. Auf am Strand gesammelte Muscheln[233][274] schrieb er die Namen der Gesellschafter und auf weitere Muscheln die Parzellennummern. Während der Auslosung[379] zogen ein Junge und ein Mädchen je eine Muschel mit Nummer bzw. Namen, so entschied sich, wer welches Grundstück erhielt. Das damals kaum[233] beachtete Ereignis markiert den Beginn von Tel Avivs vorkritischer[380] Geschichtsschreibung. Achusat Bajit vereinigte sich später mit Nachalat Binjamin[381] und Geʾulla. Nach dem Titel von Nachum Sokolows hebräischer Übersetzung des utopischen Romans Altneuland von Theodor Herzl wurde der Ort „Tel Aviv“ genannt, nachdem Achusat Bajit am 21. Mai 1910 einen neuen Namen ausgewählt hatte.[32] Neu JaffaJefefija („Die Schönste“[382][299]) – Neweh Jafo („Aue Jaffas“) – ʾAvivah („Die Frühlingshafte“) – ʿIvrija („Hebräerin“) und schließlich Tel Aviv („Frühlingshügel“) wurden vorgeschlagen. Tel Aviv setzte sich durch. In Sokolows Übersetzung steht Tel (antiker Siedlungshügel) für „alt“, Aviv (Frühling) für „neu“.[176][383] Tel Aviv – die „erste hebräische/jüdische Stadt“[125][384][307] – wurde 1921 Zufluchtsort für rund 9000[270] Juden aus Jaffa.[233][200]

Auffaltbare Grußkarte zu Rosch ha-Schana mit idealisierender Abbildung von Tel Aviv, der „Ersten jüdischen Stadt“. Der obere Schriftzug ist jiddisch und bedeutet Panorama von Tel Aviv, gedruckt in Deutschland, 1912.[384]

Sokolow hatte den Namen dem Buch Ezechiel entnommen, das damit einen Ort am Fluss Kebar in Babylonien[144][58] bezeichnet, wo der Prophet die Offenbarung empfängt: „So kam ich zu den Verschleppten, die in Tel Abib wohnten.“ (Ez 3,15a EU; 37, 1–12[144][6]) Darin heißt es, dass „einmal das ganze zerstreute Volk Israel[385] nach Eretz Israel zurückgeführt werden wird“.[386] Die grundlegende Motivation des politischen Zionismus war jedoch politischer und kaum religiöser Natur.[387][152] Der auf eine Staatsgründung ausgerichtete Zionismus bildete die Hauptrichtung[209] der Bewegung, konkurrierte aber mit dem national-kulturellen[388][204] Zionismus, der emanzipatorische[388] Forderungen an die Diaspora stellte.[387] Alternativ[128][367][205] zum Zionismus entstand 1897[128] der Algemeyner Yidisher Arbeter-Bund in Lite, Poyln un Rusland (Bundisten).[387][204] Die seit 1870[42][176] bei Rischon LeZion[215] südlich von Jaffa tätige Mikwe Israel[319][176] der zionismuskritischen[106] Alliance Israélite Universelle, mit 242 Schülern in Palästina um 1885 und 1.591 um 1905[215], bot Knaben aus orientalisch-sephardischen und wohlhabenden arabischen[169] Familien in Jaffa ab 1892 eine französische Schulbildung an.[233] Ihr Vorsitzender hatte im Décret Crémieux den algerischen Juden 1870 Frankreichs Staatsbürgerschaft aufgezwungen.[215][389] Auch Spanien[107][390][391] und Italiens Imperialismus im Dodekanes und Italienisch-Libyen[392] versuchten dies. Die osmanische Staatsbürgerschaft erschien vielen Juden attraktiver.[107]

Am 7. Zionistenkongress 1905 in Basel[240] war die endgültige Entscheidung für die zionistische Landnahme im „leeren“[202][367] Palästina gefallen und die 1903 vorgeschlagene territorialistische Kolonie Uganda[240][152][220] (in Kenia[367][313]) verworfen worden. Der führende Antiterritorialist[149] Ber Borochov[208] mobilisierte mit dem Mythos vom Heiligen Land. Boris Schatz[144] zeichnete Baupläne im Eklektizismus[393] aus Jugendstil und Orientalismus. „Revolutionäre Juden“[394] sahen in Tel Aviv ein hinter sich gelassenes „Klein Odessa“.[373][7] In jener von Pogromen[208] erschütterten Schwarzmeer-Metropole lebten etwa 200.000[395] Juden. Armut,[204][177] Einzug von Kantonisten[394] und Zwangswohnsitz[313] im Ansiedlungsrayon[147] verstärkten den Auswanderungswillen.[208] Theodor Herzls Der Judenstaat und die diplomatischen[152][165] Mühen des in Sofia „Messias“[128] genannten „König Herzl“[128] fanden auch Zustimmung.[396] 1882–1914 wanderten 2,5 Millionen russische Juden aus, davon gingen 2–3 % – weniger als 50.000 –, teils nur kurzzeitig, nach Palästina.[152][367] Umgeben von mal gastfreundlichen,[394] mal feindseligen Arabern, wollten sie endlich wieder Bauern sein.[216][397] Neo-praktische[367] Arbeiterzionisten[152][204] kritisierten den städtischen Individualismus. Jaffas 420[145] Orangenhaine um 1873 wurden mit der großen oft kernlosen[398] Shamouti[290][169][152] weltberühmt. Südlich und östlich entstand ein verdichdeter Ansiedlungssektor.[399][125] Der zweite von Ruppin 1907 erklärte Sektor[177] lag um Safed, Haifa und Tiberias.[125] 1909[177][346] /1910[348] folgte Degania,[400][203][303] der erste Kibbuz. Am 2. November 1917[265][106][128] sprach sich Arthur James Balfour in einer vagen[266][268][313] Zusage für „die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“[265][236][257] aus. Die Balfour-Deklaration machte geltend, dass „zivile und religiöse Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften“,[257] damals 92 %[266] der Bevölkerung, nicht tangiert werden dürfen.[401]

Der erste[182] Kiosk von 1909,[375] vermutlich Rothschild-Boulevard,[182] Aufnahme von Avraham Soskin, 1910
Das Wappen und die Flagge der Stadt enthalten unter dem roten Davidstern zwei Worte aus dem biblischen Jeremiabuch: „Ich (Gott) werde dich aufbauen, und du sollst gebaut werden.“ (Jer 31,4)
25. März 1925 im Hafen von Jaffa: Der Earl of Balfour macht seine erste Palästinareise, Bürgermeister Meir Dizengoff zeigt ihm das Erreichte[206]
Ein Zug auf dem Weg nach Jaffa, Aufnahme von Zoltan Kluger
Tel Aviv und Jaffa im Survey of Palestine von 1929. Sichtbar sind die Parzellierungen mit Zuordnung der Bepflanzungsart: Orangen, Bananen, Oliven, Obst, Wein und Nadelhölzer.
Einwanderer nach ihrer Ankunft im Hafen von Jaffa zwischen 1921 und 1923, Aufnahme von Frank Scholten

Mandatszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Mai 1921 wurde die Verbindung mit Jaffa gelockert.[32] Tel Aviv mit 3600[115][200] Bewohnern erhielt von Sir Herbert Samuel den teilautonomen Status einer Township von Jaffa.[402][118] Damit reagierten die Briten auf die Gewalt gegen Juden 1921 bei den Unruhen von Jaffa.[286][285] Im Juni 1923 bestimmten sie, welche Viertel Jaffas aus der Obhut des Bürgermeisters Assem as-Said[274] an die Township Tel Aviv übergingen.[139] Neben Tel Aviv auch die Vororte und Häusergruppen Newe Zedeq (1887[32] gegründet), Newe Schalom (1890[32][233]), Machaneh Jehudah (1896[32]), Jefeh Nof (1897), Achawah (1899), Battej Feingold (1904), Battej Warschah, Battej Schmerling, Battej Joseph (1904), Kerem HaTeimanim (1905) und Ohel Moscheh (1907[306]). Am 10. Juni 1923 ging ein dieselbetriebenes Kraftwerk in Betrieb,[233][403] die Jaffa Electric Company.[58] Bald endete das Zeitalter von Gasbeleuchtung und Petroleumlampen. Federführend war Pinchas Ruthenberg,[58][224][176] der Gründer der Anglo-Palestine Electricity Company.[403] Die 3. Alija (1920–1923) hatte viele lohnabhängige Menschen an Land gebracht. Ende 1925 zählte Tel Aviv etwa 2000 Arbeitslose bei fast 20.000 Einwohnern.[208][205]

Sehr zum Missfallen[41][205] der linkszionistischen Pioniere, deren Ideal nicht weniger als der „Neue Jude“[404][215][193] war, waren „Grabski-Einwanderer“[286][325][136] der 4. Alija (1924–1928), denen die USA versperrt[268][405][233] war, meist bürgerliche[41][406][268] („kleinbürgerliche[271][204]) und „kapitalistische“[41][286][268] (im Besitz von 500[286][233]–1000 £[271][233][407]) ehemalige Klein- und Kleinstunternehmer[208] ohne Interesse an Landwirtschaft.[208][271] Es kam zu innerjüdischen Arbeitskämpfen, 1931/1932[115] mit solidarischer Teilnahme arabischer Arbeiter.[41][224] Die Histadrut, deren Organisierungsgrad 1924 bei 70 %[208] aller jüdischen Arbeiter lag, förderte die Entstehung arabischer Gewerkschaften[41] wie der PLL.[284] Rechte[205] Poale Zion wie David Ben-Gurion[279] hatten eine getrennte[216][279] antikapitalistische Front schon 1906[284] am Parteitag in Jaffa gefordert. Weiter links pflegten jüdische Kommunisten mit der 1925[58][325] gegründeten Palestine Arab Workers Society (PAWS)[58][325] und der 1934 entstandenen Arab Workers Society (AWS)[284] in den 1920er und 1930er Jahren eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsamer Gegner war die „jüdische Bourgeoisie[208][169] oder sie sabotierten[284] manchmal die Strategie der Histadrut. Diese versorgte die jüdische Bevölkerung mit Notwendigem, betrieb z. B. Egged.[275] In ihrem Hauptquartier befand sich die Genossenschaft Beit Brenner,[408] das größte Restaurant im Land, das für Tel Avivs meist küchenlose Unter- und Halbzimmermieter[409] täglich 2500–3000[408] Abendessen kochte. Der Preiszerfall[251][208] der Cash Crops brachte sie so wie viele Araber um den Lohn. 1927 lag die Arbeitslosigkeit in Tel Aviv bei geschätzten 40 %,[208][205] ausländische Investitionen waren rückläufig.[208] Rund 25.000 Juden verließen Palästina in der Weltwirtschaftskrise nach kurzer Zeit in Richtung europäischer Siedlungskolonien in Übersee, den meisten war die zionistische Ideologie völlig fremd.[207][410] Die PAWS wurde 1936 von den Briten zerschlagen, ihr Sekretär, Sami Taha,[208][310][115] am 12. September 1947[310][284][58] vermutlich auf Anweisung des „Großmuftis[208][284] ermordet.

Im Streit um die Durchsetzung der selbst der Einhaltung des Jom Kippur religiös übergeordneten Schabbatruhe[411][412] auch im erweiterten Tel Aviv, drohten die Vertreter Newe Zedeqs und Newe Schaloms 1923 für den Fall, die künftige gemeinsame Township würde sich nicht auf die Schabbatwahrung verpflichten, die Rückgliederung ihrer Viertel zu Jaffa anzustreben.[413] So vereinbarten die Verantwortlichen für ganz Tel Aviv, sich amtlich für die Schabbatwahrung einzusetzen, ohne den Anspruch, ihre Einhaltung im Privaten bestimmen zu können. 1926 wurde die aschkenasische Große Synagoge fertiggestellt, 1925 bis 1931 folgte der Bau der sephardischen Großen Synagoge Stiftszelt. Weitere Minjanim und Betsäle entstanden in den Stadtteilen, doch Uriel Halperin, Kanaanäer, somit auch Hebräer,[287] aber „kein Jude“,[332][414][287] rauchte auch am Samstag. Auch Besitzfragen gaben Anlass zu Streit: Am 20. Januar 1924 hatten die Einwohner des erweiterten Tel Avivs erstmals ihren Township-Rat gewählt, der am 31. des Monats Meir Dizengoff zum Bürgermeister erkor.[415] Im Juli 1926 erstritt der Hauseigentümerverband Tel Aviv per Feststellungsklage vor dem Obergericht in Jerusalem die Feststellung, wer wahlberechtigt sei. Das Gericht wollte nur Steuerzahler zu künftigen Wahlen zulassen.[416] Im Dezember 1926 schloss die Stadt Jaffa die Einwohner Tel Avivs von den Stadtratswahlen aus, nach Protesten konnten die Tel Avivis am 27. Mai 1927 ihre Vertreter nachwählen, die Mandate gingen an Dizengoff und Chaim Mutro.[417] Wer Mitte der 1920er Jahre sagte „Ich gehe in die Stadt“, meinte damit Jaffa, schrieb ein Zeitzeuge. Begegnungen mit provozierenden Shabab – nationalistisch eingestellten „Jungs, Grobianen und Rowdys“ – und feindseligen britischen Polizisten waren häufig.[176]

Patrick Geddes,[176][299] gefeierter Urbanist und Durchreisender für Indien,[418] wurde vom anglophilen[418][191] Chaim Weizmann eingeladen und mit Plänen beauftragt, die er nach seinen Zwischenhalten (über zwei Monate ab September 1919 und im Mai 1920[418]) vorlegte: Hygiene und Ideen einer Neuen Gesellschaft[418] verbindend, plante Geddes eine Gartenstadt[382][274] mit organisch[118][418] freistehenden Gebäuden, Baron Empains Planstadt Heliopolis[118] ähnlich. Die erdachte Stadt sollte am Meer liegen, denn sie sollte – vergleichbar mit New York und Buenos Aires – die Eingangspforte[379] zu einer neuen Heimat werden. Und die Stadt, die sich Theodor Herzl optisch ähnlich wie Wien[144][274][7] (Cottageviertel[233]) vorstellte, sollte gesunde Meeresluft haben, denn den Zionisten stand vor Augen, wie in den von der Schwindsucht[419] geplagten mitteleuropäischen Metropolen tausende Juden in stickigen Gangküchenhäusern[420] hausten. Die Umsetzung des Geddes-Plans gelang nur in Ansätzen, da private Investoren häufig finanziellen Eigeninteressen gehorchten,[421][271] wofür sie nicht nur Berl Katznelson[205] hart kritisierte.[233] Von 60 vorgesehenen Parks konnten nur die Hälfte angelegt werden.[382] Ohne Planung oder Standabgaben und mit „beklagenswerter“ Hygiene – so 1925 ein britisches Lamento – kam ab 1921 der Shouk HaKerem (dt. Markt des Weinbergs [der Jemeniten]) aus.[363] 1927 entstand für Juden aus Thessaloniki das eng bebaute Arbeiter- und Industrieviertel Florentin.[186] Das östlich anschließende Shapira bauten ab 1922[306] usbekische[356] Einwanderer. So bildete sich ein Wohlstandsgefälle[356][233] zwischen den von linken Idealen oder von der Haskala[422] geprägten Angehörigen der Elite[143] bewohnten Stadtteilen im Norden, der sogenannten „Aristokratie“,[331][358][165] und den wirtschaftlich schwächeren Mizrachim im Süden, die sich sozial benachteiligt fühlten und es meist auch waren,[423] da sie kaum Kapital und westliche Bildung besaßen. Oft wurde ihnen mit Misstrauen[137] begegnet, ihre Einwanderung war nicht[106] in größerem Umfang vorgesehen und ihre Identität mussten sie beim Aufbau des „Staats vor dem Staat“[27] unter Beweis stellen.[424][203] Im Mai 1930 organisierte der jemenitische Jude Zachariah Gluska eine Demonstration in Tel Aviv, die die Gleichgültigkeit der Jischuv-Leitung gegenüber den durch die Imamherrschaft ab 1922[425] entrechteten Juden im Jemen anprangerte.[106]

Das Eliavazon-Haus des Architekten Yosef Kashdan von 1934 am Rothschild-Boulevard 7, 2005 renoviert, heute der Sitz des Institut français[373]

Tel Aviv nannte sich ʿIr (Stadt) seit es mit der Municipal Corporations Ordinance im März 1921 zur Stadt erhoben wurde.[426] Volle Unabhängigkeit von Jaffa erhielt es am 12. Mai 1934. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland wuchs der Wohnungsbedarf; daher musste, entgegen der ursprünglichen Absicht, nun schnell, funktional und kostengünstig gebaut werden, von Architekten wie Richard Kauffmann, Wilhelm Haller, Erich Mendelsohn, Lotte Cohn, Leo Adler, Arieh Sharon, Genia Awerbuch, Dov Karmi,[427] oder Yehuda Magidovitch, allesamt Architekten, die sich den Prinzipien des Bauhaus und des Internationalen Stils[373] verpflichtet fühlten. Mit Zeev Rechter[373] fand sich auch ein Schüler des Berliner Architekten Erich Mendelsohn in Tel Aviv ein, Sam Barkai[373] hatte beim international stilbildenden Le Corbusier[32] in Paris studiert. Jedoch machten sie zahlreiche funktionale Zugeständnisse an die Bedingungen der Levante und passten ihre Pläne entsprechend an,[373] denn das Klima Palästinas war kontrastreich: „Auf brutheiße Tage folgen frostkalte Nächte, auf wilde Regengüsse Zeiten der wolkenlosen Dürre, auf eisige Nordstürme glühende Südwinde“,[428] beschrieb es Egon Friedell im Jahr 1936. Die Architekten schufen die modernistischen Entwürfe für die Pavillons der Levante-Messe[350] im heutigen Alten Norden. Als Vorbild diente auch die von den Nazis als „jüdisch-bolschewistisch“[373] oder „kulturbolschewistisch[429] beschimpfte Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Palästina prosperierte in den 1930er Jahren,[128] wie das innovative Beit Hadar zeigt. Neben dieser durchaus bürgerlichen[32] Lebensmodellen dienenden Architektur baute das Gewerkschaftsunternehmen Solel Boneh der Histadrut Vorstädte für Arbeiter, die Qirjot HaʿOvdim.[300]

Zu Tisch im Café Lorenz bei Fritz Gerstmann, „singender Kellner“, 1935
Links Bauhausstil der 1930er und rechts Levantinischer Eklektizismus der 1920er Jahre in Newe Zedeq
Von Konsul Carl Lutz am 21. Juli 1938 in Jaffa ausgestelltes Schweizer Transitvisum für K. Rajsfeld

Das Haʿavara-Abkommen[373][208][275] mit dem NS-Staat ermöglichte es Deutschen, welche den Großteil der 5. Alija (1932–1939) stellten, deutsches Baumaterial[393] und Maschinen,[268] die für den Neuanfang dienlich erschienen, zu importieren, die sie mit hinterlegten Guthaben bezahlten.[268] Auf internationalen Direktüberweisungen lastete ab Dezember 1931 die „Reichsfluchtsteuer“,[407] die die Nazis wiederholt erhöhten, um Inhaber in Deutschland, egal welcher Religion oder Nationalität, durch Besteuerung von der Ausfuhr ihrer Guthaben abzuschrecken, bzw. Guthaben per Steuer auszuplündern, wodurch Flüchtlinge mittellos ausreisten. Unter den neuen ʿOlim waren viele Angehörige des assimilierten Bildungsbürgertums, für die es nicht immer eine geeignete Arbeit gab, zudem eckten Jeckes,[261][394][430] wie Deutsche, Deutschböhmen und Österreicher spöttisch genannt wurden, mit ihrer Korrektheit[394] an. Es hieß, man habe sich auf Baustellen mit „Bitte schön, Herr Doktor! – Danke schön, Herr Doktor!“[207] Ziegelsteine gereicht. Shlomo Dov Goitein klagte: „Gute Manieren und Höflichkeit sind [dem Sabra] suspekt.“[193] Auch von der Jacke mochten sich die Jeckes in der Hitze nicht trennen.[408] Sie lebten im gesellschaftlichen Kanton Ivrit – „kein Ton Ivrit“.[431] Einige zionistische Politiker veranlasste dies, die Einwanderung der leichter zu integrierenden Polen[432] zu fördern. Am 16. Juni 1933[271] wurde der in Berlin ausgebildete Ökonom und Linkszionist Chaim Arlosoroff[433][271][176] tödlich verletzt am Strand aufgefunden. Der Rechtszionismus galt als Bedrohung.[434][435] Am 17. April 1933 kam es beim Aufmarsch der Betar,[271] welche zahlreich das Tel Aviver Geula Gymnasium besuchten, laut Shimon Peres die Schule der besitzenden Klasse,[435] zu Zusammenstößen mit Arbeitern. Die Revisionisten ihrerseits sahen im Arbeiterzionismus antidemokratische Tendenzen.[406]

Auch wenn im August 1937, bei der Annahme des Peel-Teilungsplans am 20. Zionistenkongress in Zürich, ihr „Transfer“[208][152][436] gefordert wurde, blieb die arabische Bevölkerung von jeder Vertreibung unbehelligt. Bürgerliche jüdische Familien beschäftigten arabische Hausangestellte.[208][286] Doch brachten deutsche Einwanderer in ihrem geistigen Gepäck, neben dem 1901[220][201] von Israel Zangwill[320][220][201] in der New Liberal Review[437][438] gegebenen Versprechen „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“,[168][209][152] weitere Anschauungen mit, die ein Interesse an ihren neuen arabischen Nachbarn gar nicht erst aufkommen ließen.

Ab Februar 1939 betrieb die Reichszentrale für jüdische Auswanderung die forcierte Ausreise von etwa 30.000 Juden.[439] 66.848 Menschen flohen auf diese Weise bis Oktober 1941 aus Österreich.[440] Insgesamt brachte die 5. Alija 197.235[261] Flüchtlinge ins Land. Im Juli 1941 wurden in Sarona lebende nichtjüdische Palästinadeutsche als Enemy Alien zur Internierung nach Australien ausgeschifft.[306] So erging es auch Italienern.[441] In der Deutschen Schule Sarona, der späteren Joseph-Serlin-Klinik, nahm die jüdische Hilfspolizei Notrim Quartier. Der spätere Budapester Gerechte Carl Lutz,[442] 1935–1940 Schweizer Konsul in Jaffa, übernahm zuerst die Schutzmacht für deutsche Angelegenheiten.[442] Die Polizei beschäftigte sich auch mit jüdischen Delinquenten, die es zur großen Zufriedenheit des jüdischen Nationaldichters[367][375] Chaim Nachman Bialik schon seit längerer Zeit gab. Als nämlich in den 1920er Jahren ein gewisser Renzel,[403] der erste in Tel Aviv verhaftete Dieb, gefasst wurde, meinte er zu dieser programmatisch angestrebten[27] Normalisierung: „Wir werden erst ein normales Volk sein, wenn es endlich jüdische Polizisten, jüdische Prostituierte und jüdische Banditen in unseren Straßen geben wird.“[403][443] 1939 zählte Tel Aviv 700 jüdische Polizisten.[319] Einwanderung von Prostituierten und in den 1930er Jahren Frauen im Allgemeinen (nur 20 % der legalen Einreisen), von Personen mit körperlichen und mentalen Gebrechen oder Alkoholismus versuchte die Zionistische Kommission zu verhindern.[286] Auch Kleinkinder nachziehen zu lassen war schwierig.[444]

Frauen lernen Busfahren, Aufnahme von Zoltan Kluger (Oktober 1940)
Postkarte aus Haifa nach Tel Aviv vom 27. März/Mai 1947: „Mein lieber Wolfi, Du hast wirklich eine schöne Erholungsstätte für uns ausgesucht und wir danken Dir nochmals dafür. Die Luft ist herrlich, das Wohnen sehr bequem und das Essen in Qualität und Quantität erstklassig. Hoffentlich können wir uns einmal bei Dir in gleicher Weise revanchieren. Innigst grüßen u. küssen Dich Papa & Mama.“
Der Dizengoff-Platz im Herzen der Weißen Stadt in den 1940er Jahren
Tel Avivs nördliches Umland (1944)

1939 lebte diese Gesellschaft mit Männerüberhang zu 90 % in den Städten, denn das Anfang der 1940er Jahre rund 20 %[436] des Agrarlandes umfassende Gebiet, das vor allem der Jüdische Nationalfonds (KKL) arabischen Latifundienbesitzern abgekauft hatte, konnte nicht mehr Menschen aufnehmen.[445] Dennoch bestimmte das ländliche Leben in Kibbuz[445] und Moschaw das Bild,[152][165] das der Zionismus von sich verbreitete. Verkäufer der insgesamt 681.978[169] verkauften Dunam waren von 1878 bis 1936 zu 52,6 %[203][169] außerhalb Palästinas lebende osmanische Eigentümer, 13,4 %[203][169] des Landes hatten Kirchen, nichtarabische ausländische Eigentümer und Regierung verkauft, 24,6 %[203][169] gehörte zuvor lokalen Notabeln und ihren Familien, wie beispielsweise den Jaffaer Familien al-Dajani[169] und Rock.[200] 1935 war mit 1225[251] offiziellen Landgeschäften der Höhepunkt erreicht. Der Endbegünstigte eines Landkaufs war dem Verkäufer häufig unbekannt.[118] Tel Aviv hatte, trotz umliegender Masserein-Dörfer[157] mit 6000[233] Einwohnern um 1931 (Ṣummayl [al-Maṣʿudiyya],[306][12][233] asch-Schaich Muwannis,[309][233] Jammasin,[309][363][306] Salama,[363][233][157] Arav Djamusin, Abu Kishaq (Beduinen) und Djerisha[233]), eine jüdische Bevölkerungsmehrheit. Die Stadt wuchs rasch, weil sie, neben Haifa, zum wichtigsten Ankunftshafen des Landes wurde. 1926 hatte Tel Aviv 40.000 Einwohner, 1936 waren es 150.000 Einwohner.[446] Indes wohnten in Djamusin am Yarkon Sudanesen.[233]

Zweiter Weltkrieg mit Folgezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurden Tel Aviv und Ṣummayl[176] am 9. September 1940[176][100][268] von auf Rhodos gestarteten italienischen Alcione[176] bombardiert, 137[176][268] Menschen starben. Deutsche Luftangriffe forderten am 11. und 12. Juni 1941 mindestens zwölf Tote.[100][215] Getroffen hatten ihre Bomben ein Invaliden- und Altersheim.[100] Im Gegensatz zum britischen Flottenstützpunkt[100] Alexandria, und zu Haifa,[261] das wegen der irakischen Kirkuk-Haifa-Pipeline[260][185][447] der IPC[165][115] – der „Halsschlagader des British Empire,[260] so das Time Magazine vom 21. April 1941[260] – seiner Treibstofflager[100] und Raffinerien,[100][448][264] als strategisch wichtig galt, hatten Tel Aviv und Jaffa keine Bodenluftabwehr.[100] Die Angst, dass die SS unter Walter Rauff mit dem bereits aufgestellten „Einsatzkommando Ägypten“ bald da sein würde[449], erfüllte den Jischuw, als Deutsche und Italiener 1942 kurz vor Kairo standen und der dem italienischen Faschismus zugeneigte ägyptische König Faruk I. sich für neutral erklärte.[450] Ein Teil der zionistischen Führung wurde nach Großbritannien evakuiert.[215] Manche Ägypter, zur unheiligen Allianz bereit,[449][451] wähnten sich der Arabischen Einheit[451] und dem Ende der britischen Herrschaft nahe,[449] doch die Bomben trafen unterschiedslos Juden wie Araber.[100] Von den Italienern abgeworfene Flugblätter,[100] die Jaffas Bevölkerung zum Aufstand gegen die Briten aufforderten, fanden keinen Widerhall,[100] vielmehr prangerte Jaffas arabische Zeitung Filastin, die bereits 1934[176] gegen die Nazis Stellung bezogen hatte, die Luftangriffe auf Tel Aviv als „kriminelle Bombardierung“[100] an. Bei Begräbnissen der jüdischen Opfer auf dem Friedhof Nachalat Jitzchaq in Givʿatajim[100] sprachen Jaffas Bürgermeister, Yussuf Haikal,[191][200][305] und arabische Geistliche ihr Beileid[176] aus. Zu Beginn der 1940er Jahre gab es jüdisch-arabische Hochzeiten, so der Familien Luria aus Tel Aviv oder al-Dajani, Badas und Shanti aus Jaffa.[191]

Tel Aviv wurde zum Anlaufpunkt alliierter Truppen auf Durchreise oder Erholungsurlaub, darunter Neuseeländer und Australier,[144] geflüchtete Zivilisten aus Kairo[449] und polnische Streitkräfte der Sowjetunion,[144] woran bis heute ein polnisches Gräberfeld[452] in Jaffa erinnert. Auch Angehörige der Armee des Freien Frankreichs und griechische Streitkräfte harrten auf ihren Einsatz.[144] Bei El-Alamein, 250[260] km vor Kairo, konnte durch diese von den Briten kommandierten Verbände der deutsche Vormarsch aufgehalten werden.[260] Trotz eines Stillhaltens[436][406] der bewaffneten jüdischen Bewegung Hagana[261] gegenüber den Mandatstruppen, kam es seitens der 200–400 Leute zählenden Gruppierung Lechi[261] und ab 1. Februar 1944[266] des Irgun (auch Etzel) zu Angriffen gegen deren Sicherheitsorgane,[453] da die Briten auch nach Bekanntwerden erster Meldungen über den Holocaust an einer restriktiven Einwanderungspolitik für Juden nach Palästina festhielten.[259][324] So legte Lechi eine Bombe, die am 20. Januar 1942 in Tel Aviv drei (teils jüdische) Polizisten tötete.[396] Am 6. November 1944[266][115] starb Lord Moyne bei einem Mordanschlag des Lechi in Kairo.[454][152][275] Die Briten verlegten nach dem Irgun-Terror[455][311] gegen das Jerusalemer King David Hotel Ende Juli 1946 rund 20.000 Mann für die Fahndungsaktion Shark nach Tel Aviv.[200]

1948: Die brennende Altalena vor Tel Aviv, Aufnahme von Hans Pinn

Dem Weißbuch von 1939[266][294] antwortete Tel Aviv mit Ausschreitungen.[295] Die Struma[324][115] (1942), später die Exodus[209][266] (1947), wurden zum Schutz der Araber von der Landung abgehalten.[453] London fürchtete nicht nur wie seit 1921[279] „ein zweites Irland“,[453][279] sondern ihr Abdriften zu den Achsenmächten.[266][432] Bestätigte Nachrichten über Massenmorde an Juden in Europa, so geschehen im Haaretz-Editorial im März 1943,[456] führten in Tel Aviv zu Großdemonstrationen.[432] Gleichzeitig liefen in Tel Aviv Pagliacci oder Pinocchio. Purim wollte man aber etwas ruhiger angehen.[456] Die Briten erlaubten nur die Youth Aliyah.[324] Die Alija Bet[25][346] erfolgte (nach britischer Diktion) illegal,[457][115][458] ab 1945 auf Schiffen der ZIM.[350] Fast 50.000[459][324] Passagiere abgefangener Schiffe wurden auf Zypern[324][209][261] oder in Atlit[270] interniert. 1947, vor Ausbruch des Palästinakriegs, lebten in Tel Aviv bereits 230.000[446] Einwohner. Das Drama der Exodus wurde vom UNSCOP-Leiter Emil Sandström[277] bezeugt[209][152][173] und beeinflusste[209] seine Empfehlung. Der UNO-Teilungsplan sah Tel Aviv Ende 1947 als Teil eines für verbindlich erklärten jüdischen Staatsgebiets vor. Die Radiomeldung aus New York fand in Tel Aviv jubelnden Zuspruch.[455] Es wurden Horo getanzt, etliche Male erhalte die haTikwa und der Ruf: „Wir haben einen Staat!“[20]

Überlebende des nationalsozialistischen Völkermords, die Displaced Persons,[265] konnten zwar nach dem Ende des britischen Mandats, nach häufig mehrjährigem Ausharren[455] in deutschen DP-Lagern,[460][461] nach Eretz Israel einreisen,[462] doch hatte das Schicksal der über 250.000[208] oft körperlich und seelisch gebrochenen[455] Überlebenden, die zwischen 1946 und 1949 im Land eintrafen, nur einen sehr geringen Anteil am öffentlichen Diskurs im neuen Staat,[461][320][208] vielmehr dominierte das Ideal des wehrhaften, leistungsfähigen und von Zukunftsoptimismus getragenen (männlichen) Pioniers oder Tzabar,[214][455] für das Max Nordau den Begriff „Muskeljudentum“[410][204][397] erfand und mit ihm Hakoah[463] und Makkabiade.[350] Das Ideal konterkarierte das Selbstbild und das im westlichen wie im arabischen[106] Raum verbreitete Zerrbild vom „verweiblichten“[464][224][106] Juden. Da der Zionismus auch eine Bewegung der jüdischen Selbstkritik[404][465] war, ergab sich diese Überschneidung.[466] David Ben-Gurion, Mapai-Politiker und Exekutivchef der Jewish Agency, äußerte sich kritisch[461][467][332] über die Eignung der Überlebenden, sich im Land zu integrieren. Zu der im Jischuv vorherrschenden Einstellung passte, dass am 22. März 1946 der Leiter der deutschen Templergesellschaft und Nazi-Propagandist Gotthilf Wagner in Tel Aviv aufgespürt und getötet wurde. Die Tat war eine der ersten sogenannten Gezielten Tötungen in Israel.[396] Im Juni 1948 kam es zu einem Gewaltausbruch zwischen jüdischen Verbänden mit 18[200]/19[203][458] Toten bei der Entladung von Waffenlieferungen des Frachters Altalena,[173][203] der dabei vor Tel Aviv versenkt wurde.[458] Frankreich hatte der Irgun[152][458] auf dem Schiff Waffen im Wert von 153 Millionen Francs geliefert und sicherte sich politische Einflussnahme[173] und weitere Exportgeschäfte.[209][468][275]

Im Staat Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Mai 1948 wurde im Museum von Tel Aviv[115][469][200] am Rothschild-Boulevard die israelische Unabhängigkeitserklärung verlesen. Seit Januar 1948[266] war Bürgerkrieg,[201][209][333] die erste Kriegsphase. Der Zeitzeuge Yakov Keller erinnert sich: „1948 war ich noch in der Schule. Jeder um mich herum hatte gefeiert. Aber ich war nicht froh, ich hatte das Gefühl: Das bedeutet Krieg. Und ich lag richtig.“[312] Nach durchfeierter[312] Nacht bombardierte[41][125][271] Ägyptens Luftwaffe Tel Aviv „vier oder fünf Mal“,[307] rückte am Boden auf 33 km[159] Nähe vor, beschädigte am 4. Juni 1948[307] auch das Haus David Ben-Gurions. Israel bombardierte arabische Großstädte.[307] Ab Juni 1948 wurde Israel in Sarona regiert.[21] Dann kam das Waffenstillstandsabkommen von 1949.[159]

Rationierung in Tel Aviv im Februar 1954, Aufnahme von Hans Pinn

Mit dringend benötigten Zahlungen (hebräisch Shilumim[470]) aus dem umstrittenen[300][312][330] Luxemburger Abkommen[471] – dem sogenannten Wiedergutmachungsabkommen[472][473] mit der Bundesrepublik Deutschland – wurde ab 1952 die Infrastruktur weiter ausgebaut, gleichzeitig profitierte[474] die deutsche Industrie. Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung, wie Strauss,[290] erhielten Maschinen, was half, der Rationierung[350][300][312] und dem Schwarzmarkt[350][300][332] von Alltagsgütern entgegenzuwirken. 1949 war es zu Hungerunruhen und Angriffen auf die Knesset im alten Kessem-Kino gekommen.[332] Konrad Adenauer begründete die Hilfen und Waffenlieferungen[474] 1965 sowohl moralisch als auch mit der „Macht der Juden“,[474] die es „auch heute noch“[475][474] nicht zu unterschätzen gelte. Er berief Botschafter Rolf Pauls,[474] „taktvoll“[456] aber intern ganz der Antisemit,[474] in Begleitung eines vermuteten Pfeilkreuzlers[456] nach Tel Aviv. Menachem Begin, selbst ein Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung, rief „zur Hölle mit den Gojim[209] und Adenauer einen „Mörder“.[458] Auf den Handel schlecht zu sprechen,[473] ließ er das Verhältnis zur BRD deutlich abkühlen, sah er doch alle Deutschen in einer Kollektivschuld.[476]

Die Jahre 1955–1957 und 1961–1964[261] brachten neue Einwanderungswellen aus arabischsprachigen Ländern, wo bis 1939 nur 6 %[106] der jüdischen Weltbevölkerung gelebt hatte. Eine Minderheit um den Knessetabgeordneten Peretz Bernstein[350] stellte sich erfolglos dagegen. Die seit 1922[106][328] offizielle semitische Sprache Ivrit,[477] erlernt im Ulpan,[350][203][328] und die Verdrängung des Jiddischen aus der Gesellschaft,[410] erleichterten zwar die sprachliche Integration der Mizrachim, doch mussten 80 %[223] umgeschult[330] werden, da die meisten zuvor als Kaufleute gearbeitet hatten. Sie verfügten meist nicht über die gezielte Hachschara- oder ORT-Vorbereitung auf das Leben in Israel, sprachen Synagogen-Hebräisch[478] (lashon ha-kodesh[410]) und das schambehaftete[479] Arabisch. Akademiker fanden keine entsprechende Arbeit und erlebten einen sozialen Abstieg.[330] Sie lebten in Zelten[330] und Ma'abarot-Baracken,[203][312][330] die nach den Regen von 1950–1951 im Schlamm standen.[20] Der schulische Werdegang der Kinder war steinig. So glaubte die jüdische Schweizer Schriftstellerin Salcia Landmann 1967 berichten zu müssen: „Lehrer und Erzieher in Israel klagen allgemein über die zum Teil schwache Begabung und den geringen Lerneifer der Kinder von Einwanderern aus arabischen Ländern.“[480] Die Rechtspflege verfolgte Verfehlungen dieser Jugendlichen, sowie besonders auch junger Araber, wesentlich härter.[168] Zu der zur Schau getragenen Mischung aus Strenge und Paternalismus der meist links-laizistischen[328] Elite gehörte, dass sie, wie es auch Salcia Landmann gleich im Nachsatz zu diesem Zitat tut, durchaus „Mischehen“[480][144] zwischen Aschkenasim und den – oft rechts (Cherut[332]) wählenden – „Orientalen“[481][482][483] (Mizrachim) befürworteten. 1967 gab es vorerst nur 15 %[484] gemischte Eheschließungen. In den 1970er Jahren setzte sich die Überzeugung durch, dass es besser sei, Einwanderern einen Teil ihrer Herkunftskultur zu belassen.[223] Dies nach der Radikalisierung empörter Mizrachim, die sich 1971 in der kommunistischen Gruppe Black Panthers[365][330][70] organisierten und auch in Tel Avivs südlichem Viertel HaTikwa[208] Rückhalt fanden. Dieses Unverständnis gilt als ein Grund für die Erosion[485] von Awoda[486][152][282] und Meretz.[487] Der linksliberale Soziologe Nissim Mizrachi ortet Ausgrenzung bis in die letzte Linksregierung Ehud Barak.[486] Der Awoda-Parteitag hat im Juni 1997 in Netiwot um Entschuldigung gebeten.[481]

Strandspaziergang an einem Schabbattag des Jahres 1948, Aufnahme von Willem van de Poll

Jiddisch galt als „Jargon der feigen Diasporajuden“,[488] um mit der Vergangenheit zu brechen, wurden Familiennamen hebräisiert.[489][203][193] Die Verbindung zum christlichen Europa sollte gekappt[422][202] werden, der neue Jude war, wie Mosche Shamir es schrieb, „aus dem Meer geboren“.[203] Erst der politisch[320] unterlegte Jerusalemer Eichmann-Prozess brachte in den 1960er Jahren eine Neubewertung[324][320][203] der Diaspora. Bei Radio-[393] und TV-Übertragungen[401][490] wurde 121[393] Zeugen zum ersten Mal wirklich zugehört.[488][479][401] David Ben-Gurion, der dem Prozess ein erzieherisches Ziel gab,[473][393] versuchte zunächst nur, den Holocaust in die Kontinuität antisemitischer Pogrome einzuschreiben.[404] Unter Golda Meir und Menachem Begin[224] wurde das Menschheitsverbrechen nachträglich zum zentralen Grundstein des Existenzrechts Israels umgedeutet.[404][393] Bis heute wird diskutiert, ob Juden Lehren aus dem Holocaust[491][492][493] ziehen müssen: Eine Mehrheit sieht es als erwiesen an, dass Stärke und militärische Überlegenheit[491] vor einer befürchteten[494][422][224] erneuten Vernichtung schützen („Nie wieder wir!“[401][495]). Wie Chaim Potok 1978 mit Blick auf die Gaskammern schrieb, „Die meisten sanften Juden sind tot“.[128] In Tel Aviv findet sich die ebenso jüdische Minderheitsposition, wonach daraus eine Pflicht zum menschlichen Respekt[491][275][365] erwächst, was ein Negieren des Anderen[275] verbietet. Refuzniks[491][365] von Jesch Gvul[365][496] oder Ometz LeSarev[208] haben Dienst verweigert.[208]

In Armee[493] und Schule sollen Reisen zu Yad Vashem[497][223] und heute sogar ins polnische Oświęcim[215] eine jüdisch-israelische Identität stärken,[203][410][224] die, wie der Philosoph Raphael Zagury-Orly schreibt, bis heute stark auf der Erfahrung des „Wir sind allein in der Welt“[422][498] basiert. Auch für arabische Israelis werden solche Bildungsreisen organisiert,[209] um für sie besser verständlich zu machen, wie sich diese „offene Wunde“[209] auf das Verhalten ihrer Mitbürger auswirkt. In den 1970er Jahren entstand ein neues Interesse an der Kultur der Diaspora, was z. B. den Erfolg der Sängerin Chava Alberstein begründete.[499] Auch das judenspanische Ladino[186] und Lieder in Haketia[500] wurden in Tel Aviv wiederbelebt. 1984[356] brachte die von Michael Levin[382][32] kuratierte Ausstellung White City. International Style Architecture in Israel[306] im Tel Aviv Museum of Art die Neubewertung des architektonischen Erbes und die Bezeichnung Weiße Stadt. Verschiedene Autoren haben argumentiert, dass dieser Stadtplanung identitätspolitische Motive[501] zugrunde liegen. 1994 begann ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die bröckelnden Bauten.[382] Mittlerweile sinkt der Anteil der Israelis mit einer vom Holocaust geprägten Familiengeschichte. Nichtaschkenasische Juden, wie die Rabbiner Ovadja Josef und Mordechai Elijahu,[492] verhalten sich ihnen gegenüber auch unsensibel. Indes sind Holocaustüberlebende in Israel häufig armutsbetroffen.[502][503]

Die Stadt wurde zum Zentrum städtischen Lebens in Israel und wuchs weiter: Nachdem mit der Einwanderung von aus Deutschland vertriebenen Juden – den sogenannten Jeckes – bis 1936 das Siedlungsgebiet am Meer verbaut worden war, entstanden zwischen 1950 und 1960 Stadtteile im Osten. Hier siedelten sich später, hauptsächlich 1984 (Operation Moses[504][303][405]) und 1991 (Operation Salomon[504][303][405]), meist weniger zahlungskräftige äthiopische Juden an, die Beta Israel – „echte Juden“, „deren Einwanderung nach Israel“,[504] entschied Oberrabbiner Josef 1973 rechtsgültig, „zu beschleunigen“ war[504][348] – während ab 1975 wohlhabendere Familien nach Ramat Aviv im Norden und ins östliche und südliche Umland[379] zogen. Es entstanden für den sozialen Zusammenhalt auch weniger geeignete Bauten mit viel Sichtbeton, etwa im Stil des Brutalismus.[505] Eilig und unter Spardruck gebaute Stadtteile aus meist staatlich subventionierten Wohnungen, die Shikunim,[506] entwickelten die Probleme einer großstädtischen Banlieue. Der häufig mit Stress[507] verbundene Bevölkerungsdruck, weitere Verdichtungen und Nachverdichtungen[373] und eine wachsende Zahl von Hochhäusern[373][379] haben seit den 1990er Jahren das Stadtbild erneut stark verändert und damit auch die Sozialstruktur, durch die dabei einhergehende Gentrifizierung. Indes sind die dunkelhäutigen äthiopischen Juden im Leben der Innenstadt wenig sichtbar. Sie, die sich – trotz staatlicher Affirmative Action[223] – oft ausgegrenzt und diskriminiert[508][223][509] fühlen, bleiben ihrerseits auf Distanz zur Weißen Stadt. 2015 und 2019 führten Polizeiübergriffe auf äthiopische Juden zu anhaltenden Protesten[508][510][203] in Tel Aviv.

1964: Der Schalom-Meir-Turm befindet sich im Bau, Aufnahme von Rudi Weissenstein, dem Fotografen der israelischen Unabhängigkeitserklärung

Der Umbau zur Hochhausstadt begann 1962.[502] Die Histadrut ließ das architektonisch wertvolle[373] Herzlia-Gymnasium abreißen, um Platz für den 120[375] m hohen Schalom-Meir-Turm[144] zu schaffen. Ein kultureller Verlust, der zur ersten Initiative für Denkmalschutz führte.[373] In der sprudelnd „produktiven Ekstase[511] der späten sixties – so schrieb Leonard Woolf – kam in der Dizengoffstraße das Verb dizengoffen[512][186][30] auf. Hier öffnete der Hyperinflation[405] trotzend 1984[513] das Einkaufszentrum Dizengoff Center. 2006 gab es 385.000 Tel Avivis, 2015 schon 433.000. Israel versucht, die Bevölkerung im Land zu verteilen.[303][405] Entwicklungsstädte wie Aschdod und Be’er Scheva im Süden werden laufend ausgebaut.[303] Während Schule[224][405] und Militärdienst[223][224][405] bei Jugendlichen zu einer raschen Anpassung führen, können die idealisierten Vorstellungen[207][514][512] von Israel, die ihre Eltern mitbringen, meist nicht gegen die Realität[514][512][312] bestehen. Sie erleben Israelis oft als rau,[207][492][405] aggressiv,[515][502] gleichgültig[207][332] und als bewundernswert[502] angst-[515][516] und respektfrei.[405] Ausländische Juden, an traditionelle chuztpah gewöhnt, empfinden die historisch neuartige, auch authentische[517] Israeliness oft als unjüdisch.[515][365] Auch die Haltung der schon im Land lebenden ist ambivalent,[207][518] da jeder neuen Alija bessere Startbedingungen geboten werden.

Die Hassan-Bek-Moschee mit Hochhäusern für Hotels und Büros der 1990er und 2000er Jahre (2014)

Für linksliberal, ebenso wie für wirtschaftsliberal bis neokonservativ gesinnte Juden, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, ist Tel Aviv ein wichtiger Referenzpunkt. Letztere haben sich für Privatisierungen[215][208][358] staatlicher und gewerkschaftlicher Betriebe starkgemacht. Hochhäuser gelten ihnen als Erfolgsbeweis.[234] Da sie sich oft nur vorübergehend[358] in Tel Aviv aufhalten, verstärkten sie die Freizeitorientierung der Menschen in der Stadt, deren Arbeitszeit, zumal in hochqualifizierten Bereichen, sich häufig nach den Bürozeiten[144] von San Francisco oder Los Angeles richtet. Ein bekanntes Diktum besagt deshalb „Jerusalem betet, Haifa arbeitet – und Tel Aviv feiert“.[519][144]

2011: Der Tent Protest auf dem Rothschild gegen unbezahlbare Wohnungen. Die Aktion verwies auch auf die zunehmend sichtbare Obdachlosigkeit[358] in Tel Aviv.
Regenbogenfahnen anlässlich der Tel Aviv Pride am Strand Hilton Beach

Die auch für israelische Verhältnisse sehr hohen Lebenskosten[520] mit Abbau[208][521] des Sozialstaats verstärkt soziale Ungleichheit.[522][215][344] Als bei stagnierenden Löhnen 2006 bis 2011 Durchschnittsmieten in Tel Aviv um 32 % stiegen,[208] begannen friedliche Proteste im Sommer 2011.[521] Teure Lebensmittel[234] und Kinderkrippen[234][24] wurden ein Thema. Benjamin Netanjahu beschrieb die jungen Demonstranten in der Autobiografie Bibi – My Story als verwöhnte Kinder reicher Eltern,[234] andere als „Sushi-Fresser“.[521] Die COVID-19-Pandemie in Israel verschärfte[523] zeitweise das oft prekäre Einkommen[524] der Haushalte. Tel Aviv pflegt aber ganz offiziell[525] das Image der internationalen Party-Metropole[526] mit Toleranz für Homosexuelle (LGBT), gay bars[334] und seit 1998[350][527] der Tel Aviv Pride.[290][528] Ihre Rechte vertritt seit 1975 die Agudah for Gays, Lesbians, Bisexuals, and Transgender.[527] Affirmativ besetzen besonders die als Trendsetter umworbenen und in Tel Aviv allgemein akzeptierten[290] schwulen Männer die sonst meist negativ konnotierten Begriffe Hedonismus und Nihilismus.[529] Kontroversen um Pinkwashing[208] nahmen mit den homophoben Morden[527][530] des 1. August 2009 zu.

Nichtjüdische Arbeitsimmigranten aus Osteuropa[271] (Rumänien,[531][358][525] Moldawien,[358] Polen[348]), Süd- (Nepal), Südost-[271] (Thailand,[531][358][525] Philippinen[531][358][525]) und Ostasien (China[532][348]) leben befristet[328][223][348] in der Stadt. Die postsowjetische Einwanderung brachte viele Menschen ins Land, die nach halachischer Auffassung nicht als Juden gelten,[492][224][410] was regelmäßig zu Debatten über die Frage Wer ist Jude?[203][261][358] und der wissenschaftlich umstrittenen[533][534] Forderung nach „jüdischer DNA[491][535] führt. Die Forderung wird besonders von den „Russen“[410][358][303] heftig kritisiert. 2019 waren in Israel rund 300.000[535][118] Personen betroffen. Sie stehen vor allem bei Eheschließungen,[524][330] die nur unter Aufsicht des orthodoxen Rabbinats durchgeführt werden können,[292] unter Legitimationsdruck,[535][358] viele ziehen deshalb eine Heirat im Ausland[203] vor. Beliebtestes Hochzeitsziel ist Zypern.[203][27] In zweiter Generation gibt es in Tel Aviv Konversionen,[493] meist von Frauen, zum Judentum. Sowjetische Juden waren 1989 zu 90,5 %[536] russischsprachig, was im Alltag bis heute bemerkbar ist. Russlands Regierung versucht, sich ihre Verbundenheit zu erhalten, sind doch beide Länder wirtschaftlich stark miteinander verflochten.[433][537] Auch im Tourismus- und Pilgergeschäft bestand ein starkes Interesse nichtjüdischer Russen an Israel.[410]

Weitere Bevölkerungsgruppen sind sogenannte Neue Juden.[538] Das sind unterschiedliche Einwanderergruppen wie Falascha Mura[509] und Hebrew Israelites,[539] die neu als Juden anerkannt werden.[540] Die in Süd Tel Aviv[234] lebenden nichtjüdischen Geflüchteten kommen seit 1990[541] meist „zufuß“[234] aus Ländern südlich der Sahara, wie Südsudan[348]/Sudan[223][542][234] Eritrea,[223][234] Kongo, Nigeria und Somalia.[356][543] 140.000[541] Menschen wurden im Jahr 2000 ausgewiesen.[541] 2000 bis 2012 gab es erneut fast 50.000[344] illegale Einreisen aus Afrika. Ein bedeutender Teil der Geflüchteten verbleibt im Land, da Rückführungen oft nicht durchführbar sind.[344] 2017 unterzeichnete Israel mit dem aufnahmewilligen Drittstaat Ruanda gegen Bezahlung ein Übernahmeabkommen.[223] Ihr Aufenthaltsstatus der bleibt unsicher. Viele hoffen, Israel als Transitland[544] nutzen zu können, wobei ihre Kinder teils in Israel aufgewachsen[356][234] sind. Die zeitweilige Kulturministerin[485] Miri Regev (Likud) bezeichnete sie 2012 als „ein Krebs in Israels Körper“.[545][356]

Nachdem die großen Einwanderungswellen der russisch-postsowjetischen Alija, nach einem Neuanstieg durch die Kriege in der Ukraine ab 2014,[118] weitgehend verebbt sind, haben sich, wegen des zunehmend als Bedrohung[546][547] erlebten Antisemitismus[548][549] in Frankreich, zuletzt vor allem französische[550][118] Juden in Tel Aviv-Jaffa niedergelassen. Israel bietet ihnen eine Art „Sicherheitsgarantie“,[551][492][224] viele kauften für sich vorsorglich Wohnungen in Tel Aviv-Jaffa.[550] Ausgelöst hat diese Fluchtbewegung hauptsächlich eine Serie äußerst brutaler Morde[552][553][275] an Jüdinnen und Juden in Frankreichs Ballungszentren. Die Opfer, wie die 85-jährige Mireille Knoll,[489] waren unauffällige Franzosen, was trotz der eigentlich stabilen Sicherheitslage, oft zu der Einschätzung führt, als jüdische Person Frankreich verlassen zu müssen,[554] um besonders die Kinder in Sicherheit zu wissen, und um nicht, wie Eliette Abécassis schreibt, ein Leben im Verborgenen, als „Marranen“,[555] führen zu müssen. Viele Franzosen arbeiten in Tel Aviv in Callcentern für den frankophonen Sprachraum. Eine französische Schule in Newe Zedeq und zahlreiche Geschäfte werben mit Angeboten um diese als kaufkräftig geltenden Einwanderer.[556]

In Tel Aviv wurde bei einer Friedenskundgebung von Schalom Achschaw[215] mit 100.000[261] bis 150.000[557] Teilnehmern, die am 4. November 1995[265][542][348] auf dem Platz der Könige Israels[355][348] (heute Rabin-Platz[348]) stattfand, Ministerpräsident Jitzchak Rabin zum Opfer eines politischen Mordes. Erschüttert[516][271] nahm die Bevölkerung Tel Avivs zur Kenntnis, dass der Täter jüdisch war. Dieses Trauma[558] brach bei Vielen den Glauben an die „Unschuld“[516] Israels. Die Stadt ist die Hochburg säkularer Juden,[538] den Hiloni[346] (40 %[214] der jüdischen Bevölkerung), in der, entgegen der Entwicklung im übrigen Land und insbesondere in Jerusalem, die sozialdemokratische Partei Awoda und die ebenfalls säkularen Parteien Jesch Atid und Meretz[538] weiterhin weitgehend allein die lokale Politik bestimmen. Als orthodox bzw. „ultraorthodox[559][328] geprägter Ort im Großraum Tel Aviv-Jaffa hat sich hingegen Bnei Berak[538][560][224] etabliert. Ein Nebeneinander, das durch die Sympathie der politischen Linken für diese am „Alltag weitgehend desinteressierten“ und deshalb mithin oft auch „toleranten Bürger“ erleichtert wird.[561] Dennoch begegnen sich religiöse und weniger religiöse Juden zunehmend mit Unverständnis,[562][27][422] was sich an der Frage der Militärdienstpflicht,[344][491][358] weltlicher Unterrichtsinhalte,[492][491][470] der Nichtteilnahme[491][303][470] am Arbeitsmarkt, Bussen und Zügen am Schabbat[563] (zumal Privatautos[563] gleichzeitig benutzt werden dürfen), der Geschlechtertrennung,[358][522][303] Vandalismus gegen Abbildungen von Frauen,[303][348] Homophobie[564] und an häufiger Nichteinhaltung[562][422][342] der COVID-19-Maßnahmen entzündet, doch gibt der Soziologe Natan Sznaider zu bedenken, dass der eigentliche innere Konflikt zwischen jüdischen und arabischen Israelis ausgetragen werde. Und auf die Säkularen bezogen sagt er: „Wir sind alle religiös, sonst würden wir hier ja nicht leben.“[565] Ein Teil der weltlich orientierten Tel Avivis erwirbt erneut religiöses Wissen in den säkularen Jeschiwot,[538][7] wie etwa BINA – The Jewish Movement for Social Change[566] in Tel Aviv/Ramat Gan, Haifa und Be’er Scheva. Diese Schulen verbinden meist jüngere Menschen, welche die Erfahrung machen, dass die jüdische religiöse Lebensweise von der Orthodoxie vereinnahmt[567][492] wird, haben doch das Liberale Judentum und das Konservative Judentum in Israel im Allgemeinen einen schweren Stand.[320][330][292] Daneben machen auch christliche Freikirchen, wie Messianische Juden, religiöse Angebote. Evangelikale im Ausland nehmen Einfluss auf die politische Entwicklung, namentlich in Bezug auf das Westjordanland.[568][275]

Theodor Herzl, postmodern (2013)

Die von den gescheiterten[259][163] Friedensbemühungen desillusionierte[569] Bevölkerung ist unter dem Schutz des Iron Dome[250][342] nach verbreiteter Auffassung apolitisch.[47] „Zur Friedensskepsis kommt Politikverachtung“,[498] meinte Tom Segev im August 2009 im Spiegel. Die Resignation[492][498] resultiert aus dem Gefühl, Israel habe auf palästinensischer Seite „keinen Partner für Frieden“,[259][492][542] politisierter Angst vor dem „falschen Frieden“[542] und aus der schmerzlich ins allgemeine Bewusstsein gerückten[497] Fragmentierung[492][344][561] unter den Juden, deren Erwartungen an sich selbst enttäuscht[497] wurden. Dadurch wächst der Druck[524] auf die israelischen Araber in Jaffa. So erhob Jisra’el Beitenu 2014, wie bereits 1973[570] von Meir Kahane gefordert,[570][348] die „freiwillige Umsiedlung“[320] (= „Transfer“[542][159]) der Araber aus „Jaffa oder Akkon“[320] zum Parteiprogramm.[498] Ähnlich tönt es seitens der religiös-zionistischen Partei HaTzionut HaDatit (ehemals Tkuma) von Bezalel Smotrich, die bei der Parlamentswahl 2021 den Sprung in die Knesset schaffte.[320] Die Zeitung Jedi’ot Acharonot berichtete am 28. Juni 1985, nach Befragungen an Schulen, über Zustimmung für Kahane bei 17- bis 18-jährigen Jugendlichen selbst im hochprivilegierten Nord Tel Aviv (dortige Stichprobe: 64 Schüler) von 27,7 %. 72,3 % lehnten diese Ideen ab.[570]

Demokratie verteidigen, notfalls am Autobahnkreuz Halacha-Brücke, 2020

Auch die loyalen[345] Drusen fühlen sich vom fortgesetzten[485] Rechtsruck[498][495] an den Rand gedrängt:[246] 50.000 Drusen und ebenso viele Juden demonstrierten am 4. August 2018[571] in Tel Aviv gegen das Nationalstaatsgesetz. Härteste Gegner „außenpolitischer“ Zugeständnisse im Sinne der von der Linken erhobenen Forderung „Land für Frieden“[47][209][152] sind nationalreligiöse Siedler.[572] Derweil wird in Tel Aviv offen über postideologische Ansätze[573] diskutiert. Tel Aviv ist aus ihrer Sicht, im Gegensatz zu den über bypass roads[531] schnell erreichbaren Siedlungen im Westjordanland, legitimes[565][32] Kernland,[261] während der Gedanke der zionistischen Landnahme neu nationalreligiös und messianisch[492][152] besetzt ist. Die Tatsache, dass Tel Aviv früher ebenfalls durch diese Landnahme für die Juden angeeignet wurde, führt rechte Kommentatoren zu der Schlussfolgerung, dass auch die rücksichtslose[341] Siedlungsexpansion im Westjordanland legitim sei.[152][32][341] So meinte Benjamin Netanjahu: „Wenn wir nicht das Recht haben in Hebron zu leben, dürfen wir in diesem Land nirgendwo leben; nicht in Jaffa, nicht in Akkon, nicht in Jerusalem und schon gar nicht in Tel Aviv.“[574] Und der Soziologe Natan Sznaider fasst ein häufiges Gegenargument an die Adresse der Friedensaktivisten so zusammen: „Und was ist an deinem Aufenthalt in Tel Aviv legitim?“[565]

Zahlreiche Kommentatoren beschreiben den Werteverlust,[492][358][525] verursacht durch die Besatzung, der das moralische Fundament von Staat und Gesellschaft angreift:[338][208][491] Von zunehmender sexueller und häuslicher Gewalt,[358][522] selbst bei Staatspräsident Mosche Katzav[348] (2006), bis zur Angst vor „Bürgerkrieg“.[575][341][495] Die wöchentlichen Proteste von 2023 gegen die Entmachtung von Israels Oberstem Gericht brachten bis zu 500.000[576] Menschen auf die Straßen. Vorbei ist die Zeit, als sich die Tel Avivis oft nur mit Veganismus[433][300] engagierten und selbst das liberale Leitmedium New York Times die Stadt im Mai 2021 eine Blase (englisch bubble[577][493][522]) nannte. Die Menschen im „Staat Tel Aviv“[577][578][470] stellen sich gegen den demokratiefeindlichen Coup[495] im „Jerusalem-Staat“.[470] Am 24. April 2023 versammelte Combatants for Peace zwar 15.000[579] Israelis, doch bleibt die Zivilgesellschaft, so ein Vorwurf, von der Realität des Nahen Ostens und der Palästinenser abgeschottet.[580] Die politische Linke – die Israel aufgebaut, mehrere Kriege geführt hat, und das „zionistische Projekt“[565][333] oder gar die „zionistische Revolution“[565][581][208] in den Grenzen von 1949[341] verwirklicht hat – wird hierfür regelmäßig als „linke Feiglinge“[558] oder „Verräter“[486][345][563] bezeichnet.[422] Der gehässige Diskurs[271][345] der extremen Rechten[271] wanderte von Facebook[582] auf die Straßen und Plätze, so bedrohten rechte Aktivisten und die Hooligan-Gruppe La Familia[558][542] von Beitar Jerusalem regierungskritische Demonstrationen in Tel Aviv.[334] Indes wendet sich ein Teil der Bevölkerung von ideologischen Prämissen ab.[583][224] Ironisch[584] verfremdete Versatzstücke[585] des Zionismus und das Konterfei Theodor Herzls werden in Tel Avivs Straßen zu postmodernen Ikonen.[356][584] In Worte fasst dies ein berühmt gewordenes Graffito in Florentin, das in Umkehrung des herzlschen „Wenn ihr wollt, ist es kein Traum“[586] den Vorbeigehenden verheißt: „Wenn ihr nicht träumen wollt, dann müsst ihr es nicht.“[513][356] Was ans Schlusswort zu Altneuland erinnert: „Wenn ihr aber nicht wollt, so ist es und bleibt es ein Märchen, was ich euch erzählt habe.“[586][584]

Terroranschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 19. Oktober 1994 (21 Tote)[215][261] und im Juli 1995[261] waren öffentliche Einrichtungen in Tel Aviv das Ziel von Terroranschlägen. Am 4. März 1996 ereignete sich vor dem Dizengoff Center ein weiterer Anschlag mit 13 Toten.[587] Diese Anschläge begleiteten und untergruben den damaligen Friedensprozess.[588][572][345]
  • Am 1. Juni 2000 wurden am Strand von Tel Aviv 21 Jugendliche ermordet und Dutzende weitere schwer verletzt, als sich ein Selbstmordtäter mit einer mit Metallteilen gefüllten Bombe in die Luft sprengte.[589]
  • Am 23. Januar 2001 wurden die beiden Besitzer des Sushi-Lokals Yuppies in der Tel Aviver Sheinkin-Straße, Motti Dayan (27) und Etgar Zeitouny (34), von Palästinensern entführt und ermordet.[590] Die Jahre 2000 bis 2005 waren die Jahre der Zweiten Intifada.[591]
  • Am 14. Februar 2001 raste ein Palästinenser mit einem Bus nahe Tel Aviv in eine Menschenmenge und tötete acht Personen.[283]
  • Am 1. Juni 2001[265] sprengte sich ein 22-jähriger Palästinenser vor der Diskothek Dolphinarium[265] in Tel Aviv selbst in die Luft. Bei dem Selbstmordanschlag kamen 21[493][353][7] Personen ums Leben, die meisten waren junge Mädchen russischer[353][7] Herkunft, über 100[7] wurden verletzt.
    Die ausgebombte Diskothek Dolphinarium (2012)
  • Am 5. März 2002 tötete ein palästinensischer Täter in zwei Restaurants im Zentrum von Tel Aviv drei Menschen und verletzte mehr als 30. Die Todesopfer waren der Polizist Salim Barakat, der 52-jährige Yosef Haybi und der 53-jährige Eli Dahan.[592]
  • Am 30. März 2002 sprengte sich ein Selbstmordtäter in dem Cafe Bialik an der Kreuzung Allenbystraße/King George- und Tschermichowskystraße in die Luft. Dabei wurden mehr als 30 Menschen zum Teil schwer verletzt.[593]
  • Am 25. Februar 2005 wurden fünf Personen getötet und 50 verwundet, als sich ein Selbstmordtäter vor dem Stage Club in die Luft sprengte. Zu der Tat bekannte sich der Islamische Dschihad.[596]
  • Am 19. Januar 2006 brachte ein im Namen des Islamischen Dschihad handelnder Selbstmordtäter bei einem Sandwich-Stand nahe der Central Bus Station einen Sprengsatz zur Explosion, 30 Personen wurden verletzt.[596]
  • Am 17. April 2006 war das Fast-food-Restaurant Shawarma das Ziel eines Selbstmordtäters des Islamischen Dschihad. Sieben Tote und mindestens 50 Verletzte fielen der Tat zum Opfer.[596]
  • Am 21. November 2012 starben 29 Menschen bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in Tel Aviv. Zur Tat bekannten sich der sogenannte Islamische Dschihad in Palästina und die Hamas.[25]
  • Am 10. November 2014 wurde beim Bahnhof HaHagana ein 20-jähriger Soldat von einem mutmaßlich aus „nationalistischen Motiven“ handelnden Täter aus Nablus mit einem Messer schwer verletzt.[597]
  • Am 21. Januar 2015 wurden bei einem Anschlag in einem Bus der städtischen Verkehrsbetriebe mehrere Menschen verletzt, fünf von ihnen mittel bis schwer. Bei dem Täter, der mit einem Messer auf die Fahrgäste losging, handelte es sich um einen 23-jährigen Palästinenser aus Tulkarem, der keine Aufenthaltsgenehmigung für Israel besaß. Er wurde in der Nähe des Tatortes angeschossen und festgenommen.[598]
  • Am 19. November 2015 erstach ein palästinensischer Täter in einem Bürogebäude im Süden von Tel Aviv zwei Menschen und verletzte eine weitere Person.[599]
  • Am 1. Januar 2016 erschoss im Zentrum von Tel Aviv ein Palästinenser in der Bar Simta zwei Menschen und verletzte sieben weitere.[600][601]
  • Am 8. Juni 2016 erschossen zwei palästinensische Täter vier Menschen, sieben weitere wurden schwer verletzt. Die Tat ereignete sich im Sarona-Viertel im Stadtzentrum.[602][603][604]
  • Am 9. Februar 2017 eröffnete im Vorort Petach Tikwa ein 19-jähriger Palästinenser das Feuer auf die Besucher eines Marktes und stach mit einem Messer auf sie ein. Sechs Personen wurden leicht verletzt.[605]
  • Am 7. April 2022 erschoss ein Täter aus Dschenin[352] drei Personen in einer Bar im Zentrum von Tel Aviv und verletzte zehn Personen. Der zunächst flüchtige Täter wurde von der Polizei erschossen.[606] Am 9. April 2022 drangen israelische Einsatzkräfte nach Dschenin vor. In Husan erschossen Soldaten am folgenden Tag eine unbewaffnete Mutter von sechs Kindern.[352]
  • Am 9. März 2023 eröffnete ein Täter das Feuer auf Personen am Rande einer Protestveranstaltung. Drei Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Die Hamas bekannte sich zur Tat.[607]
  • Am 7. April 2023 überfuhr ein Automobilist aus der israelischen Stadt Kafr Qasim auf der Strandpromenade von Tel Aviv einen italienischen Touristen und verletzte sieben weitere Personen. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass der tödliche Angriff ein Unfall war.[608]
  • Am 4. Juli 2023 überfuhr ein 20-jähriger Palästinenser aus dem Westjordanland in Nord Tel Aviv mit einem Auto mehrere Personen am Straßenrand, entstieg danach dem Fahrzeug und verletzte weitere Personen mit einem Messer. Ein bewaffneter Zivilist erschoss den Angreifer. Acht Personen wurden verletzt. Hamas beansprucht die Tat als Rache für Ereignisse in Dschenin.[609]

Gewalttätige Ausschreitungen im Mai 2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Eskalation des Nahostkonflikts im Mai 2021, dem Israel-Gaza-Konflikt 2021, kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen in Tel Aviv-Jaffa und anderen Orten im israelischen Kernland, hauptsächlich in der Stadt Lod.[342] Dem Gewaltausbruch vorausgegangen war die von Siedlern juristisch betriebene Zwangsräumung[342] palästinensischer Familien in Sheikh Jarrah in Ostjerusalem, Polizeisperren am Damaskustor am 12. April während des Ramadan, das Eindringen der Polizei in die al-Aqsa-Moschee am 13. April, Aufmärsche rechtsradikaler Israelis, darunter die Mitglieder der ultranationalistischen Gruppe Lehava,[610] am 22. April und am Jerusalemtag[610][342] am 10. Mai und schwere Zusammenstöße auf dem Haram al-Scharif (Tempelberg) am 7. Mai 2021 mit Hunderten verletzten Palästinensern.[611] Raketenbeschuss der radikalislamischen Terrororganisation Hamas auf den Großraum Jerusalem am 10. Mai[612] und andere Orte in Israel und israelische Luftangriffe auf Gaza folgten.

  • Am 12. Mai 2021 marschierten Dutzende rechtsradikale Israelis durch Tel Aviv und griffen eine Reihe von Geschäften im Besitz von Palästinensern (bzw. arabischen Israelis) an. Die Randalierer schlugen Scheiben ein, warfen Gegenstände und riefen rassistische Parolen.[613] Danach zerrte der rechtsextreme Mob nahe der Strandpromenade von Bat Jam den Automobilisten Said Moussa,[614] den sie für einen Araber hielten, aus seinem Auto und prügelten auf ihn ein, bis er reglos und blutig auf der Straße lag. Der Vorfall wurde im Fernsehen live übertragen. Polizei und Rettung trafen erst fünfzehn Minuten später ein, während das Lynchopfer reglos dalag.[615]
  • Am 13. Mai 2021 marschierte ein rechtsextremer jüdischer Mob durch das Viertel HaTikwa, skandierte „Tod den Arabern!“ und attackierte arabische Einwohner des Viertels sowie einen Journalisten und Kameramann des Fernsehsenders Kan. Rechtsradikale hatten im Internet zu bewaffneten Demonstrationen und zum Mord an arabischen Bewohnern aufgerufen.[616]
  • Am 14. Mai 2021 wurde in Jaffa ein 12-jähriger arabischer Junge durch zwei in ein Wohnhaus geworfene Brandflaschen im Gesicht schwer verletzt.[617] Am folgenden Tag kam es in Jaffa zu Protestkundgebungen.[618] Polizeiquellen sprachen zuletzt von mutmaßlich arabischen Tätern, die die Bewohner des Hauses für Juden gehalten hätten.[619]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv weist ein mediterranes Klima auf.

Tel Aviv
Klimadiagramm
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_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: Israel Meteorological Service
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tel Aviv
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 17,5 17,7 19,2 22,8 24,9 27,5 29,4 30,2 29,4 27,3 23,4 19,2 24,1
Mittl. Tagesmin. (°C) 9,6 9,8 11,5 14,4 17,3 20,6 23,0 23,7 22,5 19,1 14,6 11,2 16,5
Niederschlag (mm) 126,9 90,1 60,6 18,0 2,3 0,0 0,0 0,0 0,4 26,3 79,3 126,4 Σ 530,3
Regentage (d) 12,8 10,0 8,5 3,1 0,8 0,0 0,0 0,0 0,3 3,2 7,5 10,9 Σ 57,1
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Tel-Aviv-Jaffa (bis 1950 Tel Aviv) sind:

Name Amtszeit Partei
1 Meir Dizengoff[620] 1920–1925 Allgemeine Zionisten
2 David Bloch-Blumenfeld 1925–1928 Achdut haAwoda
3 Meir Dizengoff 1928–1936 Allgemeine Zionisten
4 Mosche Chelouche 1936–1936 unabhängig
5 Jisra’el Rokach 1936–1953 Allgemeine Zionisten
6 Chaim Levanon 1953–1959 Allgemeine Zionisten
7 Mordechai Namir 1959–1969 Mapai
8 Jehoschua Rabinowitz 1969–1974 Awoda
9 Schlomo Lahat 1974–1993 Likud
10 Roni Milo 1993–1998 Likud
11 Ron Huldai seit 1998 Awoda

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der symbolische Schlüssel für Tel Aviv, der 1992 zum Anlass der Gründung der Städtepartnerschaft mit Sofia übergeben wurde

Die Stadt Tel Aviv hat mit den folgenden Städten der Welt einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben (zeitlich geordnet):[621]

Kontroverse in Barcelona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Monate vor den Bürgermeisterwahlen in Barcelona erklärte die Bürgermeisterin Ada Colau im Februar 2023 per Dekret eine Aussetzung der Städtepartnerschaft mit Tel Aviv während ein entsprechendes Abkommen mit Gaza unberührt blieb. In einem Brief an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründete sie den Schritt – wie es heißt „in BDS-Manier“ – mit einer „eklatanten und systematische Verletzung der Menschenrechte“ sowie „Apartheid und Verfolgung“. Der Plan, die Partnerschaft mit Tel Aviv zu beenden, geht auf eine Initiative der linken Organisation Coalición Basta Complicidad con Israel zurück. Unterstützt wurde er von spanischen Gewerkschaften und der katalanischen NGO Observatori DESC. Die jüdische Gemeinde in Barcelona hielt Colau „ausgeklügelten Antisemitismus“ vor. Der Bürgermeister von Madrid, José Luis Martínez-Almeida, will mit einer neuen Städtepartnerschaft mit Tel Aviv „den Schaden wieder gut machen“.[628][629][630] Colaus Nachfolger Jaume Collboni vom PSC will hingegen an der Partnerschaft festhalten, Antisemitismus bekämpfen und solidarisch mit Tel Avivs Protestbewegung und mit den Palästinensern sein.[631]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1996 rekonstruierte Fassade der Haaretz-Redaktion der Architekten Joseph und Zeev Berlin von 1933[373]
Das Herta-und-Paul-Amir-Gebäude im Tel Aviv Museum of Art
Ein Straßencafé im Bauhaus-Stil in Florentin, einer bei szenebewussten Personen[632] angesagten Gegend

Tel Aviv sei keine gewöhnliche Stadt der Sehenswürdigkeiten, sagt der Polyglott-Reiseführer (2021) und führt aus: „Dass die Stadt an sich existiert, ist die Sehenswürdigkeit.“[513] Tatsächlich bietet sich ein farblich und architektonisch heterogenes Bild,[379][382] wie Jean Nouvel[32] 1995 über die Weiße Stadt, dieses Inventar von etwa 4000[306] Gebäuden, errichtet überwiegend im Internationalen Stil und Bauhaus, konsterniert[32] feststellte. Entworfen haben sie Architekten, die nach ihrem Studium in Wien, Rom, Brüssel, Paris oder Osteuropa vor dem Nationalsozialismus geflohen waren. Nur vier von ihnen hatten am Bauhaus studiert (Arieh Sharon, Shmuel Mestechkin, Munio Gitai-Weinraub, Shlomo Bernstein).[306] Die Bauten konzentrieren sich in den Stadtteilen Kerem ha-Temanim und Merkaz ha-ir und gehören seit 2003[633] zum UNESCO-Welterbe, da sie zwei der zehn möglichen Auswahlkriterien der UNESCO erfüllen.[633] In der Dizengoffstraße befindet sich das Bauhaus Center.[634] Hier beginnen Führungen zu den Gebäuden.[635] Auch das von der Bundesrepublik Deutschland mitfinanzierte[306] Beit Liebling (Baujahr 1936/1937[636]) und die Bauhaus Foundation Tel Aviv befassen sich mit dem Bauhaus. Wenige Meter davon entfernt befinden sich Beit Bialik und Beit Rubin, die ehemaligen Wohnungen Chaim Nachman Bialiks und Reuven Rubins, sowie das Felicja Blumental Music Center and Library im Andenken an Felicja Blumental und das ehemalige Rathaus, Beit Skora,[637] heute ebenfalls ein Museum. Das Scholem-Alejchem-Museum[636] informiert über das Leben und Werk Scholem Alejchems, eines bedeutenden Schriftstellers der jiddischen Literatur. Die Werke seines Berufskollegen Achad Ha'am[144] erschienen hingegen auf Hebräisch. Kultur war in Tel Aviv laut Robert Byrons Aussage 1937 „vollendete Tatsache“.[511]

Tel Aviv ist Ort zahlreicher Verlage und Zeitungen, deren bekanntestes liberales Aushängeschild die von Salman Schocken gegründete, auf Hebräisch und Englisch erscheinende Tageszeitung Haaretz ist.[186] Die Redaktion war 1923[286][285] von Jerusalem nach Tel Aviv umgezogen. Auch das monatlich erscheinende Politmagazin Liberal[638] (ליברל) ist liberal eingestellt. Einen festen Platz im Kulturkalender hat seit 1959 die Hebräische Buchwoche.[350] Buchläden sind in Tel Aviv-Jaffa selten, wozu die Aufhebung der Buchpreisbindung[545] im Jahr 2016 beiträgt. Häufigster Anbieter ist die Ladenkette Steimatzky. An der Allenby-Straße, früher New Society Road,[286] einer einst renommierten Einkaufsstraße im Stadtzentrum, finden sich Antiquariate. Tel Avivs häufig als links geltende Verlagshäuser, das israelische Filmschaffen[563] mit Produktionen wie The Band's Visit und Tel Aviv on Fire sowie die deutsch geprägte klassische Musik stehen von rechter Seite in der Kritik.[545] Unbeirrt betrieben Kulturschaffende weiterhin der Tabubruch, etwa in der Satireserie The Jews Are Coming,[639][640] oder im Werk von Adi Nes,[203] der sich mit Dekonstruktion[203] dem Thema des Militarismus[224][208] einer Gesellschaft zwischen Belagerungsmentalität[292][483] und Normalitätssehnsucht[502][641] stellt. Wo Eltern, nach der Anzahl ihrer Kinder gefragt, früher antworteten: „Wir ziehen drei Soldaten auf“,[292] wie der Friedensaktivist Jossi Beilin schreibt. Die innere und äußere Spannung halten Rutu Modan und Asaf Hanuka in ihren Graphic Novels aus. Assaf Gavrons Krimi Achtzehn Hiebe (2017) durchforscht Erinnerung.[642]

Das Dan Hotel mit der von Yaacov Agam in den 1980er Jahren gestalteten Regenbogenfassade[375]

Sehenswert ist auch das weiter südlich liegende Newe Zedeq. Am 22. August 1914 eröffneten hier Moshe Abarbanell und Mordechai Weisser[408] das Eden,[354] Tel Avivs erstes Kino. Vier Jahre später gab hier der Tänzer Baruch Agadati[403] seinen triumphalen Auftritt. Die beiden Kinounternehmer übernahmen das 1922 eröffnete Strandlokal Casino Galey Aviv,[408][286][233] das jedoch kein Geldspiel anbot, und führten es, trotz dieses Mangels, „in der besten europäischen Tradition“.[408] Das Haus wurde 1939[233] abgerissen. Seinetwegen[408][233] macht die Allenby-Straße noch heute eine abrupte Biegung zum Jerusalem Beach. Auch Samuel Agnon,[513][299] der sein Tel Aviv im Roman Gestern, Vorgestern[384] (1945) verewigte, lebte in Newe Zedeq. Im heute von Boutiquen[375] und Szenecafés geprägten verkehrsberuhigten Stadtteil befinden sich in einem Kernbau von 1887[375] ein Museum über den in Jaffa aufgewachsenen[215] Maler Nachum Gutman,[550] das Suzanne Dellal Center for Dance and Theater,[372][375] das lokalgeschichtliche Beit Rokach[550] sowie das Kulturzentrum Neve Schechter[636][306] im Lorenz-Haus (Baujahr 1886[636]) mit einer Synagoge der Masorti-Bewegung.

Unweit davon liegt das lange vernachlässigte Viertel Florentin, eine Gründung des griechischen Unternehmers David Florentin.[550] Ab 1933 lebten hier einige der bis 18.000 jüdischen Flüchtlinge des Campbell Pogroms der EEE in Thessaloniki.[181] Ende der 1990er Jahre[643] begannen junge Kreative, Garagen und leere Bauten zu Bars und Ateliers umzufunktionieren.[644] Alternativkultur und Gentrifizierung[644] verdrängen zunehmend Wenigverdiener und die angestammten Möbelgeschäfte. Florentin ist für seine Streetart[427] bekannt, dazu zählen die melancholischen Arbeiten des 1981 in Tel Aviv geborenen Künstlers Know Hope.[645][646] Manches gibt sich weniger politisch als das Hal'a HaKibbush! (Nieder mit der Besatzung!), das Shimon Tzabar in Begleitung des Diamantenhändlers David Ehrenfeld 1967 sprayte.[414] Die Galerie-Szene expandiert längst ins südlich an Florentin anschließende Industriegebiet Kiryat Hamelacha.[647] Weiter südlich bildet das Viertel Abu Kabir eine grüne Lunge mit Altem Botanischen Garten der Universität Tel Aviv, die hier am Rechov Herzl Nr. 155 ab 1952 mit dem Institut für Biowissenschaften ihre Keimzelle hatte. Nach Fortzug des Gründungsinstituts 1981 auf den neuen Campus in Ramat Aviv entwickelte sich der alte Universitätsstandort ab 1986 mit dem Beit Sefer lɘṬeva, Svīvah wɘChevrah (בית ספר לטבע, סביבה וחברה ‚Schule für Natur, Umwelt und Gesellschaft‘) zu einem Zentrum der Umwelterziehung, woran die jüdische Bildungs- und Bürgerbewegung BINA sich beteiligt. Gleich südlich benachbart zum Alten Botanischen Garten findet sich der Migrasch ha-Russim mit der Apostel-Petrus-Kirche, 1888 bis 1894 erbaut, sehenswert und wichtiger Anlaufpunkt für russischsprachige christliche orthodoxe Tel Avivis. Südlich davon bietet der Park ha-Chorschot Erholung, der an die das Nationale Zentrum für Forensische Medizin angrenzt, einzig im Viertel verbliebene wissenschaftliche Einrichtung. Von der Forensik 450 Meter nordwestwärts findet sich eine von Tel Avivs wichtigsten Landmarken osmanischer Baukunst, der Sabil Abu Nabbut.

Tel Aviv Nacht
Blick von Jaffa auf Tel Avivs Skyline bei Nacht
Das Felicja Blumental Music Center and Library an der Bialik-Straße

Am Rothschild-Boulevard liegt die Independence Hall. Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion hier den Staat Israel aus. Vor dem Museum befindet sich das Tel-Aviv-Gründer-Monument für Achusat Bajit von 1951 mit einem Bibelzitat (Jer 31,4 EU).[306] Das Tel Aviv Museum of Art zeigt klassische und zeitgenössische Kunst.[635] Im Foyer gelang Anna Halprin[648] in den 1970er Jahren der internationale Durchbruch. Das Eretz Israel Museum dokumentiert Geschichte und Archäologie. Die Geschichte der Juden in der Diaspora dokumentiert das Museum ANU (dt. „Wir“).[649] Am ehemaligen Zweitwohnsitz des Politikers befindet sich das Ben-Gurion Museum.[650] Das Hagana-Museum ist ein Museum der Geschichte der jüdischen Untergrundorganisation, Vorläufer der israelischen Armee IDF.[651] Das Palmach-Museum[637] in Ramat Aviv ist einer Spezialeinheit der Hagana gewidmet.[652] Es liegt beim Eretz-Israel-Museum im Neuen Norden. Der Person Jitzchak Rabin widmet sich das Jitzchak-Rabin-Zentrum.[375] Es liegt zwischen dem Eretz-Israel-Museum und dem Museum der Palmach, zu der Rabin in jungen Jahren gehörte. Auf dem Rabin-Platz erinnert ein Denkmal der Bildhauerin Yael Artsi an seine Ermordung.[354]

Auch die lutherische Immanuelkirche ist sehenswert. 1898–1904 entstand sie in der American Colony, einer Schindelhaussiedlung, die 1866[306][375] 150[375]/170[139] christlich motivierte Aussteiger aus Maine[375][140] hochzogen. Nebenan liegt das Viertel Noga.[375] Weiter im Norden ist das Charles Bronfman Auditorium die Heimat des Israel Philharmonic Orchestra und mit 2482 Plätzen größter Konzertsaal der Stadt. Daran schließt sich das 1931[423] in Moskau gegründete Nationaltheater Habimah an, Arbeitsstätte von Max Brod,[653] der neben Arnold Zweig[407] fast als einziger[407] jüdischer Schriftsteller deutscher Sprache das Exil in Israel wählte. Während Franz Kafka, dessen Manuskripte Brod nach Tel Aviv mitbrachte,[433] sich hier schon als Kellner[654] sah und mit schwankendem Entschluss Ivrit lernte,[655][656] war Palästina für den ihm nahestehenden Franz Werfel keine Option, seine Flucht führte ihn über Portugal in die USA. Noch ablehnender[657][407] war die Haltung des Dresdner Professors Victor Klemperer, der schrieb: „[Ich kann] nur Geistesgeschichte vortragen, und nur in deutscher Sprache und in völlig deutschem Sinn. Ich muß hier leben und hier sterben.“[657] Entsprechend erfolgte der Aufbau der Kultur im „Krieg der Sprachen[328][41][658] (1913–1914[328]) gegen den das Deutsche propagierenden Hilfsverein der deutschen Juden[659] und den deutschsprachigen Lehrbetrieb am Technion[659] zu Haifa nach dem Grundsatz „Jude, sprich Hebräisch“[286] in häufig militanter[477][286][659] Abgrenzung zur Diaspora, etwa durch die von Schülern des Herzlia-Gymnasiums gegründete Brigade der Verteidiger der hebräischen Sprache.[286][233] Gelebt wurde das am seit 1944 bestehenden Tmu-na-Theater[372] und am Cameri-Theater.[635] Das Yiddishpiel Theater pflegt hingegen seit 1988 die Tradition des jiddischen Theaters.[635] Das Tel Aviv LGBTQ Memorial im Me'ir Park gedenkt allen Menschen, die ihrer sexuellen Orientierung wegen von den Nazis verfolgt wurden.[660]

Im Mai 2019 war Tel Aviv Veranstaltungsort des 64. Eurovision Song Contest, da Netta mit Toy den Contest 2018 in Lissabon gewonnen hatte. Aktuelle Hauptrichtung[193] der israelischen Popmusik ist die griechisch-arabisch beeinflusste Mizrahi-Musik. Westlich geprägte Musikstile beginnen beim Sänger Arik Einstein, einer unumstrittenen Identifikationsfigur des Neuen Israel,[538][300] und reichen von hebräischem Reggae über Rap zu Independent. Zum demonstrativen Optimismus eines Klassikers wie Shafshafs Lied (שירו של שפשף, Shiro Shel Shafshaf[661]) und einem leichten Mainstream gesellt sich manchmal ein grimmiger Fatalismus: So kontrastiert der Rapper Tuna im Video zum Erfolgssong Rock 30 (Rock schloschim[662]) private Kindheitserinnerungen aus dem hoffnungsvollen[209][663] „Friedensjahrzehnt“ ab 1991[210] mit dem Weltbild des desillusionierten 30-jährigen ohne berufliche und persönliche Perspektiven, der aus purem Überlebenstrieb Party macht.[497]

Jaffa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterskirche
Alt Jaffa mit dem Fischerhafen

Zu den Sehenswürdigkeiten von Old Jaffa und South Jaffa gehören der Uhrenturm,[6] welcher 1901 zum 25. Thronjubiläum des Sultans Abdülhamid II.[375] in Betrieb ging, ebenso wie die Ausgrabungsstätte Kikar Kedumim, der Al-Saraya al-'Atika-Palast (Governor’s New Palace), der Leuchtturm Jaffa Light von 1865 (hebräisch: מגדלור יפו), die Moschee Muhamidiya, die Libysche Synagoge Khan Zunana,[372] der Andromeda-Felsen,[6] das Jaffa Museum of Antiquities, das Haus des ehemaligen Palästinaamtes[58] in der Rechov Resi'el 17, das Ilana-Goor-Museum, das Grüne Haus[636] im Stil des arabischen Eklektizismus (erbaut 1934) und das katholische Kirchengebäude Sankt Peter.[6] Am Strand von Jaffa befindet sich das Peres Center for Peace and Innovation.[144][256] Weitere Sehenswürdigkeiten, die meist nicht öffentlich zugänglich sind, liegen in Jaffas Stadtteil Ajami. Dazu zählen die Schule Collège des frères des écoles chrétiennes,[550][30] die 1882 von Lasallien-Mönchen gegründet wurde, die maronitische Terra Santa High School[550][58] und die 1932 erbaute katholische Kirche St. Antonius von Padua.[550] Im Süden Jaffas liegen die Friedhöfe der Muslime[256] und von vier christlichen[664][665][666] Gemeinden beieinander.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tel Aviv ist die Heimat der Fußballvereine Maccabi Tel Aviv, Hapoel Tel Aviv und Bne Jehuda Tel Aviv. Basketball auf internationalem Niveau spielen der Hapoel Tel Aviv Basketball Club und die Basketball-Abteilung von Maccabi Tel Aviv. 2009 wurde der Tel-Aviv-Marathon nach 15-jähriger Pause wiederbelebt und wird seitdem wieder jährlich veranstaltet.[667] Im Mai 2018 wurde das Sylvan Adams Velodrome eingeweiht.[668] Am Stadtgebiet führt der Wanderweg Israel National Trail vorbei.[669]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vordergrund der Azrieli Sarona Tower (2016) im Stadtteil Sarona

Tel Aviv-Jaffa ist stark durch den Dienstleistungssektor bestimmt. Dazu zählen 1748 Bars, Restaurants und Cafés im Jahr 2021. Arbeitsstellen in Handel und Dienstleistung generieren auch rund 36.000> Hunde, die in der Stadt gehalten werden.[513] Ein bedeutender Bereich ist auch die Diamantenverarbeitung mit der Israel Diamond Exchange im Vorort Ramat Gan.[372] Die Stadt ist Sitz der Börse Tel Aviv Stock Exchange und mehrerer großer Banken wie der Bank Leumi oder der Bank Hapoalim. Die israelischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen 2019 bei 4,3 % des BIP.[670] Davon wird viel im Gebiet zwischen Kfar Saba, Tel Aviv und Rechovot, dem Silicon Wadi des Landes, in Start-up-Unternehmen investiert.[513][670] 2013 zählte die Stadt über 700 Start-up-Unternehmen und wurde vom Wall Street Journal als zweitinnovativste Stadt der Welt nach Medellín und vor New York City bewertet.[671] In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Tel Aviv 2018 den Platz 34.[672] Als Ausdruck für dieses politisch-wirtschaftliche Selbstverständnis, hat sich die Bezeichnung Start-up-Nation Israel verbreitet[673], ein Begriff, der von den Buchautoren Dan Senor und Saul Singer 2009 für die Wirtschaft Israels geprägt wurde.[433]

In den 2000er Jahren erzielten die ökonomischen Aktivitäten der Kernstadt Tel Aviv Anteile im Bereich von 17 % am nationalen Bruttoinlandsprodukt. Während die Arbeitslosenquote im Jahr 2011 noch bei 4,4 % lag,[674] stieg sie im Zusammenhang mit der weltweiten COVID-19-Pandemie bis im Juli 2020 auf vorübergehende 21 %.[675] Im 3. Trimester 2020 lag die Quote erneut bei 4,7 %, Ende 2021 bei 5,1 %. Der Internationale Währungsfonds rechnete für 2020 mit einer Reduktion des realen Bruttoinlandsprodukts um −5,9 %. Das Land erzielte 2021 ein Wirtschaftswachstum von 7,1 %.[676][677]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ayalon Highway, dazwischen der Ajalon, ein Zufluss des Yarkon

Im Umland der Stadt befindet sich in Lod mit dem Flughafen Ben Gurion der größte Flughafen des Landes, welcher im Jahr 2017 mehr als 20 Millionen Passagiere zählte. Der Betrieb des stadtnahen Flughafens Sde-Dov[24] wurde eingestellt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als großes Problem gilt der motorisierte Individualverkehr auf den Einfallstraßen. Staus sind an der Tagesordnung, viele Zufahrtsstraßen sind chronisch verstopft. Im Bereich der Stadt laufen mehrere Autobahnen zusammen. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, entfällt jedoch – als Brauch, den auch weniger streng Gläubige einhalten, und ohne ein staatliches Gesetz – der Autoverkehr bis auf wenige Notdienste von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang für 25 Stunden, sodass Kinder und Erwachsene zu Fuß und auf Fahrrädern in dieser Zeit den leeren Raum der größten mehrspurigen Stadtstraßen einnehmen.[678][679] Im Mai 2020 wurden elf Straßenabschnitte in der Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt und zu Fußgänger- und Radfahrerzonen umgestaltet. E-Scooter[513] erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Tel Aviv-Jaffa betreibt die Busgesellschaft Dan mit 192 Linien. Im Großraum Tel Aviv nutzen etwa 700.000 Menschen täglich die Busse von Dan.[680] Ergänzt wird das Angebot durch ein engmaschiges Netz an Scherut genannten Sammeltaxis.[513] Die Stadt ist zentraler Knotenpunkt für die Busverbindungen der Busgesellschaft Egged. Der Busbahnhof Tel Aviv Central Bus Station war lange Zeit der größte der Welt.

2020 wurde ein Pilotprojekt gestartet bei dem Elektrobusse während der Fahrt über unter der Asphaltdecke verlegte „elektronischer Infrastruktur“ aufgeladen werden. Dazu wurde ein 600 Meter langes Teilstück einer Straße nahe der Universität ausgestattet.[681]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HaTachanah (dt. der Bahnhof): Historisches Empfangsgebäude der Eisenbahn Jaffa–Jerusalem

Im Stadtteil Jaffa fungierte der Bahnhof Jaffa bis 1948 als Endbahnhof der ersten Eisenbahnstrecke auf heutigem israelischen Gebiet: 1891/1892 wurde die Bahnstrecke Jaffa–Jerusalem in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude und die umliegenden Bauten des Bahnhofs Jaffa sind museal erhalten. Der erste Bahnhof Tel Aviv bestand von 1917 bis 1970.

Israel Railways[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zunehmende Individualverkehr ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Jahren der Regionalverkehr auf der Schiene durch die Israel Railways erheblich verbessert und ausgeweitet wurde. Tel Aviv liegt an der Eisenbahn-Magistrale des Landes, der Bahnstrecke Naharija–Be’er Sheva mit mehreren Bahnhöfen Universitah, Savidor Merkaz, haSchalom und haHagannah. Die weiteren Strecken sind Jarqon- und Scharonbahn nach Petach Tiqwah, Hod haScharon und Raʿanannah, die Schnellfahrstrecke via Ben-Gurion-Flughafen nach Modi’in und Jerusalem und die südliche Vorortstrecke nach Cholon, Bat Jam und Aschqelon.

Stadtbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Danqal-Stadtbahn-System des Großraums Tel Aviv (Tel Aviv LRT), das teilweise im Tunnel geführt werden soll, ist mit mehreren Strecken seit vielen Jahren in Planung. Zuletzt wurde der Bau einem chinesischen[532] Konsortium in Auftrag gegeben. Die Bauarbeiten an der ersten Strecke (Rote Linie) mit 23 km Länge begannen im August 2015. Im August 2023 wurde die Strecke eröffnet.[682] Sie führt vom Zentralen Omnibusbahnhof Tachanah Merkasit in Petach Tikwa über den Bahnhof Tel Aviv Savidor Merkaz nach Bat Jam. Im Februar 2017 begannen in der Ibn-Gavirol-Straße erste Vorbereitungsarbeiten zum Bau der Grünen Linie, die Tel Aviv nach Norden hin mit Ramat Aviv und Herzlia verbinden wird. Problematisch sind vor allem die Kosten: Zum einen waren zuletzt bei der Roten Linie erhebliche Kostenüberschreitungen abzusehen, zum anderen die Planungen für die weiteren Linien aufgrund des enormen Wachstums des Verkehrs in Tel Aviv inzwischen für eine zu geringe Kapazität ausgelegt.[683]

Siehe dazu Stadtbahn Tel Aviv.

Häfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaffa erfüllte seit der Antike die Funktion eines Hafens für Jerusalem. Zwischen 1917 und 1928 war er durch die Schmalspurbahn Hafen–Jaffa Bahnhof ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Bis heute befindet sich dort ein kleiner Fischereihafen sowie eine Marina. Zwischen 1938 und 1965, bis zur Fertigstellung des Hafens von Aschdod, gab es auch im Hafen von Tel Aviv Seeverkehr.

Campus der Universität Tel Aviv im Norden der Stadt

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tel Aviv befand sich das erste hebräischsprachige Gymnasium des Landes, welches 1905 an der Herzl-Straße im Zentrum der Stadt zu Ehren von Theodor Herzl als Hebräisches Herzliya-Gymnasium benannt wurde. Die 1956[375] gegründete Universität Tel Aviv, mit im Jahr 2023 mehr als 30.000[375] Studierenden, liegt im Viertel Ramat Aviv im Norden der Stadt, wo sich zuvor das Dorf asch-Schaich Muwannis befand.[307] Die zweite Universität im Großraum ist die Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan. Südlich der Stadt, in Rechovot, befindet sich zudem das Weizmann-Institut für Wissenschaften, welches wiederum mehr als 1000 Studierende, vornehmlich auf der Doktoratsstufe, zählt.[684] Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren eröffnete am 22. Oktober 2018 in Tel Aviv ihr viertes Auslandsbüro. Ziel sei es, die Zusammenarbeit mit israelischen Partnern weiter zu stärken.[685] Auch die International Union of Microbiological Societies und das Stephen Roth Institute haben ihren Sitz in Tel Aviv-Jaffa. Weiter gibt es die Buchmann-Mehta-Musikschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten aus Tel Aviv-Jaffa sind unter anderem der ehemalige israelische Staatspräsident Ezer Weizman, der ehemalige israelische Ministerpräsident Jair Lapid, die Schauspielerin Ayelet Zurer, das Model Esti Ginzburg, die Sängerin Ofra Haza, der Schauspieler Chaim Topol, der Astronaut Ilan Ramon, der Bühnenmagier Uri Geller sowie die frühere israelische Außen- und Justizministerin Tzipi Livni.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher

Belletristik

Erlebnisberichte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tel Aviv-Yafo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tel Aviv-Jaffa – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. אוכלוסייה ביישובים 2018. (XLSX; 130 kB) [Bevölkerung der Siedlungen 2018]. Israel Central Bureau of Statistics, 25. August 2019, abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. Localities, Population and Density per Sq. Km., By Metropolitan Area and Selected Localities. (PDF) Israelisches Zentralbüro für Statistik, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2016; abgerufen am 31. Januar 2018 (englisch, hebräisch).
  3. Alan Berube, Jesus Leal Trujillo, Tao Ran, Joseph Parilla: Global Metro Monitor. In: Brookings. Washington, D.C. 22. Januar 2015 (englisch, Online [abgerufen am 3. November 2020]).
  4. White City of Tel-Aviv – the Modern Movement. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 17. November 2017 (englisch).
  5. a b Jean-Claude Margueron, Luc Pfirsch: Le Proche-Orient et l’Égypte antiques. In: Michel Balard (Hrsg.): Série Histoire de l’Humanité. 3. Auflage. Hachette Supérieur (Hachette Livre), Paris 2005, ISBN 2-01-145679-7, S. 19.
  6. a b c d e f g h i Erhard Gorys: Heiliges Land – Ein 10.000 Jahre altes Kulturland zwischen Mittelmeer, rotem Meer und Jordan. In: DuMont Kunstreiseführer. 3. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-3860-0, S. 323 f., 327, 330 ff.
  7. a b c d e f g Daniel Gordis: Israel, a concise History of a Nation reborn. 2. Auflage. Ecco (Harper Collins Publishers), New York 2017, ISBN 978-0-06-236875-1, S. 85 f., 382, 402 ff.
  8. Naftali Herz Tur-Sinai: Deutsch-hebräisches Taschen-Wörterbuch. Dvir Verlag, Tel Aviv, S. 96.
  9. Shlomo Avineri: Zionism According to Theodor Herzl. In: Haaretz, 20. Dezember 2002. Zitat: “‘Altneuland’ is […] a utopian novel written by […] Theodor Herzl, in 1902; […] The year it was published, the novel was translated into Hebrew by Nahum Sokolow, who gave it the poetic name ‘Tel Aviv’ (which combines the archaeological term ‘tel’ and the word for the season of spring).” Auf Deutsch: „Altneuland“ ist […] ein utopischer Roman, geschrieben von […] Theodor Herzl im Jahre 1902; […] Im gleichen Jahr wurde der Roman von Nachum Sokolow ins Hebräische übersetzt, wobei er ihm den poetischen Titel „Tel Aviv“ gab, in dem der archäologische Begriff „Tel(l)“ und das Wort für die Frühlingsjahrezeit kombiniert wurden.
  10. Thomas Gomart: L’Affolement du monde – 10 enjeux géopolitiques (Kapitel: De la Méditerranée au Moyen-Orient, multiplication des dangers). In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2020, ISBN 979-1-02104261-2, S. 262 (Thomas Gomart, Direktor des Institut français des relations internationales und Redaktor der Zeitschrift Politique étrangère, schreibt beispielsweise über die aktuelle russische Außenpolitik: „Il est probable que la Russie, à la différence des États-Unis, cherchera à maintenir la nature de ses relations avec Tel-Aviv, Ankara, Riyad et Téhéran, afin d’apparaître comme la puissance d’équilibre de la région et de marginaliser un peu plus l’Europe.“).
  11. Lamia Ziadé: Ma très grande mélancolie arabe – Un siècle au Proche-Orient. 2. Auflage. P.O.L. éditeur/Centre national du livre, Paris 2017, ISBN 978-2-8180-4062-1, S. 407 (auf Arabisch gebraucht man gewöhnlich nicht beide Namen zusammen: man spricht entweder von يافا Yāfā oder von تل أبيب Tall Abīb).
  12. a b c d World Atlas for Pupils in Arab Schools. George Philip A. D. Son, Ltd. for Longmans, Green and Co., Ltd., London, S. 14 f. und erste innere Umschlagsseite (arabisch, Erscheinungsdatum vermutlich Mitte der 1940er bis frühe 1950er Jahre).
  13. Abraham B. Jehoschua: Das Ringen um die Seele der israelischen Nation – Soll die Thora oder der Staatsgedanke den jüdischen Staat definieren? In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 36. Zürich 13. Februar 2012, S. 31 (übersetzt von Ruth Achlama).
  14. Bernard-Henri Lévy: L’esprit du judaïsme. Nr. 34427. Éditions Grasset & Fasquelle, Paris 2016, ISBN 978-2-253-18633-5, S. 74–83.
  15. Mosche Arens: Ein Staat – zwei Sprachen. In: Yves Kugelmann (Hrsg.): tachles – Das jüdische Wochenmagazin. Nr. 37/14. JM Jüdische Medien, Zürich 19. September 2014, S. 10.
  16. a b Menachem Klein: Lives in common: Arabs and Jews in Jerusalem, Jaffa and Hebron. Haim Watzman (Übers.), London: Hurst & Co., 2014, ISBN 978-0-19-939626-9. S. 248.
  17. Moshe Gilad: Homes fit for a prime minister: From Ben Gurion's shack to Netanyahu's compound. In: Haaretz. 15. Mai 2012, abgerufen am 20. August 2020 (englisch).
  18. Internetseite der Knesset: The Need to Construct a Permanent Building for the Knesset, 1949–1955. Abgerufen am 20. August 2020 (englisch).
  19. Basic Law of Israel. (englisch, wikisource.org [abgerufen am 20. August 2020]).
  20. a b c Rika Zaraï: L’espérance a toujours raison : mémoires. Hrsg.: Éric Portais. Éditions Michel Lafon, Neuilly-sur-Seine (Paris) 2006, ISBN 2-7499-0548-6, S. 82 f., 115, 122, 169 (die Autorin, die wie Amos Oz in Jerusalem aufwuchs, formuliert den Topos der „gebräunten Juden“ in Unterscheidung zur Blässe der Jerusalemer auf Seite 169 so: „Sur la plage, je vois mes nouveaux amis tout bronzés s’ébattre comme des poissons dans l’eau et je me regarde, moi toute blanche, nageant comme une enclume.“ (dt.: Am Strand sehe ich meine neuen Freunde schön gebräunt, wie sie wie Fische im Wasser herumtollten, während ich, blass wie ich bin, wie ein Klotz im Wasser schwimme.); zur Blässe und zum Fehlen eines Schwimmbades in Jerusalem siehe auch S. 137, 139; die mit Jerusalem in Verbindung gebrachte "Blässe" steht auch im Zusammenhang mit den Stundenplänen der dort häufigen Jeschiwot, siehe zu den Unterrichtszeiten Salomon Malka: Monsieur Chouchani – L’énigme d’un maître du XXe siècle, Paris 1994, S. 180).
  21. a b c Ilan Pappe: The Biggest Prison on Earth – A History of the Occupied Territories. 2. Auflage. Oneworld Publications, London 2019, ISBN 978-1-78607-341-9 (S. 38 f., 58 und Fußnote 25, S. 244 [diese ist Ibid. von Fußnote 24 (ebd.), S. 243: Israel State Archives, government meetings, 19 June 1967]).
  22. Meron Benvenisti: Jérusalem, une histoire politique. Essai. In: Collection « Hébraïca ». Éditions Solin (Actes Sud), Arles 1996, ISBN 2-7427-0772-7, S. 33 (übersetzt von Katherine Werchowski und Nicolas Weill).
  23. Catherine Nicault: Une histoire de Jérusalem – De la fin de l’Empire ottoman à la guerre de Six Jours. 2. Auflage. CNRS Éditions (Centre national de la recherche scientifique), Paris 2012, ISBN 978-2-271-07455-3, S. 276.
  24. a b c Stéphane Amar: L’exception israélienne – Enquête sur un État controversé. Éditions de l’Observatoire/Humensis, Paris 2023, ISBN 979-1-03292244-6, S. 76 f., 117 f.
  25. a b c Éric Denécé, David Elkaïm: Les Services secrets israéliens – Aman, Mossad et Shin Beth. In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2017, ISBN 979-1-02104458-6, S. 64, 158 ff.
  26. a b Dieter Vieweger: Streit um das Heilige Land – Was jeder vom israelisch-palästinensischen Konflikt wissen sollte. Gütersloher Verlagshaus (Random House), Gütersloh 2010, ISBN 978-3-579-06757-5, S. 195 f., 199.
  27. a b c d e Pierre Haski: Israël – Une histoire mouvementée. In: Les Essentiels Milan. Éditions Milan, Toulouse 2009, ISBN 978-2-7459-3745-2, S. 13, 23, 34 f.
  28. Edward W. Said: The Question of Palestine. 2. Auflage. Vintage Books (Random House), New York 1992, ISBN 0-679-73988-2, S. 92.
  29. A. B. Yehoshua: Mr. Mani. In: Harvest in Translation. Harcourt Brace & Company, San Diego 1992, ISBN 0-15-662769-8, S. 318 f. (übersetzt von Hillel Halkin).
  30. a b c Élie Barnavi: Confessions d’un bon à rien. Éditions Grasset & Fasquelle, Paris 2022, ISBN 978-2-246-82907-2, S. 53 f., 61.
  31. Nils Minkmar: Der Hilferuf – Weltkulturerbe. Auch die großen Monumente der Menschheit sind vom Klimawandel bedroht. Wie lassen sie sich retten? In: Der Spiegel Special – Klimakrise. Hamburg 27. Oktober 2020, S. 117–120, hier 119.
  32. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai Sharon Rotbard: White City Black City – Architecture and War in Tel Aviv and Jaffa. Pluto Press, London 2015, ISBN 978-0-7453-3511-7, S. 5 f., 16, 19, 30 f., 43 ff., 48 f., 51, 66–69, 76, 83, 92 ff., 98, 100, 104, 110, 114, 144 f. (hebräischsprachige Originalausgabe bei Babel, Tel Aviv 2005; übersetzt von Orit Gat; die mündliche Aussage von Jean Nouvel gegenüber Sharon Rotbard bei einer Veranstaltung der französischen Botschaft mit Aussicht auf Tel Aviv lautet: „They told me that the city is white. Do you see white? I don't see any white.“ S. 16 und Fußnote 10, S. 193 f.).
  33. a b c d e f g Salim Tamari: Jérusalem, Jaffa, Bi’r al-Sab’ – Plans d’urbanisme et espace public dans la Palestine ottomane. Avec Nazim Al-Jubeh, Emma Aubin-Boltanski et Jean-Michel de Tarragon. In: Elias Sanbar (Hrsg.): Jérusalem et la Palestine – Le fonds photographique de l’École biblique de Jérusalem. Éditions Hazan (avec le soutien du Consulat Général de France à Jérusalem), Paris 2013, ISBN 978-2-7541-0615-3, S. 49–89, hier S. 53–57.
  34. Jean-Paul Demoule: Mais où sont passés les Indo-Européens? – Le mythe d’origine de l’Occident. In: Maurice Olender (Hrsg.): Points Histoire. 2. Auflage. Nr. 525. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-7578-6591-0, S. 367 f., 405, 409 f. (édition revue et augmentée).
  35. a b c Jean-Paul Aeschlimann, Alain Bourbouze, Jean-Pierre Brun, Zeev Gourarier, Jean Guilaine, Isabelle Hairy, Édouard de Laubrie, Marcel Mazoyer, Jean-Denis Vigne et al.: Invention des agricultures, naissance des dieux. Hrsg.: Jean Guilaine. Éditions Hazan/Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM), Marseille 2015, ISBN 978-2-7541-0834-8, S. 39–61, 99–103 (siehe zum Olivenbaum darin insbesondere: Édouard de Laubrie: Repères chronologiques de l’agriculture et de l’élevage en Méditerrannée, S. 99–106, hier S. 100: „ DATES: Vers – 3000; ÉVÉNEMENTS: Expansion de la culture de la vigne et de l’olivier depuis les vallées du Caucase et de l’Arménie et sur la côte syro-palestinienne; LOCALISATION: Syrie-Palestine“).
  36. a b Josette Elayi: Histoire de la Phénicie. In: Marguerite de Marcillac, Mary Leroy (Hrsg.): Collection tempus. Éditions Perrin, Paris 2018, ISBN 978-2-262-07446-3, S. 31.
  37. a b Damien Agut, Juan Carlos Moreno García: L’Égypte des Pharaons – De Narmer à Dioclétien, 3150 av. J.-C.–284 apr. J.-C. In: Joël Cornette (Hrsg.): Collection Mondes anciens. Éditions Belin/Centre national du livre, Paris 2016, ISBN 978-2-7011-6491-5, S. 352 f., 365 f.
  38. Nicolas Grimal: Histoire de l’Égypte ancienne. In: Références/Le Livre de Poche. Librairie générale française (Hachette Livre), Paris 1988, ISBN 2-253-06547-1, S. 279 f.
  39. Mario Liverani: Oriente Occidente. In: Collana Cultura storica. Laterza editore, Roma/Bari 2021, ISBN 978-88-581-4130-4, S. 138 (dort zitiert nach Sergio Donadoni, 1969, S. 382 f.).
  40. a b Predrag Matvejević, introduction de Claudio Magris, postface de Robert Bréchon: Bréviaire méditerranéen. 3. Auflage. Librairie Arthème Fayard/Pluriel, Paris 2020, ISBN 978-2-8185-0623-3, S. 91, 128 f.
  41. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas – Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel. In: Beck'sche Reihe. Nr. 1461. Verlag C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47601-5, S. 15, 88 f., 97 f., 108, 142 f., 149, 221, 230 f., 319, 238–241, 368 (Pestausbrüche gab es in Jaffa auch in den Jahren 1834 und 1838).
  42. a b c d e f g h Pierre Guillossou: La Palestine contemporaine – Des Ottomans aux Israéliens. In: Jean-Paul Chagnollaud (Hrsg.): Collection Comprendre le Moyen-Orient. Éditions L’Harmattan, Paris 2013, ISBN 978-2-336-00533-1, S. 13 f., 24, 28 ff., 33, 62, 65.
  43. a b Wolfgang Zwickel: Das Heilige Land – Geschichte und Archäologie. In: Beck'sche Reihe. Nr. 2459. Verlag C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59101-3, S. 78 und Karte S. 2.
  44. a b Widad Kamel Kawar, Tania Tamari Nasir unter Mitarbeit von Iman Assali Dajani, Hala Tomeh Ibrahim und Farideh Saleh Mayer: Palestinian embroidery – Traditional "Fallahi" cross-stitch. 2. Auflage. al-Mo'assasa al-Aarabiyya Lildirasat wa al-Nashr, Beirut 2003, ISBN 9953-441-94-4, S. 44 f.
  45. a b c d Marwan R. Buheiry, Leila Ghantus Buheiry: The Splendor of the Holy Land: Artists, Geographers and Travellers. Caravan Books, Delmar (New York State) 1978, ISBN 0-88206-019-8, S. Text zu Bildtafel 3, 6, 14 (die Aussage von Laura Valentine wird zitiert in Palestine past and present. Pictorial and descriptive, Frederick Warne & Co., London/New York 1893, S. 6).
  46. a b Dan Cohn-Sherbok: Ebraismo. Hrsg.: Elena Loewenthal. Edizioni San Paolo, Cinisello Balsamo (Milano) 2000, ISBN 88-215-4161-4, S. 213 (Originalausgabe: The Blackwell Dictionary of Judaica, Blackwell Publishers, Oxford 1992; übersetzt von Elena Loewenthal).
  47. a b c d e f g Hans Küng: Das Judentum – Die religiöse Situation der Zeit. Nr. 3490. Piper Verlag, München 1999, ISBN 3-492-22827-5, S. 644 (Zeittafel), 646 (Küng zitiert in Bezug auf das belegte Stichwort apolitisch den Soziologen Stanley Cohen).
  48. Corinne Bonnet, Élodie Guillon, Fabio Porzia: Les Phéniciens – Une civilisation méditerranéenne. In: Collection Texto inédit. Éditions Tallandier, Paris 2020, ISBN 979-1-02105102-7, S. 85, 119, 134 (Originalausgabe: La civiltà dei Fenici. Un percorso mediterraneo nel I millennio a. C., Carocci editore, Roma 2020).
  49. a b c Arnold Esch: Von Rom bis an die Ränder der Welt – Geschichte in ihrer Landschaft. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75854-6, S. 187, 196, 239.
  50. Catherine Saliou: Le Proche-Orient – de Pompée à Muhammad, Ier s. av. J.-C.–VIIe s. apr. J.-C. In: Joël Cornette (Hrsg.): Mondes anciens. Belin Éditeur/Humensis, Paris 2020, ISBN 978-2-7011-9286-4, S. 462, 464.
  51. Pierre Grimal, préface de Charles Picard: Dictionnaire de la mythologie grecque et romaine. 15. Auflage. Presses Universitaires de France, Paris 2011, ISBN 978-2-13-050359-0, S. 36 (Erstausgabe: 1951).
  52. Maurice Sartre: Le Bateau de Palmyre: Quand les mondes anciens se rencontraient – VIe siècle av. J.-C.–VIe siècle ap. J.-C. In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2022, ISBN 979-1-02105478-3, S. 89.
  53. Simon Schama: L’histoire des juifs – Trouver les mots: de 1000 avant notre ère à 1492. Band 1. Librairie Arthème Fayard, Paris 2016, ISBN 978-2-213-65483-6, S. 445 ff. (chronologie) (Originalausgabe: The Story of the Jews. Finding the Words, 1000 BCE–1492 CE, The Bodley Head (publisher), London 2013; übersetzt von Pierre-Emmanuel Dauzat).
  54. Jonathan Bourgel: Hérode, roi d’Israël? – Judaïsme anciens et christianisme primitif. Hrsg.: Dan Jaffé. Les Éditions du Cerf, Paris 2019, ISBN 978-2-204-11173-7, S. 122.
  55. Caroline Arnould-Béhar: La Palestine à l’époque romaine (= Jean-Noël Robert [Hrsg.]: Guide Belles Lettres des Civilisations. Nr. 24). Éditions Les Belles Lettres, Paris 2007, ISBN 978-2-251-41036-4, S. 43 f., 47, 55 f.
  56. a b c d Michael Sommer: Syria – Geschichte einer zerstörten Welt. J. G. Cotta'sche Buchhandlung (Klett-Cotta Verlag), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94977-3, S. 184 (Epilog), 211–216 (Zeittafel).
  57. Melanie Peetz: Das biblische Israel: Geschichte, Archäologie, Geographie. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN 978-3-451-38048-8, S. 283.
  58. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Nur Masalha: Palestine – A Four Thousand Year History. 2. Auflage. Zed Books, London 2020, ISBN 978-1-78699-272-7, S. 66, 93, 219, 247 f., 253 f., 262/274, 300, 326, 344 f., 376.
  59. a b Heinz Voigtlaender: Löhne und Preise in vier Jahrtausenden. In: Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer. Band 35, 1994, ISSN 0938-7269, S. 112, 114 ff.
  60. a b Paul Veyne: L’Empire gréco-romain. In: Points histoire. 2. Auflage. H459. Éditions du Seuil, Paris 2005, ISBN 2-7578-5155-1, S. 365, 375, 379–383.
  61. a b Annegret Nippa: Lesen in alten Photographien aus Baalbek. Verlag des Völkerkundemuseums der Universität Zürich, Zürich 1996, ISBN 3-909105-29-7, S. 121 (das Buch behandelt die Arbeiten des deutsch-jüdischen Fotografen und Privatreisenden Hermann Burchardt; die Aussage von Laurence Oliphant wird zitiert in: L. Oliphant: The Land of Gilead with Excursions in the Libanon, Edinburgh and London 1880, S. 446, siehe Im Text erwähnte Literatur, S. 224).
  62. a b c d Johann Christoph Bürgel: Allmacht und Mächtigkeit – Religion und Welt im Islam. Verlag C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35374-6, S. 18, 65, 88 f. (die Aussage von C. H. Becker stammt aus Das Erbe der Antike im Orient und Okzident. S. 17).
  63. a b c d e f Franco Cardini: “L’Islam è una minaccia” (Falso!). 6. Auflage. Editori Laterza, Roma/Bari 2021, ISBN 978-88-581-2369-0, S. 113.
  64. a b c d e f John Freely: Platon in Bagdad – Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam. 2. Auflage. Klett-Cotta Verlag (J. G. Cotta’sche Buchhandlung), Stuttgart 2012, ISBN 978-3-608-94913-1, S. 92, 99, 138 ff., 219 (Originalausgabe: Aladdin's Lamp: How Greek Science Came to Europe Through the Islamic World, Alfred A. Knopf (publisher), New York 2009; übersetzt von Ina Pfitzner).
  65. a b c d e f Gerhard Schweizer: Syrien verstehen – Geschichte, Gesellschaft und Religion. 4. Auflage. Klett-Cotta Verlag (J. G. Cotta’sche Buchhandlung), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94908-7, S. 80 f., 83 und Fußnote 7, S. 468, 235–243, 295 (Der Ausspruch im arabischsprachigen Original laut myislam.org: وَكَذَٰلِكَ أَنزَلْنَآ إِلَيْكَ ٱلْكِتَـٰبَ ۚ فَٱلَّذِينَ ءَاتَيْنَـٰهُمُ ٱلْكِتَـٰبَ يُؤْمِنُونَ بِهِۦ ۖ وَمِنْ هَـٰٓؤُلَآءِ مَن يُؤْمِنُ بِهِۦ ۚ وَمَا يَجْحَدُ بِـَٔايَـٰتِنَآ إِلَّا ٱلْكَـٰفِرُونَ. Die Formulierung ist eine von verschiedenen möglichen Übersetzungen dieser Aussage.).
  66. a b c d e f Zachary Lockman: Contending Visions of the Middle East – The History and Politics of Orientalism. In: Eugene L. Rogan (Hrsg.): The Contemporary Middle East. 2. Auflage. Band 3. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-11587-2, S. 22 f., 25, 29 (das Zitat des Patriarchen der Jakob-Christen ist dort zitiert nach Robert G. Hoyland: Seeing Islam as Others Saw It: A Survey and Evaluation of Christian, Jewish and Zoroastrian Writings on Early Islam, The Darwin Press, Princeton 1997, S. 23, siehe Fußnote 9, S. 280).
  67. a b c d e f g h i j k Amin Maalouf: Les croisades vues par les Arabes – La barbarie franque en Terre sainte. In: J’ai lu. 2. Auflage. Nr. 1916. Éditions Jean-Claude Lattès, Paris 2003, ISBN 2-290-11916-4, S. 86 f., 139 f., 148, 246, 300, 303, 314 ff.
  68. a b c Robert G. Hoyland: Dans la voie de dieu – La conquête arabe et la création d’un empire islamique VIIe et VIIIe siècle. Alma éditeur, Paris 2018, ISBN 978-2-36279-289-2, S. 61, 65 ff. (Originalausgabe: In God's Path: The Arab Conquest and the Creation of an Islamic Empire, Oxford University Press, Oxford 2015; übersetzt von Bernard Frumer, durchgesehen von Johanna Blayac).
  69. a b c d e f g h i j k l m n Cloé Berger: Palestine. In: Mathieu Guidère (Hrsg.): Monde arabe/Monde musulman. De Boeck Supérieur, Louvain-la-Neuve (Belgien), 2014, ISBN 978-2-8041-8531-2, ISSN 2295-2810, S. 12–16, 19, 36.
  70. a b c d e f g h i j Maurice Konopnicki, Eliezer Ben Rafael: Jérusalem (= Que sais-je ? Nr. 2366). 2. Auflage. Presses Universitaires de France, Paris 1997, ISBN 2-13-048381-X, S. 12–15, 17, 20, 90 f.
  71. Alvise Zorzi: La Repubblica del Leone – Storia di Venezia. In: Collana Tascabili Bompiani. 5. Auflage. Nr. 226. Giunti Editore/Bompiani, Firenze 2021, ISBN 978-88-452-9136-4, S. 68, 626.
  72. a b c d e f Thomas Asbridge: Die Kreuzzüge. 7. Auflage. J. G. Cotta'sche Buchhandlung (Klett-Cotta Verlag), Stuttgart 2016, ISBN 978-3-608-94921-6, S. 110, 511, 534, 546 f., 681, 723 f. (Originalausgabe: The Crusades: The War for the Holy Land. Simon & Schuster, London 2010; übersetzt von Susanne Held).
  73. Christophe Picard: La mer des Califes – Une histoire de la Méditerranée musulmane (VIIe–XIIe siècle). In: L’Univers Historique. Éditions du Seuil, Paris 2015, ISBN 978-2-02-098381-5, S. 264, 407.
  74. a b Simon John: Godfrey of Bouillon – Duke of Lower Lotharingia, Ruler of Latin Jerusalem, c. 1060–1100 (= Nicholas Morton, Jonathan Philips [Hrsg.]: Rulers of the Latin East Series). Routledge (Taylor & Francis Group), Abingdon (Oxford)/New York 2018, ISBN 978-1-4724-5896-4, S. 201, 203 f.
  75. a b Jacques Heers: Chute et mort de Constantinople 1204–1453. Éditions Perrin, Paris 2005, ISBN 2-262-02098-1, S. 61, 66.
  76. a b c d e f g Cécile Morrisson: Les Croisades. In: Que sais-je? 12. Auflage. Nr. 157. Presses Universitaires de France, Paris 2020, ISBN 978-2-7154-0302-4, S. 32 f., 49, 62, 68, 94 ff.
  77. Peter Frankopan: Les routes de la soie – l’histoire du coeur du monde. In: Champs histoire. Flammarion, Paris 2019, ISBN 978-2-08-148040-7, S. 220 (Originalausgabe: The Silk Roads. A New History of the World, Bloomsbury, London 2015; übersetzt 2017 von Guillaume Villeneuve bei Éditions Nevicata).
  78. a b c d e f g h i j k l m Franco Cardini: Europa und der Islam – Geschichte eines Missverständnisses. In: Beck'sche Reihe. Nr. 1589. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51096-5, S. 73, 84–88, 91, 241, 259, 265 (Originalausgabe: Europa e Islam. Storia di un Malinteso, Editori Laterza, Roma-Bari 1999; übersetzt von Rita Seuß).
  79. Peter Frankopan: La première croisade – L’appel de l’Orient. Société d’édition Les Belles Lettres, Paris 2019, ISBN 978-2-251-44990-6, S. 238 (Originalausgabe: The First Crusade, The Bodley Head (publisher), London 2012; übersetzt von Pascale Haas).
  80. a b c d e Heinz Halm: Kalifen und Assassinen – Ägypten und der Vordere Orient zur Zeit der ersten Kreuzzüge 1074–1171. Verlag C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66163-1, S. 199, 304 f., 308.
  81. a b c d e Anne-Marie Eddé: Saladin. In: Collection Grandes biographies. 3. Auflage. Éditions Flammarion, Paris 2016, ISBN 978-2-08-020525-4, S. 196 f., 296, 310.
  82. a b c d e f g h John D. Hosler: Jerusalem falls – Seven Centuries of War and Peace. Yale University Press, New Haven (Connecticut) 2022, ISBN 978-0-300-25514-0, S. 172 f., 195, 200 f., 217 (die von Saladin gemäß dem Chronisten Baha ad-Din ibn Schaddad im ersten Frieden von Jaffa gemachte und durch einen Herold verkündete Zusage lautet: Any person from their lands who wishes to enter ours may do so, and any person from our lands who wishes to enter theirs may also do so.).
  83. John Julius Norwich: Bisanzio – Splendore e decadenza di un impero, 330–1453. 3. Auflage. Mondadori Libri, Milano 2020, ISBN 978-88-04-72496-4, S. 326 (Originalausgabe: A Short History of Byzantium, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1997; übersetzt von Carla Lazzari).
  84. a b c d e f g h i j k l m Gabriel Martinez-Gros: De l’autre côté des croisades – L’Islam entre croisés et Mongols XIe–XIIIe siècle. Passés composés/Humensis, Paris 2021, ISBN 978-2-37933-390-3, S. 14 f., 134 f., 143, 184, 230.
  85. a b c d Nimrod Luz: The Mamluk City in the Middle East – History, Culture, and the Urban Landscape. Cambridge University Press, New York/Cambridge 2014, ISBN 978-1-107-04884-3, S. 32 f.
  86. a b c d e f g h i Geoffrey Hindley: The Crusades – Islam and Christianity in the Struggle for World Supremacy. In: A Brief History. 2. Auflage. Robinson (Little, Brown Book Group), London 2004, ISBN 1-84119-766-1, S. 64–69, 108 ff., 191, 259 (der Autor nennt als Beispiel für die britische Kreuzzugsromantik das Buch von Major Vivian Gilbert, einem Kriegsteilnehmer in Palästina: The Romance of the Last Crusade – with Allenby to Jerusalem, London 1923. Gilbert vergleicht darin Edmund Allenby mit Gottfried von Bouillon. Zudem nennt der Autor eine häufig zugeschriebene Aussage von Edmund Allenby bei dessen Einzug in Jerusalem im Dezember 1917: „Now the crusades have endet.“ Die Aussage stellt einen Bezug zu Richard Löwenherz her.).
  87. a b c John Julius Norwich: Histoire de la Sicile – De l’Antiquité à Cosa Nostra. In: Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2015, ISBN 979-1-02104476-0, S. 201 f. (Originalausgabe: Sicily. A short history from the Greeks to Cosa Nostra. London 2015; übersetzt von Denis-Armand Canal).
  88. a b Johann Hinrich Claussen: Christentum – Die 101 wichtigsten Fragen (Kapitel 52: Was unterscheidet die Kirchen des Westens und des Ostens?). In: Beck'sche Reihe. Nr. 1676. C. H. Beck Verlag, München 2006, ISBN 3-406-54094-5, S. 83 f.
  89. Sabine Geldsetzer: Frauen auf Kreuzzügen 1096–1291. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), Darmstadt 2003, ISBN 3-534-13736-1, S. 119–153.
  90. Thomas F. Madden et al.: Die Kreuzzüge. In: T. F. Madden (Hrsg.): Weltgeschichte. Evergreen Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8365-0763-9, S. 66 (Originalausgabe: The Crusades. The Ilustrated History, Duncan Baird Publishers 2004; übersetzt von Isabelle Fuchs).
  91. Benjamin Arbel: Greek Magnates in Venetian Cyprus: The Case of the Synglitico Family. Dumbarton Oaks Papers 49, 1995 (Symposium on Byzantium and the Italians, 13th–15th Centuries), p. 326.
  92. Nikolas Jaspert: Die Reconquista – Christen und Muslime auf der Iberischen Halbinsel 711–1492 (darin die Unterkapitel: 2.4: Diplomatie und interreligiöse Heiratspolitik; 3.1: Tribute und Bündnisse; 7.3: «Heiße Grenze» oder Zone des Austauschs?; 8.4: Seitenwechsel und Verträge). In: C. H. Beck Wissen. Nr. 2876. Verlag C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-74007-7, S. 23, 26 f., 73 f., 93 ff.
  93. Concepción Masiá: Las tres culturas – Cristianos, Moros y Judíos (Kapitel: Spania y el Islam; La vida cotidiana; Relaciones interculturales y nuevas técnicas árabes). 2. Auflage. Albor Libros (Alba Libros), Madrid 2011, ISBN 978-84-96617-72-8, S. 39, 96, 124 ff.
  94. François Angelier: Dictionnaire des voyageurs et explorateurs occidentaux du XIIIe au XXe siècle. Édition Pygmalion (Flammarion), Paris 2011, ISBN 978-2-7564-0156-0, S. 665 f.
  95. Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann, Peter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Modernismus, Autor des Artikels: P. Heine. 2/3 (G–N), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 528.
  96. Mohammad R. Salama: Islam, Orientalism and Intellectual History – Modernity and the Politics of Exclusion since Ibn Khaldun. 2. Auflage. I. B. Tauris & Co., London and New York 2013, ISBN 978-1-78076-450-4, S. 148–152/241 (der Autor bezeichnet den Effekt von Napoleons Expedition nach Ägypten zwischen 1789 und 1801 in kritischer Anlehnung an einen Essay über den Literatur-Nobelpreis-Träger Nagib Mahfuz des südafrikanischen Schriftstellers J. M. Coetzee als „Rude Awakening“; dort zitiert aus: J. M. Coetzee: Stranger Shores: Literary Essays: 1986–1999, Viking Press, New York 2001, S. 191: [„When Napoleon Bonaparte invaded Egypt in 1798, the slumbers of the Arab Near East were rudely awakened. Egypt, followed by the rest of the region, was forced to reorient itself away from Turkey and toward Europe. A body of secular European ideas – those that had inspired the French Revolution – broke through the barriers that had separated Islam from the West.“]).
  97. a b c d Koert Debeuf, foreword by Guy Verhofstadt: Inside the Arab Revolution – Three Years on the Front Line of the Arab Spring. Lannoo Campus Publishers, Leuven (Belgien) 2014, ISBN 978-94-014-1824-9, S. 53.
  98. a b c d e f g h Jörn Böhme, Christian Sterzing: Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. 8. Auflage. Wochenschau Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-7344-0583-9, S. 11, 20, 23 f.
  99. a b Guillaume Calafat: Une mer jalousée – Contribution à l'histoire de la souveraineté (Méditerranée, XVIIe siècle). In: Patrick Boucheron (Hrsg.): L’Univers Historique. Éditions du Seuil/Centre national du livre, Paris 2019, ISBN 978-2-02-137936-5, S. 259 f.
  100. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Dan Diner: Ein anderer Krieg – Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg, 1935–1942. Deutsche Verlags-Anstalt (Penguin Random House), München 2021, ISBN 978-3-421-05406-7, S. 36–39, 91, 134–137.
  101. a b James Walvin: Histoire du sucre, histoire du monde. Éditions La Découverte, Paris 2020, ISBN 978-2-348-04621-6, S. 20–24 (Originalausgabe: How Sugar Corrupted the World. From Slavery to Obesity. Constable & Robinson (Little/Brown Book Group)).
  102. a b Beshara Doumani: Rediscovering Palestine – Merchants and Peasants in Jabal Nablus, 1700–1900 (Kapitel 3: Cotton, Textiles, and the Politics of Trade; Kapitel 5: Soap, Class, and State). University of California Press, Berkeley 1995, ISBN 0-520-08895-6, S. 95–130/321, 182–232 (zur Baumwolle darin insbesondere S. 97 und die Aufstellung über französische Baumwollausfuhren aus der Levante von 1700 bis 1789, S. 98, dort zitiert nach Roger Owen: The Middle East in the World Economy, 1800–1914, London 1981, S. 7).
  103. a b c Françoise Cloarec, Marc Lavaud: L’âme du Savon d’Alep. Mit einem Vorwort von Gérard Oberlé. Éditions Noir sur Blanc (Groupe Libella), Paris 2013, ISBN 978-2-88250-298-8, S. 28 f., 37 (dort zitiert nach André Raymond: La Ville arabe – Alep à l’époque ottomane – XVIe–XVIIIe siècles. Institut français de Damas, p. 272 und nach Véronique Bontemps: Naplouse, Alep: des «villes du savon», Institut d’ethnologie méditerranéenne, européenne et comparative (IDEMEC)/Maison méditerranéenne des Sciences de l’homme (MMSH), Aix-en-Provence, p. 3).
  104. a b c d e f g Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Geschichte des Osmanischen Reichs und der modernen Türkei (Kapitel: Das kurze 18. Jahrhundert (1703–1768); Unterkapitel: Die osmanische Wirtschaft; sowie Kapitel: Das letzte osmanische Jahrhundert (1868–1920); Unterkapitel: Die Jahrzehnte der Tanzîmât (1839–1876); Abdülhamîd II. – ein aufgeklärter Despot? (1876–1908); Die Epoche der »Zweiten Konstitution«). In: Klaus Kreiser (Hrsg.): Universal-Bibliothek. 3. Auflage. Nr. 14028. Reclam Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-15-014028-4, S. 280, 335, 346, 358.
  105. In der französischsprachigen Geschichtsschreibung werden diese Handelsniederlassungen als Échelles du Levant bezeichnet.
  106. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Georges Bensoussan: Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975. In: Denis Maraval (Hrsg.): Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02105090-7, S. 50–53, 227–230, 269, 271 f., 331, 480 f., 490–494, 496, 922.
  107. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Michelle U. Campos: Ottoman Brothers – Muslims, Christians, and Jews in Early Twentieth-Century Palestine. Stanford University Press, Stanford (California) 2011, ISBN 978-0-8047-7068-2, S. 28 f., 62 f., 70, 77, 79, 100 ff., 138, 141, 149, 182–196 (189, 190), 199, 201/231, 203 f., 266, 304, 306 (die Angabe zur Zahl der griechisch-orthodoxen Bevölkerung Jaffas wird zitiert nach Uziel Oskar Schmelz: Population Characteristics of Jerusalem and Hebron Regions According to Ottoman Census of 1905. In: Gad G. Gilbar (Hrsg.): Ottoman Palestine in the 19th Century, 15–68, Brill, Leiden 1990, siehe S. 53, Fußnote 104, S. 266 und Bibliography, S. 330; die Gesamtzahl der griechisch-orthodoxen Bevölkerung Palästinas wird mit 49.596 angegeben; die Aussage von Mendel Kremer erschien am 31. Juli 1908 in Ha-Hashkafa (dt. Die Beobachtung), siehe S. 77, Fußnote 79, S. 271).
  108. Neslihan Asutay-Effenberger, Arne Effenberger: Byzanz – Weltreich der Kunst. Verlag C. H. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-58702-3, S. 77, 83, 139.
  109. André Zysberg, René Burlet: Venedig und die Galeeren. In: Martin Sulzer (Hrsg.): Abenteuer Geschichte. Nr. 17. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1991, ISBN 3-473-51017-3, S. 39 (Originalausgabe: Gloire et misère des galères, Éditions Gallimard, Paris 1987; übersetzt von Hans Poser, wissenschaftliche Überarbeitung von Bernd Röck, Thorsten Marr).
  110. a b Albero Pelissero, Nicoletta Celli, Fabrizio Vecoli, Gabriele Mandel Khân: Pellegrinaggi. In: Matilde Battistini (Hrsg.): I Dizionari delle Religioni. Mondadori Electa, Milano 2011, ISBN 978-88-370-6606-2, S. 201, 210 f.
  111. a b Astrig Tchamkerten: The Gulbenkians in Jerusalem. Calouste Gulbenkian Foundation Armenian Communities Department, Lisboa 2006, ISBN 972-8767-19-6, S. 24, 26, 29 f. (Originalausgabe: Les Goulbenkian à Jérusalem; übersetzt von Caroline Beamish).
  112. a b c d Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann, Peter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Juden (Kinder Israels), Autor des Artikels: L. Hagemann. 2/3 (G–N), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 421.
  113. Meir M. Bar-Asher, préface de Mohammad Ali Amir-Moezzi: Les Juifs dans le Coran. In: Mireille Hadas-Lebel (Hrsg.): Collection Présences du judaïsme. Éditions Albin Michel, 2019, ISBN 978-2-226-32680-5, ISSN 1773-6765, S. 81 f.
  114. a b Gabriel Martinez-Gros: L’Empire islamique – VIIe–XIe siècle. Passés composés/Humensis, Paris 2019, ISBN 978-2-37933-196-1, S. 284.
  115. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Georges Bensoussan: Les origines du conflict israélo-arabe (1870–1950) (= Que sais-je ? Nr. 4099). Éditions Humensis, Paris 2023, ISBN 978-2-13-079489-9, S. 4–7, 13, 22, 27, 32 ff., 40, 49 f., 52, 69, 75, 78, 91, 99 (der Autor zitiert hinsichtlich der freien Religionsausübung der ahl al-dhimma in Meir M. Bar-Asher: Les Juifs dans le Coran, Éditions Albin Michel, Paris 2019, S. 201: „Tout ce que les protégés reçoivent en échange de ces limitations et du paiement de la jizya est la liberté de culte et la vie sauve.“).
  116. Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann, Peter Heine: Islam-Lexikon: Geschichte – Ideen – Gestalten. Stichwort: Verfälschung, Autor des Artikels: A. Th. Khoury. 3/3 (O–Z), Nr. 4036. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1991, ISBN 3-451-04036-0, S. 736 f.
  117. a b c d Amnon Cohen: Jewish Life under Islam – Jerusalem in the sixteenth Century. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 1984, ISBN 0-674-47436-8, S. 93, 137 ff. (Originalausgabe: Yehudim be-shilțon ha-Islam).
  118. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Anne-Laure Dupont, Catherine Mayeur-Jaouen, Chantal Verdeil: Histoire du Moyen-Orient du XIXe siècle à nos jours. In: Collection U Histoire. Éditions Armand Colin, Malakoff 2016, ISBN 978-2-200-25587-9, S. 33, 48 f., 94, 101, 104, 131, 134, 149, 168, 190, 211, 222, 319, 358, 387, 412 (die Autorinnen nennen die Zahl von etwa 800.000 Auslandisraelis).
  119. a b c d e f g h i j k Bernhard Maier: Die Bekehrung der Welt – Die Geschichte der christlichen Mission in der Neuzeit. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77443-0, S. 223, 234, 236 ff., 241–244.
  120. Thomas Bauer: Warum es kein islamisches Mittelalter gab – Das Erbe der Antike und der Orient. 2. Auflage. Nr. 6407. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75813-3, S. 49 ff.
  121. Paul Garde: Les Balkans – Un exposé pour comprendre, un essai pour réfléchir. In: Michel Serres, Nayla Farouki (Hrsg.): Collection Dominos. Nr. 35. Éditions Flammarion, Paris 1994, ISBN 2-08-035181-8, S. 64.
  122. a b c d Ussama Makdisi: Artillery of Heaven – American Missionaries and the Failed Conversion of the Middle East. Hrsg.: Mark Philip Bradley, Paul A. Kramer. Cornell University Press, Ithaca (New York State) and London 2008, ISBN 978-0-8014-5774-6, S. 33 f., 168.
  123. a b Sami Zubaida: Law and Power in the Islamic World. 2. Auflage. I. B. Tauris, London and New York 2005, ISBN 1-85043-934-6, S. 60.
  124. a b c Emmanuel Navon, préface d’Isaac Herzog: Histoire diplomatique d’Israël. Hermann Éditeurs, Paris 2022, ISBN 979-1-03701331-6, S. 67, 115, 119 (Originalausgabe: The Star and the Scepter. A Diplomatic History of Israel, Jewish Publication Society/University of Nebraska Press, Lincoln 2020; übersetzt von Claire Darmon; Navon zitiert die Aussage von Faisal I. nach: Chaim Weizmann: Trial and Error: The Autobiography of Chaim Weizmann, Jewish Publication Society of America, 1949, S. 307; in Mark Tessler A History of the Israeli-Palestinian Conflict, 2. Auflage, 2009, S. 152 lautet diese: „We feel the Arabs and Jews are cousins in race, having suffered similar oppressions at the hands of powers stronger than themselves, and by happy coincidence have been able to take the first step toward the attainment of their national goals together. [Zeilenumbruch] We Arabs, especially the educated among us, look with the deepest sympathy on the Zionist movement. [...] We will wish the Jews a most hearty welcome home.“ Felix Frankfurter antwortete darauf auszugsweise: „The Zionist leaders and the Jewish people for whom they speak have watched with satisfaction the spiritual vigor of the Arab movement. Themselves seeking justice, they are anxious that the just national aims of the Arab people be confirmed and safeguarded by the [Paris] Peace Conference.“ (siehe ebendort)).
  125. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad Amnon Cohen, préface de Michel Abitbol et Abdou Filali-Ansary: Juifs et musulmans en Palestine et en Israël – Des origines à nos jours. In: Jean-Claude Zylberstein (Hrsg.): Collection texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02104776-1, S. 52, 57 f., 63, 66, 87, 90, 93, 95, 96, 98, 102 ff., 113, 122 f., 127 ff., 160, 174 ff./261, 190, 195.
  126. Joseph Dan: Die Kabbala – Eine kleine Einführung. In: Universal-Bibliothek. 2. Auflage. Nr. 18946. Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-018946-7, S. 124–132 (Originalausgabe: Kabbalah. A Very Short Introduction, Oxford University Press, Oxford 2005; übersetzt von Christian Wiese).
  127. Klaus Davidowicz: Kabbalah (Kapitel: Mystische Häretiker). Hrsg.: Domagoj Akrab, K. Davidowicz, Mirjam Knotter. Jüdisches Museum Wien und Kerber Verlag, Wien und Bielefeld 2018, ISBN 978-3-7356-0518-4, S. 147–157.
  128. a b c d e f g h i j Chaïm Potok: Une histoire du peuple juif – Des origines à nos jours. Éditions Ramsay, Paris 1996, ISBN 2-84114-152-7, S. 524–532, 585, 593–596, 598, 609 (Originalausgabe: Wanderings: Chaim Potok's History of the Jews, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1978; übersetzt von Élie Robert-Nicoud).
  129. Rehav Rubin: Image and Reality – Jerusalem in Maps and Views. In: Yehoshua Ben-Arieh, Ruth Kark (Hrsg.): Israel Studies in Historical Geography Series. The Hebrew University Magnes Press, Jerusalem 1999, ISBN 965-493-012-9, S. 173 f.
  130. Bonaparte visitant les pestiférés de Jaffa (11 mars 1799). In: Musée du Louvre. 16. Februar 2020, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  131. Dana Sajdi: The Barber of Damascus – Nouveau Literacy in the Eighteenth-Century Ottoman Levant. Stanford University Press, Stanford (California) 2013, ISBN 978-0-8047-8532-7, S. 91 (das Buch behandelt den Damaszener Barbier und Chronisten Ibn Budayr).
  132. a b c d Michel Abitbol: Le passé d’une discorde – Juifs et Arabes: du VIIe siècle à nos jours. Librairie Académique Perrin, Paris 1999, ISBN 2-262-01494-9, S. 112, 190, 417.
  133. a b c d Amnon Cohen, Henry Laurens: Palestine. In: François Georgeon, Nicolas Vatin, Gilles Veinstein, avec la collaboration d’Elisabetta Borromeo (Hrsg.): Dictionnaire de l’Empire ottoman (= Collection Biblis. Nr. 255). 2. Auflage. 2 (K-Z). CNRS Éditions (Centre national de la recherche scientifique), Paris 2022, ISBN 978-2-271-13934-4, S. 1583–1588, hier S. 1584, 1586 f. (erste Auflage bei Librairie Arthème Fayard, Paris 2015).
  134. a b c d e Max Gallo: Napoléon. Le chant du départ (Band 1 von 4) (= Collection Pocket. Nr. 10353). Éditions Robert Laffont, Paris 1997, ISBN 2-266-08055-5, S. 430 ff.
  135. Véronique Arveiller, Thomas Bauzou, Matteo Campagnolo, Jacques Chamay, Christa Clamer, Annabelle Collinet, Odile Dussart, Elisabeth Fontan, Marc-André Haldimann, Mahmoud Hawari, Jean-Baptiste Humbert, Ludvik Kalus, Elias Khamis, André Lemaire, Pascale Linant de Bellefonds, Marielle Martiniani-Reber, Vincent Michel, Yussuf Natshe, Anne Regourd, Catherine Saliou, Jean-Pierre Sodini, Thomas Staubli, Jean-Michel de Tarragon, Thomasz Waliszewski: Gaza from Sand and Sea – Art and History in the Jawdat al-Khoudary Collection. Hrsg.: Alain Chambon, under the auspices of Mahmoud Hawari and François Villeneuve. Band 1. Bir Zait University/Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Gaza 2012, S. 21 (Chronologie) (mit Übersetzungen von Jouanah Ghori).
  136. a b c d e f g h i Bichara Khader: L’Europe et la Palestine : des croisades à nos jours. In: Jean-Paul Chagnollaud (Hrsg.): Collection Comprendre le Moyen-Orient. Éditions L’Harmattan/Éditions Bruylant (Bruylant-Academia)/Éditions Fides et Labor, Paris-Montréal/Bruxelles/Genève 1999, ISBN 2-7384-8609-6, S. 54 f., 80, 94, 140, 154 f.
  137. a b c Florian Louis (auteur), Fabrice Le Goff (cartographie): Atlas historique du Moyen-Orient. Hrsg.: Anne Lacambre. Éditions Autrement (Flammarion), Paris 2020, ISBN 978-2-7467-5507-9, S. 50, 56, 70, 72 (Datumsangabe zur Belagerung von Jaffa vom 03.–07.03.1799 dort zitiert nach P. Bret: L’Histoire, N° 216).
  138. Jean Carpentier, François Lebrun, Bartolomé Bennassar, Dominique Borne, Élisabeth Carpentier, Claude Liauzu, Alain Tranoy: Histoire de la Méditerranée. In: J. Carpentier, F. Lebrun (Hrsg.): Points Histoire. 2. Auflage. Éditions du Seuil, Paris 2001, ISBN 2-7578-6978-7, S. 233.
  139. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Samuel Tolkowsky: The Gateway of Palestine – A History of Jaffa. George Routledge & Sons, London 1924, 149–152, Abbildung 16 und 17, 155, 159 f., 161 f., Abbildung 21, 165 f., 174 ff (2001 ist eine Neuauflage des Buches erschienen).
  140. a b c d e f Naomi Shepherd: The Zealous Intruders – The Western Rediscovery of Palestine. William Collins Sons & Co., London 1987, ISBN 0-00-217432-4, S. 12, 124, 133–136.
  141. Ferenc Majoros, Bernd Rill: Das Osmanische Reich (1300–1922) – Die Geschichte einer Großmacht. Bechtermünz Verlag/Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 1999, ISBN 3-8289-0336-3, S. 308.
  142. a b c d Thierry Lentz: Napoléon en 100 questions (Kapitel 13: La campagne d’Égypte fut-elle un des grands succès de Napoléon?). In: Collection Texto. 3. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2019, ISBN 979-1-02104346-6, S. 36 ff. (erste Auflage bei Éditions la Boétie, 2013).
  143. a b Simon Sebag Montefiore: Jerusalem, die Biographie. 4. Auflage. Nr. 17631. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-596-17631-1, S. 447, 685 (Originalausgabe: Jerusalem. The Biography, Weidenfels & Nicolson, London 2011; übersetzt von Ulrike Bischoff und Waltraud Götting).
  144. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z René Guitton, Alain Bouldouyre, Lassaâd Metoui: Dictionnaire amoureux de l’Orient. Éditions Plon (un département des Éditions Édi8), Paris 2016, ISBN 978-2-259-22743-8, S. 389–395 (Jaffa), 645–654 (Tel Aviv).
  145. a b c d e f Elias Sanbar: Il Palestinese – Figure di un’identità: le origini e il divenire. In: Collana Di fronte e attraverso. Nr. 712. Editoriale Jaca Book, Milano 2005, ISBN 88-16-40712-3, S. 28, 57, 59, 77, 152 (Originalausgabe: Figures du Palestinien. Identité des origines, identité de devenir, Éditions Gallimard, Paris 2004; übersetzt von Anna Maria Cagiano Malvezzi; der Autor zitiert die Bevölkerungszahl Jaffas um 1800 nach Yehuda Ben-Arieh: The population of the large towns in Palestine during the first eighty years of the nineteenth century, according to Western sources, in: Ma'oz, Studies on Palestine During..., cit., pp. 49–69).
  146. a b Ruth Kark: The rise and decline of coastal towns in Palestine. In: Gad G. Gilbar (Hrsg.): Ottoman Palestine 1800–1914 (= Studies in Economic and Social History). E. J. Brill Publisher (Leiden) for Gustav Heinemann Institute of Middle Eastern Studies (Haifa), Leiden (Netherlands) 1990, ISBN 90-04-07785-5, S. 69–89, hier S. 73.
  147. a b c d e f g h i j k l Hisham Khatib: Palestine and Egypt Under the Ottomans: Paintings, Books, Photographs, Maps and Manuscripts. Tauris Parke Books (I. B. Tauris), London/New York 2003, ISBN 1-86064-888-6, S. 35, 38, 40 f., 50 f., 53, 59 f. (die Bevölkerungszahlen für Jaffa werden zitiert nach Moshe Ma'oz (Hrsg.): Studies on Palestine During the Ottoman Period, Magnes Press, Jerusalem 1975; die Zahl von 4200 Cook-Reisenden in Palästina bezieht sich auf den Zeitraum von kurz nach 1869 (Eröffnung des Suezkanals) bis 1882).
  148. a b c d e f g Arnold Hottinger: Die Länder des Islam – Geschichte, Traditionen und der Einbruch der Moderne. 2. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2008, ISBN 978-3-03823-478-4, S. 306–310 (dort insbesondere nach David S. Landes: Bankers and Pashas – International Finance and Economic Imperialism in Egypt, Heinemann, London 1958).
  149. a b c d e Ilan Greilsammer: La nouvelle histoire d’Israël – Essai sur une identité nationale. In: Collection nrf essais. Éditions Gallimard, Paris 1998, ISBN 2-07-074734-4, S. 91 ff., 105 f., 123.
  150. Roger Heacock: Révolte encore, révolte toujours. In: Ce que la Palestine apporte au monde (= Araborama. Band 3). Institut du monde arabe/Édition du Seuil, Paris 2023, ISBN 978-2-02-149116-6, S. 23–30, hier S. 25.
  151. a b c Nadine Picaudou: Les Palestiniens – Un siècle d’histoire: Le drame inachevé. 2. Auflage. D/1638/2003/12. Éditions Complexe, Paris 2003, ISBN 2-87027-962-0, S. 17, 19.
  152. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af Martin Bunton: The Palestinian-Israeli Conflict. In: A Very Short Introduction. Nr. 359. Oxford University Press, Oxford 2013, ISBN 978-0-19-960393-0, S. XV, 3 ff., 6, 10 f., 13, 16 f., 26 f., 30, 33, 39 ff., 42, 45, 46/48, 49, 52 f., 61, 64, 71, 77, 79, 81.
  153. a b Douglas A. Howard: Das Osmanische Reich 1300–1924. Theiss Verlag (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt), Darmstadt 2018, ISBN 978-3-8062-3703-0, S. 275—278 (Originalausgabe bei Cambridge University Press, 2017; übersetzt von Jörg Fündling, Michael Reinhard Heß).
  154. a b Vincent Lemire, avec Katell Berthelot, Julien Loiseau et Yann Potin: Jérusalem, histoire d’une ville-monde des origines à nos jours. In: Collection Champs histoire. Éditions Flammarion, Centre national du livre, Centre de recherche français à Jérusalem (CNRS), Paris 2016, ISBN 978-2-08-138988-5, S. 333, 345.
  155. Michael Turner, in: Habiter la planète – Atlas mondial de l’architecture traditionnelle et vernaculaire. Hrsg.: Sandra Piesik. Éditions Flammarion, Paris 2017, ISBN 978-2-08-141183-8, S. 244–249 (Originalausgabe: Habitat: Vernacular Architecture for a Changing Planet. Thames & Hudson, London 2017; übersetzt von Frédérique Popet et al.).
  156. a b c d e f g Olivier Bouquet, Philippe Pétriat, Pierre Vermeren: Histoire du Moyen-Orient de l’Empire Ottoman à nos jours – Au-delà de la question d’orient. In: Collection Libres cours. Commission de la recherche de l’université Paris 1 Panthéon-Sorbonne/Publications de la Sorbonne, Paris 2016, ISBN 978-2-85944-970-4, S. 64 f., 217, 273.
  157. a b c d e f g Arieh L. Avneri: The Claim of Dispossession – Jewish Land-settlement and the Arabs, 1878–1948. Transaction Books, New Brunswick (New Jersey)/London 1984, ISBN 0-87855-964-7, S. 14, 74 f. (Ersterscheinung bei Yad Tabenkin Institute, Efal 1980 (heute in Ramat Gan); übersetzt durch die Kfar-Blum Translation Group; die ägyptischen Dörfer um Jaffa waren laut Avneri: Fejja, Jaljuliya, Ummlebis, Sumeil, Sheikh-Muwanis und Salame).
  158. a b Simon Schama: L’histoire des juifs – Appartenir, de 1492 à 1900. Band 2. Librairie Arthème Fayard, Paris 2017, ISBN 978-2-213-70093-9, S. 607, 615 ff. (Originalausgabe: The Story of the Jews. Belonging, 1492–1900, The Bodley Head (publisher), London 2017; übersetzt von Pierre-Emmanuel Dauzat).
  159. a b c d Frédéric Encel, François Thual: Géopolitique d’Israël. In: Collection Points Essais. 3. Auflage. Nr. 554. Éditions du Seuil, Paris 2011, ISBN 978-2-7578-2292-0, S. 212, 214, 310, 386.
  160. a b c Murray Gordon: L’Esclavage dans le monde arabe – VIIe–XXe siècle. In: Jean-Claude Zylberstein (Hrsg.): Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2009, ISBN 978-2-84734-633-6, S. 169 f., 269 (annexe) (Originalausgabe: Slavery in the Arab World, New Amsterdam Books, 1998; übersetzt von Colette Vlérick).
  161. Matthew Teller: Nine Quarters of Jerusalem – A New Biography of the Old City. 2. Auflage. Profile Books, London 2023, ISBN 978-1-78816-919-6, S. 176.
  162. a b c d e f g h i j k Jean-Pierre Filiu: Les Arabes, leur destin et le nôtre – Histoire d’une libération. Éditions La Découverte, Paris 2015, ISBN 978-2-7071-8661-4, S. 14, 18, 20, 32 f., 37 f., 39.
  163. a b c d Joseph Croitoru: Al-Aqsa oder Tempelberg – Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76585-8, S. 47, 67, 89 ff., 266.
  164. a b c John Iliffe: Popoli dell’Africa – Storia di un continente. In: Collana Economica. 5. Auflage. Nr. 140. Bruno Mondadori Editore, Milano 2007, ISBN 978-88-6159-409-8, S. 222 f. (Originalausgabe: Africans: The History of a Continent, Cambridge University Press, Cambridge 1995; übersetzt von Ester Borgese und Paolo Lucca).
  165. a b c d e f g h i j k l m n James L. Gelvin: The Israel-Palestine Conflict – One Hundred Years of War. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2010, ISBN 978-0-521-71652-9, S. 25, 31 f., 56 f., 60–63, 69, 103, 106 f., 140, 159, 168 f.
  166. a b c d James Hughes, Monika Unger, Ursula Blombach-Schäfer, Annabel Else, Julia Gorton, Alfred LeMaitre, Hans-Georg Michel, Reela Veit (Hrsg.): Das Länderlexikon. Bertelsmann Lexikon Verlag, München 1998, ISBN 3-577-10474-0, S. 916 (Originalausgabe: Unsere Welt heute in 10 Bänden, erstmals erschienen bei Mitchell Beazley Ltd., London).
  167. a b Bat Yeʾor: Juifs et Chrétiens sous l’Islam face au danger intégriste. In: Collection Pensée Politique et Sciences Sociales. Berg International Éditeurs, Paris 2005, ISBN 2-911289-70-6, S. 83 (das Islam-Lexikon von Adel Theodor Khoury, Ludwig Hagemann und Peter Heine macht unter dem Stichwort Abgabe; Abgabe der Schutzbürger (S. 25–32) keine näheren Angaben zu solcher, über die Djizya hinausgehender, Besteuerung, nennt jedoch regionale Abweichungen, wie zusätzlich erhobene kumulative Besteuerung. Weiter gilt als bekannt, dass die Besteuerung der Dhimmi regional, so etwa im Jemen, erheblich war).
  168. a b c Leyla Dakhli, Azadeh Kian, Angelos Dalachanis, Emma Aubin-Boltanski, Vincent Lemire, Edhem Eldem, Noémi Lévy-Aksu, Philippe Bourmaud, Elena Chiti, Mehdi Sakatni, Philippe Pétriat, Emmanuel Szurek, Matthieu Rey: Le Moyen-Orient (Fin XIXe–XXe siècle). In: L. Dakhli (Hrsg.): Points histoire. Éditions du Seuil, Paris 2016, ISBN 978-2-7578-6197-4, S. 179 f., 237, 263 (zur Ungleichbehandlung in der Rechtspflege wird zitiert: Mimi Ajzenstadt: Crime, social control, and the process of social classification. Juvenile delinquacy/justice discourse in Israel, 1948–1970. In: Social Problems, Band 49, Nr. 4, November 2002, S. 585–604).
  169. a b c d e f g h i j k l Gershon Shafir: Land, labor and the origins of the Israeli-Palestinian Conflict, 1882–1914. In: Roger Owen et al. (Hrsg.): Cambridge Middle East Library. Nr. 20. Cambridge University Press, Cambridge 1989, ISBN 0-521-35300-9, S. 29, 31 f., 41 f., 45, 92 f., 205.
  170. a b c Giovanni Codovini: Storia del conflitto arabo israeliano palestinese. Bruno Mondadori editore, Milano 1999, ISBN 88-424-9495-X, S. 10 f., 61 (Das Epitheton „zionistische Entität“ (dt. auch zionistisches Gebilde) ist seit Beginn des arabisch-israelischen Konflikts die gängige wenn auch nicht durchgängig verwendete politisch-propagandistische Formel zur Bezeichnung von Israel, es entspricht dem arabischen al-kiyan al-sahyuni. Die heute in ihrer Verwendung rückläufige Bezeichnung beinhaltet eine vollständige Ablehnung von Israel als Staat; siehe S. 61: Il conflitto arabo-israeliano nell’evoluzione terminologico-politica).
  171. a b c Frédérique Schillo: Les commerçants français en Palestine pendant la période ottomane (1842–1914). In: Dominique Trimbur, Ran Aaronsohn (Hrsg.): De Bonaparte à Balfour – La France, l’Europe occidentale et la Palestine 1799–1917 (= Dominique Bourel [Hrsg.]: CRFJ Mélanges). Centre de recherche français à Jérusalem/CNRS Éditions, Paris 2001, ISBN 2-271-05903-8, S. 133–159, hier S. 140 f., 144, 146, 150, 154, 156 f., 159 (Das protestantische Missionarsehepaar Henri (* 1823) und Caroline Baldensperger, geborene Marx, stammte aus Suntahausen und Baldenheim. Ihre Söhne Philippe (* 1856) und Émile (* 1858) bauten eine mobile Honigproduktion in Arṭās und in den Gärten um Jaffa auf. Sie stellten jährlich 20.000 kg Honig her, den sie in Dosen zu 1,2 Franc/kg fast ausschließlich nach England exportierten. Philippe heiratete Débora Suzanne Struve (* 1862), ihre drei Töchter wurden 1885, 1886 und 1891 in Jaffa geboren. Sein Bruder Émile betrieb das Geschäft von Jerusalem und Arṭās.).
  172. Lucien Franc in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 7. November 2021 (englisch).
  173. a b c d e James Barr: Une ligne dans le sable – Le conflit franco-britannique qui façonna le Moyen-Orient. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection Tempus. Nr. 783. Éditions Perrin, Paris 2019, ISBN 978-2-262-08165-2, S. 92, 507, 511, 526 (Originalausgabe: A Line in the Sand: the Anglo-French struggle for the Middle East 1914–1948. New York 2011; übersetzt von Johan Frederik Hel-Guedj).
  174. Bernard Bajolet: Mémoires d’Orient – Le soleil ne se lève plus à l’est. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection tempus. Nr. 819. Éditions Perrin, Paris 2020, ISBN 978-2-262-08058-7, S. 59 f.
  175. a b c d e f g h i Mark LeVine: The Palestinian Press in Mandatory Jaffa: Advertising, Nationalism, and Public Sphere. In: Rebecca L. Stein, Ted Swedenburg (Hrsg.): Palestine, Israel, and the Politics of Popular Culture. Duke University Press, Durham (North Carolina) 2005, ISBN 0-8223-3516-6, S. 51–76, hier S. 55, 57, 59, 61 f., 65, 67, 70, 74 f.
  176. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj Ian Black: Nemici e vicini – Arabi ed ebrei in Palestina e Israele, 1917–2017. In: Collana La Biblioteca. Nr. 44. Giulio Einaudi editore, Torino 2018, ISBN 978-88-06-23851-3, S. 21 ff., 32 f., 39, 46, 54 f., 57, 72 f., 75 ff., 79, 82, 98, 100 f., 118, 120, 127 ff., 149 (Originalausgabe: Enemies and Neighbours. Arabs and Jews in Palestine and Israel, 1917–2017. Penguin, London 2017; übersetzt von Luigi Giacone).
  177. a b c d e f g Yohanan Manor, préfacé par Annie Kriegel: Naissance du Sionisme politique (= Pierre Nora, Jacques Revel [Hrsg.]: Collection Archives. Nr. 88). Éditions Gallimard/Julliard, Paris 1981, S. 48–52., 132, 180 f., 200 f.
  178. Yahya Pallavicini, introduzione di Mulayka Enriello Croce, conclusioni di IlhamAllah Chiara Ferrero: I cinque pilastri. Fondamenti del culto musulmano. In: Islam: saperne di più. Band 6. Edizioni Paoline/Centro Federico Peirone, Roma 2019, ISBN 978-88-315-5067-3, S. 68–76.
  179. Mathias Ary Jan: Rêver l’Orient. Norma Éditions, Paris 2022, ISBN 978-2-37666-061-3, S. 40 f.
  180. Attilio Brilli: Il grande racconto del favoloso Oriente. Società editrice il Mulino, Bologna 2020, ISBN 978-88-15-29065-6, S. 150.
  181. a b c d Kobi Cohen-Hattab: Zionism's Maritime Revolution – The Yishuv's Hold on the Land of Israel's Sea and Shores, 1917–1948 (= Yehoshua Ben-Arieh, Ruth Kark, Ran Aaronsohn, Rehav (Buni) Rubin [Hrsg.]: Israel Studies in Historical Geography (Series)). De Gruyter Oldenbourg/Hebrew University Magnes Press, Berlin-Boston/Jerusalem 2019, ISBN 978-3-11-062963-7, S. 23, 57, 112, 290, 296.
  182. a b c d Marc Hillel: La maison du juif – L’histoire extraordinaire de Tel-Aviv. Éditions Perrin, Paris 1995, ISBN 2-262-01132-X, nicht paginierter Bildteil ab S. 128.
  183. a b c d Issam Nassar: Palestinian identity – The question of historiography. In: Ingrid Hjelm, Hamdan Taha, Ilan Pappe, Thomas L. Thompson (Hrsg.): A new critical approach to the History of Palestine (= Ingrid Hjelm, Emanuel Pfoh [Hrsg.]: Copenhagen International Seminar – Palestine History and Heritage Project. Band 1). Routledge (Taylor & Francis Group), Abingdon (Oxford)/New York 2019, ISBN 978-0-367-14637-5, S. 43–59, hier S. 47 ff., 56 (bezüglich Palästinas Stellung im Weltmarkt zitiert der Autor aus Beshara Doumani: Rediscovering Palestine – Merchants and Peasants in Jabal Nablus, 1700–1900. University of California Press, Berkeley 1995: 4: „[Palestine] produced large agricultural surplus and was integrated into the world capitalist economy as an exporter of wheat, barley, sesame, olive oil, soap and cotton during 1856–1882 period“, siehe auch Bibliography, S. 59).
  184. Vincent Lemire: Urbanités, municipalités, citadinités. In: Leyla Dakhli (Hrsg.): Le Moyen-Orient – Fin XIXe–XXe siècle (= Points Histoire). Éditions du Seuil, Paris 2016, ISBN 978-2-7578-6197-4, Kap. 3, S. 115–134, hier S. 130 (dort zitiert nach: Mahmoud Yazbak: The municipality of a Muslim town : Nablus 1868–1914. In: Archiv Orientalni : Journal of African and Asian Studies, n° 67, 1999, S. 339–360).
  185. a b c d e f g h i Paola Pizzo: La croce e la kefiah – Storia degli arabi cristiani in Palestina. Salerno Editrice, Roma 2020, ISBN 978-88-6973-524-0, S. 56 f., 58 ff., 89, 109.
  186. a b c d e f g Rebecca Benhamou: Dictionnaire insolite de Tel Aviv. Hrsg.: Patrick Arfi, Vanessa Pignarre. Cosmopole, Paris 2015, ISBN 978-2-84630-093-3, S. 50 f., 57, 72 f., 74, 87, 90, 104.
  187. Yves Teyssier d’Orfeuil: Bethléem, 2000 ans d’Histoire. Éditions Desclée de Brouwer, Paris 1999, ISBN 2-220-04641-9, S. 149 f.
  188. a b c d e Imad Mustafa: Der Politische Islam – Zwischen Muslimbrüdern, Hamas und Hizbollah. Promedia Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-85371-360-0, S. 17 ff.
  189. Inger Marie Okkenhaug: Swedish Imaginings, Investments and Local Photography in Jerusalem, 1925–1939. In: Karène Sanchez Summerer and Sary Zananiri (Hrsg.): Imaging and Imagining Palestine – Photography, Modernity and the Biblical Lens, 1918–1948 (= Open Jerusalem. Band 3). Brill, Leiden (Netherlands) and Boston 2021, ISBN 978-90-04-43793-7, S. 66–96 (zur schwedischen Missionstätigkeit in Palästina siehe insbesondere: Gustaf Björck: Sverige i Jerusalem och Betlehem : Svenska Jerusalemsföreningen 1900–1948, Uppsala 2000).
  190. a b Michael Marten: Scottish Presbyterian Churches and Humanitarianism in the Interwar Middle East. In: Inger Marie Okkenhaug and Karène Sanchez Summerer (Hrsg.): Christian Missions and Humanitarianism in the Middle East, 1850–1950 – Ideologies, Rhetoric, and Practices (= Leiden Studies in Islam & Society. Nr. 11). Brill, Leiden (Netherlands) and Boston 2020, ISBN 978-90-04-39466-7, S. 209–230, hier S. 210 f. (über die Schule in Jaffa siehe: Isobel Goodwin: May You Live to Be 120! The Story of Tabeetha School, Jaffa, Saint Andrew Press, Edinburgh 2000).
  191. a b c d e f g h Menachem Klein: Jerusalem: geteilt, vereint – Araber und Juden in einer Stadt. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-633-54289-5, S. 62, 69 f., 74, 113, 182 (gekürzte deutschsprachige Ausgabe von Lives in Common. Arabs and Jews in Jerusalem, Jaffa, and Hebron, C. Hurst & Co. Publishers, 2014; übersetzt von Eva-Maria Thimme).
  192. Justin Marozzi: Islamische Imperien – Die Geschichte einer Zivilisation in fünfzehn Städten. Suhrkamp Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-458-17869-9, S. 409 f. (Originalausgabe: Islamic Empires – Fifteen Cities that Define a Civilization, Penguin Books, London 2020; übersetzt von Ulrike Bischoff).
  193. a b c d e f Matti Friedman: Espions de nulle part – L’avant Mossad. Éditions Liana Levi, Paris 2019, ISBN 979-1-03490084-8, S. 73, 81–85, 127, 143 ff., 257 f. (Originalausgabe: Spies of No Country. Secret Lives at the Birth of Israel. Algonquin Books (Workman Publishing Company), New York, 2019; übersetzt von Anne Rabinovitch).
  194. Nagi Gergi Zeïdan: Juifs du Liban – d’Abraham à nos jours, histoire d’une communauté disparue. VA Éditions, Versailles 2020, ISBN 978-2-36093-101-9, S. 21 f., 245–269 (Insgesamt kamen von 1891 bis am 16. Januar 1948 [Ausweisung nichtarabischer Juden auf dem britischen Schiff Marathon nach Zypern], bzw. bis 1952 [Ende des französischen Mandats], an den Beiruter Universitäten von den 647 jüdischen Studenten 204 ab 1901 aus Palästina. Die Zahl könnte höher sein, da von 73 jüdischen Studenten der Herkunftsort unbekannt ist. Die Studenten kamen aus: Afula: 2, Haifa: 27, Herzlia: 1, Jaffa: 24, Jerusalem: 24, Petach Tikwa: 7, Rischon LeZion: 7, Safed: 6, Tel Aviv 63, Tiberias: 1, Zichron Jaʿakov: 3 und 8 aus dem restlichen Palästina (darunter Rosch Pina); siehe S. 21 f., ebd.).
  195. Jessica Lee: Beirut. In: Stephanie Rebello (Hrsg.): Focus Middle East. 2. Auflage. Footprint Handbooks, Bath 2014, ISBN 978-1-909268-91-3, S. 29.
  196. a b c d Penny Johnson: Companions in Conflict – Animals in Occupied Palestine. Melville House Publishing, New York/London 2019, ISBN 978-1-61219-743-2, S. 13, 16 f.
  197. a b c d e f g h i Salim Tamari: La Montagne contre la mer – Essais sur la société et la culture palestiniennes (= Farouk Mardam-Bey [Hrsg.]: La bibliothèque arabe : Hommes et sociétés). Éditions Sindbad (Actes Sud)/Institut des Etudes Palestiniennes, Arles/Beirut 2011, ISBN 978-2-7427-9667-0, S. 50–54, 97–105, 254 (übersetzt von Dima Al-Wadi).
  198. a b Nathalie Handal: My East in Venice – Piecing together a fragmented Palestinian family. In: Guernica. Guernica Inc., New York City, 17. April 2017, abgerufen am 29. August 2022.
  199. a b c d e Elias Sanbar: Les Palestiniens : la photographie d’une terre et de son peuple de 1839 à nos jours. Éditions Hazan, Paris 2004, ISBN 2-85025-901-2, S. 256 ff., 272.
  200. a b c d e f g h i j k l m n o p Nathan Weinstock: Terre promise, trop promise – Genèse du conflit israélo-palestinien (1882–1948). Hrsg.: Alexandra Laignel-Lavastine. Éditions Odile Jacob, Paris 2011, ISBN 978-2-7381-2684-9, S. 90, 152 f., 157, 172, 175, 191, 218, 306 f., 360, 366, 378, 403.
  201. a b c d e f g h i Gregory Harms, Todd M. Ferry: The Palestine-Israel Conflict – A Basic Introduction. 4. Auflage. Pluto Press, London 2017, ISBN 978-0-7453-9926-3, S. 60/227, 61 f., 75, 91 ff.
  202. a b c d e Marshall G. S. Hodgson: The Gunpowder Empires and Modern Times. In: The Venture of Islam – Conscience and History in a World Civilization. 2. Auflage. Band 3. University of Chicago Press, Chicago 1977, ISBN 0-226-34685-4, The test case: Zionism, S. 297–302.
  203. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y Noam Zadoff: Geschichte Israels – Von der Staatsgründung bis zur Gegenwart. In: C. H. Beck Wissen. Verlag C. H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-75755-6, S. 15, 22, 26, 33, 36 f., 41 f., 46, 51, 55 f., 58, 60 ff., 72 f., 116 f.
  204. a b c d e f g h i j Klaus Holz, Thomas Haury: Antisemitismus gegen Israel. Hamburger Edition (Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung), Hamburg 2021, ISBN 978-3-86854-355-1, S. 34 f., 37 f., 40–47.
  205. a b c d e f g Zeev Sternhell: Aux origines d’Israël – Entre nationalisme et socialisme (= Pierre Birnbaum [Hrsg.]: Collection L’espace du politique). Librairie Arthème Fayard, Paris 1996, ISBN 2-213-59538-0, S. 134–137, 336 ff., 342 f. (übersetzt von Georges Bensimhon).
  206. a b Lorenzo Kamel: Terra contesa – Israele, Palestina e il peso della storia. In: Collana Frecce. Nr. 345. Carocci editore, Roma 2022, ISBN 978-88-290-1450-7, S. 185, 192, 308.
  207. a b c d e f g h i Willy Guggenheim (Autor), Fred Mayer (Fotograf): Das Heilige Land. Silva Verlag, Zürich 1979, S. 96 f., 104, 116.
  208. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap Thomas Vescovi: L’échec d’une utopie – Une histoire des gauches en Israël. Éditions La Découverte, Paris 2021, ISBN 978-2-348-04311-6, S. 33, 41–44, 50 ff., 55 ff., 58, 65, 70 ff., 79, 86 f., 95, 107 f., 111, 132, 193, 259–262, 265 ff., 287 f., 290, 295 f., 298 (monde-diplomatique.de – ein zusammenfassender Beitrag dieses Autors kann über den Link zur Zeitung Le Monde diplomatique (Artikel Abschied vom Kibbuz, Mai 2021), abgerufen werden).
  209. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Neil Caplan: The Israel-Palestine Conflict – Contested Histories. In: Contesting the Past. Wiley-Blackwell (John Wiley & Sons), Hoboken (New Jersey) 2010, ISBN 978-1-4051-7539-5, S. 8, 24 f., 42 f., 44, 51, 62, 68, 70 ff., 73, 81 f., 88, 105, 107 f., 111 f., 119 f., 121, 141, 145, 148, 160, 187 f., 232 f., 233–241, 262.
  210. a b Amira Hass: Gaza – Tage und Nächte in einem besetzten Land. Epilog für die deutsche Ausgabe. Verlag C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50203-2, S. 384, 386 (Originalausgabe: Lishtot mehayam shel 'Aaza, Hasifriya Hahadasha (Verlag), Tel Aviv 1996; die Übersetzung von Sigrid Langhaeuser basiert auf der englischen Ausgabe: Drinking the Sea at Gaza. Days and Nights in a Land Under Siege, Owl Books, New York 2000).
  211. Peter Ustinov, im Gespräch mit Harald Wieser und Jürgen Ritte: Achtung! Vorurteile. Nr. 23928. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2005, ISBN 3-499-23928-0, S. 94 f.
  212. Emanuel Beška: Youssef al-Issa: Un pionnier du journalisme en Palestine. In: Sabri Giroud (Hrsg.): La Palestine en 50 portraits – De la préhistoire à nos jours. Éditions Riveneuve, Paris 2023, ISBN 978-2-36013-674-2, S. 171–179, hier S. 179.
  213. a b c d e Salah El Gharbi: La « cause palestinienne », cette malédiction arabe. In: Collection Points de vue. Éditions L’Harmattan, Paris 2018, ISBN 978-2-343-14672-0, S. 14, 27 (auf Seite 27 macht der tunesische Autor die Aussage: „Ainsi, l’expression d’un sentiment d’indignation contre « l’entité sioniste », à l’origine légitime et juste, donne lieu à une sorte d’hystérie collective qui traverse les générations, les classes sociales et les pays.“ (dt. etwa: „So weicht der Ausdruck einer ursprünglich berechtigten und gerechten Entrüstung gegen den « zionistischen Staat » einer Art kollektiven Hysterie, welche die Generationen, sozialen Schichten und Länder durchdringt.“; die von Salah El Gharbi verwendete Bezeichnung « l’entité sioniste » [zionistische Entität] (Entität) entspricht der offiziellen arabischen Formel al-kiyan al-sahyuni für Israel, siehe Giovanni Codovini: Storia del conflitto arabo israeliano palestinese, Mondadori, Milano 1999, S. 61)).
  214. a b c d e f Chantal Cabé (rédactrice en chef), Aymeric Christensen (directeur La Vie), Michel Lefebvre (coord.) et al.: Le Moyen-Orient en cartes. In: Le Monde-La Vie Hors-Série. Le Monde (Société éditrice du Monde)/La Vie (Malesherbes Publications), 2020, ISBN 978-2-36804-108-6, ISSN 0151-2323, S. 83, 91, 95, 98 f. (dort zitiert nach Daten von: für Fluchtwelle UN-Nothilfekoordinator; Außenministerium der Vereinigten Staaten; Palestinian Central Bureau of Statistics; Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten; für sekuläre Juden: Sergio Della Pergola 2017; Pew Research Center 2015).
  215. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Michel Abitbol: Histoire des juifs – De la genèse à nos jours. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.): Collection tempus. 2. Auflage. Nr. 663. Éditions Perrin, Paris 2016, ISBN 978-2-262-06807-3, S. 473 ff., 545, 670–675, 633 ff., 636 f., 682 f., 686, 775, 808, 835 f., 843 f., 852.
  216. a b c d e f g h i j k l m Benny Morris: Vittime – Storia del conflitto arabo-sionista, 1881–2001. In: Collana La Storia – Le Storie. 6. Auflage. BUR Rizzoli (Mondadori Libri), Milano 2019, ISBN 978-88-17-10756-3, S. 45, 51, 70, 72, 86 f., 168 (Originalausgabe: Righteous Victims: A History of the Zionist-Arab Conflict, 1881–1999, Alfred A. Knopf (publisher), New York 1999; übersetzt von Stefano Galli).
  217. a b c d e f g h Bettina Gräf, Abir Kopty et al.: Arabische Medien (Kapitel: Transnationale Phänomene arabischer Medien/Geschichte arabischer Medien; Arabische Länder und ihre Mediensysteme/Palästina). Hrsg.: Carola Richter, Asiem El Difraoui. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz und München 2015, ISBN 978-3-86764-509-6, S. 27–35, 227 f.
  218. Martino Alonzo in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 21. April 2023 (englisch).
  219. a b c d Ted Swedenburg: Memories of Revolt – The 1936–1939 Rebellion and the Palestinian National Past. 2. Auflage. The University of Arkansas Press, Fayetteville 2003, ISBN 1-55728-763-5, S. 65, 71, 177 (bezüglich Old Jaffa wird zitiert: Raja Shehadeh: The Third Way. A Journal of Life in the West Bank, 1982, S. 21).
  220. a b c d e f g h i j k l m n Jean-Pierre Filiu: Le Milieu des mondes – Une histoire laïque du Moyen-Orient de 395 à nos jours. Éditions du Seuil, Paris 2021, ISBN 978-2-02-142024-1, S. 204 f., 235 f., 259 ff.
  221. a b Pascal Ory: De la haine du Juif – Essai historique. In: Bouquins essai. Éditions Bouquins, Paris 2021, ISBN 978-2-38292-058-9, S. 125, 128.
  222. a b c d e f g h i j Muriel Asseburg: Palästina und die Palästinenser – Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77477-5, S. 28–33, 37, 40, 42, 45.
  223. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Jean-Claude Lescure: Le conflict israélo-palestinien en 100 questions (Kapitel 6: Pourquoi l’archéologie est-elle un enjeu entre Israéliens et Palestiniens?; Kapitel 12: Quelles différences entre nationalisme arabe et nationalisme palestinien?; Kapitel 31: Comment Israël accueille-t-il les migrants juifs?; Kapitel 51: Comment l’État organise-t-il les musées pour forger la mémoire israélienne?; Kapitel 80: Comment Israël accueille-t-il les migrants non juifs?). In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02104253-7, S. 29 ff., 46 ff., 107–110, 165 ff., 257 ff.
  224. a b c d e f g h i j k l m n o p q Derek Jonathan Penslar: Israel in History – The Jewish State in Comparative Perspective. Routledge (Taylor & Francis Group), London and New York 2007, ISBN 978-0-415-40036-7, S. 40, 42, 76–82, 87 f., 124 ff.
  225. Wolfgang Benz: Israelkritik, Antizionismus und Antisemitismus. Israel – Geschichte und Gegenwart. In: Brigitte Bailer (Hrsg.): Politische Wirklichkeit. Nr. 24. Braumüller-Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien 2009, ISBN 978-3-7003-1695-4, S. 77–89, hier S. 81.
  226. Chantal Meyer-Plantureux et al.: Histoire universelle de la connerie (Kapitel: Antisémitisme et homophobie ordinaires dans le spectacle). Hrsg.: Jean-François Marmion. Sciences Humaines Éditions, Auxerre 2019, ISBN 978-2-36106-566-9, S. 307.
  227. Vincent Lemire: Au pied du mur – Vie et mort du quartier maghrébin de Jérusalem (1187–1967). In: L’Univers Historique. Éditions du Seuil, Paris 2022, ISBN 978-2-02-146195-4, S. 73 (Ali Ekrem Bey amtierte von Dezember 1906 bis Juli 1908).
  228. a b c d e f Xavier Baron: Histoire du Liban – Des origines à nos jours. In: Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2019, ISBN 979-1-02103687-1, S. 114.
  229. Edward W. Said: Sempre nel posto sbagliato – Autobiografia. In: Collana Vite narrate/Universale Economico. 2. Auflage. Nr. 2142. Giangiacomo Feltrinelli Editore, Milano 2010, ISBN 978-88-07-72142-7, S. 19, 22, 28 (Originalausgabe: Out of Place, Granta Books, London 1999; übersetzt von Adriana Bottini; der Vater von Edward Said wanderte 1911 über Liverpool in die USA aus und kehrte 1920 nach Palästina zurück (siehe S. 168)).
  230. a b Leslie Manigat: L’Amérique latine au XXe siècle – 1889–1929. In: Collection Points Histoire. 2. Auflage. H146. Éditions du Seuil, Paris 1991, ISBN 2-02-012373-8, S. 75, 79, 213 f. (première édition aux Éditions Richelieu en 1973).
  231. Laut der chilenisch-palästinensischen Autorin Lina Meruane hat die britische Mandatsverwaltung vielen nach Amerika geflüchteten Personen die Rückkehr nach Palästina verweigert (siehe Meruane: Heimkehr ins Unbekannte. Unterwegs nach Palästina, Übersetzung von Susanne Lange, Berlin 2020, S. 143 f.); Cecilia Baeza zufolge wurden rückkehrwillige palästinensische Auswanderer 1924 de facto von der britischen Mandatsmacht vom Zugang zur palästinensischen Nationalität ausgeschlossen (siehe Baeza: Résonances en Amérique latine. In: Ce que la Palestine apporte au monde, Collection Araborama, Bd. 3, Institut du monde arabe/Édition du Seuil, Paris 2023, S. 175–178, hier S. 176).
  232. a b c Vincent Cloarec, préface de Henry Laurens: La France et la question de Syrie (1914–1918). 3. Auflage. CNRS Éditions (Centre national de la recherche scientifique), Paris 2010, ISBN 978-2-271-07066-1, S. 51 f. (zum Veranstaltungsort im Gebäude der Société de Géographie, dort veranstaltet auf Wunsch der Organisation Comité de l’Asie française, wird zitiert in: L’Asie française, n° 147, Juni 1913, S. 250 [Fußnote 92, ebendort]).
  233. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad Yaacov Shavit: Tel Aviv : Naissance d’une ville (1909–1936) (= Mireille Hadas-Lebel [Hrsg.]: Collection Présences du judaïsme. Band 28). Éditions Albin Michel/Fonds social juif unifié (F.S.J.U.), Paris 2004, ISBN 2-226-15434-5, S. 24 f., 31, 44 ff., 48 f., 59, 62 f., 64, 82 f., 90–95, 113, 126, 163 (übersetzt von Esther Ifrah).
  234. a b c d e f g h i j Benjamin Netanyahu: Bibi – My Story. Threshold Editions (Simon & Schuster), New York 2022, ISBN 978-1-66800-844-7, S. 25, 329 f., 385, 466 f., 509 ff.
  235. Gerhard P. Groß: Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Dolchstoßlegende. In: Kriege der Moderne. Reclam Verlag, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-011168-0, S. 9.
  236. a b c Martin Kröger: Der Erste Weltkrieg im Nahen Osten. In: Kriege der Moderne. Reclam Verlag, Ditzingen 2022, ISBN 978-3-15-011422-3, S. 127, 145 f.
  237. Raymond Haroutioun Kévorkian: Le génocide des Arméniens. Éditions Odile Jacob, Paris 2006, ISBN 2-7381-1830-5, S. 837 f., 852 (Um die zwischenstaatlichen Beziehungen mit der Türkei nicht zu belasten, hat Israel den Völkermord an den Armeniern nie anerkannt. Siehe dazu: Tigrane Yégavian, préface de Gérard Chaliand: Géopolitique de l’Arménie. Éditions BiblioMonde, Paris 2022, S. 125 f.).
  238. Raymond Haroutioun Kévorkian, Yves Ternon, préface de Gérard Chaliand: Mémorial du génocide des Arméniens. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-02-113940-2, S. 493 (Eine Aufstellung auf Seite 493 nennt für die Region Jerusalem (zu der wohl auch Jaffa zu zählen ist) 2.000 armenische Flüchtlinge am 10. August 1920 (Vertrag von Sèvres), im Vergleich werden für Damaskus 400, Beirut 1.000 und für die Region Hauran 400 Flüchtlinge angegeben. Dafür von den Autoren als Quelle angegeben wird: APC/PAJ, Bureau d’information du Patriarcat arménien de Constantinople).
  239. a b c d Avi Shlaim: Lion of Jordan – The Life of King Hussein in War and Peace. 2. Auflage. Penguin Books, London 2008, ISBN 978-0-14-101728-0, S. 5 f., 23, 25 (erste Auflage bei Allen Lane, 2007).
  240. a b c d e Michael Schaaf, Manfred G. Schmidt, Wichard W