Jost B. Jonas

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Jost Bruno[1] Jonas (* 18. Februar 1958)[2] ist ein deutscher Augenarzt und Hochschullehrer.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1975 studierte Jonas bis 1981 Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; im selben Jahr 1981 promovierte er zum Dr. med. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Stabsarzt bei der Bundesmarine in Flensburg. 1983 begann Jonas seine Facharztausbildung in der Abteilung für Augenheilkunde des Evangelischen Stifts St. Martin in Koblenz, 1985 setzte er sie an der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen fort und legte 1987 die Facharztprüfung zum Augenarzt ab.[2]

1988 wurde er Oberarzt am Universitätsklinikum Erlangen. Im selben Jahr habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Morphometrie des Sehnervs.[2] Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berief ihn 2000 auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde[3] Zugleich wurde er Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim. 2012 war er Gastprofessor an der Universität für Traditionelle Chinesische Medizin Shandong in Jinan. Im selben Jahr ernannte die Sun-Yat-sen-Universität in Guangzhou Jonas zum Honorarprofessor.[4]

Nach zwölfjähriger Tätigkeit als Klinikdirektor sprach das Universitätsklinikum Jonas im Oktober 2012 die Kündigung aus. Anlass war eine e-Mail von Jonas an den Geschäftsführer des Klinikums in einer Auseinandersetzung um die Zuteilung von Forschungsgeldern. Als Grund der Kündigung wurde das gestörte Vertrauensverhältnis genannt, wobei die Vertreter des Klinikums betonten, dass die fachliche Eignung Jonas' und auch das Vertrauensverhältnis zu den Patienten nicht in Frage gestellt würden. Jonas kann seine Arbeit als Professor an der in Mannheim angesiedelten Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg fortsetzen, die nicht an die Stellung des Klinikdirektors gekoppelt ist.[5]

Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit als Lehrstuhlinhaber betreibt Jost Jonas mit S. Panda-Jonas eine Augenpraxis in Heidelberg. Nach langer Erfahrung in Augenoperationen[6] ist die Praxis nunmehr auf Konservative Augenheilkunde spezialisiert.[7]

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Thema von Jonas Forschungsarbeit ist die Diagnostik der Glaukome.[2] Er hat eine Klassifikation dieser Erkrankungen nach morphologischen Gesichtspunkten entwickelt.[8]

Jost B. Jonas ist ein Pionier der Behandlung von Diabetes mellitus und altersbedingter Makuladegeneration (AMD) mit Hilfe von intravitrealen Injektionen, das sind Injektionen von Wirkstoffen in den Glaskörper als Wirkungsort.[8]

Ein weiteres Arbeitsgebiet von Jonas ist die Epidemiologie von Augenerkrankungen; er war an Studien zu dieser Frage in China und Indien beteiligt. Als Beteiligter an der internationalen Studie Global Burden of Disease, die Risikofaktoren und Folgen einer Reihe von Erkrankungen aufklären soll, befasste sich Jonas mit Ophthalmodynamographie bei Kontaktlinsenträgern, mit Grauem Star und Glaukomen, mit Prävalenz, Prävention und Therapie der Kurzsichtigkeit, mit der Chirurgie der Netzhaut und des Glaskörpers und mit der Zellorganisation der Netzhaut.[8]

Die internationale Zusammenarbeit wird durch Jonas durch gemeinschaftliche Forschung besonders in Asien gefördert. Er forschte in Indien und der Volksrepublik China.[9] Seine Arbeit wurde durch Ehrungen asiatischer Forschungseinrichtungen gewürdigt. Jost B. Jonas erfüllt leitende Funktionen in verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften. Als Editor in Chief ist er Mitherausgeber des British Journal of Ophthalmology[2]

Mitgliedschaften und Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenpräsident des Beijing Institute of Ophthalmology, des Forschungsinstituts des Beijing Tongren Hospital, 2004
  • Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, 21. November 2006, Sektion Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie und Stomatologie (Matrikel-Nr. 7110)[10]
  • Research Reconition Award (Forschungspreis) der World Glaucoma Association, 2011
  • Professor Robert Rich Award der Glaucoma Foundation, 2011
  • Ehrenmitglied der Asia-Pacific Vitreoretinal Society, 2012
  • Ehrenmitglied der Societé Franςaise d´Ophthalmologie, 2014
  • Life Achievement Honor Award (Preis zur Ehrung der Lebensleistung) der American Academy of Ophtalmology, 2016[11]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PubMed verzeichnet über 1300 Veröffentlichungen, an denen Jost B. Jonas beteiligt ist.[12]

Qualifikationsarbeiten von Jost B. Jonas:

  • Experimentelle Pilotstudie über die Nachweisbarkeit von geringen quantifizierten Myokardschäden durch Serumenzyme. Universität Freiburg, 1981 (Dissertation)
  • Biomorphometrie des Nervus opticus. Bücherei des Augenarztes. Enke, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-432-97951-9 (Ausarbeitung aus der Habilitationsschrift)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ordinarien und Habilitationen. Universitätsklinikum Erlangen, abgerufen am 20. September 2021
  2. a b c d e Curriculum Vitae Prof. Dr. Jost B. Jonas. Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, PDF-Dokument, abgerufen am 20. September 2021
  3. Seegartenklinik. Prof. Dr. med. Jost B. Jonas. Seegartenklinik Heidelberg, abgerufen am 20. September 2021
  4. Privatpraxis für Augenheilkunde Curriculum vitae Jost Jonas, abgerufen am 20. September 2021
  5. Jost Jonas verliert Prozess um seine Kündigung als Chefarzt. 21. Dezember 2013, Kaden-Verlag, abgerufen am 20. September 2021
  6. Privatpraxis für Augenheilkunde - Operative Erfahrung, abgerufen am 20. September 2021
  7. Privatpraxis für Augenheilkunde, abgerufen am 20. September 2021
  8. a b c Privatpraxis für Augenheilkunde - Publikationen, abgerufen am 20. September 2021
  9. Universitätsmedizin Mannheim. Prof.Dr. Jost B. Jonas. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 20. September 2021
  10. Mitgliedseintrag von Jost B. Jonas (mit Bild und Curriculum Vitae) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
  11. Privatpraxis für Augenheilkunde - Ehrungen und Mitgliedschaften, abgerufen am 20. September 2021
  12. PubMed: Jonas, JB. National Library of Medicine, abgerufen am 20. September 2021