Josua-Palmlilie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Josua-Palmlilie
Joshua Tree Nationalpark IMG 20180413 143227.jpg

Josua-Palmlilie (Yucca brevifolia)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)
Gattung: Palmlilien (Yucca)
Art: Josua-Palmlilie
Wissenschaftlicher Name
Yucca brevifolia
Engelm.
Yucca brevifolia mit Knospe in Kalifornien

Die Josua-Palmlilie oder Josuabaum (Yucca brevifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Palmlilien (Yucca) in der Familie der Agavengewächse (Agavaceae). Das Artepitheton brevifolia leitet sich von den lateinischen Worten brevis „kurz“ und folius „blättrig“ ab und bedeutet „kurzblättrig“. Ihr englischer Trivialname ist „Joshua Tree“.

Die vor allem in der Mojave-Wüste des Joshua-Tree-Nationalparks vorkommende Art erreicht Wuchshöhen von bis zu 15 Metern. Zusammen mit dem Saguaro (Carnegiea gigantea) sind sie die Symbole der nordamerikanischen Wüstenflora. Geschützte Individuen sind im San Bernardino National Forest und Joshua Tree National Monument über 900 Jahre alt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Josua-Palmlilie wächst solitär und bildet einen Stamm von 5 bis 15 Meter Höhe. Der Stamm ist an der Basis 1 bis 1,5 Meter dick. Er verzweigt sich in 2 bis 3 Meter Höhe. Die schwertförmigen, gezahnten, grünen, auf der Unterseite konkaven Blätter sind 15 bis 40 cm lang und 0,5 bis 1,6 cm breit. Die Blattränder sind hornig. Der in den Blättern beginnende, verzweigte, aufrecht oder zur Seite geneigte dichte Blütenstand wird 0,2 bis 0,5 Meter hoch. Die Blütezeit ist von März bis Mai. Die kugeligen bis ovalen, weißen, cremefarbenen Blüten sind bis 3,5 cm lang und 2 cm breit. Charakteristisch und einmalig in der Gattung ist das Zerbröseln der reifen Frucht. Exemplare aus den hohen Bergregionen sind frosthart bis minus 15 °C. Sie sind allerdings nässeempfindlich.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Josua-Palmlilie ist in den USA in den Staaten Kalifornien, Arizona und Utah in der Mojave-Wüste, der Sonora-Wüste und der Great-Basin-Wüste in Ebenen, an steinigen Hängen und in Pinyon-Juniper Waldland in 400 bis 1800 m Höhe verbreitet[1]. Sie wächst vergesellschaftet mit Yucca schidigera, Yucca baccata, Yucca whipplei, Agave utahensis subsp. eborispina, Sclerocactus polyancistrus, Sclerocactus nyensis und zahlreichen anderen Kakteen-Arten.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beschreibung durch den amerikanischen Botaniker George Engelmann wurde 1871 im achtbändigen Ergebniswerk zur 1867 gestarteten US-amerikanischen geologischen Expedition am 40. Breitengrad (Geological Exploration of the Fortieth Parallel) veröffentlicht.[2] Es sind oder waren mehrere Synonyme gebräuchlich:

  • Cleistoyucca arborescens (Torrey) Trelease[3]
  • Cleistoyucca brevifolia (Engelmann) Rydberg[4]
  • Yucca arborescens (Torrey) Trelease[5]
  • Yucca draconis L. var. arborescens Torrey[6]

Von Fritz Hochstätter werden folgende Unterarten unterschieden:

Sie ist der Vertreter der Sektion Clistocarpa.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josua-Palmlilie gehört zu den Arten, deren Verbreitung durch den Klimawandel voraussichtlich verringert und verschoben wird.[7] Es besteht weiters die Sorge, dass sie gänzlich aus dem Joshua-Tree-Nationalpark eliminiert wird. Ökologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass ihre Populationen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 90 % ihres derzeitigen Verbreitungsgebiets reduziert sein werden.[8][9][10] Damit würde das Ökosystem des Parks grundlegend verändert. Es besteht auch Besorgnis über die Fähigkeit der Art, aufgrund des Aussterbens des riesigen Shasta-Bodenfaultiers (Nothrotheriops shastensis aus der Familie der Nothrotheriidae) vor 13.000 Jahren in ein günstiges Klima zu wandern. Es wurde festgestellt, dass gemahlener Faultierdung Blätter, Früchte und Samen von Josua-Palmlilien enthielt, was darauf hindeutet, dass die Faultiere der Schlüssel zur Verbreitung der Bäume gewesen sein könnten.[8][9]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Namen erhielt die Pflanze von durchziehenden Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die die dünnen ausgestreckten Äste mit den Armen des alttestamentlichen Volksführers Josua verglichen, der den Israeliten den Weg ins gelobte Land wies.

Die irische Rockband U2 benannte ihr 1987 veröffentlichtes fünftes Studioalbum The Joshua Tree nach der markanten Pflanze. Für die Motivsuche zur Gestaltung des Schallplattencovers reiste die Band im Dezember 1986 mit ihrem Fotografen für drei Tage in die Wüste von Kalifornien. Das Exemplar am Cover ist im Jahr 2000 abgestorben und mittlerweile umgefallen.

1993 erschien der Film Joshua Tree mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle. Bereits 1994 wurde der Titel in Army of one geändert, um sich von dem U2-Album abzugrenzen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yucca brevifolia. Fritz Hochstätter (Hrsg.): Yucca (Agavaceae). Band 2 In the Southwest, Midwest und East of the USA, Selbstverlag, 2002, S. 40–44, Fotomaterial S. 156–158, Erstbeschreibung S. 257–258, S. 307–308, ISBN 3-00-009008-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. Gossard: The Joshua Tree, a Controversial, Contradictory Desert Centurion. Yellow Rose Publications, 1992.
  2. Sereno Watson et al., Botany [fortieth parallel] 496. 1871 (in Clarence King, U.S. Geological Exploration of the Fortieth Parallel Vol. 5)
  3. Mo. Bot. Gard. Ann. Rpt 13: 4. 1902.
  4. Flora Rocky Mountains and Adj. Plains, 170. 1917
  5. Mo. Bot. Gard. Ann. Rpt. 3: 163. 1892
  6. Torrey, Pacific R. R. Rpt. 4:147. 1857
  7. Sarah L. Shafer, Patrick J. Bartlein, Robert S. Thompson: Potential Changes in the Distributions of Western North America Tree and Shrub Taxa under Future Climate Scenarios. In: Ecosystems. Band 4, Nr. 3, 1. Mai 2001, ISSN 1432-9840, S. 200–215, doi:10.1007/s10021-001-0004-5 (springer.com [abgerufen am 23. April 2020]).
  8. a b Kenneth L. Cole, Kirsten Ironside, Jon Eischeid, Gregg Garfin, Phillip B. Duffy: Past and ongoing shifts in Joshua tree distribution support future modeled range contraction. In: Ecological Applications. Band 21, Nr. 1, Januar 2011, ISSN 1051-0761, S. 137–149, doi:10.1890/09-1800.1 (wiley.com [abgerufen am 23. April 2020]).
  9. a b Outlook Bleak for Joshua Trees. Abgerufen am 23. April 2020 (englisch).
  10. Maanvi Singh: 'It makes me angry': is this the end for America's Joshua trees? In: The Guardian. 10. August 2019, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 23. April 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Josua-Palmlilie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien