Paiute

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Eine Gruppe Paiute um 1880

Die Paiute oder Piute bilden eine Volksgruppe von drei sprachlich und kulturell nah verwandten Gruppen nordamerikanischer Ureinwohner im Kulturareal des Großen Beckens - den Nördlichen Paiute[1] im Osten Kaliforniens, Westen Nevadas und Südosten Oregons, den Owens Valley Paiute (auch Östliche Mono) im Grenzgebiet von Kalifornien und Nevada sowie den Südlichen Paiute im Norden Arizonas, dem Südosten von Kalifornien, Süden Nevadas sowie Süden Utahs.

Die Herkunft des Wortes Paiute ist unklar, eine mögliche Interpretation ist die Bedeutung ‘Wasser-Ute’ oder ‘Wahre Ute’. Das Wort Paiute weist offensichtlich große Ähnlichkeit mit der Eigenbezeichnung der Bannock als Banakwut, Nimi Pan a'kwati oder Pannaitti auf, was als ‘Wasser-Volk’ wiedergegeben wird. Anfangs wurden die Paiute von den Siedlern verächtlich Diggers genannt (wahrscheinlich, da sie im Boden mit einem Grabstock nach Wurzeln gruben), diese Bezeichnung wird heute als beleidigend von den Paiute zurückgewiesen.

Die Paiute, die jeweils in einem riesigen Gebiet lebten, bestanden wiederum aus verschiedenen Horden (englisch bands „Gruppen“) oder Lokalgruppen (local bands), die zwar allgemein entweder den Nördlichen, Südlichen oder Owens Valley Paiute zugerechnet wurden, jedoch nie eine politische Einheit oder eine Stammesidentität entwickelten (wie beispielsweise die Cheyenne auf den Plains).

Heute leben noch etwa 5.000 Paiute in verschiedenen Indianerreservaten.

Sprachen[Bearbeiten]

Sarah Winnemucca, paiutische Autorin

Die Sprache der heute allgemein als Paiute bezeichneten Gruppen zählt zum Numic-Zweig der uto-aztekischen Sprachfamilie. Das Nördliche Paiute (auch bekannt als Numu und Paviotso, mit regionalen Dialekten: Südliches Nevada, Nördliches Nevada, Oregon und Bannock) weist größte Ähnlichkeit mit dem Owens Valley Paiute auf und gehört zum westlichen Numic-Zweig, das Südliche Paiute gehört hingegen zum südlichen Numic-Zweig und ist eine Dialektvariante des Colorado River Numic oder Chemehuevi-Ute-Südliches Paiute (auch bekannt als Ute, Südliches Paiute, Ute-Südliches Paiute oder Südliches Paiute-Ute, mit regionalen Dialekten: Chemehuevi, Südliches Paiute und Ute).

Obwohl die Sprachen der Nördlichen, Owens Valley und Südlichen Paiute alle zwar derselben Sprachfamilie entstammen, sind sie jedoch untereinander nicht so eng verwandt, wie der Name vermuten lässt, da sie verschiedenen Zweigen des Numic angehören, und stehen benachbarten Sprachen des jeweiligen Numic-Zweiges näher. So steht das Nördliche Paiute der Sprache der Bannock (Banakwut, Nimi Pan a'kwati, Pannaitti - ‘Wasser-Volk’, oder Nimi - ‘das Volk’) in Idaho besonders nahe,[2] genauso wie das Südliche Paiute der Sprache der Kawaiisu (auch Southern Death Valley Shoshone) mehr ähnelt als dem Nördlichen Paiute.

Gelegentlich werden daher auch die benachbarten Völker der Bannock, Westlichen Mono (Monache oder Mono Lake Paiute, die Kucadikadi-Gruppe der Nördlichen Paiute) (Westlicher Numic-Zweig), Timbisha (‘Red Rock Face Paint’, vormals Koso oder Panamint, auch Northern Death Valley Shoshone), Westlichen Shoshone (Eigenbez.: Newe - ‘Volk’, sprich: ‘Nih-wih’), die Gosiute (auch Goshute, Eigenbez.: Toi Ticutta - ‘Esser des Breitblättrigen Rohrkolbens’) (Zentraler Numic-Zweig), Kawaiisu (auch Southern Death Valley Shoshone), Chemehuevi und Ute (Südlicher Numic-Zweig), als Paiute bezeichnet.

Nördliche Paiute[Bearbeiten]

Lebensweise[Bearbeiten]

Die im Wüstenklima südlich des Mono Lake des östlichen Kalifornien, westlichen Nevada und südöstlichen Oregon beheimateten Nördlichen Paiute waren an die unwirtliche Umgebung angepasst. Die einzelnen Stämme oder Clans beanspruchten ein eigenes Territorium, in dessen Mittelpunkt sich in der Regel ein See oder eine andere Wasserquelle befand, die sie mit Fisch und Wasservögeln versorgte. Mit Treibjagden wurden Hasen und Gabelböcke aufgescheucht und erlegt. Im Südosten lebten die sprachlich eng verwandten Owens Valley Paiute, im Osten lebten die Nördlichen und Westlichen Shoshone (Eigenbez.: Newe - ‘Volk’, sprich: ‘Nih-wih’) und im Westen grenzten ihre Gebiete an die von Hokan und Penuti-Sprachigen Völkern wie den Miwok und Yokut an.

Die Nördlichen Paiute nannten sich selbst Numa oder Numu (‘das Volk’), wurden früher jedoch auch als Paviotso bezeichnet. Paviotso ist eine leicht abschätzige Bezeichnung der Westlichen Shoshone für Nördliche Paiute, allerdings nur für Gruppen, die in Nevada lebten, so dass diese Bezeichnung zu eng ist. Weitere Ethnonyme: Mono Pi-Utes, Oregon Snakes, Paiute, Paviotso, Py-utes

Die Nahrungsquellen waren gleichzeitig auch die Bezeichnungen für die einzelnen Gruppen, beispielsweise wurde die um den Pyramid Lake siedelnde Gruppe als Cui Ui Ticutta (‘die Cui-Ui-Fisch-Esser’, ein dort verbreiteter Saugkarpfen), bezeichnet. Weitere Beispiele sind die, um das Lovelock-Gebiet lebende, als Koop Ticutta (‘Erdhörnchen-Esser’) bezeichnete Gruppe sowie die Toi Ticutta (‘Esser des Breitblättrigen Rohrkolbens’).

Die Nördlichen Paiute standen kulturell den Westliche Shoshone und Bannock näher als den Südlichen Paiute, zudem kam es zwischen diesen Gruppen oft zu Heiraten. Da manche Gruppen der Nördlichen Paiute mit den Westlichen Shoshone sowie Bannock gegen die Plateau und Plains-Stämme (Blackfoot, Lakota, u.a.) verbündet waren und oft in gemeinsamen Jagd- und Kriegslagern anzutreffen waren, wurden sie von den Weißen zusammen oft als Snake Indians oder Snakes bezeichnet. Untereinander respektierten die einzelnen Gruppen meist die Rechte der anderen, so dass es unter den Nördlichen Paiute zu wenigen Auseinandersetzungen kam, jedoch war ihre Beziehung zu den kulturell und sprachlich stark von ihnen differierenden Washoe eher kritisch. Auch mit den sprachlich verwandten, im Yosemite-Tal lebenden und bei den benachbarten Stämmen (Miwok, Mono und anderen Paiute) respektierten und gefürchteten Ahwahnee (auch Ahwahneechee, Bewohner des Dorfes Ahwahnee) gab es oft kriegerische Auseinandersetzungen. Von den Nachbarstämmen wurden die Ahwahnee Yosemite (abgel. aus dem Miwok Yohhe'meti bzw. Yos.s.e'meti - ‘jene, die töten’) genannt, besonders die Miwok, hatten unter den ständigen Kriegen mit den Ahwahnee zu leiden. Letztlich vernichteten Mono und Paiute Mitte der 1850er die Ahwahnee bis auf acht Krieger und einigen alten Frauen und Männern fast völlig. Die überlebenden jungen Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verschleppt und wuchsen als Mono und als Paiute auf, so dass die Ahwahnee heute meistens zu den Nördlichen Paiute gezählt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Numaga, Friedenshäuptling der Nördlichen Paiute während des Pyramid-Lake-Krieges sowie des Snake War

Erste Kontakte mit Europäer hatten die Nördlichen Paiute zu Beginn der 1840er Jahre. Wahrscheinlich gab es aber bereits 20 Jahre zuvor einzelne Begegnungen mit Einwanderern. Zu diesem Zeitpunkt war die Lebensweise kaum durch europäische Einflüsse verändert, allerdings kannten die Paiute bereits die Verwendung von Pferden. Mit zunehmender Besiedlung des Westens durch Siedler setzte ein Verdrängungsprozess ein, in dessen Zug es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, darunter der Pyramid-Lake-Krieg im Jahre 1860, der Snake War von 1868 und der Bannock-Krieg von 1878. Die verschiedenen Konflikte führten wiederholt zum Eingreifen der United States Army, dennoch starben deutlich mehr Paiute an den Folgen der von den Europäern eingeschleppten Krankheiten.

Geistertanzbewegung[Bearbeiten]

Um 1870 entstand im Siedlungsgebiet der Paiute der Geistertanz, der nach der religiösen Überzeugung der Stämme das Verschwinden der weißen Siedler vorhersagte. Unter dem paiutischen Seher Wovoka erreichte die Geistertanzbewegung um 1890 alle Stämme der Plains und verstärkte sich hin zu dem Glauben, dass die Bisons und die getöteten Krieger wiederkehren und die Krieger der Stämme unverwundbar seien. Die zunehmende Angst vor dieser Bewegung gipfelte im Massaker bei Wounded Knee an den Lakota-Sioux, der den Widerstand der Indianer gegen die Verdrängung endgültig brach.[3]

Reservationszeit[Bearbeiten]

Das erste für die Nördlichen Paiute eingerichtete Reservat war die Malheur Reservation in Oregon. Dort sollten nach dem Willen der amerikanischen Regierung die verschiedenen Paiute zusammengeführt werden. Die Paiute ließen sich jedoch nicht zu einem Umzug bewegen, beziehungsweise verließen das Reservat aufgrund der schlechten Lebensbedingungen schnell wieder. Stattdessen versuchten sie ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren oder gründeten kleine indianische Kolonien innerhalb von Weißen bewohnten Gebieten, bei denen sie nach Arbeit suchten. Später wurden größere Reservate in Pyramid Lake[4] und Duck Valley eingerichtet, jedoch waren zu diesem Zeitpunkt die kleinen Siedlungen, auch durch den Zuzug von Shoshonen, bereits gefestigt und wurden im Rahmen des Indian Reorganization Act aus dem Jahr 1934 als unabhängige Stämme von der Regierung anerkannt. Weitere Nördliche Paiute-Reservate sind die Siedlungsräume des Fallon Paiute-Shoshone Tribe[5] und der Confederated Tribes of Warm Springs Indians.[6]

Owens Valley Paiute (Östliche Mono)[Bearbeiten]

Frau der Owens Valley Paiute, die einen Korb webt

Die Owens Valley Paiute (auch Östliche Mono genannt) leben im Grenzgebiet von Kalifornien und Nevada nahe dem Owens River auf der Ostseite der südlichen Sierra Nevada im Owens Valley and sprechen Owens Valley Paiute, den Östlichen Dialekt der Mono-Sprache (Nim genannt), die zusammen mit der nahe verwandten Sprache der Nördlichen Paiute zum westlichen Numic-Zweig der Uto-aztekischen Sprachfamilie gehört.[7] Sie bezeichnen sich selbst als Numa („das Volk“) oder als Nün‘wa Paya Hup Ca’a‘ Otuu’mu („Kojote's Kinder, die im Wassergraben leben“, laut ihren Mythen war ihr Ahne der Trickster Kojote und das Owens Valley wurde als „Wassergraben“ bezeichnet).[8] Heute sind sie jeweils Teil des Big Pine Paiute Tribe of the Owens Valley (Big Pine Band of Owens Valley Paiute Shoshone Indians), Bishop Paiute Tribe (vormals: Paiute-Shoshone Indians of the Bishop Community of the Bishop Colony), der Paiute-Shoshone Indians of the Lone Pine Community of the Lone Pine Reservation, der Bridgeport Indian Colony (BIC), der Fort Independence Indian Community of Paiute Indians sowie des Utu Utu Gwaitu Paiute Tribe of the Benton Paiute Reservation (Benton Paiute Tribe).

Westliche Mono (Mono Lake Paiute)[Bearbeiten]

Zusammen mit Owens Valley Paiute bilden die traditionell westlich der Sierra Nevada im südlichen Vorgebirge der Sierra Nevada nahe dem Mono Lake lebenden Westlichen Mono oder Mono Lake Paiute das Volk der Mono und sprechen den Westlichen Dialekt der Mono-Sprache (Nim genannt). Die Westlichen Mono bezeichneten sich selbst als Nyyhmy („das Volk“) oder als cawu h nyyhmy.

Oft werden die Westlichen Mono als die Kutzadika'a-Gruppe (Kucadikadi, Ku Zabbi Ticutta - ‘Esser von Sole-Fliegenlarven’, abgel. von Kutsavi - ‘Fliegenlarve’ und Dika'a - ‘Esser’) der Nördlichen Paiute bezeichnet, deren südlichste Gruppe sie bildeten. Der Name Mono leitet sich von Monoache (‘Fliegen-Larven-Esser’), der Yokut-Bezeichnung für die Kutzadika'a ab, die wahrscheinlich eine Übersetzung seitens der Yokuts von Kutzadika'a darstellt. Heute leben Nachfahren der Westlichen Mono in der Big Sandy Rancheria of Mono Indians of California, Cold Springs Rancheria of Mono Indians of California, Northfork Rancheria of Mono Indians of California, Table Mountain Rancheria of California sowie als Teil des Tule River Indian Tribe of the Tule River Reservation.

Südliche Paiute[Bearbeiten]

Die Südlichen Paiute lebten in den Wüstenregionen, Plateaus, Bergen und Canyons entlang des westlichen Ufers des Colorado Rivers und in der Mojave-Wüste im Süden Utahs, Nevadas und Südosten Kaliforniens, einzig die Kwaiantikowkets (San Juan Band) lebte östlich des Colorado, sowie südlich des San Juan Rivers und nördlich des Little Colorado River im Norden von Arizona.

Sie selbst bezeichneten sich als Nuwuvi (‘das Volk’) und wurden von den Spaniern Payuchi oder Yutas Cobardes (‘feige Ute’) genannt, da sie im Gegensatz zu benachbarten Ute und Nördlichen Paiute meist friedlich gesinnt waren.

Lebensweise[Bearbeiten]

Jüngere Forschungen ergaben, dass die Südlichen Paiute früher als bislang vermutet Ackerbau betrieben. Ausgrabungen am Santa Clara River im südlichen Utah zeigten, dass er zur Bewässerung künstlich aufgestaut worden war. Die Mitglieder der Dominguez-Escalante-Expedition berichteten 1776 von Trockengestellen (tapestle) mit Mais und drei kleinen Feldern mit Bewässerungsgräben. Der Trapper Jedediah Smith kaufte 1826 Mais und Kürbisse von den Paiute und berichtete vom Anbau grüner Wassermelonen. 1849 beschrieben Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) bei den Paiute Weizen, Bohnen, Sonnenblumen, Amarant und Sorghum sowie 1852 auf einer Reise Kartoffeln, Staubecken und großflächige Bewässerungskanäle.[9]

Die Südliche Paiute handelten häufig mit den an der Küste lebenden Völkern. Ausgrabungen haben beispielsweise Handelsbeziehungen zwischen den Owens Valley Paiute mit den Chumash belegt. Zudem bestanden enge Handelsbeziehungen zwischen den Chemehuevi, den Tudinu der Südlichen Paiute sowie den Mohave und Serrano.

Beziehung zu benachbarten Stämmen[Bearbeiten]

Hütten der Südlichen Paiute im späten 19. Jahrhundert

Die Südlichen Paiute waren wie bereits erwähnt meist friedlich und die Gruppen nördlich des Colorado River griffen nur im Verteidigungsfall zu den Waffen - mit Ausnahme der als Las Vegas Paiute bezeichneten Gruppen (Kwiengomats, Nuaguntits, Pegesits, Tudinu) und den Chemehuevi westlich des Colorado Rivers, die stark von den kriegerischen benachbarten Mohave und Hochland-Yuma (Yavapai, Walapai (Hualapai, früher: Yuma-Apache) und Havasupai) beeinflusst waren.

Im Norden und Nordosten grenzten ihre Stammesgebiete (teilweise mit Überlappungen) an die der aggressiven und kriegerischen Ute. Tatsächlich kam es oft zu Mischehen unter den benachbarten Südlichen Paiute und Pahvant- und Moanunts-Ute, so dass die Antarianunts (eine Ute-Bezeichnung), Beaver Band (Kwiumpats), Panguitch, Cedar Band (Ankappanukkicicimi und Kumoits) sowie die Escanlante Band (Kaiparowits) von benachbarten Paiute als Ute bezeichnet wurden. Für die Cedar Band hingegen zählte die nördlich lebende Beaver Band (Kwiumpats) zu den feindlichen Pahvant-Ute, unter deren Sklavenjagden besonders die Kumoits zu leiden hatten.

Mehrere Gruppen der Südlichen Paiute (Moapa Valley bands, Shivwits, Uainuints und Pahranagats) bezichtigten die nordöstlich lebenden (und kulturell den Ute nahestehenden) Beaver Band (Kwiumpats), Panguitch, Cedar Band (Ankappanukkicicimi und Kumoits) sowie die Gunlock Band, ihre Kinder und Frauen zu rauben und als Sklaven zu verkaufen. Unter diesen Sklavenjagden hatten besonders die Shivwits zu leiden, jedoch wurden sie von den Moapa Valley bands ebenfalls der Sklavenjagd beschuldigt.

Zwar waren die Südlichen Paiute bereits vor Ankunft der Spanier im Jahre 1776 Opfer von Sklavenjagden der benachbarten Diné (Navajo), Ute sowie Apache, aber durch das Aufblühen eines großen Sklavenmarkts in New Mexico sowie im Norden Mexikos unter spanischer Herrschaft erhöhten sich die Sklavenjagden durch ihre indianischen Feinde erheblich. Besonders im Winter und Anfang Frühling wurden die ausgehungerten und geschwächten Südlichen Paiute von indianischen wie spanischen (später mexikanischen) Sklavenjägern überfallen und verschleppt. Oft waren Familien der Südlichen Paiute in Zeiten des Hungers gezwungen, ihre Kinder und Angehörigen an Sklavenjäger sowie auf den Sklavenmärkten zu verkaufen.

Meist herrschten jedoch unter den einzelnen Gruppen zwar Ressentiments gegenüber den anderen jedoch keine offene Feindschaft - man teilte sich sogar in Notzeiten die Ressourcen von benachbarten Territorien. Die Kwaiantikowkets (San Juan Band) hatten wegen ihrer geografischen Lage wenig Kontakt zu anderen Südlichen Paiute, waren jedoch mit den Havasupai befreundet und lebten in ständiger Furcht vor den mächtigen Diné (Navajo), von denen sie teilweise den Kleidungs- und Wohnstil sowie die Sprache übernahmen. Die Beziehung zwischen Südlichen Paiute und Ute war ambivalent - einerseits wurden Letztere als aggressive Sklavenjäger gefürchtet -, andererseits bewunderten die Kaivavwits (Kaibab Paiute) diese auf Grund ihrer Kultur (die Ute hatten den Bear Dance bei Kaivavwits eingeführt) sowie ihrer kriegerischen Macht.

Zu den Westlichen Shoshone im Norden und Nordwesten herrschte ein friedliches Auskommen - es gab Mischehen untereinander, Handelskontakte sowie Übernahme von Shoshone-Tänzen - , einige der Las Vegas Paiute bands (Kwiengomats, Nuaguntits, Pegesits, Tudinu) sprachen sogar teilweise Shoshone. Jedoch wurden die Nimikko?ici (‘Jene, die Menschen töten’), höchstwahrscheinlich die Timbisha Shoshone (vormals Koso oder Panamint, auch Northern Death Valley Shoshone), als feindlich betrachtet. Die Moapa Valley Paiute bands (Ichuarumpats, Moapats, Nauwanatats, Pahranagats, Pintiats, Sauwontiatst und Utumpaiats), Shivwits sowie die Uainuints überquerten oft den Colorado River und bekämpften die Walapai.

Die Chemehuevi und Las Vegas Paiute unterhielten nicht nur freundschaftliche Kontakte zu den nördlich lebenden Westlichen Shoshone (mit Ausnahme der Timbisha Shoshone, vormals Koso/Panamint Shoshone), sondern auch mit den im Westen und Südwesten lebenden Kawaiisu (Eigenbez.: Nuooah (new-wa) - ‘das Volk’), Serrano (span.: ‘Bergbewohner’, Eigenbez.: Yuharetum - ‘Volk der Kiefern’), Vanyume (Wanyuma, Beñemé, Desert Serrano),[10] Cahuilla (Eigenbez.: Iviatim) und den Wüsten Yuma der Kumeyaay (Tipai - Südliche Diegueño und Ipai - Nördliche Diegueño). Von den direkt im Süden lebenden Colorado River Yuma oder Fluss Yuma (Mohave, Halchidhoma, Quechan) wurden die Chemehuevi (und zu einem geringeren Teil die Las Vegas Paiute) kulturell sowie sprachlich stark beeinflusst, so dass sie sich in vielen Gebräuchen (Bedeutung von Träumen, Gesänge, Art der Bewässerung, Kulturpflanzen, Wohnstil) von den anderen Südlichen Paiute unterschieden. Die Chemehuevi jagten im Territorium der Quechan und bekämpften diese selten. Mit den Mohave (Pipa Aha Makav - ‘Volk am Wasser’) waren sie meist verbündet - jedoch gab es nicht selten kriegerische Auseinandersetzungen. Laut Überlieferung hatten die Las Vegas Paiute und Chemehuevi zusammen die Desert Mohave vernichtet und aus ihren Gebieten vertrieben, so dass die Chemehuevi diese dann übernehmen konnten und beide Gruppen eine eigenständige Identität entwickelten.

Durch Vermittlung der Quechan und Mohave hatten die Chemehuevi zudem Kontakte mit zu den Hochland Yuma zählenden Yavapai (Tolkepaya und Yavapé) sowie zu kalifornischen Stämmen bis hin zu den Küsten-Chumash. Chemehuevi jagten regelmäßig im Territorium der Yavapai sowie im westlichen Territorium der Walapai (Hualapai), handelten sowie heirateten mitunter unter den Yavapai. Dies machte sie automatisch zu Feinden des von dem Maricopa (Eigenbez.: Piipaash) und Akimel O'Odham (Pima) dominierten losen Bündnisses der ebenfalls zu den Fluss-Yuma gehörenden Cocopa (Cocopah, Eigenbez.: Kwapa - ‘Fluss-Volk’), Halchidhoma (auch Xalchidom, Eigenbez.: ‘Xalychidom Piipaash’ oder ‘Xalychidom Piipaa’), Kohuana (auch Coana, Kahwan, Cutganas), Halyikwamai (auch Halykwanis, Quicama), Kavelchadom (auch Kaveltcadoms, Opa oder Cocomaricopa) und mehrerer südlichkalifornischer Stammesgruppen. Manchmal unternahmen die Chemehuevi zusammen mit Mohave und Quechan gemeinsame Kriegszüge gegen Halchidhoma, Cocopah und das Pima-Maricopa-Bündnis. Diesen Unternehmungen schlossen sich sogar manchmal Tonto Apache der Westlichen Apache sowie Yavapai (Wipukepaya und Kwevkepaya) an, die untereinander durch gemeinsame Heiraten verwandt waren (und von Weißen allgemein als Tonto Apache oder Mohave Apache bezeichnet wurden), da sie jede Gelegenheit nutzten, die Pima-Maricopa zu berauben und zu bekriegen.

Geschichte[Bearbeiten]

1851 besetzten mormonische Siedler (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) die wichtigsten Wasserquellen der Südlichen Paiute, woraus sich eine Abhängigkeit seitens der Paiute ergab, da sie nun keinen freien Zugang mehr zu den für ihre Lebensweise so wichtigen Quellen hatten. Der immer größere Zustrom an weißen Siedlern sowie die Einführung der europäischen Landwirtschaft (besonders der großen Rinderherden) erschwerte es immer mehr Gruppen ihrer traditionellen Lebensart zu folgen. Trotz aller Schwierigkeiten waren die Beziehungen zwischen den Mormonen und den Südlichen Paiute größtenteils friedvoll (dank des diplomatischen Geschicks des mormonischen Missionars Jacob Hamblin) und die Präsenz der Mormonen beendete sogar den Sklavenhandel mit gefangenen Paiute durch benachbarte Stämme.

Eine Gruppe der Südlichen Paiute aus dem Gebiet südlich des Grand Canyon ließen sich innerhalb der Navajo Indian Reservation nieder. Erst im Jahr 1980 erhielten sie die Anerkennung als Stamm durch das Bureau of Indian Affairs.

Gruppen der Nördlichen Paiute[Bearbeiten]

  • Aga'idökadö (Agai Ticutta - ‘Cutthroat-Forelle-Esser’, heutiger Walker River Paiute Tribe)
    • Pakwidökadö (Pugwi Ticutta - ‘Döbel-Karpfen-Fisch-Esser’, heutiger Walker River Paiute Tribe)
  • Atsakudöka tuviwarai (Atsakudokwa Tuviwa ga yu - ‘Jene, die in den roten Tafelbergen wohnten’, auch Atsa-Kudok-Wa, lebten im Nordwesten Nevadas entlang der Oregon-Nevada-Grenze in den Santa Rosa Mountains nordwärts zu den Slumbering Hills, westwärts zu den Jackson Mountains, nordöstlich nach Disaster Peak und nach Osten wieder zu den Santa Rosa Mountains, der Quinn River war die wichtigste Wasser-Ressource, heute Teil der Fort McDermitt Paiute and Shoshone Tribes)
  • Goyatöka (‘Flusskrebs-Esser’, meistens als Yahuskin oder Yahooskin bezeichnet, auch oft als Upper Sprague River Snakes oder gar Upper Sprague River Klamath, lebten an den Ufern des Goose, Silver, Warner und Harney Lake und entlang des Sprague River in Oregon, heute Teil der Klamath Tribes)
  • Hunipuitöka (‘Hunipui-Wurzel-Esser’, meistens als Walpapi bezeichnet, lebten entlang des Deschutes River, Crooked River und John Day River in Zentral-Oregon, heute Teil des Burns Paiute Tribe of the Burns Paiute Indian Colony of Oregon, der Klamath Tribes sowie der Confederated Tribes of Warm Springs Indians)
  • Kamodökadö (Kamu Ticutta - ‘Hasen-Esser’, lebten nördlich von Pyramid Lake in der Smoke Creek und Granite Creek-Wüste, heutiger Yerington Paiute Tribe of the Yerington Colony and Campbell Ranch)
  • Kidütökadö (Gidu Ticutta - ‘Gelbbauchmurmeltier-Esser’, auch als Northern California Paiute bezeichnet, lebten am Goose Lake, sowie im Surprise Valley im Norden Kaliforniens und im Warner Valley in Oregon, sowie im Tal entlang der östlichen Berge der Warner Range entlang der Oregon-Nevada-Grenze bis südwärts zum Long Valley und des Lower Lake, heutige Fort Bidwell Indian Community of the Fort Bidwell Reservation of California)
  • Koa'aga'itöka (‘(in Fallen gefangene)-Lachs-Esser’, lebten in der Snake River Plain, heute Teil der Shoshone-Bannock Tribes of the Fort Hall Reservation)
  • Koosi Pah Ticutta (‘Schlammiges-Wasser-Esser’, heutiger Paiute-Shoshone Tribe of the Fallon Reservation and Colony)[11]
  • Küpadökadö (Koop Ticutta - ‘Erdhörnchen-Esser’, lebten entlang des Ufers des Humboldt Lake, im Osten wurde ihr Gebiet durch die Shoshone begrenzt, inklusive der Pahsupp Mountains, Kamma Mountains und Majuba Mountains bis zum Humboldt River und Sink River, heutiger Lovelock Paiute Tribe of the Lovelock Indian Colony)
  • Kuyuidökadö (Cui Yui Ticutta - ‘Cui-Ui-Fisch-Esser’, lebten entlang des Ufers des Pyramid Lake, heutiger Pyramid Lake Paiute Tribe)
  • Makuhadökadö (auch als Pauida tuviwarai bezeichnet, lebten in der Gegend von Battle Mountain und Unionville in Nevada, Teilen des Humboldt Valleys, sowie in den Wüstentälern Buena Vista Valley, Pleasant Valley, Buffalo Valley sowie in den Sonoma und East Mountains)
  • Moadökadö (Moa Ticutta - ‘Wilde-Zwiebeln-Esser’, auch als Aga'ipañinadökadö / Agai Panina Ticutta - ‘Binnenseefisch-Esser’ bezeichnet, lebten am Summit Lake in Nevada und entlang der südlichen Grenze Idahos, östlich der Kidütökadö, heutiger Summit Lake Paiute Tribe of Nevada)
  • Onabedukadu (Ozav dika - ‘Salz-Esser’, lebten in Kalifornien, auch als Soda Springs Valley Paiute bekannt)
  • Pogidukadu (Poo-zi Ticutta - ‘Zwiebel-Esser’, heutiger Yerington Paiute Tribe of the Yerington Colony and Campbell Ranch)
  • Qui na taue Pha Numa (‘Volk im Smoke Valley’, heutiger Fort McDermitt Paiute and Shoshone Tribes of the Fort McDermitt Indian Reservation)
  • Sawawaktödö (‘Wüsten-Beifuß-Esser’, auch Sawakudökwa tuviwarai - ‘Wüsten-Beifuß-Esser, die in den Bergen wohnten’, lebten im Winnemucca-Gebiet, von den Osgood Mountains und den Sonoma Mountains im Osten bis zu den Jachson Mountains im Westen, von den Slumbering Hills und Santa Rosa Mountains im Norden bis nach Table Mountain im Süden, heutige Winnemucca Indian Colony of Nevada)
  • Tagötöka (Taga Ticutta - ‘Knollen-Esser’, wörtlich ‘Esser der Knollen/Wurzeln der Wüsten-Petersilie’, einer essbaren Pflanze, aus deren Pulver Kekse gebacken wurden, daher oft als biscuits roots bezeichnet, lebten entlang des Jordan River in Utah und Owyhee River in Oregon und Idaho, heute Teil der Shoshone-Paiute Tribes of the Duck Valley Reservation)
  • Tasiget tuviwarai (‘Jene, die inmitten der Berge wohnen’, lebten im Winnemucca Valley, heutiger Pyramid Lake Paiute Tribe)
  • Toedökadö (Toi Ticutta - ‘Esser des Breitblättrigen Rohrkolbens’, lebten in der Carson-Senke, heutiger Paiute-Shoshone Tribe of the Fallon Reservation and Colony)
  • Tövusidökadö (Tobusi Ticutta - ‘Pinienkern-Esser’, lebten in den Bergausläufern Nevadas, heutiger Yerington Paiute Tribe of the Yerington Colony and Campbell Ranch)
  • Tsösö'ödö tuviwarai (‘Jene, die in der Kälte leben’, lebten in der Umgebung des Steens Mountain von Oregon)
  • Wadadökadö (Wada Ticutta, Wada-Tika - ‘Wada-Wurzel- und Grassamem-Esser’, ihr Territorium umfasste einst ca. 52.500 Quadratmeilen und erstreckte sich rund um Malheur Lake, zwischen den Cascade Mountains in Zentral-Oregon und dem Payette Valley nördlich von Boise, Idaho, sowie von den südlichen Blue Mountain (Pazifischer Nordwesten) nahe der Quelle des Powder River, nördlich des John Day River, südwärts bis in die wüstenartigen Umgebung des Steens Mountain, heutiger Burns Paiute Tribe of the Burns Paiute Indian Colony of Oregon)
  • Yamosöpö tuviwarai (Yamosopu Tuviwa ga yu - ‘Halbmond-Tal-Bewohner’, lebten im Paradise Valley, das von ihnen Halbmond-Tal genannt wurde, in Nevada, sowie in den Santa Rosa Mountains und entlang des Little Humboldt, sowie von der Oregon-Nevada-Grenze südwärts in die Osgoods Mountains, heute Teil der Fort McDermitt Paiute and Shoshone Tribes)
  • Kutzadika'a (Kucadikadi, Ku Zabbi Ticutta - ‘Esser von Sole-Fliegenlarven’, abgeleitet von Kutsavi - ‘Fliegenlarve’ und Dika'a - ‘Esser’, lebten in der Nähe des Mono Lake, südlichste Gruppe der Nördlichen Paiute, auch als Mono Lake Paiute oder Westliche Mono oder Mono bezeichnet, abgeleitet von Monoache - ‘Fliegen-Larven-Esser’ der Bezeichnung der Yokut für die Kutzadika'a, heute Teil der Big Sandy Rancheria of Western Mono Indians of California, Cold Springs Rancheria of Mono Indians of California, Northfork Rancheria of Mono Indians of California, Table Mountain Rancheria of California und des Tule River Indian Tribe of the Tule River Reservation)

Gruppen der Südlichen Paiute[Bearbeiten]

  • Ankakkani'kacimi (auch Un-ka-ka'-ni-guts, Unka-kanig-its - ‘Volk am Grund der roten Klippen’, lebten im Long Valley im Süden von Utah)
  • Ankappanukkicicimi (auch Unkapanukuints - ‘Volk des roten Flusses’, leben nahe Cedar City im Cedar Valley im Südwesten von Utah, teilten sich Stammesgebiete mit den Kumoits, nannten sich auch Suh’dutsing - ‘Lebensbaum’ (im Westen Nordamerikas Cedar genannt), daher oft als Cedar Band bezeichnet, nördlich lebten die Kwiumpats (Beaver Band), östlich die Panguitch, südöstlich die Kaivavwits (Kaibab), südwestlich die Gunlock Band sowie im Westen die Panaca, gehören heute als Cedar Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))[12]
  • Antarianunts (die Südliche Paiute nannten diese Gruppe Yantarii, lebten östlich der Kaiparowits zwischen dem Escalante River im Westen und dem Colorado River im Osten sowie den Henry Mountains im Südosten von Utah, da ihre Stammesgebiete im Osten direkt an die der Ute grenzten und es oft zu Mischehen kam, scheint folglich Antarianunts eine Ute-Bezeichnung zu sein, da der Name auf unts endet)[13]
  • Gunlock Band (Matooshats und Matissatï wurden sie von den Uainuints genannt, die Gunlock Band bezeichnete jedoch mit Matooshats/Matissatï nordwestlich von ihnen lebende Südliche Paiute, benannt nach dem heutigen Gunlock im äußersten Südwesten von Utah, gehören heute zusammen mit Shivwits, Uainuints und Uinkarets als Shivwits Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Ichuarumpats (‘Volk der Kaktus-Ebenen, d.h. der Wüste’, lebten im Moapa Valley und teilten sich Stammesgebiete mit den Moapats im Südosten Nevadas, zählten 1873 noch 35 Stammesmitglieder, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)[14]
  • Indian Peaks Band (lebten ursprünglich zwischen den Panaca im Westen und den Kwiumpats (Beaver Band) im Osten, gehören heute zusammen mit den Ankappanukkicicimi (Cedar Band), Kwiumpats (Beaver Band) und Panaca als Indian Peaks Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PTU))
  • Kaiparowits (auch Escanlante Band, lebten entlang des Escalante River im Kaiparowits Plateau im Süden von Utah, wurden zusammen mit Panguitch, nördlichen Gruppen der Kaivavwits (Kaibab) sowie durch Mischehen mit diesen verwandten Moanunts-Ute (daher oft half-Ute oder half-Paiute genannt), die bevorzugt um Fish Lake jagten und fischten und nahe dem heutigen Koosharem überwinterten, in die 1928 errichtete Koosharem Reservat umgesiedelt, heute gehören alle als Koosharem Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Kaivavwits (Kaipapicicimi, Kaivavwits, Kaibabits, Kaivavituningwi - ‘Mountain Lying Down People; d.h. Volk des Kaibab Plateau’, meist als Kaibab bezeichnet, lebten und leben noch heute im Arizona Strip im Kanab Plateau entlang des Kanab Creek und des Paria River, sowie im östlich gelegenen Kaibab Plateau im Nordwesten Arizonas, nennen sich daher auch Kanaticimi - ‘Kanab Volk’, heute Kaibab Band of Paiute Indians genannt, nördliche Gruppen der Kaivavwits (Kaibab) gehören heute als Koosharem Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Kanosh (benannt nach Kanosh, dem Häuptling der Pahvant-Ute (‘Nahe am Wasser’), westlich der Wasatch Mountains, zwischen Sevier River und Sevier Lake, Clear Lake und Fish Lake, ähnelten auf Grund von Mischehen kulturell ihren Nachbarn, den Kaivavwits (Kaibab), Kwiumpats (Beaver Band), Sahyehpeech-Ute und Gosiute, nach Errichtung des Kanosh Reservats 1929 gehören heute die Pahvant-Ute und manche Gruppen der Kwiumpats (Beaver) als Kanosh Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Koosharem (nach Einrichtung des Koosharem Reservats 1928, wurden dort Panguitch, nördliche Gruppen der Kaivavwits (Kaibab) und Kaiparowits sowie durch Mischehen mit diesen verwandte Moanunts-Ute (daher oft half-Ute oder half-Paiute genannt), die im Upper Sevier River Valley im Otter Creek-Gebiet südlich von Salina sowie im Fish Lake-Gebiet in Utah lebten, angesiedelt, eine Gruppe der Moanunts-Ute (sog. Fish Utes) jagte und fischte bevorzugt um Fish Lake und überwinterte nahe dem heutigen Koosharem, heute gehören alle als Koosharem Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))[15]
  • Kumoits (früher Piedes genannt, wurden oft Opfer von Sklavenjagden durch die im Osten lebenden Pahvant-Ute, lebten im Cedar Valley, Iron County, im Südwesten von Utah, teilten sich Stammesgebiete mit den Ankappanukkicicimi, heute meist einfach Cedar Paiutes genannt, gehören heute als Cedar Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Kwaiantikowkets (‘Volk das sich auf der gegenüberliegenden Seite befindet’, d.h. südlich des San Juan Rivers im nördlichen Arizona, auch Toi'toippicimi, Tuyouipiningwi - ‘Volk entlang des Fels-Flusses, d.h. des San Juan River’,[16] daher auch San Juan Band genannt, lebten südlich des San Juan und des Colorado Rivers und nördlich des Little Colorado Rivers, heutiger San Juan Southern Paiute Tribe of Arizona)
  • Kwiengomats (auch Kiri-en'-go-mat, lebten nordwestlich von Las Vegas, ihr Gebiet grenzte an das der Shoshone sowie im Süden an das der Parumpats, siedelten 1873 nahe Indian Springs in Nevada, heutiger Las Vegas Paiute Tribe)
  • Kwiumpats (auch Kwi?umpacíii, Kwiumpus, Quiumputs - ‘Frasera speciosa people’), benannt nach einer eßbaren Wüstenpflanze, auch Beaver Band, lebten entlang des Beaver River, nahe Beaver, Utah, gehören heute zusammen mit der Indian Peaks Band, den Ankappanukkicicimi (Cedar Band) und Panaca als Indian Peaks Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PTU), manche Gruppen der Kwiumpats waren Mischehen mit den nördlich lebenden Pahvant-Ute eingegangen und gehören seit der Errichtung des Kanosh Reservats 1929 zusammen mit den Pahvant-Ute als Kanosh Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU)
  • Moapats (auch Moapa, nannten sich Muappacimi - ‘Moapa Valley Volk’ oder Mu'ti'cimi, Mudiningwi - ‘Volk entlang des Bohnen-Flusses’ oder ‘Bohnen-Volk’, da sie entlang des Muddy River (Mu'ti'nukkinti - ‘Bohnen-Fluss’, daher vormals Moapa River) und im Moapa Valley im Südosten Nevadas sowie entlang des unteren Virgin River im südwestlichen Utah Bohnen pflanzten, farmten und jagten, oft als Muddy River Paiute bezeichnet, heutige Moapa Band of Paiute Indians)
  • Nauwanatats (teilten sich Stammesgebiete mit den Moapats im Südosten Nevadas, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)
  • Nogwats (No-gv-ats, lebten einst nahe Potosi Mountain, Clark County, einem von sechs hohen Berggipfeln rund um Las Vegas, ca. 50 km südwestlich von Las Vegas in den Spring Mountains im Südosten Nevadas, zählten 1873 noch 56 Stammesmitglieder, teilten sich Stammesgebiete mit den Parumpats, heute zum Pahrump Paiute Tribe gehörend)
  • Nuaguntits (Nipakanticimi, Nivaganiciningwi - ‘Volk des schneebedeckten Berges, d.h. des Mount Charleston (offiziell: Charleston Peak)’, dem höchsten Gipfel der Spring Mountains, ca. 56 km nordwestlich von Las Vegas, sowie im östlich angrenzenden Las Vegas Valley im Süden Nevadas, auch Las Vegas band genannt, heutiger Las Vegas Paiute Tribe)
  • Panaca (Tsouwaraits und Matisabits (Meadow Valley Paiutes), lebten entlang des Meadow Valley Wash, nahe der heutigen Mormonensiedlung Panaca und dem County Seat Pioche im Lincoln County im Osten Nevadas, gehören heute zusammen mit der Indian Peaks Band, den Ankappanukkicicimi (Cedar Band) und Kwiumpats (Beaver Band) als Indian Peaks Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PTU))[17]
  • Panguitch (Paguits oder Pakiucimi - ‘Fisch-Volk’, lebten rund um den fischreichen Panguitch Lake (pakiupa - ‘Wasser mit Fischen’), Panguitch in Utah wurde nach ihnen benannt, hatten enge kulturelle sowie familiäre Bande zu den Pahvant- und Moanunts-Ute, wurden zusammen mit nördlichen Gruppen der Kaivavwits (Kaibab) und Kaiparowits sowie durch Mischehen mit diesen verwandten Moanunts-Ute (daher oft half-Ute oder half-Paiute genannt), eine Gruppe der Moanunts-Ute (sog. Fish Utes) jagte und fischte bevorzugt um Fish Lake und überwinterte nahe dem heutigen Koosharem, in das 1928 errichtete Koosharem Reservat umgesiedelt, heute gehören alle als Koosharem Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))[18]
  • Pahranagats (auch Pahranigats, Parnigats oder Pata?nikici - ‘Jemand, der seinen Fuß ins Wasser hält’, lebten im Pahrangat Valley sowie in der Pahroc-Bergkette im Südosten Nevadas, westlich der Panaca sowie nördlich der Moapats, teilten sich teilweise Stammesgebiete mit den Moapats, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)
  • Paroosits (lebten im Virgin River Valley, nannten den Virgin River patusa oder parusA, heute meist Virgin River Paiutes genannt)
  • Parumpats (auch Pa-room-pats, jagten und pflanzten im Pahrump Valley und in den westlichen Spring Mountains und siedelten beim heutigen Pahrump im äußersten Süden Nevadas im Grenzgebiet zu Kalifornien, teilten sich mit verschieden Südlichen Paiute das Moapa Valley im Süden Nevadas, heutiger Pahrump Paiute Tribe)
  • Paspikaivats (Pa-spi-kai-vats - ‘Volk, das in den Bergen entlang von Quellwasser lebt’, lebten nahe dem heutigen Moccasin bei pacippikkaina (Moccasin Springs) sowie in den Moccasin Mountains im Grenzgebiet von Arizona und Utah, eventuell auch bis zum heutigen Toquerville, Washington County im Südwesten von Utah, 1873 zählten sie noch 40 Stammesmitglieder, heute zur Kaibab Band of Paiute Indians gehörend)
  • Pegesits (lebten östlich der Parumpats im Red Rock Canyon, Mount Charleston sowie im Las Vegas Valley südwärts bis zum Hoover Dam, heutiger Las Vegas Paiute Tribe)[19]
  • Pintiats (teilten sich Stammesgebiete mit den Moapats im Südosten Nevadas, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)
  • Sauwontiatst (teilten sich Stammesgebiete mit den Moapats im Südosten Nevadas, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)
  • Shivwits (She-bits, Sübü'ts, von Sipicimi - ‘Osten’ oder Si-vints - ‘Volk, das im Osten lebt’ , jagten und betrieben Ackerbau entlang des Santa Clara River und des Virgin River im Südwesten von Utah, gehören heute zusammen mit der Gunlock Band, Uainuints und Uinkarets als Shivwits Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))[20]
  • Tudinu (‘Wüsten-Volk’, lebten im Gebiet des heutigen Las Vegas, Nevada, auch als Las Vegas Paiute bezeichnet, heutiger Las Vegas Paiute Tribe)
  • Uainuints (Uenuwunts, auch Tonaquints genannt, jagten und farmten von Hebron (Shoal Creek Fort) (heute eine Geisterstadt), Enterprise und Pinto südwärts entlang des Santa Clara River (auch Tonaquint River genannt) bis zu dessen Mündung in den Virgin River südlich von St. George im Südwesten von Utah, daher auch St. George Band genannt, gehören heute zusammen mit Shivwits, der Gunlock Band und Uinkarets als Shivwits Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Uinkarets (Uint-karits, nannten sich Yipinkatiticimi - ‘Volk vom Gelb-Kiefer-bewachsenen Gipfel, d.h. vom Mount Trumbull’, den Mount Trumbull nannten sie Yipinkatiti - ‘Gelb-Kiefer-Spitze’, streiften vom Virgin River im Norden bis zum Colorado River im Süden, teilten sich Gebiete mit den westlich lebenden Shivwits, gehören heute zusammen mit Shivwits, der Gunlock Band und Uainuints als Shivwits Band of Paiutes zum Paiute Indian Tribe of Utah (PITU))
  • Utumpaiats (U-tum-pai-ats, lebten in der Nähe des heutigen Glendale, Clark County sowie im Moapa Valley im Südosten Nevadas, teilten sich hier Stammesgebiete mit den Moapats, heute zur Moapa Band of Paiute Indians gehörend)
  • Chemehuevi (Camowév, Acimuev oder Achiimuuév - ‘jene, die mit Fischen spielen’,[21]nennen sich selbst Nüwüwü - ‘Das Volk’, Singular: Nüwü, lebten südlich der allgemein als Las Vegas Paiutes bezeichneten Gruppen westlich des Colorador Rivers, kriegerischste und südlichste Gruppe der Südlichen Paiute, werden heute jedoch meist als eigenständige Gruppe angesehen, bezeichneten sich oftmals auch als Tantáwats, Tantivaitsiwi - ‘die Südlichen’, manchmal auch als Tuumantcokowi - ‘Schwarzbärtige’, heutiger Chemehuevi Indian Tribe und Twenty-Nine Palms Band of Mission Indians of California, sowie Teil der Colorado River Indian Tribes, der Morongo Band of Mission Indians, der Cabazon Band of Mission Indians, der Agua Caliente Band of Cahuilla Indians, der Torres Martinez Desert Cahuilla Indians sowie der Soboba Band of Luiseno Indians)
    • Howaits (auch Hokwaits, lebten in den Ivanpah Mountains, daher Ivanpah Mountain Group)
    • Kauyaichits (lebten in der Gegend von Ash Meadows, daher Ash Meadows Group)
    • Mokwats (lebten in den Kingston Mountains, daher Kingston Mountain Group)
    • Moviats (auch Movweats, lebten auf Cottonwood Island, daher Cottonwood Island Group)
    • Palonies (span. ‘die Kahlköpfigen’ , wanderten bis in die Gegend nördlich von Los Angeles)
    • Shivawach (eine Gruppe lebte in Twentynine Palms, eine zweite lebte im Chemehuevi Valley)
    • Tümplsagavatsits (auch Timpashauwagotsits, lebten in den Providence Mountains, daher Providence Mountain Group)
    • Yagats (lebten im Armagosa Valley und entlang des Armagosa River, daher Armagosa River Group)

Berühmte Nördliche Paiute[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Literatur[Bearbeiten]

  • Catherine S. Fowler, Sven Liljeblad: Northern Paiute. In: William C. Sturtevant: Handbook of North American Indians. Smithsonian Institution, U.S. Govt. Printing Office, Washington, DC 1964.
  • Martha C. Knack: Boundaries between: the Southern Paiutes, 1775-1995. University of Nebraska Press, Lincoln 2001, ISBN 0-8032-2750-7.
  • Hartmut Krech (Hrsg.): Die Paiute, Jäger und Sammler der Wüste. In: IndianerLeben. Indianische Frauen und Männer erzählen ihr Leben. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-1047-8.
  • Barry Pritzker: A Native American Encyclopedia: History, Culture, and Peoples. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 0-19-513877-5.
  • Edward Sapir, William Bright: The collected works of Edward Sapir. 10. Southern Paiute and Ute linguistics and ethnography. Walter de Gruyter, Berlin 1992, ISBN 0-89925-138-2.
  • Julian H. Steward: Ethnography of the Owens Valley Paiute. In: University of California Publications in American Archaeology and Ethnology. Vol. 33. Berkeley, CA, 1934.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ginny Bengston: Northern Paiute and Western Shoshone Land Use in Northern Nevada. A Class I Ethnographic/Ethnohistoric Overview. In: Bureau of Land Management, Cultural Series. Nr. 2, 2003.
  2. Northern Paiute - Orientation - Linguistic Affiliation
  3. Werner Arens, Hans-Martin Braun: Die Indianer Nordamerikas: Geschichte, Kultur, Religion, C.H.Beck, 2004, ISBN 3-406-50830-8, S. 82.
  4. Homepage der Pyramid Lake Paiute
  5. Homepage des Fallon Paiute-Shoshone Tribe
  6. Homepage der Confederated Tribes of Warm Springs Indians
  7. Liljeblad and Fowler, 412
  8. Pritzker, 227
  9. James R. Allison u. a.: Archaeology and Archaeobotany of Southern Paiute Horticulture in the St. Georges Basin, Southwest Utah. In: Kiva, Volume 73, Issue 4, S. 417–449.
  10. Mojave Desert Indians - Vanyume Indians
  11. Northern Paiute and Western Shoshone Land Use in northern Nevada (PDF; 7,9 MB)
  12. Homepage der Cedar Band of Paiutes
  13. Martha C. Knack: Boundaries between: the Southern Paiutes, 1775-1995. University of Nebraska Press, 2004, ISBN 0-8032-7818-7, S. 11.
  14. Handbook of American Indians north of Mexico
  15. Homepage des Paiute Indian Tribe of Utah (PITU)
  16. Thomas E. Sheridan, Nancy J. Parezo: Paths of Life: American Indians of the Southwest and Northern Mexico, University of Arizona Press, 1996, ISBN 0-8165-1466-6, S. 163.
  17. W. Paul Reeve: Making Space on the Western Frontier: Mormons, Miners, and Southern Paiutes, University of Illinois Press, 2007, ISBN 978-0-252-03126-7, S. 11.
  18. Virginia McConnell Simmons: Ute Indians of Utah, Colorado, and New Mexico, University Press of Colorado, 2000.
  19. Pahrump's link to the past - VALLEY HAS STRONG CONNECTION TO THE AMERICAN INDIAN
  20. Homepage der Shivwits Band of Paiutes
  21. der Name leitet sich von aus der Sprache der Mohave ab, da die Chemehuevi kulturell bedingt keine Fische aßen, wurden sie von den benachbarten, fischessenden, Mohave verächtlich mit diesem Namen bezeichnet

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paiute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nördliche Paiute

Owens Valley Paiute (Östliche Mono) und Mono Lake Paiute (Westliche Mono)

Östliche Mono (Owens Valley Paiute)

Westliche Mono (Monache oder Mono Lake Paiute)

Südliche Paiute