Clarence King

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Clarence Rivers King (* 6. Januar 1842 in Newport, Rhode Island; † 24. Dezember 1901 in Phoenix, Arizona) war ein US-amerikanischer Geologe. Er war 1879 bis 1881 erster Direktor des US Geological Survey und ist als Erforscher der Sierra Nevada bekannt.

Clarence King

Leben[Bearbeiten]

King´s Vater hatte eine Firma für Außenhandel besonders mit China, starb aber schon 1848 und seine Mutter kam danach zeitweise in finanzielle Schwierigkeiten, als die Familienfirma ihres verstorbenen Ehemanns, die sich weiter unterstützte, aufgelöst wurde. King besuchte zunächst die Schule in Hartford, Connecticut und ging dann zur Yale University (Sheffield Scientific School) mit dem Abschluss 1860. Er studierte dort Naturwissenschaften, besonders Physik, Chemie und auch Geologie bei James Dwight Dana, sein eigentliches Interesse an Geologie erwachte aber erst nach dem Studium, genährt durch seine Begeisterung für Aufenthalte in der Wildnis und in den Bergen. Er schloss sich präraffaelitischen Künstlerkreisen in New York an und wohnte dort mit James Terry Gardiner.

1863 ging er nach Kalifornien, um beim Vorläufer California Geological Survey als unbezahlte Hilfskraft unter Josiah D. Whitney und William H. Brewer zu arbeiten. Seine Erfahrungen, die er dabei als Bergsteiger machte, flossen später in sein Buch Mountaineering in the Sierra Nevada (1872) ein und er entdeckte mehrere Berggipfel in der Sierra Nevada (wie Mount Whitney). Er arbeitete dort mit seinem Freund Gardiner, der sich ihm angeschlossen hatte, und war Teil der Expedition im September 1864, die die Grenzen des Yosemite-Tals erkundete, das 1864 durch Abraham Lincoln zum ersten Nationalpark der USA ernannt wurde. Auf dem Rückweg auf See über Nicaragua erkrankte er an Malaria. 1865 erkundete er mit Gardiner die Mojave Wüste und Arizona im Auftrag des US Militärs und 1866 wieder Yosemite.

Von besonderer Bedeutung war 1867 eine Expedition entlang des 40. Breitengrades quer durch die amerikanischen Kordilleren entlang der Route einer geplanten transkontinentalen Eisenbahnlinie, deren Chef-Geologe er war, wobei die Geologen Samuel F. Emmons und Arnold Hague (ein Studienkollege aus Yale) seine Assistenten waren und Gardiner ebenfalls beteiligt war. King war 1879 erster Direktor des neu gegründeten United States Geological Survey, eine Aufgabe die er nur annahm, um den Survey aufzubauen. 1881 gab er die Leitung wieder ab an den von ihm ausgewählten Nachfolger John Wesley Powell. Danach widmete er sich wieder seinem gesellschaftlichen Leben und war unter anderem mit Staatsmännern wie Henry Adams und John Hay befreundet. Seine private Tätigkeit in der Bergbau-Branche reichten nicht, seinen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren und er war stark verschuldet.

1872 wurde er bekannt, als er einen Schwindel mit Diamanten-Minen in Arizona entlarvte. Die Betrüger hatten die Minen Investoren in San Francisco und New York angeboten (darunter bekannte Namen wie Tiffany´s und Baron Rothschild) und deren Experten dafür an einen entlegenen Berg geführt, den sie mit Industriediamanten geimpft hatten. King und sein Assistent Samuel F. Emmons kontrollierten dies unabhängig und machten den Schwindel bekannt.

Er war Mitglied der National Academy of Sciences und der American Academy of Arts and Sciences.

King führte in seinen letzten Jahren ein Doppelleben. Er war seit 1888 in New York mit der ehemaligen Sklavin und afroamerikanischen Krankenschwester Ada Copeland verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte, der er aber, da gemischtrassigen Ehen damals auch in New York mit starken gesellschaftlichen Vorbehalten begegnet wurde, bis zu seinem Tod vormachte, selbst Farbiger (Eisenbahn-Angestellter in den Pullman-Zügen) zu sein.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Systematic Geology, in: Report of the Geological Exploration of the Fortieth Parallel. United States Government Printing Office, Band 1, 1878.
  • Mountaineering in the Sierra Nevada, Boston: James R. Osgood and Company, 1872 (der Inhalt erschien teilweise vorher in Atlantic Monthly)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marta A. Sandweiss: Passing Strange: A Gilded Age Tale of Love and Deception Across the Color Line. New York: Penguin Press 2009