MDR Jump

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MDR Jump
MDR JUMP Logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang UKW, DAB, Kabel, Satellit und Livestream
Sendegebiet SachsenSachsen Sachsen
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt
ThüringenThüringen Thüringen
Sendeanstalt Mitteldeutscher Rundfunk
Programmchef Ulrich Manitz
Intendant Karola Wille
Sendestart 1. Januar 2000
Rechtsform öffentlich-rechtlich
Liste der Hörfunksender
Logo bis 28. August 2011
Sitz des Senders in Halle (Saale)

MDR Jump (eigene Schreibweise: MDR JUMP) ist ein Unterhaltungs-Radioprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks, dessen Hörfunkformat auch als Adult Contemporary bezeichnet wird. Zielgruppe sind Erwachsene zwischen 20 und 49 Jahren. MDR Jump rangiert auf Platz 17 der meistgehörten Radiosender in Deutschland; kein Programm aus dem Osten erreicht mehr Hörerinnen und Hörer als die MDR-Popwelle.[1] Der aktuelle Claim des Senders lautet: „Echte Abwechslung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen“.

Seit dem 29. August 2011 sendet MDR Jump nach einem neuen Programmschema.[2] Die offizielle Bezeichnung ist seitdem auch nicht mehr „Jump, der neue Sound“, sondern „MDR Jump“, außerdem gibt es eine andere Höreransprache („Sie“ und „Ihr“ statt „Du“) und ein leicht verändertes Musikprofil. Statt ausschließlich aktuelle Charts zu spielen, werden nun auch Songs unter dem Label „Für echte Abwechslung“ aus den 1980er, 1990er und 2000er Jahren gespielt. In allen Sendestrecken gibt es neben viel Musik auch informierende und journalistische Wortbeiträge, zudem wird auch regionalen Themen Beachtung geschenkt. Journalistisches Herzstück des Programms ist „MDR Jump – Die Themen des Tages“, ein Format mit Beiträgen zu regionalen, nationalen und weltweiten Themen vom jeweiligen Tag. Hierbei greift MDR Jump auf ARD-Korrespondenten und Reporter des MDR zurück.

Produziert wird MDR Jump – wie alle zentralen MDR-Radioprogramme – in der Hörfunkzentrale des Mitteldeutschen Rundfunks in Halle (Saale). Stationvoice ist Jan Garcia. Das aktuelle Jinglepaket wurde vom Unternehmen jamXmusic produziert.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm von MDR Jump wird rund um die Uhr ausgestrahlt. In der Nacht sowie bei der Sendung „In The Mix“ (Freitag- und Samstagabend) wird das Programm nicht moderiert. Hier läuft Musik nonstop, unterbrochen nur durch stündliche Nachrichten und halbstündlichen Service (Verkehr und Wetter).

Montag bis Freitag

  • 05 Uhr: MDR Jump Morningshow (mit Lars-Christian Karde und Sarah von Neuburg)
  • 010 Uhr: MDR Jump – Bei der Arbeit (Boulevard und Stars, Musik, Service; mit Bernadette Hirschfelder, Anny Cammerer oder Mandy Engel)
  • 14 Uhr: MDR Jump – Die Feierabendshow (Tipps, Trends, Comedy; mit Nora Sanne und Timo Close)
  • 19 Uhr: MDR Jump am Abend – die Themen des Tages (Informationen und Zeitgeschehen; mit Matthias Rohrschneider oder Felix Schmutzer)
  • 20 Uhr: MDR Jump am Abend (Musik und Stars; mit Felix Schmutzer, Fabian Hamm, Stefan Rank, Anny Cammerer, Matthias Karpe oder Chris Derer)
  • Donnerstag: MDR Jump – Made in Germany ab 22 Uhr bis 00 Uhr
  • 00 Uhr: MDR Jump – die Nacht

Sonnabend

  • 06 Uhr: MDR Jump am Morgen
  • 10 Uhr: MDR Jump am Mittag
  • 14 Uhr: MDR Jump am Wochenende
  • 18 Uhr: MDR Jump am Samstagabend
  • 21 Uhr: MDR Jump In The Mix (gelegentlich auch länger als bis 2 Uhr)
  • 02 Uhr: MDR Jump – die Nacht

Sonntag

  • 06 Uhr: MDR Jump am Morgen
  • 10 Uhr: MDR Jump am Wochenende (14 Uhr: Moderatorenwechsel)
  • 18 Uhr: MDR Jump – die Pendlershow
  • 22 Uhr: MDR Jump – die Nacht

Die Sendungen am Wochenende werden in der Regel von Bernadette Hirschfelder, Timo Close, Anny Cammerer, Fabian Hamm, Stefan Rank, Chris Derer, Matthias Karpe und Felix Schmutzer im Wechsel moderiert. Sie kommen auch als Vertretung für die Sendungen unter der Woche zum Einsatz.

In den Nächten von 0 bis 2 Uhr wird unregelmäßig der MDR Jump Rockchannel und der MDR Jump Trendchannel mit Jessica Wahls ausgestrahlt. Diese Sendungen sind auch nicht im Programmkalender vermerkt.

Community[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2008 brachte der Sender eine Online-Community an den Start. Innerhalb eines halben Jahres haben sich 10.000 Hörer angemeldet. Seit Anfang 2009 gab es von Sonntag bis Freitag ab 20 Uhr eine vierstündige Radiosendung, die sich hauptsächlich mit den Themen der Community beschäftigte. Ab dem 29. August 2011 wurde die „Community-Show“ nur noch am Donnerstagabend ausgestrahlt. Im Jahr 2014 wurde die Sendung aus dem Programm genommen. Der Sender ist bei Facebook aktiv und hat dort über 330.000 Fans. Bei Instagram, Google+ und Twitter postet der Sender Inhalte aus dem Programm, sowie aus den Bereichen: Musik, Boulevard, besser Leben und Comedy mit sendereigenen Accounts. Die Einträge und Postings werden von der sendereigenen Onlineredaktion moderiert. Bei YouTube ist MDR Jump ebenfalls vertreten, hier werden vor allem Interviews mit Stars auf dem Kanal veröffentlicht.

Hörerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach anfänglich stark steigenden Quoten litt die Welle viele Jahre unter massivem Hörerschwund. Hörten 2003 noch 532.000 Menschen pro Durchschnittsstunde die MDR-Welle, waren es mit 256.000 Zuhörern 2010 nicht mal mehr halb so viele. Seitdem konnte MDR Jump Hörerinnen und Hörer zurückgewinnen: Laut aktueller Mediaanalyse MA 2019 audio II sind es bundesweit 299.000 Hörer pro Durchschnittsstunde, davon 252.000 im MDR-Sendegebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zum Vergleich: Das private Radioprogramm Radio SAW, das hauptsächlich in Sachsen-Anhalt empfangen wird und dort drei Viertel seiner Hörer hat (165.000), kommt bundesweit auf 221.000 Hörer pro Durchschnittsstunde.[3]

Die MA 2019 II ermittelte eine Tagesreichweite von 1,179 Mio. Hörern. Damit steht MDR Jump auf Platz 17 der meistgehörten Sender in Deutschland.[4] Kein Programm aus dem Osten Deutschlands erreicht mehr Hörer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer von MDR Jump war die nach der Gründung des MDRs im Januar 1992 als Pop- und Servicewelle mit Produktion in Leipzig auf Sendung gegangene Welle MDR Life. Sie orientierte sich im Vergleich zu ähnlichen Angeboten westdeutscher ARD-Anstalten zu diesem Zeitpunkt deutlich stärker an Format und Aufbereitung von Privatsendern. Diese gab es im MDR-Life-Sendegebiet bis zum Juli 1992 nicht. Somit blieb dem Programm ein halbes Jahr ohne private Konkurrenz. Erster Programmchef war Niels N. von Haken. In dieser Zeit konnte eine große Hörerschaft aufgebaut werden, die auch noch einige Zeit nach Start der Privatprogramme bestand. Spätestens ab 1997/1998 aber verlor der Sender massiv an Hörern. Das Programm wurde einige Male mit dem Ziel der Steigerung der Hörerzahl reformiert, der Erfolg blieb jedoch aus. Im Jahr 1999 fiel schließlich auch unter dem Eindruck, dass mit dem Namen „MDR Life“ ein bestimmtes Image fest verbunden war, die Entscheidung, das Programm einzustellen und die MDR-Popwelle völlig neuzustarten. Letzter amtierender Programmchef von MDR Life, der den Übergang zu Jump FM organisierte, war Frank-Georg Kneib, der auf den zwischenzeitlichen Programmchef Jürgen Vogel gefolgt war. Der letzte gespielte Titel von MDR Life am 31. Dezember 1999 war The Final Countdown von Europe.

Am 1. Januar 2000 wurde der Neubeginn unter dem Namen Jump FM schließlich umgesetzt. Programmchef wurde der damals auch für das Jugendprogramm Sputnik verantwortliche Michael Schiewack. Der erste Song, der auf Jump FM gespielt wurde, war Gimme All Your Lovin von Martay feat. ZZ-Top in der Programmstrecke „In the Mix“. Um sechs Uhr morgens begann das moderierte Programm mit der Morgensendung „Jump FM Quickstart“. Aufgrund einer Klage des Berliner Senders Jam FM (wegen Ähnlichkeiten in der Aussprache und der daraus hervorgehenden Verwechslungsgefahr) musste der Name wenige Wochen nach Sendestart in Jump verkürzt werden. Das hatte zur Folge, dass binnen kürzester Zeit sämtliche Jingles überarbeitet werden mussten. Einige Tage lang gaben die Moderatoren im Programm „Der Sender, der bis auf Weiteres nur noch ‚Jump‘ heißt“ als Sendernamen aus. Zu diesem Zeitpunkt sendete Jump ein Musikprogramm, das auch aus aktuellen Pop-, Dance- und Rockhits bestand. Ab 2003 spezialisierte man sich zunehmend auf Modern Rock und German Rock/Pop. Diese Musikrichtung wurde mit der Einführung der beim Patentamt registrierten Wortmarke „Rockenberg“[5] untermauert. Unter dem Namen „Die neue Jump Morningshow mit Rockenberg & Sunny“ ging ab 2006 Moderator Jörg Spranger als „Tino Rockenberg“ auf Sendung. Die Morgensendung mit Rockenberg gab es insgesamt fünf Jahre – allerdings mit wechselnden Co-Moderatorinnen.

Im Gegensatz zu dem vom MDR für Jugendliche veranstalteten Programm MDR Sputnik setzte die Welle Jump bis zum 29. August 2011 kaum auf informierende oder journalistische Wortbeiträge. Prägender Bestandteil des Programms war chartsorientierte (Rock-)Musik. Daneben spielten unterhaltende Moderationen und Eigenwerbung eine Rolle. Ein Programmschema mit festen Sendungen gab es bis auf die „Morningshow“ und einige wenige wechselnde Programmelemente nicht. Laut einer Studie der Thüringer Landesmedienanstalt lag der informierende Wortanteil bei 13 Prozent, was vergleichsweise gering war und sogar unter dem Wert der Privatsender lag.[6]

Im März 2011 verließ Schiewack den Sender.[7] Von März bis zum 22. September 2011 war MDR-Hörfunkdirektor Johann-Michael Möller kommissarisch auch Programmchef von Jump. Möller war maßgebend verantwortlich für die Programmreform vom 29. August 2011, mit der das Programm auch begann, das MDR-Signet im Namen zu tragen.

MDR-Hörfunkdirektor Möller zur Reform: „Das ganze Redaktionsteam hat in den letzten Wochen und Monaten hart und mit großer Begeisterung an den Veränderungen gearbeitet. Mit dem neuen MDR Jump haben wir ein Radioprogramm weiterentwickelt, das eine echte Abwechslung bieten soll. Es ist ein klar erkennbar öffentlich-rechtliches Unterhaltungsprogramm für die 20- bis 49-Jährigen. MDR Jump will der Soundtrack Mitteldeutschlands werden.“[8]

Am 23. September 2011 hat MDR-Hörfunkdirektor Möller den gebürtigen Dresdner Ulrich Manitz zum Wellenchef des Senders ernannt.[9] Manitz startete seine journalistische Laufbahn bei Tageszeitungen, bevor er im Dresdner Büro des Deutschlandfunks erste Hörfunkerfahrungen sammelte. 1999 wechselte er nach Sachsen-Anhalt und verantwortete dort als Programmdirektor private Hörfunkangebote (unter anderem Radio Brocken). Zuletzt war er in leitender Funktion in Rheinland-Pfalz bei RPR1 tätig. Anfang 2010 wechselte er zum MDR nach Halle, wo er zunächst in der Hörfunkdirektion für Programmentwicklung zuständig war.

Claims[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000–2003: „Es geht lauter“, „Wenn Musik, dann Jump“
  • 2003–2008: „Der neue Sound im Radio“, „Wenn Musik, dann Jump“
  • 2008–2011: „Der neue Sound“, „Wenn Musik, dann Jump“
  • 2011–2018: „Echte Abwechslung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen“
  • seit 2012: „Der beste Musikmix – MDR Jump!“
  • seit 2015: außerdem „Mit MDR Jump neue Musik entdecken“
  • 2016–2018: „In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Hause“
  • seit 2018: zusätzlich „Mit MDR Jump Musik neu entdecken“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MDR Jump – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Basis: Tagesreichweite, Mo–Fr, Quellen: MA 2019 audio II
  2. Sendungen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: jumpradio.de. MDR JUMP, 2. Dezember 2015, archiviert vom Original am 8. Dezember 2015; abgerufen am 3. Dezember 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jumpradio.de
  3. Basis: Durchschnittliche Werbestunde, Mo–Fr, Quelle: MA audio 2019 Radio II
  4. Basis: Tagesreichweite, Mo–Fr, Quellen: MA 2019 Audio II
  5. DPMAregister | Marken - Registerauskunft. In: dpma.de. register.dpma.de, abgerufen am 3. Dezember 2015.
  6. internet + Design GmbH & Co KG: TLM – Pressemeldungen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: tlm.de. 3. Dezember 2015, archiviert vom Original am 3. Januar 2016; abgerufen am 3. Dezember 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tlm.de
  7. Bernd Reiher und Ralf Julke: Die scheinbaren Rekorde des MDR: Der Abschied von Jump-Chef Michael Schiewack und die ratlose Radiozukunft. l-iz.de, 14. März 2011, archiviert vom Original am 2. Juli 2011; abgerufen am 3. Dezember 2015.
  8. MDR JUMP: Neue Morningshow ab 29. August. (Nicht mehr online verfügbar.) In: mdr.de. 26. August 2011, archiviert vom Original am 9. Juli 2015; abgerufen am 3. Dezember 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de
  9. MDR JUMP: Ulrich Manitz neuer Wellenchef. (Nicht mehr online verfügbar.) In: mdr.de. 23. September 2011, archiviert vom Original am 22. Dezember 2015; abgerufen am 3. Dezember 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de