Juso-Hochschulgruppen

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Basisdaten
Gründungsjahr: 1973
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Bundesvorstand[1]:

Aljoscha Dalkner (Göttingen)
Emily Feigel (Jena)
Max Meisenheimer (Mannheim)
Ferdinand Meyer-Erlach (Münster)
Mia Thiel (Berlin)
Jasmin Delveaux (Bochum)

Bundesgeschäftsführung: Marieke Reiffs
Politische Ausrichtung: sozialdemokratisch
Website: www.juso-hochschulgruppen.de

Die Juso-Hochschulgruppen (Juso-HSG) sind der bundesweite Studierendenverband der SPD und der Jusos.

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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gründungsdatum der Juso-Hochschulgruppen gilt der März 1973, als sich jungsozialistische Gruppen von fünf Universitäten zu einem gemeinsamen Seminar trafen. Die Entstehung der Juso-HSGn resultierte nicht aus einer bundesweiten Gründungsinitiative heraus, sondern vollzog sich durch dezentrale Gründungen an den einzelnen Hochschulen – oftmals in Kooperation mit der örtlichen Juso-Gliederung. Die erste Juso-Hochschulgruppe wurde bereits 1969 an der Universität Gießen gegründet.

Die Gründung der Juso-Hochschulgruppen geschah an den einzelnen Hochschulen in Abgrenzung zum Sozialistischen Hochschulbund (SHB), der seit der Trennung der SPD vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) im Jahre 1960 die Sozialdemokratie an den Universitäten repräsentierte. Im Zuge der auslaufenden 1968er-Bewegung hatte der SHB das traditionell-marxistische Konzept des Staatsmonopolistischen Kapitalismus (SMK) zur Grundlage seiner Politik gemacht. Das wurde sowohl von der SPD als auch von den von dort initiierten Juso-Hochschulgruppen abgelehnt. Abgelehnt wurde auch dessen prinzipielle Aktionseinheit mit dem DKP-nahen MSB Spartakus, also die Zusammenarbeit mit Kommunisten sowie die Strategie der „gewerkschaftlichen Orientierung“.[2] Sich als „undogmatisch“ einordnende oder abweichenden marxistischen Konzepten wie der Strategie der Hannoveraner SOAK (siehe: Karl Nolle, Gerhard Schröder)[3] folgende Jungsozialisten in der SPD fühlten sich deshalb vielerorts vom SHB nicht mehr vertreten. Die fünf Gründungs-Juso-Hochschulgruppen beschlossen, keine selbständige Studentenorganisation zu bilden, wie es der SDS gewesen war und der SHB war, sondern als Teil der Jungsozialisten ein integrierter Teil der SPD-Organisation zu sein. Das ermöglichte eine enge Anbindung an die Studenten- und Hochschulpolitik der Partei, wie sie in der Vergangenheit immer wieder zu großen Konflikten mit SDS bzw. SHB geführt hatte. Schon 1973 wurde mit Ottmar Schreiner (Universität des Saarlandes) erstmals ein Juso-Vertreter in den Vorstand des Verbandes Deutscher Studentenschaften gewählt. In den folgenden Jahren wurden die Juso-Hochschulgruppen zu einem der größten Studierendenverbände der Bundesrepublik. Bis heute sind sie mit bundesweit etwa 80 aktiven Gruppen eine konstante Größe.

Im Dezember 1974 erkannte der Juso-Bundesausschuss die Hochschulgruppen als Projektgruppe der Jusos an. Er beschloss, dass über Namensgebung und -entzug die Juso-Bezirke zu entscheiden hätten. Höchstes Beschlussgremium sollte ein zweimal jährliches Bundeskoordinierungstreffen (BKT) sein, auf dem jede Hochschulgruppe eine Stimme hat. Beim Juso-Bundesvorstand wurde ein „Arbeitskreis Hochschule“ eingerichtet, deren Mitglieder vom BKT jährlich gewählt werden. Dieser AK Hochschule nahm die Vorstandsaufgaben der Juso-Hochschulgruppen wahr. Erst Ende der achtziger Jahre wurde er in „Bundeskoordinierungsausschuss (BuKA)“ umbenannt, seit den späten neunziger Jahren heißt das Gremium „Bundesvorstand“. Außerdem wählt das BKT den Bundesgeschäftsführer, der hauptamtlich für die Organisation zuständig ist.

1975 traten einige SHB-Gruppen zu den Juso-Hochschulgruppen über und organisierten sich als Freudenberger Kreis, der weiterhin die Stamokap-Theorie vertrat. Damit waren alle drei linken Juso-Strömungen – der undogmatisch-reformsozialistische Mehrheitsflügel, der antirevisionistische und der Stamokap-Flügel – bei den Hochschulgruppen vertreten. 1989/1990 traten weitere SHB-Mitglieder und -Gruppen zu den Juso-Hochschulgruppen über – teils aus Protest gegen die halbherzige Stellungnahme der SHB-Führung gegen das Pekinger Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, teils im Zuge der Auflösung des SHB nach dem Mauerfall 1989.

1991 schloss sich der Bund Sozialdemokratischer Studierender (BSDS), der im Dezember 1989 im Zuge der Wende in der DDR entstand, mit den Juso-Hochschulgruppen zusammen.[4]

Strukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Juso-Hochschulgruppen sind formal gesehen eine Untergliederung der SPD. Sie sind lokal an den einzelnen Hochschulen organisiert und entsenden zweimal pro Jahr bis zu zwei Delegierte auf das Bundeskoordinierungstreffen. Diese können dort stellvertretend für ihre Hochschulgruppe eine Stimme abgeben. Dasselbe Prinzip gilt für die Landesebene. Die Mitgliedschaft bei den Juso-Hochschulgruppen ist nicht an eine SPD-Parteimitgliedschaft gebunden, jedoch ist der Grad der SPD-Mitglieder bei den Juso-Hochschulgruppen groß.[5]

In seiner inhaltlichen Arbeit werden die Juso-Hochschulgruppen von einem Beirat beraten und unterstützt. Dieser wird einmal im Jahr von einem Bundeskoordinierungstreffen gewählt und besteht aus Vertreterinnen und Vertretern nahestehender Organisationen und der SPD Bundestagsfraktion, wie der ehemaligen Wissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn.[6]

Um die Arbeit des Bundesverbands zu organisieren erhält der Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen Gelder, Räumlichkeiten und eine Personalstelle des SPD-Bundesverbands. Die Juso-Hochschulgruppen werden zudem von dem Verein Demokratie und Hochschule unterstützt. Dieser Verein besteht aus ehemaligen Mitgliedern der Juso-Hochschulgruppen und unterstützen diese mit Know-how und Geldern. Die Mitgliedschaft in diesem Verein ist nicht an eine Mitgliedschaft in der SPD oder den Juso-Hochschulgruppen gebunden.[7]

Im Selbstverständnis eines feministischen Verbands gilt eine harte Frauenquote. Das bedeutet, dass Redelisten, Vorstände und Delegationen gleich viele Frauen wie Männer aufweisen müssen.

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Juso-Hochschulgruppen machen sich nicht nur für bildungs-, sozial- und wissenschaftspolitische Veränderungen stark, sondern betrachten gleichzeitig die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge. So trat man für eine „arbeitnehmerorientierte Wissenschaft“ ein und gründete in den Achtzigern die Initiative „Gesellschaftswissenschaftler für die 35-Stunden-Woche“.

Inhaltliche Schwerpunkte der heutigen Verbandsarbeit sind der Einsatz für das gebührenfreie Studium, mehr Durchlässigkeit im gesamten Bildungssystem, der Ausbau des BAföG (Drei-Körbe-Modell), die Gleichstellung aller Geschlechter, die Demokratisierung der Hochschulen und eine qualitative Studienreform.

Neben den klassischen hochschulpolitischen Themen öffnet sich der Verband auch gegenüber neueren Entwicklungen in der Gesellschaft, wie z. B. bei der Positionierung[8][9][10] zu Tierschutz- und Tierrechts politischen Themen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder des Bundesvorstandes 2015/2016. Abgerufen am 2. Februar 2016.
  2. Siehe: Ergebnisse der 13. o. BDV, 3.5. Nov. 1972. Grundsatzprogramm - Grundsatzerklärung - Satzung - Beschlüsse, Bonn 1972, S. 28f.; dazu kritisch: Johannes Nikolaus Rückher, Die Achtundsechziger-Bewegung und die Medizinische Fakultät der Universität Bonn, Göttingen 2013, S. 244.
  3. Siehe z. B.: SOAK (Hrsg.), Thesen zur Strategie der Juso : Jungsozialisten in der SPD, Bezirk Hannover, Wunstorf 1972.
  4. Geschichte der Juso-Hochschulgruppen. Abgerufen am 31.Dezember 2012.
  5. Birk Grüling: Die Qual der Uni-Wahl erschienen am 14. Januar 2013 auf ZEIT ONLINE, abgerufen am 30. September 2013.
  6. Beirat der Juso-Hochschulgruppen Abgerufen am 31.Dezember 2012.
  7. Verein demokratie und Hochschule. Abgerufen am 31.Dezember 2012.
  8. Beschluss: Studium und Tierschutz an Hochschulen fördern! Abgerufen am 3.November 2013.
  9. Beschluss: Umdenken beginnt bei uns: Weniger Fleischkonsum bei den Juso-Hochschulgruppen Abgerufen am 3.November 2013.
  10. Beschluss: Veganes Essen stärken – Tiergerechtere Hochschulen, das wollen wir. Abgerufen am 5. August 2014.